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Nach Flucht aus Saudi-Arabien: Rahaf (18) erhält endgültig Asyl in Kanada



CLARIFIES SPELLING OF NAME: In this Monday, Jan. 7, 2019, image made from video released by Rahaf Mohammed Alqunun/Human Rights Watch, Rahaf Mohammed Alqunan views her mobile phone as she sits barricaded in a hotel room at an international airport in Bangkok, Thailand. AlqunUn says she is fleeing abuse by her family and wants asylum in Australia. (Rahaf Mohammed Alqunun/Human Rights Watch via AP)

Die 18-jährige Rahaf al-Kunun. Bild: AP/Rahaf Mohammed Alqunun/Human Rights Watch

Sie ist 18-jährig, aus Saudi-Arabien – und sie ist auf der Flucht: Rahaf Mohammed al-Kunun hat sich während einem Aufenthalt in Kuwait von ihrer Familie abgesetzt und in ein Flugzeug nach Thailand gesetzt. Dort setzten sie die Behörden am Wochenende jedoch fest und wollten sie zurück nach Kuwait schicken. Der Fall schlug auf Social Media grosse Wellen.

Jetzt ist die junge Frau auf dem Weg nach Kanada. Dort erhält sie Asyl. Die 18-Jährige sei kurz nach 23.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MEZ) «lächelnd und fröhlich» nach Toronto abgeflogen, sagte der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Surachate Hakparn, am Freitag am Flughafen von Bangkok.

Doch nicht Australien

Auf der Flucht vor ihrer Familie war al-Kunun am vergangenen Wochenende mit einer Maschine aus Kuwait auf dem internationalen Flughafen in Bangkok gelandet und dort gestoppt worden. Nach eigenen Angaben wollte sie nach Australien und dort Asyl beantragen.

Der thailändische Chef der Einwanderungspolizei, Surachate Hakparn, bestätigte dies zunächst. «Ja, Australien hat ihr Asyl gewährt, aber wir warten auf eine Bestätigung, wohin sie exakt geht», sagte er laut CNN. Und weiter: «Wir geben ihr den nötigen Schutz bis ihre Entscheidung definitiv ist.» 

Jetzt ist klar: «Sie hat Kanada gewählt... Kanada hat gesagt, dass es sie aufnehmen wird», sagte Hakparn vor Journalisten. Die junge Frau sei «jetzt sicher» und «körperlich und mental gesund».

Trudeau: Frauenrechte verteidigen

Kanadas Premierminister Justin Trudeau sagte, er freue sich, dass sein Land der 18-Jährigen Asyl gewähre. Die UNO habe Kanada um eine Aufnahme gebeten. Es sei wichtig, die Frauenrechte zu verteidigen, begründete Trudeau die Entscheidung.

Wenige Stunden vor ihrem Abflug hatte sich die 18-Jährige im Kurzbotschaftendienst Twitter mit einer etwas kryptischen Botschaft zu Wort gemeldet. Es gebe «einige gute Nachrichten und einige schlechte Nachrichten», schrieb sie. Anschliessend deaktivierte sie ihr Twitter-Konto, dem knapp 100'000 Nutzer folgten.

Ihren Unterstützern zufolge deaktivierte sie ihr Profil selbst. Nach Angaben von Phil Robertson von Human Rights Watch hatte al-Kunun Morddrohungen erhalten. Näheres wisse er nicht, sagte Robertson. Doch auch Drohungen von Internet-Trollen müssten ernstgenommen werden.

Mit Twitter-Account Abschiebung verhindert

Mit dem kurzfristig eröffneten Twitter-Account hatte al-Kunun ihre Abschiebung nach Saudi-Arabien verhindert, welche die thailändischen Behörden zunächst angedroht hatten. Über Twitter machte die 18-Jährige auf ihr Schicksal aufmerksam und sorgte damit weltweit für Aufsehen.

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Video: watson

Die Ankündigung der Ausreise nach Kanada kam überraschend. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hatte al-Kunun als Flüchtling eingestuft und ihr ursprüngliches Zielland Australien gebeten, eine Aufnahme zu prüfen. Nach Angaben des australischen Innenministeriums geschah dies «auf dem üblichen Weg», wie in anderen Asylfällen auch.

Gesundheitsminister Greg Hunt hatte zuvor gesagt, dass ein Visum aus humanitären Gründen für die 18-Jährige «sehr, sehr, sehr ernsthaft» geprüft werde, wenn sie den Flüchtlingsstatus des UNHCR erhalte.

Al-Kunun war nach eigenen Angaben wegen körperlicher und seelischer Misshandlungen vor ihrer Familie geflüchtet. Sie fürchtete, bei einer Abschiebung durch die thailändischen Behörden von ihrer Familie eingesperrt oder getötet zu werden.

Al-Kununs Vater war eigens nach Thailand gereist, um eine Weiterreise seiner Tochter zu verhindern. Die 18-Jährige weigerte sich, ihren Vater zu treffen. Der Fall al-Kunun sorgt wenige Monate nach dem Mord des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul für Schlagzeilen. Das ultrakonservative Königreich steht seit Langem wegen seines restriktiven Umgangs mit Frauen in der Kritik. (tam/sda/afp)

Fall Khashoggi: Ein Mord mit politischen Konzequenzen

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Video: watson

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 12.01.2019 13:53
    Highlight Highlight Hoffentlich findet sie einen guten Start in das neue freiere Leben☺️
  • Therealmonti 12.01.2019 08:50
    Highlight Highlight Kanada hat in diesem Fall grossartig gehandelt. Umso mehr bin ich enttäuscht, dass die Kanadier im Fall der Huwaei-CFO-Chinesin den Amis in den A... gekrochen sind und sie in Auslieferungshaft genommen haben, bloss weil ihre Firma gegen die von den Amis einseitig verhängten Sanktionen gegenüber den Iran verstossen haben soll.
    • Max Dick 12.01.2019 12:17
      Highlight Highlight Zusammenhang wie Vorhang.
    • Triumvir 12.01.2019 14:39
      Highlight Highlight Schon mal was von Rechtsstaat gehört...
  • Janis Joplin 12.01.2019 08:16
    Highlight Highlight Wow, wusste gar nicht dass der gute Justin eine Geschlechtsumwandlung hinter sich hat? :)
    Ansonsten: Ein tief seufzendes Gott sei Dank - und Danke an Kanada ♥
  • walsi 12.01.2019 07:18
    Highlight Highlight Nimmt Kanada nun auch alle Flüchtlinge aus dem Mittelmeer auf? Wenn dies junge Frau die Voraussetzungen für Asyl in Kanada erfüllt, dürften die meisten Flüchtlinge die über das Mittelmeer kommen, diese Voraussetzungen in Kanada auch erfüllen.

    Es ist wohl eher so, dass die Frau wegen des medialen Hype Asyl bekommen hat. Wäre die Geschichte nicht viral gegangen hätte jedes Land den Asylantrag von ihr abgelehnt und zurück nach Saudi Arabien geschickt. Also liebe Flüchtlinge im Mittelmeer eröffnet ein Twitterkonto und twittert über euer Schicksal. Das verbessert eure Chancen deutlich.
    • äti 12.01.2019 09:52
      Highlight Highlight Walsi
      Ist es nicht extrem schlimm, dass es heutzutage einen medialen Hype braucht, damit das passiert was eigentlich normal wäre?
    • ChlyklassSFI 12.01.2019 10:40
      Highlight Highlight So unendlich respektlos. Ich kann das nicht verstehen.
    • Max Dick 12.01.2019 12:20
      Highlight Highlight Die junge Frau wäre bei einer Rückkehr an Leib und Leben bedroht gewesen. Das trifft auf den grössten Teil der Migranten, die übers Mittelmeer kommen, nicht zu.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 12.01.2019 04:27
    Highlight Highlight Sie ist an Leib und Leben gefährdet. Die kleine Schweiz mit ihrer humanitären Tradition sollte Flüchtlingen dieser Kategorie von sich aus Asyl anbieten. Aber eben.
    • redeye70 12.01.2019 07:40
      Highlight Highlight Wir würden die Saudis doch nicht brüskieren! Wo denkst du hin?!
  • Platon 12.01.2019 01:29
    Highlight Highlight Ich wünsche ihr nur das Beste!
  • Mira Bond 11.01.2019 22:54
    Highlight Highlight Einmal mehr Kanada 🇨🇦! Toll und Danke. Ich hoffe, sie wird dort Freiheit und Sicherheit erleben dürfen.
    P.S. Justin Trudeau ist nicht Ministerin sondern Minister;-)
    • redeye70 12.01.2019 07:42
      Highlight Highlight Mir imponieren die Kanadier. Die schleimen nicht im Zeigs rum eie unsere Regierung. Wir nehmrn stattdessen lieber „verfolgte“ Eritreer auf, die hier dann den Geburi ihres Staatschef mit einer grossen Party feiern.
  • Max Dick 11.01.2019 22:49
    Highlight Highlight Sehr schön. Die positive Seite von social media. Bezweifle dass die Geschichte auch abseits der Öffentlichkeit diesen Ausgang genommen hätte.
    Sollte sie je heiraten wollen, empfehle ich ihr aber nicht unbedingt, die nötigen Papiere persönlich im saudischen Konsulat abholen zu gehen.
  • Doughnutella Servace 11.01.2019 22:17
    Highlight Highlight Good news!

    Hoffentlich hat der Alptraum jetzt wirklich ein Ende..
  • MSpeaker 11.01.2019 21:44
    Highlight Highlight Naja, irgwndwie ist es doch ein scheinheiliges freuen. Das im Mittelmeer töglich dutzende ertrinken finden viele nicht so tragisch, einige sogar ganz ok, aber wenn eine einzelne Person mkt Medienpräsenz gerettet wird, sind alle super froh.

    Ich finde es natürlich super das Sie nun in Kanada ein Leben in Sicherheit leben darf. Würde es aber den Flüchtlingen aus Afrika genau so wünschen
    • Tschüse Üse 12.01.2019 09:29
      Highlight Highlight Flüchtlinge sind eine heikle Diskussion, speziell die Aufnahme und Verteilung davon. Aber unabhängig davon ob man nun rechts oder links ist, auf dem Meer ertrinken lassen ist die falsche Lösung.
    • Fabio74 12.01.2019 13:15
      Highlight Highlight ich freue mich, dass Kanada hier vorwärts macht und die Frau aufnimmt und ich freue mich für diese eine Frau und ich weiss, wie viele Menschen leider sich über absaufende Menschen freuen und frag mich, warum die Menschheit so dumm und voller Hass sein kann.
  • Siro97 11.01.2019 21:07
    Highlight Highlight Vielen Dank Kanada 💪
  • qolume 11.01.2019 20:41
    Highlight Highlight puhh faith in humanity partly restored. Danke Kanada!
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________ 11.01.2019 14:32
    Highlight Highlight Schön, dass das gut geendet hat.

    Aber ich frage mich, ob die Australier auch ohne Medienhype so gehandelt hätten.
    • _stefan 11.01.2019 20:36
      Highlight Highlight Die Frage ist eher, ob Thailand sie ohne Medienrummel beschützt hätte. Zuerst war ja geplant, sie direkt nach Saudi-Arabien zurück zu schicken.
    • Saraina 12.01.2019 00:12
      Highlight Highlight Tatsächlich sitzt zur Zeit ein Fussballer aus Bahrain seit mehr als einem Monat in einem Gefängnis in Thailand. Hakeem Al-Araibi ist ein Dissident, der seit 4Jahren in Australien lebt, wo er politisches Asyl erhalten hatte. Auf seiner Hochzeitsreise nach Thailand wurde er verhaftet, und soll nach Bahrain ausgeliefert werden, wo ihm Folter und Gefängnis, möglicherweise die Todesstrafe drohen. Das scheint aber niemanden zu interessieren, denn erstens ist es ein Mann, und zweitens flieht er „nur“ politische Willkür und nicht den Islam und seine Familie.
    • Butschina 12.01.2019 00:43
      Highlight Highlight Wenn er sogar bereits politisches Asyl hat sollte Thailand sicher nicht abschieben (sonst auch nicht). Vielleicht brauchte es wirklich den Druck der Medien. Es sollte keine Rolle spielen ob es ein Mann oder eine Frau ist.
      Watson, habt ihr Infos darüber?
    Weitere Antworten anzeigen
  • elias776 11.01.2019 08:56
    Highlight Highlight danke

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