DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Militärhelikopter bringt am 13. Oktober 2016 Anwohner aus der Kampfzone in Maungdaw.
Ein Militärhelikopter bringt am 13. Oktober 2016 Anwohner aus der Kampfzone in Maungdaw.Bild: EPA/MYANMAR MILITARY

Tausende Menschen fliehen vor Gewalt im Westen Myanmars

14.10.2016, 08:4814.10.2016, 09:22

Nach neuen ethnischen Unruhen sind im Westen Myanmars tausende Menschen auf der Flucht. Zahlreiche Familien flohen am Freitag zu Fuss aus der Stadt Maungdaw im von der muslimischen Minderheit der Rohingya bewohnten Staat Rakhine.

Rund 180 Menschen wurden mit Helikoptern aus der Region gebracht, in welcher sich bewaffnete Kämpfer und Soldaten seit Tagen heftige Gefechte in Sicherheit liefern. Hunderte Regierungsbeamte retteten sich in die Provinzhauptstadt Sittwe.

Der grösste Teil der Flüchtline ist zu Fuss unterwegs, wie diese Familie in Boothee Taung. 
Der grösste Teil der Flüchtline ist zu Fuss unterwegs, wie diese Familie in Boothee Taung. Bild: NYUNT WIN/EPA/KEYSTONE

Das Militär durchstreift die Region an der Grenze zu Bangladesch seit Sonntag, nachdem bei koordinierten Angriffen auf Grenzposten neun Polizisten getötet worden waren. Wie die staatlichen Medien des südostasiatischen Landes berichteten, töteten die Sicherheitskräfte dabei bislang 26 Menschen. Bei Zusammenstössen starben zudem vier Soldaten.

Nach Angaben von Augenzeugen nutzt das Militär die Fahndung nach den Verantwortlichen für die Angriffe als Vorwand für ein hartes Durchgreifen gegen die muslimischen Bewohner von Rakhine. Soldaten schossen demnach auf offener Strasse auf unbewaffnete Zivilisten.

Das Militär gibt dagegen an, sich gegen bewaffnete Kämpfer zur Wehr setzen zu müssen. Es wirft den «Terroristen» zudem vor, mehrere Dörfer in Brand gesteckt zu haben.

Keine Besserung trotz Demokratisierung

Myanmar ist mehrheitlich buddhistisch. Nationalistische Buddhisten sprechen den muslimischen Rohingya das Recht auf Staatsbürgerschaft ab und bezeichnen sie als illegale Einwanderer aus dem benachbarten Bangladesch. 2012 war Rakhine von einer Gewaltwelle erfasst worden, in deren Verlauf mehr als hundert Menschen getötet und zehntausende Rohingya in die Flucht getrieben wurden.

Myanmar wurde jahrzehntelang von einer Militärjunta beherrscht und von westlichen Regierungen mit Sanktionen belegt. Ab 2010 leitete die Junta jedoch einen demokratischen Übergang ein. Im November 2015 fanden die ersten freien Parlamentswahlen statt, aus denen die Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi als Siegerin hervorging. Für die Rohingya brachte der Übergang keine Besserung ihrer Lage. (gin/sda/afp)

Im November 2015 fanden in Myanmar die ersten freien Wahlen in 25 Jahren statt

1 / 26
Myanmar hält erste freie Wahlen in 25 Jahren ab
quelle: epa/epa / rungroj yongrit
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Staatssekretärin Leu ist erneut zu Gesprächen in Brüssel

Staatssekretärin Livia Leu fährt an diesem Donnerstag erneut für Sondierungsgespräche nach Brüssel. Ausserdem ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) zum zweiten Kohäsionsbeitrag geplant.

Zur Story