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In this photo provided by the United Nations on Monday, Sept. 27, 2015, U.S. President Barack Obama, left, and Russian President Vladimir Putin toast during a luncheon hosted during the 70th annual United Nations General Assembly at U.N. headquarters. (Amanda Voisard/United Nations via AP)

Obama und Putin während des bilateralen Treffens am Rande der UNO-Vollversammlung.
Bild: AP/United Nations

Russlands Einsatz in Syrien: Der Westen glaubt Putin nicht

Wladimir Putin sagt, er bekämpft mit dem Einsatz in Syrien den Terrorismus. Seine Militärs sagen, sie bombardieren den «Islamischen Staat». US-Offizielle und syrische Aktivisten sagen: Beides ist nicht zu glauben.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Wem gelten die Luftschläge Russlands in Syrien? Wladimir Putin nennt die Intervention seines Landes den «einzigen Weg im Kampf gegen den internationalen Terrorismus». Die offizielle Version des Verteidigungsministeriums in Moskau lautet: Mit 20 Luftangriffen wurden acht Stellungen der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) beschossen.

Dem russischen Generalmajor Igor Konaschenkow zufolge wurden IS-Munitionsdepots und -Treibstofflager sowie Kommandostellen im Gebirge vollständig zerstört. Ziele in der Nähe von «zivilen Objekten» seien nicht angegriffen worden. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte Videobilder des Einsatzes.

Der Darstellung glauben viele im Westen nicht. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte über die russischen Bomber: «Es scheint, dass sie in Gegenden waren, wo vermutlich keine IS-Kräfte waren.» Russlands Einsatz drohe die Lage eskalieren zu lassen. «Das russische Vorgehen ist zum Scheitern verurteilt», sagte er.

US-Aussenminister John Kerry beschwerte sich laut einem US-Vertreter bei seinem Moskauer Amtskollegen Sergej Lawrow: Die Luftschläge seien «kontraproduktiv», er sei zutiefst besorgt.

U.S. Secretary of State John Kerry, right, Russian Foreign Minister Sergey Lavrov, left, walk with the U.N.-Arab League envoy for Syria, Lakhdar Brahimi, center, into a meeting at the United Nations offices in Geneva to discuss the ongoing problems in Syria, Friday, Sept. 13, 2013.(AP Photo/Larry Downing, Pool)

Archivbild: Lawrow und Kerry im Dezember 2013.
Bild: AP REUTERS POOL

Schnellstmögliche Aufklärung verlangt

Ähnlich sehen es syrische Aktivisten: Ihnen zufolge attackierten die russischen Kampfflugzeuge Orte nördlich von Homs, die von gemässigten Rebellen gehalten werden. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die bombardierten Gebiete stünden nicht unter IS-Kontrolle, sondern würden von gemässigten Rebellen gehalten, die ein demokratisches Syrien aufbauen wollten.

Nach Angaben der Aktivisten gibt es in der angegriffenen Region allerdings auch Stellungen der Nusra-Front, des syrischen Ablegers des Terrornetzwerks al-Kaida, sowie der radikal-islamischen Gruppe Ahrar al-Scham. Russland sei durch die Angriffe zum Partner des Regimes bei der Tötung des syrischen Volkes geworden, finden die Menschenrechtler. Ihnen zufolge starben bei den Angriffen mindestens 27 Menschen. Der Präsident der wichtigsten Oppositionsgruppe Syrische Nationale Koalition sprach von 36 getöteten Zivilisten.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier verlangte von Moskau schnellstmögliche Aufklärung über die Ziele der Angriffe. Er habe «keine wirklich belastbaren Hinweise über Ziele und Methoden dieser Luftschläge», sagte er.

Die Regierung in Moskau ist einer der letzten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Der Westen fürchtet, dass Assad eine Intervention seines Partners zum Kampf gegen die Opposition und die Zivilbevölkerung nutzen könnte. (ort/dpa/afp)

Syrien: Der vergessene Krieg

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    Alle Leser-Kommentare
  • kunubu 01.10.2015 11:25
    Highlight Highlight Da wir nun weder der einen, noch der anderen Seite einfach glauben können, schlage ich vor, wir halten uns an unser Bauchgefühl. Mein Bauchgefühl sagt, ich will keinen Krieg. Ich lass mich nicht gegen andere aufbringen. Ich glaube keinem der sagt, dass Demokratie und Frieden mit Krieg erreicht wird. Wir müssen miteinander reden und GEMEINSAME Lösungen suchen. Alles anderen Lösungsvorschläge dürfen wir nicht mehr akzeptieren!
    • kunubu 01.10.2015 13:42
      Highlight Highlight Ja ich denke auch, dass bei IS und co. mit reden nicht mehr viel zu machen ist. Wobei wir auch da kritisch sein sollten. Ich habe eigentlich eher an Russland und die USA gedacht.
  • Lowend 01.10.2015 09:21
    Highlight Highlight Wenn jemand schreibt, Putin sei ein ganz übler Diktator, schreiben die Putinisten sofort, dass Stalin aber auch ein ganz übler Diktator war, aber rechtfertigt eigentlich ein Übel das andere? Eher nicht, aber solche Antworten, wie: "Putin ist doch ein Lieber, weil die USA (ersetzbar mit EU, NATO, UNO, oder eben Stalin) keine Lieben sind!" zeigen bloss, für wie blöd uns all die üblen Auftragsschreiber aus Putins Propagandafabriken eigentlich halten.
    • The Destiny // Team Telegram 01.10.2015 10:07
      Highlight Highlight Bleib besser bei deinen Kommentaren zur svp low end, dort machst du eine 1A Figur.

      Der Vergleich wäre übrigens: Putin böse, aber Bush war auch übel =Putin gut(?)
      Das oft so verglichen wird liegt daran, dass ein Gefühl besteht, dass nicht bei beiden Parteien mit dem gleichen Maßstab gemessen wird.
    • Lowend 01.10.2015 11:06
      Highlight Highlight Diskutieren wir mal Putin, ohne gleich die USA, EU, oder Nato, oder was auch immer zu erwähnen? Man kommentiert ja auch nicht einen Artikel über Äpfel, in dem man gleich auf Bananen, oder Trauben hinweist, obwohl alles Früchte sind. Begriffen?
  • juna 01.10.2015 09:04
    Highlight Highlight ganz ehrlich: die haben doch alle auch keine Ahnung, was da unten abgeht. (Ich übrigens auch nicht).
    Aber so schwammige Aussagen, wie: "Warscheinlich, vermutlich, möglicherweise keine IS oder nur teilweise..." - wenn es die Amis nicht besser wissen, sollen sie mal mit Kritik sparen. Putin's Absichten sind sicherlich unklar, aber ich fürchte mich mehr vor den Absichten der USA.
  • Zeit_Genosse 01.10.2015 08:51
    Highlight Highlight Und wenn uns der Putin lügen straft und uns überrascht, mal mit den anderen zusammen an einem Strick zu ziehen? Dann könnte er auch einen Friedensnobelpreis einheimsen, den sich Obama mit Bomben auch "verdient" hat.
  • Wilhelm Dingo 01.10.2015 08:41
    Highlight Highlight Es ist schon ein dreckiges und verlogenes Spiel das hier gespielt wird, auf beiden Seiten.
  • saukaibli 01.10.2015 07:26
    Highlight Highlight Na logisch glaubt der Westen Putin nicht. Wer Putin noch vertraut glaubt auch an den Osterhasen. Jemand der so viel gelogen und betrogen hat, der seine Gegner kaltblütig ermorden lässt, jemand der Anschläge auf Wohngebiete befiehlt nur um seine Macht zu stärken, wie soll man so einem noch glauben können?
    • Roger Gruber 01.10.2015 07:39
      Highlight Highlight Während dem die USA ja völlig vertrauenswürdig ist. Sie haben ja nur alle ihre Kriege mit Lügen begründet, man nehme z.B. die Brutkastenlüge, die Lüge mit den Massenvernichtungswaffen oder den Tomkin-Zwischenfall. Aber warum sollte man den USA jetzt nicht trauen? Auch wenn sie bisher immer gelogen haben: diesmal ist es bestimmt anders, gell, saukaibli...
    • Henrix 01.10.2015 07:50
      Highlight Highlight Da ist das Luegenregister der Amis aber einiges Länger.
      War aber schon klar das die Amis da nicht einfach so zusehen.
    • Openyourmind 01.10.2015 08:13
      Highlight Highlight Die Aussage der USA Verteidigungsministerium ist an der Klarheit nicht zu übertreffen: "Es scheint, dass sie in Gegenden waren, wo vermutlich keine IS-Kräfte waren." 😂

      Alles klar Leute?





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