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4 Tipps, damit dich Taxifahrer auf Reisen nicht abzocken

Einmal nicht dem Bauchgefühl vertraut – schon kann eine Taxifahrt im Urlaub viel Ärger bringen. Die Bandbreite reicht von überhöhten Preisen bis zum Raubüberfall. Mit diesen Tipps sind Sie sicherer unterwegs.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Als die Rezeptionistin über ihr Privathandy den angeblichen Taxifahrer anrief, hätte Kundri Böhmer-Bauer zumindest skeptisch werden können. Warum benutzte die Frau nicht das normale Telefon in der Lobby? Spätestens, als dann im Wagen auf der Rückbank noch ein zweiter Mann sass, hätten alle Alarmglocken läuten müssen.

epa05240486 A BMW Isetta in yellow taxi paint drives in the sun in Kassel, Germany, 02 April 2016. The spring weather brought many people outdoors.  EPA/UWE ZUCCHI

BMW-Isetta-Taxi in Kassel.
Bild: EPA/DPA

Doch die erfahrene Reisende war an diesem Tag nicht gut beieinander, sie ignorierte die Warnzeichen, stieg nicht sofort wieder aus. Die Fahrt durch die tansanische Hauptstadt Daressalam begann – und endete bei einem Friedhof, wo weitere Männer warteten: bewaffnete Räuber.

Böhmer-Bauer wurde das Opfer einer Express-Entführung. Die Frau vom Hotel, der angebliche Taxifahrer und die anderen Männer steckten unter einer Decke. «Einer von ihnen sagte zu mir: ‹Wenn du nicht kooperierst, töten wir dich›», berichtet Böhmer-Bauer. Also gab sie alles Bargeld und ihr Smartphone heraus. Und sie musste weiteres Geld mit ihrer Bankkarte am Automaten abheben. Ein solcher Raub ist wohl das Horrorszenario eines jeden Urlaubers – aber in vielen Fällen vermeidbar.

«Ich hätte nie gedacht, dass mir das passiert», sagt Böhmer-Bauer. Die Ethnologin und interkulturelle Expertin hat jahrelang für einen Reiseveranstalter gearbeitet und bietet heute Sicherheitstrainings für Aufenthalte in Krisenregionen an. Sie kennt die halbe Welt. Und doch ging sie den Räubern in die Falle – weil sie ihr eigentlich bekannte Verhaltensregeln ausser Acht liess. «Wenn lange nichts passiert, wird man leichtsinnig», sagt Böhmer-Bauer rückblickend.

«Grösste Vorsicht geboten»

Die Gefahr von Überfällen, bei denen falsche Taxis involviert sind, besteht natürlich nicht nur in Tansania. Das Auswärtige Amt in Berlin weist in seinen Sicherheitshinweisen für viele Länder auf das Risiko von Taxifahrten hin. Für Peru heisst es etwa: «Besonders in Lima, Arequipa und Cusco ist bei der Auswahl der Taxis grösste Vorsicht geboten, da bei zahlreichen Verbrechen wie Raub und Vergewaltigung Taxifahrer mit involviert waren.» Express-Kidnappings gebe es vor allem an touristisch beliebten Orten.

Motorcycle taxis drive passengers in the poor neighborhood of Carabayllo in Lima, Peru, Monday, Oct. 5, 2015. World Bank President Jim Yong Kim, who worked in Carabayllo more than 15 years ago with patients who had drug resistant TB, is in Peru for the annual meetings of the World Bank Group and the International Monetary Fund, Oct. 6-11. (AP Photo/Martin Mejia)

Tuktuk-Taxi in Lima, Peru.
Bild: Martin Mejia/AP/KEYSTONE

Für das beliebte Urlaubsland Thailand erklärt das deutsche Auswärtige Amt: «Die Gefahr von Betrugsversuchen unter Mitwirkung von Taxi- und Tuktuk-Fahrern ist hoch.» Denn nicht immer geht es um Raub unter Androhung von Gewalt. Auch die Fahrt zu einem vermeintlichen Cousin, wo Touristen zum Kauf von Billigsouvenirs genötigt werden, oder ein völlig überteuerter Fahrpreis können die Urlaubsfreude vermiesen.

Das Risiko, an einen betrügerischen oder gefährlichen Taxifahrer zu geraten, lässt sich mit ein paar Sicherheitsregeln deutlich mindern:

Nur lizenzierte Taxis nehmen: Die Lizenz befindet sich meist vorne im Wagen mit Passbild am Spiegel oder hinter der Scheibe. Reisende erkennen daran, ob es sich um ein legales Taxi handelt. Die Papiere sehen natürlich in jedem Land anders aus und können ebenfalls falsch sein. Deshalb rät Böhmer-Bauer, sich vor der Reise oder in der ersten Unterkunft darüber zu informieren, welche Taxiunternehmen lizenziert sind und wie die Lizenzen aussehen.

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Eine Alternative zum Taxi kann in manchen Ländern der Fahrservice Uber sein. Dabei rufen angemeldete Mitglieder per App einen bei dem Unternehmen registrierten Fahrer. Der Kunde sieht in der App Namen und Gesicht, schon wenn das Fahrzeug zu ihm unterwegs ist. Der Preis wird automatisch ermittelt und vom Konto abgebucht, Bargeld wird nicht benötigt.

«Wir können vor allem in Märkten deutlich punkten, in denen die individuelle Personenbeförderung nicht optimal läuft oder unsicher ist», sagt Uber-Sprecher Ali Azimi. Der Dienst verwendet zur Erhöhung der Sicherheit unter anderem ein Bewertungssystem, das zuverlässige Fahrer hervorhebt.

Kundri Böhmer-Bauer sagt, sie habe damals in Daressalam – neben all den Alarmzeichen – eine wichtige Regel missachtet: immer auf das Bauchgefühl hören. «Man sollte nicht zu vertrauensselig sein», sagt sie. «Lieber einmal zu oft misstrauisch als einmal zu gutgläubig.»

Philipp Laage, dpa/sto

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fendant Rüpel 08.04.2016 09:35
    Highlight Highlight Falls vorgängig kein fixer Preis abgemacht wurde oder kein Taxameter bei der Fahrt läuft, niemals erwähnen dass man Schweizer ist, dies verdoppelt den Preis in manchen Länder schlagartig ;-)
  • MaxHeiri 08.04.2016 00:18
    Highlight Highlight Darum benutze ich wenn immer möglich Uber.
  • Älü Täme 07.04.2016 23:43
    Highlight Highlight ich zeige dem fahrer mein ziel auf google maps und schon weiss der, das ich den weg auch kenne und macht so keine umwege.

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