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epa05006401 Pope Francis celebrates mass on the occasion of All Saints Day festivity, at Rome's Verano cemetery in Rome, Italy, 01 November 2015.  EPA/ANGELO CARCONI

Papst Franziskus fordert von Geistlichen ein «Zeugnis der Armut».
Bild: EPA/ANSA

Harsche Kritik: Franziskus vergleicht Lebensstil von Geistlichen mit Pharaonen

Zwei Enthüllungsbücher werfen dem Vatikan Veruntreuung und Verschwendung von Geldern vor. Jetzt hat der Papst auf die Anschuldigungen reagiert. Geistliche müssten ein «Zeugnis der Armut» ablegen, sagte Franziskus in einem Interview.

06.11.15, 21:30 07.11.15, 17:10


Ein Artikel von

Nach den jüngsten Enthüllungen über Misswirtschaft und Verschwendung im Vatikan hat Papst Franziskus die Geistlichen zu einem Leben in Bescheidenheit ermahnt. «In der Kirche gibt es welche, die anstatt zu dienen und an andere zu denken, sich an der Kirche bereichern: die Karrieristen, diejenigen, die am Geld hängen», sagte Franziskus während der Morgenmesse im Vatikan. Er habe schon viele Priester und Bischöfe mit einer solchen Einstellung gesehen. «Das ist traurig, oder?»

Auch in einem Interview mit der niederländischen Obdachlosenzeitung «Straatnieuws» verurteilte der Papst den ausschweifenden Lebensstil einiger Geistlicher. Es sei nicht möglich, als Gläubiger «über Armut und Obdachlose zu sprechen und gleichzeitig ein Leben wie ein Pharao zu führen». Die Kirche müsse «ein Zeugnis der Armut» ablegen.

Enthüllungen über Finanzgebaren im Vatikan

Am Donnerstag waren zwei Enthüllungsbücher über das Finanzgebaren im Kirchenstaat erschienen. Die Autoren zitieren aus vertraulichen Dokumenten und werfen dem Vatikan unter anderem vor, mit Spendengeldern für kranke Kinder den luxuriösen Lebensstil einiger Kardinäle zu finanzieren.

Erwähnung findet in den Büchern unter anderen der frühere Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, der in einem fast 300 Quadratmeter grossen Apartment im Vatikan wohnen soll. In dem Apartment seien auch andere Geistliche untergebracht, rechtfertigte sich Bertone. Ein anderer ranghoher Kurienvertreter kündigte am Freitag an, er werde bald aus seiner 250-Quadratmeter-Wohnung in eine kleinere Wohnung umziehen. (mka/AFP/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • meliert 07.11.2015 08:53
    Highlight Wie recht der Papst hat, bin erstaunt über den Mut er hat dies anzusprechen! Man sieht ja auch in Schweizer Kirchen und Klöster in welchem Prunk gelebt wurde und immer noch wird, sieht man von einfachen Kapuzinern ab, die meistens einfach leben.
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