International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zwei Millionen Kinder gehen wegen Bürgerkrieg im Jemen nicht zur Schule

27.03.18, 16:10 27.03.18, 16:40


epa06610613 Yemeni children wait to receive anti-diphtheria vaccines during a vaccination campaign amid an acute diphtheria outbreak at a health center in Sana'a, Yemen, 17 March 2018. According to reports, an anti-diphtheria vaccination campaign was held in Yemen, targeting 2.7 million Yemeni children aged from six weeks to 15 years, after the outbreak began in mid-August 2017, infecting more than 1300 people and killing at least 73.  EPA/YAHYA ARHAB

Leiden am meisten unter dem Krieg: Kinder. Bild: EPA/EPA

Wegen des andauernden Bürgerkriegs können im Jemen einem UNICEF-Bericht zufolge zwei Millionen Kinder nicht zur Schule gehen. Allein seit dem Eintritt der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jahr 2015 stieg deren Zahl um fast eine halbe Million.

Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Report des UNO-Kinderhilfswerks hervor. «Eine ganze Generation von Kindern im Jemen sieht wegen des eingeschränkten oder fehlenden Zugangs zu Bildung einer trostlosen Zukunft entgegen», sagte Meritxell Relano, UNICEF-Beauftrage für den Jemen.

Ein Grund für diese Entwicklung liegt dem Bericht zufolge im verstärkten Einsatz von Kindersoldaten. Demnach wurden seit 2015 mehr als 2400 Kinder von bewaffneten Gruppen rekrutiert.

Hinzu kommen die wachsenden Gefahren auf dem Schulweg: Kinder könnten unterwegs getötet werden, sagte Relano. Aus Angst vor Angriffen würden viele Eltern ihre Kinder lieber zuhause behalten. Die Familien würden dann nach «gefährlichen Alternativen» suchen, um den Nachwuchs durchzubringen, darunter Kinderehen, Kinderarbeit und Eintritt in bewaffnete Gruppen, sagte Relano.

Machtkampf im Jemen

Zudem ist laut dem Bericht der Schulbesuch von weiteren viereinhalb Millionen Kindern im Jemen gefährdet. Der Grund: Wegen des andauernden Konflikts hätten die Lehrer seit mehr als einem Jahr kein Gehalt bekommen.

Die Vereinten Nationen bezeichnen den Jemen-Krieg als grösste humanitäre Krise weltweit. Sieben Millionen Menschen sind dort vom Hunger bedroht, ausserdem herrscht in dem Land eine Cholera-Epidemie. Seit dem Eintritt der von Riad angeführten Koalition in den Konflikt im März 2015 wurden fast 10'000 Menschen getötet. (sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Diese Frauen haben etwas zu sagen – und der SVP wird dies nicht gefallen

Wieso, verdammt, find ich mich ein Leben lang hässlich?

«Dünne Menschen sind Arschlöcher»

Jetzt kommt das Gratis-Internet in den Zügen – es sei denn, du bist Swisscom-Kunde

In der Schweiz leben 2 Millionen Ausländer – aber aus diesen 3 Ländern ist kein einziger

Norilsk no fun? «Im Gegenteil», sagt Fotografin Elena Chernyshova

Wenn Instagram-Posts ehrlich wären – in 7 Grafiken

Wir haben Schweizer Eishockey-Stars verunstaltet – erkennst du sie trotzdem?

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • meine senf 27.03.2018 18:02
    Highlight Ein schrecklicher Kreislauf: Wer traumatisiert ist, sich später um Kindheit und Chancen und Leben betrogen fühlt und kaum Bildung bekam, eignet sich hervorragend als Selbstmordattentäter, Kanonenfutter oder Folterknecht für die nächste Terrororganisation oder das nächste Folter- oder Sektenregime.
    11 0 Melden

Wagner statt Rechtsrock: Richard Spencer ist der Prototyp des neuen Neonazis

Diese Woche ist der rechtsextremen Splitterpartei Pnos ein Coup gelungen. Sie konnte das Aushängeschild der Altright-Bewegung in den USA, Richard Spencer (40), als Redner für ihren Parteitag am 1. Dezember gewinnen. Sollte Spencer einreisen dürfen, was fraglich ist, würde er auf den Präsidenten der Pnos, Dominic Lüthard (35), treffen.

Es wird das Treffen zweier Rechtsextremisten mit Musikgehör, wenn auch mit sehr unterschiedlichen Vorlieben. Lüthard wurde über den Rechtsrock der Skinhead-Szene politisiert. Er gründete die Band Indiziert und schrie Texte wie «Homos an den Nordpol» von der Bühne.

Richard Spencer dagegen hat zwar auch eine musikalische Vergangenheit in der Schweiz, allerdings in einem anderen Genre. Er absolvierte im Jahr 2002 ein Praktikum am Zürcher Opernhaus, wie er auf Anfrage sagt. Er half dem Regisseur …

Artikel lesen