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In this Sunday, Sept. 24, 2017 photo released by the Saudi Culture and Information Ministry, the image of King Salman and Crown Prince Mohammed bin Salman are projected on the Kingdom Tower during National Day ceremonies in Riyadh, Saudi Arabia. A new 62-page report by Human Rights Watch finds that despite Saudi Arabia's recent efforts toward reform, some state-backed clerics continue to

Machtablösung in Saudi-Arabien: Kronprinz Mohammed bin Salman setzt alles auf eine Karte. Bild: AP/Saudi Culture and Information Ministry

Saudi-Arabien geht voll in die Offensive – und legt sich mit einem mächtigen Gegner an

Saudi-Arabien nimmt die libanesische Hisbollah-Miliz ins Visier - und greift damit Iran frontal an. Im Kampf um die regionale Vorherrschaft kann Kronprinz Mohammed auf die USA setzen - und auf Israel.

07.11.17, 21:29 08.11.17, 14:17

Dominik Peters



Ein Artikel von

Mohammed bin Salman setzt alles auf eine Karte. Der machthungrige Kronprinz will nicht weniger als ein neues Königreich Saudi-Arabien schaffen. Dafür befiehlt er gesellschaftliche Reformen, eine wirtschaftliche Rundumerneuerung und räumt unliebsame Rivalen aus dem Weg.

Der 32-Jährige erhöht auch aussenpolitisch den Einsatz und greift Erzfeind Iran frontal an - mit Unterstützung der USA und einem anderen, auf den ersten Blick unerwarteten Verbündeten: Israel. Aber der Reihe nach:

Da die Hisbollah im Libanon wie ein Staat im Staat auftritt, grosse Teile der Wirtschaft kontrolliert und auch mit Ministern in der Regierung in Beirut vertreten ist, erklärte Saudi-Arabien gleich das ganze Land zum Feind. «Wir werden die Regierung des Libanon wegen der Hisbollah-Miliz als eine Regierung betrachten, die Saudi-Arabien den Krieg erklärt», sagte der saudi-arabische Minister Thamer al-Sabhan im TV-Sender Al-Arabija.

Dieser rhetorische Angriff zielt nur vordergründig auf den Libanon. Tatsächlich geht es Riad um den kontinuierlich wachsenden Einfluss Irans im Zedernstaat. Denn schliesslich war der von Saudi-Arabien protegierte Premier Saad Hariri - ebenfalls am Wochenende - überraschend zurückgetreten. Die Begründung des 47-jährigen Sunniten: Er bange um sein Leben.

FILE - In this Monday, Oct. 30, 2017 file photo, released by Lebanon's official government photographer Dalati Nohra, Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman, right, meets with Lebanese Prime Minister Saad Hariri in Riyadh, Saudi Arabia. The abrupt resignation of Hariri was bizarre even by the often twisted standards of Lebanese politics: Saad Hariri made the announcement from the Saudi capital in a pre-recorded message on a Saudi-owned station. (Dalati Nohra via AP, File)

Saad Hariri und Mohammed bin Salman in Riad. Bild: AP/Dalati Nohra Lebanese Official Government Photographer

Hariris Vater Rafik, langjähriger libanesischer Ministerpräsident, war 2005 bei einem Bombenanschlag in Beirut getötet worden. Mehreren Hisbollah-Funktionären wird derzeit deswegen in Abwesenheit vor einem Sondertribunal in Den Haag der Prozess gemacht. Hariri Junior warf der Hisbollah und damit Iran vor, den Libanon gänzlich unter ihre Kontrolle bringen zu wollen.

Die Wirren des Bürgerkriegs in Syrien hat der Zedernstaat bislang besser überstanden, als von vielen Beobachtern vorhergesehen. Wie das fragile Land aber mit dem sich zuspitzenden iranisch-saudischen Machtkampf auf eigenem Boden zurechtkommen wird, ist offen. Fraglos steckt hinter Mohammeds Aktionen aber das Kalkül, die Region nach seinen Vorstellungen zu formen und die Machtverhältnisse zu ändern.

«Sie wissen genau, was sie tun»

Den Segen der USA für seinen nach Innen und Aussen gerichteten Hardliner-Kurs hat er. US-Präsident Donald Trump erklärte via Twitter, König Salman und sein Sohn wüssten genau, was sie tun.

Zu den Unterstützern der saudischen Blitzoffensive gehört aber auch Israel. Das Land reagierte am Wochenende schnell und eindeutig auf die Rücktrittserklärung Hariris. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman twitterte: «Libanon=Hisbollah. Hisbollah=Iran. Libanon=Iran. Iran ist für die ganze Welt gefährlich. Saad Hariri hat das heute bewiesen. Punkt.»

Diese Einschätzung ist nicht neu. Israel warnt seit Jahren vor dem Einfluss Teherans in Beirut. Israels Generäle betrachten die kampferprobten schiitischen Milizionäre der Hisbollah - anders als etwa die Armee des syrischen Machthabers Assad - als bedrohlich; erst Anfang September hielt das israelische Militär im Norden des Landes das grösste Manöver seit 20 Jahren ab - und simulierte dabei den nächsten Krieg gegen die Hisbollah.

Am Montagabend veröffentlichte der in Diplomatenkreisen bestens vernetzte Journalist Barak Ravid dann im israelischen TV-Kanal 10 exklusiv die Nachricht, dass das israelische Aussenministerium seine Diplomaten in aller Welt angewiesen habe, für das Vorgehen Saudi-Arabiens zu werben und Iran zu verurteilen. Diese ungewöhnliche Allianz zwischen Riad und Jerusalem folgt vermutlich dem Credo «Der Feind meines Feindes ist mein Freund».

Ob das Kalkül aufgeht, ist bislang nicht absehbar. Zum einen aufgrund der komplexen innenpolitischen Gemengelage im Libanon, zum anderen mit Blick auf Iran. Denn die Islamische Republik ist weit mächtiger als Katar - und selbst das kleine Emirat hält dem Druck Saudi-Arabiens schon seit Monaten stand. Das Ringen um die Vorherrschaft im Nahen Osten ist nun in ein neues Stadium eingetreten. Saudi-Arabien geht derart in die Offensive, dass jeder Rückschlag für Kronprinz Mohammed einen Gesichtsverlust bedeutet.

Weit entfernt von Gleichberechtigung, aber schon viel näher

Video: srf

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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26
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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Asmodeus 08.11.2017 09:52
    Highlight Mir fällt gerade die Chronologie auf.

    1. Trump wird Präsident und will die Iran-Deals aufkündigen unter Beifall von Israel.
    2. International und auch intern wird Trump mitgeteilt, dass dies eine blöde Idee ist. Israel ist sauer.
    3. Saudi Arabien kauft von den USA Unmengen an Militärmaterial.
    4. Saudi Arabien bereitet einen Krieg gegen den Iran vor.
    Trump und Israel signalisieren sofort ihre Zustimmung.
    19 1 Melden
    • Zeyben 08.11.2017 15:21
      Highlight 5. Saudi Arabien wird danach von seinen Bündnispartnern platt gemacht.
      5 1 Melden
    • Saraina 08.11.2017 19:22
      Highlight 6. Der IS versetzt alle Muslime in der Region in Angst und Schrecken, zerstört alle gewachsenen religiösen und sozialen Strukturen in der Gegend - und das salafistische Saudi Arabien bietet sich als moderate Alternative und regionale Führungsmacht an.

      Nachher kommt natürlich der von Zeyben erwähnte Punkt 5.
      5 1 Melden
  • Trump's verschwiegener Sohn 08.11.2017 08:50
    Highlight Ich würde Russland noch in die Gleichung nehmen. Sonst ist die Analyse stark simplifiziert. Die schauen ganz sicher nicht bloss zu. Und wie der Artikel schon richtig feststellte, konnte man nicht mal das kleine Katar in die Knie zwingen. Auch im Jemen blamieren sie sich eher. Der 32 jährige Kronprinz übernimmt sich komplett. Auch mit dieser Wüstenstadt am roten Meer für 500 Mrd welche angeblich SA vom Öl unabhängig machen soll.
    12 1 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 08.11.2017 18:14
      Highlight @patztop, "Auch mit dieser Wüstenstadt am roten Meer für 500 Mrd welche angeblich SA vom Öl unabhängig machen soll. "

      Die führt wenigstens keine Kriege <.<
      0 0 Melden
  • Wilhelm Dingo 08.11.2017 08:21
    Highlight Wann hat der gefährliche Iran das letzte Mal einen Angriffskrieg gestartet?
    27 3 Melden
    • Laut_bis_10 08.11.2017 19:20
      Highlight Der Iran hat sich halt bereits fast wieder erholt von den Interventionen der USA. Wenn man da nicht nachlegt, geht das Feuer aus.
      3 0 Melden
  • Anam.Cara 08.11.2017 07:48
    Highlight Na, wenn Trump sagt: "die wissen genau was sie tun",
    dann müssen wir uns ja keine Sorgen machen.
    In der Zwischenzeit können wir schon mal die Durchgangsheime für die nächste Flüchtlingswelle vorbereiten. Bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen wird sich die USA wohl wieder vornehm zurückhalten. Schliesslich haben sie Waffen und KnowHow geliefert. Da ist es nach ihrer Logik nur fair, dass wir uns um die humanitäre Katastrophe kümmern.
    Wann hört dieses Machtspiel auf kosten unschuldiger Menschen endlich auf...?
    20 0 Melden
    • Asmodeus 08.11.2017 13:50
      Highlight Die USA bekämpfen die Flüchtlingswellen mit einem einzigen Wort. "Kollateralschaden"
      16 1 Melden
  • Dä Brändon 07.11.2017 23:47
    Highlight USA - Israel - Saudi die Achse des Bösen. Die Chinesen und Russen werden das nicht zulassen.
    19 5 Melden
  • Zeyben 07.11.2017 22:09
    Highlight Die Saudis und Israelis scheinen es eilig zu haben. Das Bündnis besteht schon lange mit den USA. Der Iran als target auch. Waffen wurden den Saudis ausreichend geliefert, offenbar steht dem Angriff nichts mehr im Wege. Praktisch ist nun auch die Vermengung mit der Hisbollah. Da können die Israelis auch gleich zuschlagen. Der Ultra-Nationalist und Hardliner Lieberman macht sich nicht einmal Mühe für eine ausgeklügeltere Kriegsrhetorik und sondert einfache hate speech ab. Na dann schauen wir wieder mal erneut zu.
    89 16 Melden
  • (M)eine Meinung 07.11.2017 21:49
    Highlight Die Krummsäbel werden wieder gewetzt, der nächste "Bürgerkrieg" ist in der Pipeline....
    106 19 Melden
  • Posersalami 07.11.2017 21:42
    Highlight "die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen"

    Gibt es dafür denn jetzt endlich mal einen Beweis? Ich lese da nämlich immer nur Formulierungen wie "Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Sicherheitskreisen in der Region erfuhr" oder "Für Saudiarabien steht fest, dass Iran die Schiitenmiliz mit Waffen beliefere"

    Das liest man nun seit Jahren, ohne das SA oder jemand anderes endlich mal einen Beweis vorgelegt hat. Aber jetzt, jetzt können sie die Beweise Sackweise einsammeln! Also?

    Woher die Waffe stammen könnte.. zB. aus dem Arsenal der jemenitischen Armee?
    131 21 Melden
    • Hierundjetzt 08.11.2017 00:13
      Highlight Ernsthaft? Ein bankrottes Drittweltland kann plötzlich ohne Unterstützung 4 Jahre Krieg führen? Schon mal deren Artillerie gesehen? Oder die Panzerabwergeschütze? Die sind sehr neu.

      Die jeminitische Armee bzw der Staat hat bereits Jahre vor dem Krieg die Kontrolle über das nördliche Staatsgebiet komplett verloren.

      Also nochmals, ein Staat der nicht mal die Kraft hat das Land zusammenzuhalten, kann tadaa 4 Jahre Krieg gegen SA führen? Nö. Sorry
      5 8 Melden
    • Posersalami 08.11.2017 13:50
      Highlight Nein sie verstehen das falsch. Teile der Armee sind mit ihren Waffen zu den Rebellen übergelaufen und natürlich haben diese Rebellen auch Depots der Armee eingenommen.

      Zur Finanzierung meint Arnold Hottinger: "Doch den Huthis ist es seit Jahren gelungen, sich zu finanzieren und „informelle Geldquellen“ auszuschöpfen. Dazu gehören Einkünfte aus dem von ihnen kontrollierten Schwarzmarkt für Gas und Öl. Zudem erhalten die Huthis direkte finanzielle Unterstützung von zaidistischen Glaubensgenossen."
      https://www.journal21.ch/wirtschaftskrieg-gegen-die-huthis

      Wenn du was besser hast..
      9 1 Melden
  • Asmodeus 07.11.2017 21:37
    Highlight Die Kriegstreiber USA und Israel mittendrin.

    Und mit Leuten wie Netanjahu muss man Israel mittlerweile leider als Kriegstreiber einstufen.
    274 59 Melden
    • 足利 義明 Oyumi Kubo 07.11.2017 23:06
      Highlight Da spricht jemand, wie er es versteht....
      Leider versteht er es nicht.
      2 22 Melden
    • Spooky 07.11.2017 23:26
      Highlight @Amodeus
      Wieso genau seid ihr Linken gegen die Juden?
      2 19 Melden
    • Saraina 08.11.2017 08:01
      Highlight Israel hat rechtsextreme Tendenzen, die diejenigen von Ländern wie Ungarn klar in den Schatten stellen. Mit der freien Meinungsäusserung ist es auch nicht mehr so toll. Kritische Gruppen im Inland und Organisationen kritischer Juden im Ausland werden aktiv bedrängt, beobachtet und Verleumdet. Was in anderen Ländern zu Recht als kritikwürdig gilt, wird in dem Fall toleriert und mit Zuwendungen unterstützt. Keine gute Entwicklung!
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