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Der unaufhaltsame Kim: Warum ihn Sanktionen wenig beeindrucken

Mit seinem neuen Raketentest zeigt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un der Welt, wie ihn die jüngsten Uno-Sanktionen beeindruckt haben: gar nicht.

Wieland Wagner, Seoul



epa06195582 North Korean leader Kim Jong-un (C) attends an event in Pyongyang to celebrate the latest nuclear test, Pyongyang, North Korea, 03 September 2017 (Issued 10 September 2017).  EPA/YONHAP SOUTH KOREA OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Alle Augen auf Kim Jong Un. Bild: EPA/YNA

Ein Artikel von

Spiegel Online

Und schon wieder spielen sich in Japan Szenen von Hysterie und Panik ab: In sonst verschlafenen Dörfern heulen Sirenen, per Lautsprecher werden Bewohner aufgefordert, Gebäude oder unterirdische Schutzräume aufzusuchen. Der Superschnellzug Shinkansen stoppt. Zeitungen verteilen Extrablätter.

Die Empörung ist gross in Japan, einer Nation, die grössten Wert legt auf Harmonie und einen minutiös regulierten Alltag. Doch Nordkoreas Diktator Kim Jong Un schert sich nicht um die Empfindlichkeiten seiner Nachbarn: Schon wieder liess er eine Rakete über die nördliche Insel Hokkaido hinweg in den Pazifik schiessen. Premier Shinzo Abe trat in Tokio vor die TV-Kameras und protestierte - und wieder klang er sehr hilflos.

Nordkorea: Dritter Raketentest in einem Monat

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Video: srf/SDA SRF

Denn mit dem jüngsten Raketentest zeigt Diktator Kim Jong Un, wie wenig ihn die jüngsten Sanktionen beeindrucken, die der Uno-Sicherheitsrat erst vor wenigen Tagen einstimmig beschlossen hat - und die auf Druck Chinas und Russland deutlich abgeschwächt worden waren.

Mit der neuen Provokation lässt Kim die Situation weiter eskalieren: Die neueste Rakete soll rund 3700 Kilometer geflogen sein - und damit noch deutlich weiter als jenes Modell, das er am 29. August über Hokkaido hinwegfeuern liess. Damit hat Kim nach Ansicht japanischer Experten bewiesen, dass er seine Drohung wahrmachen könnte, auch den pazifischen US-Luftwaffenstützpunkt Guam anzugreifen.

Tatsächlich sei Kim längst in der Lage, mit seinen Raketen auch Ziele auf dem amerikanischen Festland zu treffen, vermutet Jang Cheol Wun, Militärexperte der Kyungnam Universität in Seoul. «Kim hat die technologischen Ziele seines Nuklearprogramms grossenteils schon erreicht», sagt Jang gegenüber SPIEGEL ONLINE, «mit allen weiteren Tests sendet er vor allem politische Botschaften.»

epa06205583 A handout photo made available by the South Korean Defense Ministry shows a South Korean Hyunmoo-II missile being fired toward the East Sea, at an undisclosed location, South Korea, 15 September 2017. The North earlier in the day fired what appeared to be an intermediate-range ballistic missile that flew some 3,700km over Japan, falling into the North Pacific Ocean.  EPA/SOUTH KOREA DEFENSE MINISTRY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/SOUTH KOREA DEFENSE MINISTRY

Und auch die jüngste Botschaft des Führers der jüngsten Atommacht der Welt lautet: Nehmt mich endlich ernst!

Der Hauptadressat der nordkoreanischen Provokationen ist allerdings weit davon entfernt, Kim auf Augenhöhe zu begegnen. US-Präsident Donald Trump zeige kein Interesse, mit Nordkorea zu verhandeln, verlautet aus der südkoreanischen Regierung. Das amerikanische Misstrauen gegenüber Kim Jong Un sei einfach zu gross.

Diese Reaktion ist verständlich angesichts der schlechten Erfahrungen, die schon Trumps Vorgänger mit dem Regime in Pjöngjang gemacht haben. Doch wenn die USA nicht einen unkalkulierbaren Krieg gegen Nordkorea riskieren wollen, bleibt ihnen letztlich nichts anderes übrig, als direkte Gespräche mit Kim zu suchen. Denn die Nordkorea-Sanktionen, die ständig ein bisschen mehr verschärft werden, wirken nicht, solange China und Russland sie verwässern oder nicht ernsthaft umsetzen.

Bislang beharren die USA und ihre Verbündeten Japan und Südkorea darauf, dass Nordkorea sein Nuklearprogramm einfriert. Vorher wollen sie nicht mit dem Regime reden. Darauf wird Kim sich aber kaum einlassen - denn auch sein Misstrauen ist gross. Er denkt nicht daran, die atomare Überlebensstrategie aufzugeben, für die er und seine Vorfahren den eigenen Untertanen jahrzehntelang so harte Opfer abverlangt haben.

Fazit: Für eine Lösung der Koreakrise gibt es nur einen Ausweg. Washington darf keine Zeit mehr verlieren, es muss sofort beginnen, mit Pjöngjang zu verhandeln. Wo geredet wird, wird zumindest nicht geschossen. Mit jeder neuen nordkoreanischen Rakete aber, die dann vielleicht doch mal von der berechneten Route abweicht, wächst die Gefahr eines Krieges, den niemand gewollt hat.

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    Alle Leser-Kommentare
  • River 16.09.2017 04:02
    Highlight Highlight Kimi baut jetzt einfach die Waffen, die man, also Murica, ihm zuvor unterstellt hat zu besitzen. Ich meine besser so als wie Saddam Hussein abgebombt zu werden, mit der selben Unterstellung...nur das Saddam die Bomben nicht hatte. Ghaddaffi ja auch nicht.
    Und Kimi weiss, dass die Resolutionen nur pro forma sind und eigentlich nur Mitleid erwecken. Und niemand würde es heut zu Tage wagen ein so unterdrücktes Volk zu bomben, ohne grosse Chance den lieben Führer zu treffen. Kimi ist nicht dumm. Der ist berechenbarer als...zB Trump
    4 1 Melden
  • Schnuderbueb 15.09.2017 20:48
    Highlight Highlight Irgendwie erinnert mich die UNO und der Kim an antiautoritäre ErzieherInnen der westlichen Hemisphäre und deren verzogenen Gofen.
    12 1 Melden
  • Commander 15.09.2017 13:51
    Highlight Highlight Ich mag den dicken Kim nicht mehr sehen. Wenigstens ist's für seine hübsche Frau nicht allzu schlimm - wer 36 Meter lange Raketen als Schw***verlängerung braucht... ihr wisst was ich meine ;-)
    7 35 Melden
    • Wehrli 15.09.2017 14:09
      Highlight Highlight Kannst dir den Orgasmus vorstellen als die Rakete tatsächli so weit flog? Ich mein hey, dass muss unglaublich gewesen sein ...
      10 3 Melden
  • HAL9000 15.09.2017 13:38
    Highlight Highlight Denkt eigentlich auch jemand an die Meerwasserverschmutzung durch die Raketen?
    Ist das nicht schlecht für das Meer?

    Ich meine, wenn der Atlantik "öberegheit" dann ist fertig mit gutem Klima. Definitiv und zackig.

    #haninowellesäge
    13 25 Melden
    • zeromg 15.09.2017 14:08
      Highlight Highlight Wenn der liebe Kim schon mit Lackschuhen seinen Berg besteigen kann, wird er wohl auch eine Gummiente finden die ihm sein Spielzeug zurück bringt.
      8 1 Melden
    • Lauwärmer 15.09.2017 14:38
      Highlight Highlight "Pazifik"
      22 0 Melden
  • zappeli 15.09.2017 13:13
    Highlight Highlight Irgendwie alles schonmal gelesen. Kim ist böse und alle anderen ratlos. Gibts da nichts Neues dazu? Warum zum Beispiel erlässt man Sanktionen? Wen trifft man damit wirklich? Nur so als Beispiel.
    23 9 Melden
    • Schlumpfinchen 16.09.2017 10:13
      Highlight Highlight Die Idee von Sanktionen ist, das Volk dazu zu bringen, gegen den Machthaber zu rebellieren. Funktioniert leider nur beschränkt. Im Fall von Nordkorea wahrscheinlich gar nicht, das Regime gibt es schon zu lange.
      3 0 Melden
    • PaLve! 17.09.2017 23:55
      Highlight Highlight Wann haben Sanktionen jemals etwas gebracht?
      0 0 Melden
  • Triumvir 15.09.2017 13:01
    Highlight Highlight Solange die Russen und Chinese dem dicken Kim nicht seine Grenzen aufzeigen, solange macht er weiter. Sollte er jedoch so dumm sein und die Amerikaner oder deren Alliierten angreifen, dann wird ihm sein dämliches Grinsen ziemlich schnell vergehen...
    20 14 Melden
    • PaLve! 15.09.2017 13:30
      Highlight Highlight Nenne mir einen Grund, wieso er die Amerikaner angreifen sollte?
      Du klingst nicht gerade so, als du dich mit Korea beschäftigt hast.
      "Sollte er so dumm sein" denkst du, du hast irgendwie wie mehr Ahmung von Weltpolitik als ein Diktator und dessen eiskalten Regimes?
      20 7 Melden
    • PaLve! 17.09.2017 23:58
      Highlight Highlight Hui, habe gerade die ganzen Rechtschreibe-, Tipp- und Gramatikfehler gesehen. Kann man hoffentlich trotzdem lesen.
      0 0 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 15.09.2017 12:16
    Highlight Highlight Mit Kim Jong Un zu Verhandeln ist sinnlos. Das hat Obama schon zu genüge versucht. Erfolglos. Das Regime baute weiter an der Bombe. Man würde besser untersuchen, warum es so weit kommen konnte und die aktuellen Sanktionen scharf beobachten und Sanktionsbrecher hart bestrafen. Diesmal müssen auch Russland und China am gleichen Strick ziehen.
    8 21 Melden
    • PaLve! 15.09.2017 13:32
      Highlight Highlight Nordkorea hat schon oftmals genug Bedingungen für eine Abrüstung gestellt. Link gibt es nicht, findest du nach 5 Minuten Googlesuche.
      14 5 Melden
    • Wehrli 15.09.2017 14:08
      Highlight Highlight Sanktionsbrecher hart bestrafen = China und Russland.

      Hahahaha
      0 7 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 15.09.2017 15:11
      Highlight Highlight @PaLve: Das funktioniert nicht so. Wer eine Behauptung aufstellt, hat diese zu beweisen. Mag sein, dass es solche Bedingungen gibt. Der gesunde Menschenverstand sagt nein. Weil sobald der irre Kim nicht mehr an der Bombe baut, nehmen ihn die anderen nicht mehr ernst.
      7 2 Melden
  • Grittibenz 15.09.2017 11:55
    Highlight Highlight Wieso sollen ihn Sanktionen auch einschüchtern ?
    Seinem Volk ging es ja vorher schon misserabel, nun einfach noch ein bisschen schlechter. Da ihm das Wohlergehen seines Volkes sowieso nicht gross zu interessieren scheint, stören die Sanktionen ihn auch nicht gross.
    Ihm selbst machen sie ja nichts aus.
    37 11 Melden
    • meine senf 15.09.2017 12:55
      Highlight Highlight Man könnte noch weiter gehen: Wahrscheinlich nützen ihm die Sanktionen innenpolitisch sogar.

      Wenn nicht alles so rund läuft wie in der Propaganda versprochen, dann hat er die Sanktionen als Ausrede. Oder gar als "Beweis", dass das Ausland wirklich so schlimm sei wie immer behauptet und man sich deswegen erst recht um den Führer scharren soll.
      30 6 Melden
    • PaLve! 15.09.2017 13:33
      Highlight Highlight @meine Senf
      Sorry für denn Blitz, war nicht extra ;)
      8 2 Melden

70'000 Hassnachrichten – Schweizer Journalist gerät ins Visier von Rechtsextremen

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