International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Korruption: Luft für Südafrikas Präsident Zuma wird dünner



FILE -- In this Aug. 6, 2016 file photo South Africa president Jacob Zuma, attends the declaration announcement of the municipal elections in Pretoria, South Africa. A South African watchdog agency says it has found possible evidence of corruption at top levels of the government, adding to pressure on Zuma to resign because of a series of scandals. (AP Photo/Herman Verwey, File)

Jacob Zuma Bild: Herman Verwey/AP/KEYSTONE

Südafrikas frühere Anti-Korruptionsbeauftragte fordert Ermittlungen gegen Präsident Jacob Zuma: In einem am Mittwoch nach langen juristischen Auseinandersetzungen veröffentlichten Bericht kommt sie zum Schluss, dass an der Staatsspitze Straftaten begangen wurden.

Die inzwischen abgelöste Ombudsfrau Thuli Madonsela fordert Polizei und Staatsanwaltschaft deshalb zu Ermittlungen auf. Ein Gericht in Pretoria hatte zuvor angeordnet, Madonselas 355 Seiten langen Bericht zu den Korruptionsvorwürfen gegen Zuma bis zum Nachmittag zu veröffentlichen. Zuma werde den Bericht nun prüfen, erklärte sein Sprecher.

Tausende Demonstranten protestierten am Mittwochnachmittag vor dem Präsidentenpalast gegen Zuma. Sie forderten den Rücktritt des ANC-Politikers und versuchten, das Gebäude zu stürmen. Die Polizei ging mit Gummigeschossen und Wasserwerfern gegen die Protestierenden vor.

A protestor runs for cover as police officers fire stun grenades during a march to call for the removal of President Jacob Zuma outside the Union Buildings in Pretoria, South Africa, November 2, 2016. REUTERS/Siphiwe Sibeko     TPX IMAGES OF THE DAY

Demonstrationen gegen Zuma Bild: SIPHIWE SIBEKO/REUTERS

Die meisten Demonstranten gehören der Partei Kämpfer für wirtschaftliche Freiheit (EFF) von Julius Malema an, einer linken Abspaltung vom regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC). Aber auch Mitglieder von Gewerkschaften und anderen Oppositionsparteien protestierten.

Publikation zunächst verhindert

Die Untersuchung sollte ursprünglich schon am 14. Oktober publik gemacht werden, doch Zuma und der ebenfalls beschuldigte Minister David van Rooyen hatten dies zunächst per Eilantrag verhindert. Madonsela hatte Zuma im Oktober kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit zu den Korruptionsvorwürfen befragt.

Der Staatschef soll unter anderem der mächtigen indischstämmigen Unternehmerfamilie Gupta erlaubt haben, Einfluss auf die Entlassung und Ernennung von Ministern sowie von Vorstandsmitgliedern staatlicher Konzerne zu nehmen. Zudem geht es um mutmassliche Bestechung bei der Vergabe von Aufträgen an Firmen der Familie Gupta.

Nach Einschätzung von Madonsela hat Zuma durch seine Beziehung zu den Guptas möglicherweise gegen die ethischen Vorgaben für Regierungsmitglieder verstossen. Sie wirft ihm ausserdem vor, bei der «Auswahl und Ernennung von Ministern» nicht «rechtmässig» vorgegangen zu sein.

In dem Bericht werden unter anderem sieben Besuche van Rooyens am Wohnsitz der Guptas in Johannesburg aufgeführt - unter anderem am Tag vor seiner überraschenden Ernennung zum Finanzminister im Dezember 2015. Madonsela bezeichnet das als «bedenklich».

A protester throws a bottle at police during demonstrations calling for the removal of President Jacob Zuma outside the Union Buildings in Pretoria, South Africa, November 2, 2016.  REUTERS/Mike Hutchings

Bild: MIKE HUTCHINGS/REUTERS

Zuma hatte im Dezember völlig überraschend den angesehenen Finanzminister Nhlanhla Nene entlassen und durch seinen relativ unbekannten Vertrauten van Rooyen ersetzt. Die Ernennung sorgte für Proteste und Panik an der Börse - nach nur vier Tagen wurde van Rooyen schon wieder entlassen.

Zuma seit langem unter Druck

Die Brüder Ajay, Atul and Rajesh Gupta betreiben in Südafrika verschiedene Unternehmen, unter anderem im Minen- und Energiebereich. Medienberichten zufolge beschäftigen sie etwa 10'000 Menschen.

Der 74-jährige Zuma steht wegen verschiedener Affären und der anhaltenden sozialen und wirtschaftlichen Missstände in Südafrika in der Kritik. Bei der Kommunalwahl im August hatte die Regierungspartei ANC schwere Verluste hinnehmen müssen.

Madonsela war 2014 zu Bekanntheit gelangt, als sie in einem Bericht zu dem Schluss gekommen war, dass Zuma bei der Renovierung seines Anwesens in seiner Heimat Nkandla unrechtmässig Steuergelder verwendet hatte. Das Verfassungsgericht verurteilte ihn daraufhin dazu, das Geld, das nicht für sicherheitsrelevante Umbauten ausgegeben wurde, zurückzuzahlen. (sda/afp/dpa)

Nelson Mandela

Das könnte dich auch interessieren:

Fotograf schiesst DAS Foto der Notre-Dame und muss sich nun gegen Fake-Vorwürfe wehren

Link zum Artikel

Das grösste Verdienst von Tesla sind nicht die eigenen Autos

Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Link zum Artikel

Vergiss Tinder! Hier erfährst du, welches Potenzial deine Fassade hat 😉

Link zum Artikel

17 katastrophale Tinder-Chats, die definitiv niemanden antörnen

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 9 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Mit diesen 21 Fakten kannst du beim kommenden «Game of Thrones»-Marathon angeben

Link zum Artikel

«SRF Deville» verkündet Pfadi-Putsch in Liechtenstein – diese finden's gar nicht lustig

Link zum Artikel

Brauchen wir einen Green New Deal, um eine Rezession zu vermeiden?

Link zum Artikel

Wie rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke instrumentalisieren

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Was tötet, ist die Stille der Menschen» – Sie ist das Gesicht von Sudans Revolution

Das Militär im Sudan stürzt Diktator Omar al-Baschir. Das Gesicht der Revolution ist aber eine junge Studentin. Sie gibt vor allem Frauen im Land Hoffnung, dass die Zeit der Unterdrückung vorbei ist.

Es ist ein Foto, das um die Welt geht. Alaa Salah steht in der sudanesischen Hauptstadt Khartum auf einem Auto. Die 22-jährige Architekturstudentin singt und tanzt, aus Protest gegen die 30-jährige Herrschaft von Präsident Omar al-Baschir im Sudan. Die junge Frau hat der Revolution im Land ein Gesicht gegeben, sie ist das Symbol für den Massenprotest, dem sich hunderttausende Sudanesen und Sudanesinnen anschlossen. Sie machte vor allem den Frauen im Land Hoffnung auf eine Zukunft mit weniger …

Artikel lesen
Link zum Artikel