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Ukraine-Krieg: Russland bestätigt Einsatz seiner Oreschnik-Rakete

Video: watson/nina bürge

Russland bestätigt Einsatz seiner Oreschnik-Rakete – erstmals nahe Kiew

Russland hat nach eigenen Angaben in der Ukraine erneut die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt.
24.05.2026, 10:5524.05.2026, 11:57

Es handle sich um eine Antwort auf die «terroristischen Angriffe» der Ukraine auf zivile Objekte in Russland, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. Nach ukrainischen Angaben schlug die Rakete in der Grossstadt Bila Zerkwa im Kiewer Gebiet ein.

Apartment interiors are seen in a damaged residential house following Russian missile attack in Kyiv, Ukraine, Thursday, May 14, 2026. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
APTOPIX Russia Ukraine War
Eine zerstörtes Appartement in Kiew nach einem russischen Raketenangriff. (Archivbild)Bild: keystone

Die auch in Belarus von Moskau stationierte Oreschnik-Rakete (auf Deutsch: Haselstrauch) kann sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe tragen. Ihre extrem hohe Geschwindigkeit von bis zu 12'000 Kilometer pro Stunde und ihre Reichweite von bis zu 5000 Kilometer machen sie zu einer potenziellen Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent.

Selenskyj kritisiert Oreschnik-Einsatz als «unerantwortlich»

«Das ist wirklich unverantwortlich. Es ist wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibt», sagte Selenskyj. Zu Schäden in Bila Zerkwa machte er keine Angaben. Es war demnach bereits der dritte Einsatz der Waffe in dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine - einmal ohne Sprengköpfe in Dnipro im Südosten der Ukraine und zuletzt im Januar in der Westukraine. Selenskyj hatte bereits am Vorabend unter Berufung auf Informationen westlicher Geheimdienst vor einem neuen Angriff mit einer Oreschnik-Rakete gewarnt.

Video: watson/nina bürge

Zuvor hatte die ukrainische Flugabwehr von einem kombinierten Angriff mit 600 Drohnen, 90 Raketen und Marschflugkörpern gesprochen. In der Auflistung der ballistischen Raketen war Oreschnik zunächst nicht aufgeführt.

«Leider konnten nicht alle ballistischen Raketen abgeschossen werden. Die meisten Treffer gab es in Kiew, und genau Kiew war das Hauptziel dieses russischen Angriffs», sagte Selenskyj. «Drei russische Raketen gegen eine Wasserversorgungsanlage, ein Markt wurde niedergebrannt, Dutzende Wohnhäuser und mehrere normale Schulen wurden beschädigt.»

Selenskyj reagiert mit Häme auf Putin-Auftritt

Selenskyj warf Putin vor, mit seinen Raketen Wohnhäuser zu zerstören – und «nicht einmal mehr das Wort »Hurra« richtig aussprechen» zu können. Der russische Präsident «lallt», meinte Selenskyj mit Blick auf einen Auftritt Putins am Freitag im Kreml vor Absolventen des Ausbildungsprogramms «Zeit der Helden». Ein auch von Staatsmedien verbreitetes Video zeigt Putin, wie er am Ende ein dreifaches «Hurra» als Zeichen seiner Siegesgewissheit in dem Krieg ausruft - es klingt für seine Verhältnisse ungewöhnlich kraftlos.

Selenskyj meinte, dass alles getan werden müsse, um Frieden zu schaffen und die Menschen zu schützen. Dabei seien auch Entscheidungen der USA, Europas und anderer Verbündet nötig, damit der alte Kremlchef – Selenskyj nannte ihn einen alten Oreschnik - lerne, das Wort «Frieden» auszusprechen.

(sda/dpa/con/hkl)

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Die beliebtesten Kommentare
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Poly Tick
24.05.2026 09:05registriert Oktober 2023
Putin will Frieden und auch verhandeln? Ja?
Bullsh...! Was der will, zeigt er jeden Tag über sein Vorgehen gegenüber der ukrainischen Zivilbevölkerung...
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Der Lette
24.05.2026 09:03registriert Juni 2024
Bald startet auch in RuZZland die Feriensaison. Jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt die ruZZischen Nobel-Ferienorte in Schutt und Asche zu legen. Damit würden Putin-Vertraute getroffen und sie könnten Druck auf ihn ausüben (oder beseitigen). Wie ich das sehe, muss Putin von innen her gestürzt werden. Verhandeln bringt absolut nichts und leider hat er welt-, europa- und schweizweit immer noch zu viele Freunde, als dass ihm Geld und Rohstoffe für den Bau seiner Waffen ausgehen.
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Sebastianus
24.05.2026 07:28registriert Dezember 2023
Hoffe die Ukrainer haben ebenfalls noch Drohnen und setzen sie in genügender Anzshl gegen Russland ein.
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