International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Putin-Kritiker Nawalny: Ich wurde an Ausreise aus Russland gehindert



epa07043350 Russian opposition leader Alexei Navalny (C) attends a hearing at the Simonovsky District court in Moscow, Russia, 24 September 2018. Navalny was arrested again on the day, on charges of calling for unauthorized protests, right after he had finished serving a 30-day sentence.  EPA/YURI KOCHETKOV

Alexej Nawalny. Bild: EPA/EPA

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny ist nach eigenen Angaben am Moskauer Flughafen an der Reise zu einem Prozess vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg gehindert worden.

Grenzbeamte hätten ihn vor dem Abflug gestoppt und über ein Ausreiseverbot informiert, erklärte Nawalny am Dienstag über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Der 42-Jährige wollte nach eigenen Angaben einen Flug nach Frankfurt am Main nehmen und von dort weiter nach Strassburg reisen.

Angeblich Schulden nicht beglichen

«Es gibt eine Art Brief, der besagt, dass mir das Verlassen des Landes verboten wurde», erklärte Nawalny. Eine Begründung für das Verbot habe das Schreiben nicht enthalten. Der Kreml-Kritiker veröffentlichte ein Foto des Dokuments. Dieses zeigt, dass die Ausreisesperre durch einen Gerichtsvollzieher angeordnet worden war.

Nach Angaben der Behörden soll Nawalny ein Forstunternehmen um Geld geprellt haben. Dabei soll es um umgerechnet 27'600 Euro gehen. Wenn er die Schulden beglichen habe, könne er ausreisen, hiess es laut russischen Medien.

Nach russischem Recht können Bürger wegen offener Schulden am Verlassen des Landes gehindert werden. Nawalny versicherte jedoch, dass er alle Strafzahlungen geleistet habe. «Als ich das Land vor zwei Wochen zum letzten Mal verliess, war alles gut.» Seine Anwälte hätten bei den Gerichtsvollziehern angerufen und sich nach den Gründen erkundigt. Die Beamten hätten nach eigenen Angaben das Dokument aber gar nicht ausgestellt.

Nawalnys Anwalt Iwan Schdanow sagte der Nachrichtenagentur AFP, es lägen keine «offiziellen Dokumente» in dem Fall vor. Das Schreiben, das dem Kreml-Kritiker gezeigt wurde, enthalte sprachliche und formelle Fehler. Die Entscheidung für die Ausreisesperre sei offenbar kurzfristig an der Grenze getroffen worden, sagte Schdanow.

Bevorstehender EGMR-Entscheid

Am Donnerstag wird die Entscheidung des EGMR über Nawalnys Antrag erwartet, seine Festnahmen durch die russische Polizei in diesem Jahr als «politisch motiviert» anzuerkennen. Nawalny wollte nach eigenen Angaben persönlich bei der Urteilsverkündung vor Ort sein und deshalb nach Strassburg reisen.

Der Kreml-Kritiker musste in diesem Jahr bereits zwei Mal ins Gefängnis. Er war wegen des Aufrufs zu Demonstrationen gegen Präsident Wladimir Putin zu jeweils mehrwöchigen Haftstrafen verurteilt worden. (aeg/sda/afp)

Putin macht eine Instastory

abspielen

Video: watson/Emily Engkent

Russische Propaganda

So arbeitet das geheime Netzwerk der Russland-Propaganda

Link zum Artikel

Die EU rüstet sich für den Informationskrieg mit Putin: Ein Team soll Propaganda-Lügen aufdecken

Link zum Artikel

Putin streicht seinem Propaganda-Netzwerk 50 Prozent des gesamten Budgets

Link zum Artikel

Insiderin packt aus – so läuft es in Putins Troll-Fabrik wirklich

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Mindestens eine Tote bei Gasexplosion in russischem Wohnhaus

In Russland hat erneut eine Gasexplosion Teile eines Wohnhauses zerstört. Beim Unglück in der Stadt Schachty im Süden des Landes kam mindestens eine Frau ums Leben, wie der Zivilschutz am Montag mitteilte.

Sieben Menschen seien aus den zerstörten Wohnungen gerettet worden. Bei vier Bewohnern sei das Schicksal noch ungeklärt, meldete die Agentur Interfax. Retter gingen davon aus, dass Menschen in den Trümmern verschüttet wurden.

Erst am Silvestertag hatte eine Gasexplosion in der Stadt Magnitogorsk …

Artikel lesen
Link zum Artikel