International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07643300 Russian riot police detain a participant of a protest  supporting arrested and now released Meduza's journalist Ivan Golunov suspected in drug keeping and spreading in Moscow, Russia, 12 June 2019. Ivan Golunov, a journalist specialized in corruption cases investigations was arrested by police for drug spreading and later released after a wave of public protests. Ivan Golunov denies the accusation and considers it a provocation caused by his professional activity.  EPA/YURI KOCHETKOV

Russische Polizisten verhaften einen Kundgebungsteilnehmer in Moskau. Bild: EPA/EPA

Bei Kundgebung in Moskau: Russische Polizisten halten Kameramann von SRF fest



Bei einer nicht genehmigten Solidaritätskundgebung für den russischen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau sind am Mittwoch hunderte Menschen festgenommen worden. Darunter war auch Kremlkritiker Alexej Nawalny.

Das bestätigte seine Sprecherin über den Kurznachrichtendienst Twitter. Nawalny wurde aber noch am Abend wieder auf freien Fuss gesetzt. «Ich hoffe, der Rest der Festgenommenen wird jetzt ebenfalls freigelassen», schrieb er weiter.

Russian police detain opposition leader Alexei Navalny, center, during a march in Moscow, Russia, Wednesday, June 12, 2019. Police and hundreds of demonstrators are facing off in central Moscow at an unauthorized march against police abuse in the wake of the high-profile detention of a Russian journalist. More than 20 demonstrators have been detained, according to monitoring group. (Artemie Mindrin, Rain TV Channel via AP)

Alexej Nawalny wird in einen Einsatzwagen der Polizei gezerrt. Bild: AP/Rain TV Channel

Hunderte Menschen waren am Mittwoch bei Protesten in der russischen Hauptstadt festgesetzt worden. Viele von ihnen konnten am Abend wieder nach Hause gehen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 1200 Menschen an der Kundgebung, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete.

Unter den Festgenommenen waren auch Journalisten. Der Kameramann von Fernsehen SRF wurde von der Polizei eine halbe Stunde lang in einem vergitterten Fahrzeug festgehalten, wie die Sendung «Tagesschau» am Abend berichtete.

Auf Bildern ist zu sehen, wie Russlands führender Oppositioneller Nawalny von Polizisten in einen Polizeibus gezogen wird. Er war in den vergangenen Jahren schon mehrfach festgenommen worden.

Der Aktivist schrieb nach seiner Festnahme auf Twitter: «Es macht Sinn, die Machthaber sind höllisch erschrocken wegen der fantastischen und einmütigen Solidaritätsbekundung in der Golunow-Sache.»

Journalist frei

Golunow hatte zuvor noch vor ungenehmigten Protesten gewarnt. Der Reporter war wegen eines mutmasslichen Drogendelikts festgenommen worden. Allerdings stellte sich das Verfahren als inszeniert heraus. Der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew hatte ihn mangels Beweisen wieder auf freien Fuss setzen lassen.

epa07642749 Meduza journalist Ivan Golunov (C) reacts as he leaves the Interior Ministry's Main Investigative Directorate in Moscow, Russia, 11 June 2019 (issued 12 June 2019). Ivan Golunov who had been put by court under house arrest on charges of attempted drug dealing, was released due to the absence of any evidence of his involvement in the crime.  EPA/SERGEI ILNITSKY (RESEND)

Sein Verfahren war inszeniert: Journalist Iwan Golunow ist wieder auf freiem Fuss. Bild: EPA/EPA

Golunow hatte für sein Internetportal «Medusa» etwa enthüllt, wie Polizei und Geheimdienstler sich im Beerdigungsgeschäft bereicherten.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, die willkürlichen und oft brutalen Verhaftungen seien «ein Beispiel für die grausame Unterdrückung, die die Demonstranten erst auf die Strasse brachte».

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats rief die russischen Behörden auf, die festgenommenen Demonstranten wieder freizulassen. Russland müsse sich beim Umgang mit Protesten an internationale Menschenrechtsstandards halten, erklärte Dunja Mijatovic. (sda/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

22
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 13.06.2019 07:34
    Highlight Highlight Da haben Bigler und seine "No Bilag"-Freunde ja tatkräftige Unterstützung von der Russischen Polizei erhalten!
    Die haben "Linkes Staatsfernsehen" also auch nicht gern.
    (weil es eben kein Staatsfernsehen ist, sondern ein öffentlich-rechtliches, demokratisch legitimiertes und rechtsstaatlich abgestütztes Fernsehen von JournalistInnen aus der Bevölkerung für die Bevölkerung ist und kein Propaganda- und Manipulationsinstrument für super-reiche Oligarchen, Militärs und Geheimdienstler zur Verdummung und Verwirrung des Pöbels.)
    Freundliche Grüsse aus Moskau von Putin TV an Blocher TV
  • Nonne 13.06.2019 00:34
    Highlight Highlight Was hat das SRF in Russland zu suchen? Soll das Service Public sein im Auftrag von NGO's oder gibt's bei uns nichts zu berichten?
    • neckslinger 13.06.2019 07:33
      Highlight Highlight Das SRF hat ja nur ein Kamerateam...
    • Oigen 13.06.2019 08:06
      Highlight Highlight ...und wen intressiert schon was ausserhalb der schweiz passiert?
      ...und wie konnte das kamerateam ünerhaupt die mauer um unser land bezwingen?
      ...wie haben sie es nur raus geschafft?
      ....fragen über fragen
    • Juliet Bravo 13.06.2019 08:38
      Highlight Highlight Ist das ernst gemeint? Ähm berichten?
  • TocK 12.06.2019 21:39
    Highlight Highlight Wo sind den nun all die putin und china versteher? Wohl alle in den Ferien...
    • The Destiny // Team Telegram 12.06.2019 22:22
      Highlight Highlight Also die China versteher habe ich noch nie gesehen.
    • uba 12.06.2019 23:02
      Highlight Highlight Sorry fpr die späte Antwort, war noch arbeiten;)
      ...und was genau möchtest Du wissen TocK?
  • Sherlock_Holmes 12.06.2019 21:24
    Highlight Highlight Für alle «Putin-Versteher» und jene, welche pauschal unsere Medien diskreditieren ...

    Eine unabhängige, kritische Presse hat grundsätzlich überall eine enorm wichtige Funktion – vor allem aber in Staaten wie Russland mit bedrohten Menschenrechten und unterdrückter Meinungsfreiheit.

    Ist leider auch bei rechtsnationalen Regierungen und Politikern in Europa zunehmend der Fall.

    Investigativ-Journalisten machen einen engagierten, mutigen und oftmals gefährlichen Job.

    Dafür gebührt ihnen grosse Achtung und Dank.
    • The Destiny // Team Telegram 12.06.2019 22:23
      Highlight Highlight Ja, Snowden ist nur mit Glück dem Gefängnis entkommen.
    • Hierundjetzt 13.06.2019 01:26
      Highlight Highlight Snowden ist ein Whistleblower (er trägt Geschäftsgeheimnisse an die Öffentlichkrit) KEIN Menschenrechtsaktivist 😡

      Ein Menschenrechtsaktivist setzt sich für Rechte von Menschen ein.
    • Dirk Leinher 13.06.2019 03:19
      Highlight Highlight Ja, eine freie Presse isz wichtig. Haben Die eine Ahnung weshalb mab zaar viel über Willsmann lesen konnte, aber in diesem Zusammenhang nie der Name Shai Masot erwähnt wurde? Ein freiwillig getragener Maulkorb ist doch viel weniger schlimm als einer der einem mit Gewalt aufgestülpt wird wie in Russland.
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 12.06.2019 21:20
    Highlight Highlight Warum kriegt ein russischer Journalist, den im Westen kaum jemand kennt, so viel medisle Aufmerksamkeit? Der Journalist Assange sitzt in London im Gefängnis und die westlichen Journalisten schweigen. Wird da mit zweierlei Mass gemessen?
    • eagleye 12.06.2019 21:57
      Highlight Highlight Das eine tun und das andere nicht lassen. Ganz einfach.
    • walsi 12.06.2019 22:24
      Highlight Highlight @Christoph: Einverstanden. Was konkret haben westliche Journalisten gegen die Verhaftung von Assange, ein Kollege von ihnen, unternommen? Wo gab es Journalisten die gegen seine Verhaftung demonstriert haben. Besonders bezeichnend ist ja, dass bei seiner Verhaftung nur die Journalisten von RT vor Ort waren.
    • Hierundjetzt 13.06.2019 01:27
      Highlight Highlight Assange ist Australier und kein Journalist. Wo war sein Heimatland? Eben
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 12.06.2019 18:50
    Highlight Highlight Wie es um die Menschenrechte in einem Staat bestellt ist, sieht man daran, wie man mit Pressefreiheit umgeht und den Journalisten. Die Pressefreiheit war seit langem nicht mehr so bedroht wie heute, in verschiedensten Ländern.
    • Roman Loosli 13.06.2019 07:01
      Highlight Highlight Die blitzer sollen doch nach Russland auswandern...
  • Bluewie 12.06.2019 18:47
    Highlight Highlight "Russland müsse sich beim Umgang mit Protesten an internationale Menschenrechtsstandards halten."
    Wäre auch zu schön, wenn die sich daran halten würden...🤐
    • giandalf the grey 12.06.2019 19:06
      Highlight Highlight "Müssen" ist für Regierungen und Politiker halt immer ein sehr ambivalenter Begriff...

Interview

«Warlords haben die Macht untereinander aufgeteilt» – was im Libanon alles schiefläuft

Die Explosion in Beirut war nur ein weiteres Kapitel in einer langen Reihe von Krisen, die der Libanon in den letzten Jahren erlebte. Die Schweizer Journalistin Marguerite Meyer erzählt im Interview, wie das Land scheiterte.

Sie haben letztes Jahr mehrere Monate in Beirut als Journalistin gearbeitet. Im Vorgespräch haben Sie erzählt, dass Sie die Explosion persönlich getroffen hat. Wie haben Sie die letzten 48 Stunden erlebt?Marguerite Meyer: Vorab möchte ich sagen: Ich war seit Dezember nicht mehr vor Ort. Die Lage im Land hat sich seither sehr stark verändert und ich stand immer wieder im Kontakt mit Bekannten im Libanon. Am Dienstagabend schickte mir ein Freund die Zeile «Bomb in Beirut» per Whatsapp – …

Artikel lesen
Link zum Artikel