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Khashoggis Verlobte verlangt Sanktionen gegen Saudi-Arabien



Hatice Cengiz, the fiancee of murdered Saudi journalist Jamal Khashoggi, speaks to journalists from ACANU (Association of the Accredited Correspondents to the United Nations) at the European headquarters of the United Nations in Geneva, Switzerland, wednesday, June 26, 2019. (Magali Girardin/Keystone via AP)

Hatice Cengiz Bild: AP

Im Fall des ermordeten saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi fordert dessen türkische Verlobte Sanktionen gegen das Land.

Die unabhängige Menschenrechtsexpertin Agnès Callamard habe in ihrem Untersuchungsbericht für den Uno-Menschenrechtsrat klargestellt, dass es sich um einen kaltblütigen Mord gehandelt habe und dass Saudi-Arabien dafür verantwortlich sei, sagte Hatice Cengiz am Mittwoch in Genf.

«Ich rufe zu Sanktionen auf», sagte Cengiz. Eine Dolmetscherin übersetzte ihre Worte aus dem Türkischen. Cengiz rief die Amerikaner und die Europäer auf, sich für die von Callamard geforderte internationale Untersuchung einzusetzen, damit alle Fakten auf den Tisch kämen. «Der Bericht von Callamard darf nicht nur auf den Regalen der Vereinten Nationen landen», verlangte Cengiz.

Reporter ohne Grenzen fordert, dass Saudi-Arabien nach dem grausamen Mord am Journalisten Jamal Khashoggi (im Bild) und angesichts der anstehenden G20-Präsidentschaft ein glaubhaftes Zeichen für die Pressefreiheit setzt und 30 willkürlich inhaftierten Medienschaffende freilässt. (Archivbild)

Jamal Khashoggi Bild: AP

Anders als Callamard steht Uno-Generalsekretär António Guterres nach Angaben seines Sprechers auf dem Standpunkt, dass strafrechtliche Ermittlungen, die die Kooperation aller Staaten erforderten, eine Resolution des Uno-Sicherheitsrates voraussetzen.

Unmittelbare Pläne für Treffen in Brüssel, Paris oder Berlin, um ihrer Forderung nach einer Untersuchung Nachdruck zu verleihen, habe sie nicht, sagte Cengiz. Sie wollte am Nachmittag in Genf vor dem Menschenrechtsrat sprechen. Dort wollte auch Callamard Empfehlungen vorstellen, wie die Weltgemeinschaft weiter verfahren soll.

US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Callamard-Bericht gesagt, dass der Vorfall aus seiner Sicht tiefgründig untersucht worden sei. Trump sagte in einem am Sonntag ausgestrahlten NBC- Interview weiter, Saudi-Arabien sei ein wichtiger Handelspartner. Wenn die USA mit ihnen keine Geschäfte machten, dann würden dies die Russen oder Chinesen tun.

Von einem Spezialkommando getötet

Khashoggi war Regierungskritiker und lebten in den USA. Er wurde im Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul in der Türkei von einem saudiarabischen Spezialkommando getötet, als er Papiere für seine geplante Hochzeit mit Cengiz abholen wollte.

In Saudi-Arabien stehen angeblich Beteiligte inzwischen vor Gericht. Die Regierung weist aber jeden Vorwurf zurück, das Königshaus könne involviert gewesen sein. Callamard sieht dagegen genügend Anhaltspunkte, um unter anderem gegen Kronprinz Mohammed bin Salman zu ermitteln. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Beat_ 26.06.2019 15:00
    Highlight Highlight Also Nummerr 45 (der Amerikaner) hat gesagt, wenn wir nicht mit den Saudis Geschäften machen es die anderen.
    Mutmaslich gemeint hat er damit: die Saudis sind der wichtigster Partner im Ölgeschäft und sorgen dafür, dass dieses Business in US-Dollar abgewickelt wird (https://de.wikipedia.org/wiki/Petrodollar). Und dass muss so bleiben.
    Im Gegensatz dazu will die USA (bzw. Nr 45) mit dem Iran nichts zu tun haben (Iran gehört zu den Ländern mit den grössten Erdölvorkommen).
    Offensichtlich sind die USA schon viel zu sehr von den Petradollars abhängig...
    • Ueli der Knecht 26.06.2019 21:14
      Highlight Highlight "Im Gegensatz dazu will die USA (bzw. Nr 45) mit dem Iran nichts zu tun haben"

      Im Gegenteil: Mit der Politik des maximalen Drucks möchte er (#45) und seine alten, weissen und dementen Hintermänner (http://heritage.org) den Iran in die Knie zwingen, dort ein US-höriges Regime installieren, um sich schliesslich die enormen Rohstoffreserven des Irans unter den Nagel zu reissen.
    • Beat_ 27.06.2019 09:30
      Highlight Highlight @Ueli: Da magst Du recht haben. bin mir nicht sicher, ob er wirklich seine Leute installieren will oder einfach an Konflikt interessiert ist.
      Ich werde das Gefühl nicht los, dass es den USA nicht wirklich um stabile Verhältnisse in der Golfregion geht, denn wenn Saudi-Arabien und Iran miteinander statt gegeneinander arbeiten, würde das wahrscheinlich die amerikanische Wirtschaftspolitik ziemlich umkrempeln.

    • Ueli der Knecht 27.06.2019 14:24
      Highlight Highlight "bin mir nicht sicher, ob er wirklich seine Leute installieren will oder einfach an Konflikt interessiert ist.
      Ich werde das Gefühl nicht los, dass es den USA nicht wirklich um stabile Verhältnisse in der Golfregion geht"

      Ich verstehe deinen Einwand, BeatB. Ich meine, das ist eine MadMan-Strategie, die seit Nixon öfters mal versucht wird. Meistens erfolglos, aber Reagan konnte so die Sowjetunion und den eisernen Vorhang zerstören.

      Deshalb hab ich dir den Link zu den Hintermännern (The Heritage Foundation) gegeben. Diese US-Betonköpfe glauben, dass MadMan-Bluff immer noch funktioniert.
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  • Karl Marx 26.06.2019 14:08
    Highlight Highlight Sie hat recht. Wird aber leider nie passieren.

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