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Saudischer Dissident betritt saudisches Konsulat – und verschwindet spurlos



Das Rätselraten um den verschwundenen saudiarabischen Regierungskritiker und Journalisten Jamal Khashoggi hält an. Die saudiarabischen Behörden erklärten am Donnerstag, Khashoggi habe das Konsulat des Landes in Istanbul verlassen, bevor er verschwunden sei. Ein Sprecher der türkischen Präsidentschaft sagte dagegen, der Journalist befinde sich offenbar immer noch in dem Gebäude.

Der 59-jährige Khashoggi, der unter anderem Meinungsbeiträge für die angesehene US-Zeitung «Washington Post» schreibt, war am Dienstag in das saudiarabische Konsulat in Istanbul gegangen. Der bekannte Kritiker von Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman benötigte Papiere, um seine türkische Verlobte heiraten zu können. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

A security guard stands on a blocked road, leading to the Saudi Arabia consulate, background, in Istanbul, Wednesday, Oct. 3, 2018. A Saudi journalist who has written Washington Post columns critical of the kingdom's assertive crown prince has gone missing after visiting the Saudi Consulate in Istanbul, the newspaper said Wednesday, raising concerns over his safety. Khashoggi, 59, is a longtime Saudi journalist, foreign correspondent, editor and columnist whose work has been controversial in the past in the ultraconservative Sunni kingdom. (AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Das saudiarabische Konsulat in Istanbul. Bild: AP/AP

Die saudiarabischen Behörden erklärten nun, das Konsulat arbeite mit den türkischen Behörden zusammen, um die Umstände von Khashoggis Verschwinden, «nachdem er das Konsulatsgebäude verlassen hat», aufzuklären.

Der türkische Präsidentensprecher Ibrahim Kalin sagte dagegen: «Laut den Informationen, die uns vorliegen, befindet sich der saudiarabische Staatsbürger immer noch im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul».

Der frühere Regierungsberater Khashoggi war vergangenes Jahr aus Furcht vor einer Festnahme ins US-Exil gegangen. Er hatte wiederholt die Politik des mächtigen Kronprinzen bin Salman sowie die Militärintervention des saudiarabischen Königreichs im Jemen kritisiert. Bin Salman hat zwar weitreichende wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen eingeleitet, doch geht er mit harter Hand gegen Kritiker und Oppositionelle vor.

Khashoggis Verschwinden hat auch die USA auf den Plan gerufen: Das US-Aussenministerium erklärte, sich um weitere Informationen zu dem Fall zu bemühen. (sda/afp)

Saudischer Junge tanzt «Macarena» und wird verhaftet

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dirk Leinher 04.10.2018 12:27
    Highlight Highlight Wo sind die Rufe nach Sanktionen oder Bombardierung Riads? Nicht dass ich es richtig fände aber wenn sowas zum Beispiel in einer Botschaft Russlands passieren würde, wären die Urteile schnell gefällt.
    • LeChef 04.10.2018 14:50
      Highlight Highlight Russland hat auf fremdem Territorium einen Anschlag verübt. Das finde ich jetzt noch ein bisschen krasser. Trotzdem liegt Moskau noch nicht in Schutt und Asche, oder bin ich da falsch informiert?
    • roger.schmid 04.10.2018 15:15
      Highlight Highlight "zum Beispiel in einer Botschaft Russlands"

      Das ist jetzt aber ein Zufall, dass DL ausgerechnet das Beispiel Russland einfällt um zu whatabauten 😅
    • Dirk Leinher 05.10.2018 09:08
      Highlight Highlight Das ist kein Zufall, ich wollte zuerst andere Länder mit aufführen. Dachte dabei an Nordkorea, China, Israel, Iran, Syrien und Venezuela. Entschied mich dann aber für Russland. Ersetzen Sie Russland einfach mit irgend einem Staat auf den die Medien gerne einprügeln. Keiner würde so neutral geschrieben wie dieser Artikel, den ich übrigens sehr gut finde, aber bezeichnend wie gewisse Menschen auf die Nennung Russlands reagieren.

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