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ARCHIV -  Der pakistanische Ministerpraesident Muhammad Nawaz Sharif beantwortet am 11. November 2014 im Bundeskanzleramt in Berlin Fragen von Journalisten.  Der Oberste Gerichtshof Pakistans hat Ministerpraesident Nawaz Sharif am 28. Juli 2017 seines Amtes enthoben. Hintergrund sind Vorwuerfe wegen Geldwaesche und Korruption. (KEYSTONE/DPA/Wolfgang Kumm)

In einem ersten Verfahren vor dem Obersten Gericht im Frühjahr waren sich die fünf Richter des Verfahrens nicht einig über die Bewertung der angeblichen Verfehlungen Sharifs gewesen. Zwei Richter hatten für seine Entlassung gestimmt, drei dagegen. Bild: DPA

Pakistanischer Ministerpräsident Nawaz Sharif zurückgetreten



Der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif ist zurückgetreten. In einer überraschenden Entscheidung hatte ihn der Oberste Gerichtshof zuvor seines Amtes enthoben. Die Entscheidung der fünf Richter fiel einstimmig, wie Medien am Freitag berichteten. Hintergrund waren Vorwürfe und mehrere Gerichtsverfahren wegen Geldwäscherei und Korruption.

Kurz nach dem Urteil erklärte Sharif am Freitag über sein Büro, er sei zurückgetreten. Er habe aber «starke Vorbehalte» gegen das Urteil und werde alle «Möglichkeiten der Verfassung und des Rechts nutzen».

Jahrelang galt Sharif als politisches Stehaufmännchen. Die überraschende Entscheidung des Obersten Gerichtes beendet die Karriere eines der mächtigsten Politiker des Landes und trifft es in Zeiten der Krise.

2016 waren mit dem internationalen Panama-Papers-Skandal auch Dokumente mit den Namen von Kindern des Regierungschefs aufgetaucht, nicht aber sein eigener. In Pakistan kann ein Ministerpräsident des Amtes enthoben werden, wenn sich herausstellt, dass er Vermögen verborgen hat.

Das Gericht hatte seine Entscheidung damit begründet, dass Sharif sein Vermögen nicht ordnungsgemäss offengelegt habe. Die Richter wiesen ausserdem das Nationale Rechenschaftsbüro an, eine Korruptionsklage gegen Sharif, seine beiden Söhne und seine Tochter Maryam, die Sharif für seine politische Nachfolge aufgebaut hatte, anzustrengen.

Die Richter odneten in einem zweiten Schritt an, dass die Entscheidung lebenslang gelten solle und Sharif nie wieder an Wahlen werde teilnehmen können.

Sharif ist einer der mächtigsten Politiker der Atommacht Pakistan. Seine Karriere umspannt mehr als 30 Jahre. Politische Gegner feierten die Entscheidung mit wilden Strassenfesten. (sda/dpa)

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