International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Football Soccer - Euro 2016 - England v Russia - Group B -  Marseille, France - 11/6/16 Rival supporters clash at the old port of Marseille before the game.      REUTERS/Jean-Paul Pelissier

Russische Hooligans liefern sich Scharmützel mit Engländern im Hafen von Marseille.
Bild: JEAN-PAUL PELISSIER/REUTERS

Russische Hooligans bei der EM: «Ultraschnelle, ultraharte Gewalt»

Eine Gruppe von 150 russischen Hooligans soll für viele der Krawalle in Marseille verantwortlich sein – so die französische Staatsanwaltschaft. Die Täter seien sehr gut vorbereitet gewesen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die offizielle Vereinigung englischer Fussballfans (Football Supporters Federation) hat jegliche Verantwortung für die Krawalle von Marseille zurückgewiesen. Stattdessen beschuldigte sie russische Fans ebenso wie französische Ultras und Jugendbanden, die Ausschreitungen provoziert zu haben. Die Engländer hätten sich lediglich gewehrt.

Die Anschuldigungen hätten mit den wirklichen Geschehnissen nicht das Geringste zu tun, hiess es in einer Stellungnahme. Zwar seien nicht alle Fans der «Three Lions» Engel, doch sei «keiner der Vorfälle» von englischen Anhängern initiiert worden. Vorwürfe gab es auch gegen die Polizei, die «nichts getan hat, um die Lage zu beruhigen». Mit dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern hätte sie auch Unschuldige getroffen.

Die Auseinandersetzungen zwischen russischen, englischen sowie französischen Fans in der Hafenstadt Marseille hatten sich im Vorfeld der Partie zwischen England und Russland über drei Tage hingezogen. Am Samstagabend im Stadion stürmten russische Hooligans dann einen Block von England-Fans. (Hier finden Sie Hintergründe zu den Vorfällen.)

Strassenschlachten von Marseille

Gruppe von 150 Personen

Frankreichs Generalstaatsanwalt Brice Robin präsentierte nun neue Ermittlungsergebnisse. Demnach sei eine grosse Gruppe russischer Hooligans für viele der Ausschreitungen verantwortlich gewesen, Robin spricht von 150 Personen, die für «ultraschnelle, ultraharte Gewalt» sehr gut vorbereitet gewesen sein sollen.

Auch einige Engländer waren demnach für Gewalt verantwortlich. Es habe 20 Festnahmen gegeben, sagte Robin, zehn von ihnen, sechs Briten, ein Österreicher und drei Franzosen, sollen schnell vor Gericht gestellt werden. Noch am Montag soll ihnen der Prozess gemacht werden. Von den russischen Hooligans sei kein einziger gefasst worden.

Täter nicht identifiziert

Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen 35 Personen verletzt, gab der Staatsanwalt bekannt. Bei den meisten soll es sich um Briten gehandelt haben. Ein Mann befindet sich weiterhin in einem «kritischen», aber inzwischen stabilen Zustand. Der Engländer sei von einer Eisenstange «wahrscheinlich am Kopf» getroffen worden, hatte die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Die Täter seien bislang nicht identifiziert.

Die UEFA hat sowohl Russland als auch England bereits mit dem EM-Ausschluss gedroht, sollten sich die Krawalle wiederholen. Kein ausgeschlossenes Szenario: Am kommenden Mittwoch spielt Russland gegen die Slowakei in Lille, einen Tag später trifft England in Lens auf Wales.

Zwischen beiden Städten liegen gerade einmal knapp 30 Kilometer.

bka/sid/dpa/AP/Reuters

Ausschreitungen an der Euro 2016

Deutsche Hooligans an der EM: Die «dritte Halbzeit» gehört der «Kategorie C»

Link to Article

Russischer Politiker lobt Hooligans: «Die russischen Fans schlugen sich gut – weiter so!»

Link to Article

Hooligan-Terror in Frankreich: «Jetzt bringen sich die Idioten selber um»

Link to Article

Ein «Ex»-Neonazi als oberster Fussballfan: WM-Veranstalter Russland hat ein Hooligan-Problem

Link to Article

Hooliganismus war nie tot, nur in der Verborgenheit – die Analyse zu den Krawallen in Frankreich

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • emptynetter 13.06.2016 15:51
    Highlight Highlight wenn sogar die Engländer flüchten vor den Russen, heisst das doch schon was.
  • Lowend 13.06.2016 15:28
    Highlight Highlight Irgendwas war da komisch, denn wenn ich mir die durchtrainierten und extrem gut organisierten Russen ansehe, von denen notabene keiner gefasst wurde und dagegen die bierbäuchigen, betrunkenen Engländer betrachte, dann kann ich kaum glauben, dass die Engländer Urheber dieser chaotischen Zustände waren. Auch das Verhalten und vor allem der Zeitpunkt der Angriffe der Russen im Stadion zeigt eine generalstabsmässige Organisation, wogegen die Engländer eher wie die flüchtenden Opfer wirken. Klar sind die Engländer keine Chorknaben, aber was die Russen hier abgeliefert haben, ist nur verachtenswert!

Trotz Warnung vor Russland – Poroschenko plant keine Verlängerung des Kriegsrechts

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Russland eine nach wie vor sehr starke Truppenpräsenz an der Grenze zu seinem Land vorgeworfen. Seit dem Höhepunkt der Spannungen zwischen beiden Ländern Ende November habe Russland nur «weniger als zehn Prozent» seiner Truppen abgezogen.

Dies sagte Poroschenko am Sonntag. «Die Bedrohung einer Invasion der russischen Streitkräfte auf ukrainischem Territorium besteht weiterhin. Wir müssen ohne jeden Zweifel darauf vorbereitet sein.»

Die russische …

Artikel lesen
Link to Article