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Nordkorea feiert «historischen Gipfel» – Japan ist weiterhin skeptisch



Die Hochstimmung nach dem historischen Gipfel in Singapur hält an. Kim nahm eine Einladung in die USA von Präsident Donald Trump an. Dieser dankte dem nordkoreanischen Machthaber für dessen «wagemutigen ersten Schritt zu einer neuen hellen Zukunft».

«Unser beispielloses Treffen - das erste zwischen einem amerikanischen Präsidenten und einem Führer Nordkoreas - beweist, dass echte Änderungen möglich sind», twitterte Trump in der Nacht zum Mittwoch.

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«Die Welt hat einen grossen Schritt zurück vor einer nuklearen Katastrophe gemacht. Keine Raketenstarts mehr, keine Nukleartests oder -Forschung mehr!», fügte Trump in einem zweiten weiteren Tweet hinzu. «Danke, Vorsitzender Kim, unser Tag zusammen war historisch.»

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«Es gibt keine Grenzen dessen, was NoKo (Nordkorea) erreichen kann, wenn es seine Atomwaffen aufgibt und stattdessen Handel und Zusammenarbeit mit der Welt aufgreift», schrieb Trump. Kim habe die Chance, als der Mann in Erinnerung zu bleiben, der «eine herrliche neue Ära» von Sicherheit und Wohlstand für sein Volk eingeleitet habe.

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Jeden Schritt kommentiert

Unterdessen feierte die nordkoreanische Staatsagentur KCNA mit einem Tag Verspätung den «historischen Gipfel» von Singapur. Das Treffen sei durch den «festen Willen» der beiden Staaten zur Beendigung der feindschaftlichen Beziehungen zustande gekommen, schrieb die Agentur am Mittwoch. Die Führer der beiden Staaten seien zusammengekommen, um erste Schritte zur Versöhnung «nach rund 70 Jahren Konfrontation und Antagonismus» seit der Teilung der koreanischen Halbinsel zu unternehmen.

Die Agentur beschrieb fast jeden Schritt der beiden Staatsmänner, angefangen vom ersten Händeschütteln, dem «Souvenir-Foto», bis hin zum Verlauf der Gespräche, sowohl unter vier Augen als auch später im erweiterten Kreis mit Beratern. Zu den veröffentlichten Details der Gespräche gehörte unter anderem auch die Zusage Kims, die sterblichen Überreste gefallener US-Soldaten aus dem Koreakrieg möglichst bald zu repatriieren.

Kim trifft Trump in Singapur

Bedingung für Abrüstung

Trumps Angebot zur Einstellung der gemeinsamen Militärmanöver der USA mit Südkorea fand ebenso Niederschlag wie die nicht näher definierte Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Die gegenseitigen Einladungen nach Pjöngjang und Washington «zu einem geeigneten Zeitpunkt» rundeten die nordkoreanische Berichterstattung über «den Trend zu Versöhnung und Frieden, Stabilität und Wohlstand» in der Region ab.

Machthaber Kim Jong Un macht die Denuklearisierung vom Ende der Feindschaft mit den USA abhängig, wie die Staatsagentur weiter berichtete. «Kim Jong Un hat gesagt, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu erreichen, sollten beide Länder davon absehen, sich gegenseitig zu bekämpfen», berichtete KCNA.

Kim habe die Einladung von US-Präsident Donald Trump in die USA angenommen und wolle Trump «zu gegebener Zeit» nach Pjöngjang einladen. Die «beiden Top-Führer» hätten die gegenseitigen Einladungen «erfreut angenommen». Sie seien überzeugt, dass dies «als weiterer wichtiger Anlass für verbesserte Beziehungen» zwischen beiden Ländern diene.

China und Japan reagieren unterschiedlich

In den Nachbarländern kam es nach dem Gipfel am Mittwoch zu unterschiedlichen Reaktionen. Chinas Staatsmedien bewerteten die Ergebnisse positiv. Die parteinahe Zeitung «Global Times» lobte in einem Leitartikel am Mittwoch Trumps versprechen, gemeinsame Militärmanöver der USA mit Südkorea einstellen zu wollen. Dies sei schon immer auch eine Forderung Pekings gewesen, um eine Entspannung in der Region zu erreichen, hiess es in dem Bericht.

Japan dagegen äusserte sich skeptisch über die Ankündigung, die amerikanisch-südkoreanischen Manöver zu beenden. Die US-Militärpräsenz und die Truppenübungen seien wichtig für die Sicherheit in Ostasien, sagte der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera am Mittwoch vor Journalisten. Darüber müsse eine Verständigung zwischen Japan, den USA und Südkorea hergestellt werden. Sein Land werde an den gemeinsamen Manövern mit den USA ebenso festhalten wie am Ausbau seiner Verteidigung gegen mögliche Raketenangriffe aus Nordkorea.

Gipfel mit vager Vereinbarung

Trump und Kim hatten bei dem historischen Gipfel am Dienstag in Singapur eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet, in der sich der nordkoreanische Machthaber grundsätzlich zu einer «vollständigen» atomaren Abrüstung bereit erklärte. Ein Zeitplan oder spezifische Schritte wurden in dem eher vage abgefassten Dokument nicht erwähnt. Trump erklärte sich im Gegenzug zu Sicherheitsgarantien bereit.

Das US-Verteidigungsministerium begrüsste die Ergebnisse des Nordkorea-Gipfels, äusserte sich aber nicht zur Zukunft gemeinsamer Manöver der USA mit Südkorea. Berichten zufolge wurden Verbündete von dieser Ankündigung des US-Präsidenten ebenso überrascht wie das Pentagon. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • PaLve! 14.06.2018 22:04
    Highlight Highlight Wieso spielt Japan, welches das koreanische Volk über Jahrhunderte verknechtete, überhaupt in diesem Konflikt eine Rolle?
  • swisskiss 13.06.2018 11:04
    Highlight Highlight Das Japan skeptisch ist, ist nachvollziehbar. Das Abschlussdokument, dass auf das koreanische Treffen vom 28, April verweist, zeigt klar die Stolpersteine. Gespräche 4 Parteien mit China am Tisch, Demilitarisierung der Seegebiete zwischen Nordkorea und Japan.
    Textauszug:"Der Norden hat sein Engagement für die Denuklearisierung der koreanischen
    Halbinsel deutlich gemacht und erklärt, dass er keinen Grund hat, Atomwaffen zu
    besitzen, wenn militärische Bedrohungen gegen den Norden beseitigt werden und die
    Sicherheit seines Regimes gewährleistet ist."
  • JJ17 13.06.2018 08:05
    Highlight Highlight Dass Japan dem ganzen skeptisch gegenübersteht ist klar, da sie wahrscheinlich fast am meisten von der aktuellen Situation profitieren. Sie können ihr Militär aufrüsten unter dem Vorwand, dass es Nordkorea gibt. Vor allem geschieht dies aber aufgrund der Angst vor China. Ausserdem müssten sie sogar, nicht unbedingt kriegerische, aber andere "Vergeltug" von Korea befürchten, da Japan in der Geschichte schon sehr viel Scheisse angerichtet hat auf der koreanischen Halbinsel. Und je nachdem wären sie nur noch von Atommächten (China, Russland, Korea, USA) umgeben, ohne eigene zu besitzen.
  • Gummibär 13.06.2018 07:19
    Highlight Highlight Where is the beef ?
  • Posersalami 13.06.2018 07:01
    Highlight Highlight Klingt doch gut!

    Aber wieso wird nur über die Denuklearisierung dieser winzigen Halbinsel geredet? Wann rüsten Russland, die USA oder Frankreich endlich mal ab?
  • roger.schmid 13.06.2018 06:39
    Highlight Highlight Trump wurde über den Tisch gezogen.
    Nordkorea offerierte nur ein paar unverbindliche Absichtserklärungen und erhält dafür Legitimation und auch sonst fast alles was es wollte.
  • lilie 13.06.2018 06:37
    Highlight Highlight Ich bin überrascht darüber, wie positiv das alles klingt. Eine echte Entspannung auf der koreanischen Halbinsel wäre toll.

    Ich frage mich nur, warum Kim eine solche Kehrtwende gemacht hat. Will er wirklich mehr Frieden? Oder ist alles nur Show, um die anderen Staaten in Sicherheit zu wiegen, während er weitermacht wie bisher?

    Trump und der Iran-Deal müssen ihm zu denken gegeben haben. Vielleicht pokert er darauf, dass er irgendwas unterschreiben und sich nachher unter einem Vorwand daraus zurückziehen kann ohne Konsequenzen. Trump hat da einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen.
    • Walter Sahli 13.06.2018 07:31
      Highlight Highlight Möglicherweise geht es wirklich nur darum, dass sich beide zuhause als grosse Helden feiern lassen können und sie so ihre Position stärken wollen.
      Für den Rest der Welt gilt, beide sind etwa gleich vertrauenswürdig.
  • Baba 13.06.2018 06:30
    Highlight Highlight Für meinen Geschmack hört man zuviel Trump und zuwenig Kim. Ich halte es da mit den Japanern und bleibe vorerst mal skeptisch.

    Der Sprung vom "kleinen Raketenmann" und "grenzdebilen alten Mann" zur gestern (v.a
    seitens Trump) vorgeführten Bromance scheint mir doch etwas sehr gross und schnell gewesen zu sein...

7-Jähriger liefert sich Tanz-Battle mit Polizisten

Ein ziemlich cooles Tanz-Battle lieferten sich kürzlich der 7-jährige Jayden und ein Polizist aus Denver.

Der Junge wollte eigentlich nur ein Bild des Motorrads machen, doch der Polizist fordert den Jungen kurzerhand zu einem Battle heraus. Der Vater des 7-Jährigen filmte dabei mit seinem Handy – und stellte den unterhaltsamen Tanzwettbewerb darauf ins Netz. Das war begeistert – von den Tanzkünsten Jaydens und natürlich auch jenen des Polizisten.

(ohe)

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