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A woman sits amid damaged buildings in the rebel-held al-Myassar neighbourhood of Aleppo, Syria, September 27, 2016. REUTERS/Abdalrhman Ismail

Bilder wie dieses aus Aleppo lassen UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon die Tonart verschärfen. Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Wieder Spitäler in Aleppo bombardiert – UNO-Chef Ban Ki Moon spricht von «Kriegsverbrechen»

28.09.16, 20:48 29.09.16, 09:50


Die Lage in Aleppo ist prekär: Zwei Spitäler im Rebellengebiet der syrischen Stadt Aleppo haben nach Angriffen ihren Betrieb eingestellt, Verwundete können kaum noch versorgt werden. UNO-Chef Ban Ki Moon verurteilt die Bombardements als Kriegsverbrechen — und die USA drohen mit dem Abbruch der Syrien-Gespräche.

FILE--in this file photo of Thursday Feb.25, 2016, UN Secretary General, Ban Ki Moon, speaks to the media in Juba, South Sudan.  A confidential report from U.N. Secretary-General Ban Ki-moon to the U.N. Security Council, dated Sept. 8, 2016, obtained by The Associated Press, is a stark list of the ways South Sudan's government has obstructed the U.N. peacekeeping mission in a country devastated by civil war. (AP Photo-file)

Ban Ki Moon. Bild: /AP/KEYSTONE

Sollte Russland die Angriffe auf Aleppo nicht stoppen, werde die USA die Syrien-Gespräche abbrechen, drohte US-Aussenminister John Kerry in einem Telefonat seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Kerry unterstrich, dass die USA Russland für die Situation in Aleppo verantwortlich machen, wie das amerikanische Aussenministerium am Mittwoch in Washington mitteilte.

Mehr als 260 Tote in den letzten Tagen

Die russische Seite hatte noch am Vormittag erklärt, man setze die Verhandlungen mit den USA fort. In Aleppo mischten sich Kämpfer der gemässigten Opposition mit terroristischen Gruppen, sagte Lawrow nach Moskauer Angaben. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, die USA die moderaten Rebellen im Land.

Aleppo im Herbst 2016: Drohnenaufnahmen aus einer Ruinen-Stadt

Video: watson.ch

Die Rebellengebiete im Osten Aleppos waren in den vergangenen Tagen den heftigsten Luftangriffen seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 ausgesetzt. Mehr als 260 Menschen wurden bei den Bombardements getötet. Laut der UNO-Kinderhilfsorganisation UNICEF kamen allein seit Freitag mindestens 96 Kinder ums Leben.

«Die UNO hat schlicht versagt»

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) fordern von den Vereinten Nationen, Angriffe auf Spitäler und medizinisches Personal zu unterbinden. Der UNO-Sicherheitsrat habe «schlicht versagt» bei dem Versuch, die Lage in Syrien, im Jemen und anderswo zu ändern, sagte MSF-Präsidentin Joanne Liu am Mittwoch in New York. (tat/sda)

Geflogen werden die Angriffe von syrischen und russischen Kampfjets. Syrien und Russland stufen die überwiegend islamistischen Aufständischen in Aleppo als Terroristen ein.

Weisshelme fürchten «Völkermord»

Der Chef der syrischen Hilfsorganisation Weisshelme warnte vor dem völligen Zusammenbruch der Versorgung der Stadt. Die «zivilen Einrichtungen werden nicht in der Lage sein, noch länger als einen Monat die Versorgung sicherzustellen», sagte Raed Saleh der Nachrichtenagentur AFP.

23 Bilder aus Syrien, die zeigen: Es läuft komplett was schief.

«Wenn es so weitergeht, rechne ich mit einem Völkermord», sagte Saleh. Die Menschen in Aleppo würden jede Gelegenheit zur Flucht nutzen, aber es gebe keinerlei sichere Zuflucht und keinerlei Schutz. Auch die Weisshelme, die sich aus der Bevölkerung rekrutierten und den zivilen Opfern im Krieg helfen, seien durch die Truppen von Präsident Baschar al-Assad tödlich bedroht.

Hilfsorganisationen werfen dem Regime und seinen Verbündeten vor, die Bombardierungen von Spitälern hätten sich zu einer Kriegstaktik entwickelt. Das humanitäre Völkerrecht verbietet derartige Taten, die als Kriegsverbrechen eingestuft werden.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz forderten am Mittwoch von den Vereinten Nationen, solche Angriffe zu unterbinden – bisher habe der UNO-Sicherheitsrat dabei versagt. (tat/sda/dpa/afp/reu)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 29.09.2016 00:40
    Highlight "Ban Ki-moon spricht von «Kriegsverbrechen»"

    So ein Unsinn! Als ob der Krieg nicht an sich schon ein Verbrechen wäre.
    5 2 Melden
    • rodolofo 29.09.2016 07:49
      Highlight Auch im Krieg gibt es so etwas, wie "Ehre"!
      Zu dieser Ehre gehört, dass ein Krieger nur gegen Krieger kämpft, die sich wehren können, aber Kinder verschont.
      Frauen als Kriegsrinnen können sich wehren, wie die PKK-Kämpferinnen beweisen.
      Wehrlose Frauen vergewaltigen ist aber ebenfalls ein Kriegsverbrechen.
      Krieger, die solche Kriegsverbrechen begehen, verlieren die Ehre und verlieren ihr Gesicht.
      Sie sind nicht mehr als Menschen einzustufen, sondern als Bestien.
      Sie haben die Todesstrafe verdient.
      Eine Gesellschaft, die etwas auf sich hält, wird sie aber am Leben lassen und einsperren.
      3 2 Melden
  • MichaelOgi 28.09.2016 22:58
    Highlight Wie lang' ist's her, dass die USA das letzte Mal Spitäler zerschossen haben? Das waren aber dann keine Kriegsverbrechen. Und wer ist nochmal 2003 in den Irak marschiert und hat uns damit den IS eigebrockt? Ich denke, es gibt kein Kriegsverbrechen. Es gibt nur Krieg, und der ist an sich ein Verbrechen.
    5 2 Melden
    • rodolofo 29.09.2016 07:41
      Highlight Ja, das ist leider ein grosses Problem, dass die USA nicht genügend Autorität haben, um in der "Weltfamilie" die "Pappirolle" zu übernehmen.
      Aber Russland hat diese Autorität noch viel weniger! Russland's Machthaber (Ich meine hier ausdrücklich NICHT die Russische Gesamtbevölkerung!) ist an hinterlistiger Verlogenheit und Skrupellosigkeit kaum mehr zu übertreffen!
      Natürlich ist auch die UNO zerfressen von Korruption und Machtmissbrauch. Aber demokratisch gewählte Repräsentanten sind nun mal etwas besser einzuschätzen, als Diktatoren und Mafia-Paten!
      3 1 Melden
  • rodolofo 28.09.2016 21:49
    Highlight Welche Rebellen "Terroristen" sind, wissen wir nicht.
    Dass die eingeschlossene Zivilbevölkerung und deren Kinder keine Terroristen sind, ist aber sicher.
    Und dass Spitäler keine Terror-Nester sind, wissen wir auch.
    Und wir wissen auch ganz klar, dass die Angriffe der Syrischen Armee, unterstützt von der Russischen Luftwaffe, terroristisch sind. Die Art der Bomben und die Art der Angriffe sind Kriegsverbrechen!
    Alle Kontakte mit diesen faschistischen Kriegsverbrechern sind anzubrechen!
    Wir werden um eine direkte Konfrontation mit Russland nicht herum kommen, früher, oder später...
    5 8 Melden
    • mortiferus 29.09.2016 13:47
      Highlight Wäre ja nicht das erste Mal das "wir" Russland angreifen. Die tapferen Schweizer, die den Franzosen den Rückzug über die Beresina ermöglichten und ein noch grösseres Massaker verhinderten. Die wenigsten der Franzosen und Schweizer kam nachhause zurück. Das letzte mal waren es unsere deutschen Nachbarn die dachten sie müssten Russland angreifen, gnadenlos und vernichtend. Was haben die Russen geblutet, nirgends in der Geschichte wurde soviel Blut vergossen. Auch die Deutschen verloren in Russland alles. Deshalb sollte man versuchen zu verstehen das sich Russland vom Westen bedroht fühlt.
      0 2 Melden
    • rodolofo 29.09.2016 19:31
      Highlight Ich fühle mich von diesem Russland bedroht!
      Russland ist heute das "Reich des Bösen".
      Wie bei der Mafia üblich, werden die Leute ausgepresst, indem man ihnen zuerst Todesangst einjagt mit brutalsten Verbrechen an solchen, die es gewagt haben Widerstand zu leisten. Dann, wenn die Leute eingeschüchtert sind und über die Verbrechen der Mafia schweigen, werden Schutzgelder eingezogen und Geschäfte gemacht, mit Waffen Drogen, Menschen.
      Aber neu ist an dieser Russischen Supermafia, dass sie auf Atomwaffen Zugriff hat.
      Das ist eine neue Qualität der Bedrohung, und sie zeigt sich immer deutlicher.
      1 1 Melden

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