International
Russland

Russischer Grossangriff auf Ukraine – Polen aktiviert Luftabwehr

Nach Oreschnik-Warnung: Russischer Grossangriff auf Ukraine – Polen aktiviert Luftabwehr

Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht auf Sonntag massiv mit Drohnen und ballistischen Raketen an.
24.05.2026, 03:5824.05.2026, 03:59

Das ging aus Warnungen der ukrainischen Luftwaffe auf der Plattform Telegram hervor. Das Militär warnte auch ausdrücklich vor einem möglichen russischen Angriff mit der besonders gefürchteten neuen Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik.

Apartment interiors are seen in a damaged residential house following Russian missile attack in Kyiv, Ukraine, Thursday, May 14, 2026. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
APTOPIX Russia Ukraine War
Eine zerstörtes Appartement in Kiew nach einem russischen Raketenangriff. (Archivbild)Bild: keystone

Das Portal «The Kyiv Independent» sprach von «einer Reihe von Explosionen» in der Hauptstadt. Augenzeugen in sozialen Medien berichteten ebenfalls von Explosionsgeräuschen. Das gesamte Ausmass des russischen Angriffs auf Kiew und dessen Folgen waren in der Nacht nicht sofort absehbar. Auch andere Landesteile wurden angegriffen.

Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft, es seien Militärflugzeuge aufgestiegen. In Polen kommt es bei grösseren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf.

Selenskyj warnt vor Oreschnik: Bürger sollen Bunker aufsuchen

Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstagabend gewarnt, es sei mit einem Oreschnik-Angriff zu rechnen. Auch Kiew sei in Gefahr, sagte er unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse. Er warnte vor einem möglichen kombinierten russischen Angriff mit verschiedenen Waffentypen und forderte die Bürger auf, bei Luftalarm die Schutzbunker aufzusuchen.

Ob Russland bei dem neuen Angriff auf Kiew in der Nacht tatsächlich auch eine Oreschnik-Mittelstreckenrakete einsetzte, blieb zunächst unklar.

Russland hat die ballistische Rakete mit besonders grosser Zerstörungskraft bereits zweimal in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt – einmal in der Grossstadt Dnipro im Südosten des Landes ohne Sprengköpfe und zuletzt im Januar in der Westukraine.

Ukraine griff russisches Wohnheim mit Drohnen an

Die russische Attacke folgt auf einen ukrainischen Drohnenangriff, bei dem am Freitag ein Wohnheim in der durch Russland besetzten Region Luhansk getroffen wurde. Laut Moskau wurden dabei 21 Zivilisten, mehrheitlich junge Menschen, getötet. Kiew warf Russland Desinformation vor, Ziel des Angriffs sei eine russische Drohneneinheit in dem Gebiet gewesen. Dies wiederum wurde von Wladimir Putin verneint, eine entsprechende Einheit sei in dem Gebiet nicht stationiert gewesen.

Beide Kriegsparteien behaupten stets, nur militärische Ziele anzugreifen. Trotzdem kommt es auf beiden Seiten immer wieder zu Toten und Verletzten unter Zivilisten sowie zur Zerstörung ziviler Infrastruktur. Die Opfer durch die russischen Angriffe in der Ukraine sind dabei um ein Vielfaches höher, zudem greift das Land bereits seit Kriegsbeginn zivile Ziele an, wohingegen die Ukraine lange ganz darauf verzichtet hatte.

Inzwischen gibt es mit dem Fortschreiten der ukrainischen Drohnentechnologie und vermehrten Angriffen Kiews auf Ziele in Russland auch mehr Opfer in der Zivilbevölkerung des Landes, das den Krieg vor mehr als vier Jahren begonnen hatte.

(sda/dpa/con)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
19-jähriger Bergsteiger stirbt bei Absturz auf Zugspitze
Ein 19-jähriger Deutscher ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bei einer Bergtour auf dem Tiroler Teil der Zugspitze tödlich verunglückt. Er war auf einem Schneefeld ausgerutscht und 250 Meter über steiles und felsiges Gelände geschlittert.
Zur Story