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Harvard University, Campus

Weinstein-Verteidiger als Dekan unerwünscht: Der Campus der Elite-Universität Harvard. Bild: Shutterstock

Harvard knickt vor Studenten ein – Weinstein-Anwalt verliert Stelle als Dekan



Ronald S. Sullivan Jr. ist ein prominenter amerikanischer Professor und Staranwalt. In Harvard, wo er Jura lehrt, amtet er seit 2009 zugleich als Dekan am Winthrop House, einem der zwölf Studentenwohnhäuser der Elite-Universität. Fakultätsdekane betreuen Studenten in persönlichen und akademischen Belangen. Sullivan ist der erste schwarze Dekan in der Geschichte Harvards.

Damit ist nächstens Schluss, wie die «New York Times» berichtet: Sullivans Amtsperiode als Dekan endet am 30. Juni – und Harvard wird sie nicht wie sonst üblich für das nächste Semester verlängern. Der Entscheid betrifft auch Sullivans Gattin Stephanie Robinson, Lehrbeauftagte an der Harvard Law School, die das Amt gemeinsam mit ihrem Mann ausübt.

Attorney Ronald Sullivan, for Harvey Weinstein, enters State Supreme Court in New York, Friday, April 26, 2019. Both sides in Weinstein's sexual assault case want the media and the public barred from the disgraced movie mogul's court appearance.(AP Photo/Richard Drew)

Sullivan, hier im April am Obersten Gericht des Bundesstaates New York, gehört zum Verteidigerteam von Harvey Weinstein. Bild: AP/AP

Anhaltende Studentenproteste

Mit Sullivans Entlassung reagiert die Universität auf anhaltende Studentenproteste, die im Januar begannen, als Sullivan dem Verteidigerteam von Harvey Weinstein beigetreten war. Der bekannte Hollywood-Produzent wird beschuldigt, über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Frauen vergewaltigt oder sexuell belästigt zu haben. Im September wird er sich in New York vor Gericht verantworten müssen.

Die Studenten begründeten ihren Protest damit, dass Sullivans Rolle als Dekan nicht mit der Tätigkeit als Verteidiger eines mutmasslichen Sexualstraftäters vereinbar sei. Am 3. Mai fand im Ess-Saal von Winthrop House ein Sit-in statt, bei dem mehrere Studentengruppen Transparente mit Aufschriften wie «Reclaim Winthrop» oder «#MeToo» zeigten und den Rücktritt Sullivans als Dekan forderten.

Nearly 200 undergraduates wearing red sat in the Winthrop House dining hall Friday to call for administrative action months after Winthrop Dean Ronald S. Sullivan, Jr. announced his decision to represent Hollywood producer Harvey Weinstein. 
https://www.thecrimson.com/image/2019/5/6/-winthrop-sit-in-2/

Etwa 200 Studenten nahmen an dem Sit-in in Winthrop House teil. Bild: Thecrimson.com

Laut der Studentenzeitung «Harvard Crimson» erklärte einer der Protestierenden, es gehe nicht darum, dass Weinstein keinen Anwalt haben dürfe. Der springende Punkt sei vielmehr, dass Sullivan die Verteidigung nicht hätte übernehmen müssen. Indem er sie gleichwohl übernommen habe, kompromittiere er seine Tätigkeit als Mentor in Winthrop House.

«Down with Sullivan»

Seine Anwesenheit in Winthrop House sei traumatisierend für Opfer von Vergewaltigungen und sexuellen Belästigungen. Eine Vertreterin der «Association of Black Harvard Women» (ABHW) betonte, schwarze Frauen – besonders lesbische Minderheiten – seien speziell davon betroffen, wenn «Rape culture» («Vergewaltigungskultur») auf dem Campus ermutigt werde. Die ABHW hatte bereits im Februar in einem Brief den Rücktritt Sullivans verlangt.

Bereits vor dem Sit-in hatten Studenten moniert, Sullivan habe mit seiner Verteidigung Weinsteins gezeigt, dass ihm die Sicherheit von Studenten egal sei. Auf dem Campus waren zudem Graffiti wie «Down with Sullivan» («Nieder mit Sullivan») oder «Whose side are you on?» («Auf welcher Seite stehst du?») aufgetaucht.

Dem Druck nachgegeben

Für Sullivan setzte sich dagegen eine Reihe von Kollegen ein. 52 Professoren der Elite-Universität wiesen in einem offenen Brief darauf hin, dass die juristische Vertretung umstrittener Mandanten sehr wohl mit der Rolle als Professor und Dekan der Fakultät vereinbar sei. Der Einsatz fruchtete jedoch nicht; die Universität zog es offenbar vor, dem Druck der protestierenden Studenten nachzugeben und Sullivan nicht weiter als Dekan zu beschäftigen.

Die angespannte Stimmung unter den Studenten solle nicht noch weiter verschlechtert werden, begründete der Präsident des Harvard College, Rakesh Khurana, Sullivans Entlassung. Es sei nicht gelungen, das Klima in Winthrop House zu verbessern und die Situation dort sei unhaltbar.

Rakesh Kurana, Harvard College
Von Christopher Michel - https://www.flickr.com/photos/cmichel67/16693070009/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48294839

Harvard-College-Präsident Rakesh Khurana. Bild: Wikimedia/Christopher Michel

Der Entscheid der Universität stiess auf zum Teil vehemente Kritik. Der Anwalt und ehemalige Harvard-Student Kaveh Shahrooz warf der Universität in einem Artikel auf «Quillette» Feigheit vor. Auch auf Twitter hagelte es Kritik:

Sullivan selbst und seine Frau zeigten sich in einer gemeinsamen Erklärung, die sie der «Huffington Post» zukommen liessen, «überrascht und bestürzt» von der Entscheidung. Sie seien davon ausgegangen, dass sich die Gespräche, die sie mit hochrangigen Vertretern der Universität geführt hatten, in eine positive Richtung entwickelten. Doch Harvard habe diese Gespräche abgebrochen.

(dhr)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Geo1 17.05.2019 12:23
    Highlight Highlight Ich kann die Empörung in den Kommentaren nicht nachvollziehen. Man stelle sich vor, als Studentin beim Dekan einen sexuellen Übergriff melden zu müssen, im Wissen, dass dieser ebensolche Aussagen in einem Gerichtsprozess potentiell (abhängig von der Strategie der Verteidigung) mit allen Mitteln versucht, in Zweifel zu ziehen. Das Recht eines Angeklagten auf eine gute Verteidigung ist unbestritten, aber es gibt genügend andere hervorragende Juristen, die diese übernehmen können. Mit etwas Fingerspitzengefühl hätte das auch Sullivan erkennen können, bevor er den Job angenommen hat.
    • Cédric Wermutstropfen 17.05.2019 17:43
      Highlight Highlight Ich habe solche lauten Mimosen so satt. Jeder normale Student, der einen sexuellen Übergriff zu melden hat, wird wegen dem Mandat nicht mehr oder weniger Scham, Furcht, oder was auch immer haben, zu Sullivan zu gehen. Schlussendlich darf der Dekan nicht mal mehr einen Dieb verteidigen, weil sonst ja SJW-Studenten Angst haben könnten, einen Diebstahl zu melden.

      Verteilt denen einfach Windeln und Taschentücher und Gut ist. Hohn und Hass können sie von mir haben, meine Empathie hebe ich mir für Leute auf, die sie verdienen.
  • *sharky* 17.05.2019 08:24
    Highlight Highlight Wow, was für eine Empörungs-Welle und -"Kultur" hier in den Kommentar-Spalten!
    Na, denen linken Studies hat man es jetzt aber richtig gezeigt!
    Der abendländische Anspruch auf Fairness und "Gerechtigkeit" ist in allerhöchster Gefahr!

    Was für ein bigotter Haufen...

    Wahrscheinlich der gleiche "Haufen", welcher sich auch für die Rechte asylsuchender Menschen vehement einsetzt... oder klatschen die etwa bei jedem "bodycount"?

    Zudem sollte man sich zuerst über den Aufgabenbereich eines US-Dekans informieren, denn um das geht es, um nichts anderes!
  • wintergrün 17.05.2019 07:50
    Highlight Highlight Hier noch ein erhellender Tweed mit den Gründen der Studenten

    lesbian mothman (@verysmallriver)
    12.05.19, 02:46
    Hi! Current Harvard student here. The framing of this article and situation is really, really off. Sullivan was not let go just for representing Weinstein. The whole situation is really complicated, so here’s what’s been happening on our campus: a thread

    https://twitter.com/verysmallriver/status/1127374371386003456?s=12

    Wäre schön wenn die Zeitungsartikel sich besser um die Darstellung der Argumente beider Seiten bemühen würden statt blinde Empörung zu schüren.

    • Daniel Huber 17.05.2019 09:12
      Highlight Highlight Wo wird hier blinde Empörung geschürt?
      Die Argumente der Studenten wurden dargestellt, der entsprechende Artikel von «The Crimson» wurde verlinkt.
    • Zwei Fallende Stimmen 17.05.2019 11:02
      Highlight Highlight @Huber: die Top-Kommentare zeigen sehr schön, dass Ihrs nicht geschafft habt, zu erklären worums geht!
    • Cédric Wermutstropfen 17.05.2019 17:48
      Highlight Highlight @Zwei Fallende Stimmen: Ich denke ziemlich jeder hat verstanden, worum es hier geht. Der Artikel ist da auch mehr als fair. Nur ist die Argumentation halt eben einfach nur lächerlich. Die Leute haben solchen Blödsinn einfach satt. Hier wollen ein paar wenige aber laute, hypersensible Studenten einen unbescholtenen Mann, um seine Position bringen. Das ist widerlich.
  • wintergrün 17.05.2019 07:26
    Highlight Highlight Hier ein Artikel der Harvard Studentenzeitung der die Position erklärt
    https://www.thecrimson.com/article/2019/5/10/winthrop-climate/

    Die Studenten möchten nicht dass Straftäter keinen Verteidiger haben.
    Vielmehr halten sie Sullivan ungeeignet als Dean.
  • Töfflifahrer 17.05.2019 06:37
    Highlight Highlight Ich dachte mal jeder har ein Anrecht auf die bestmögliche Verteidigung!?
    Und, auch im Fall Weinstein gilt doch immer noch die Unschuldsvermutung. Diese Studenten treten wichtige Bestimmungen der Verfassung mit Füssen und protestieren sicher noch gegen Trump, der dasselbe macht.
  • The Destiny // Team Telegram 17.05.2019 06:07
    Highlight Highlight Erinnert schwer an "to kill a mocking bird"
  • Neunauge 17.05.2019 06:00
    Highlight Highlight Schwach! Gerade weil er als Sexmonster in der Öffentlichkeit dargestellt wurde, braucht der Mann einen guten Anwalt.
    Sei es um ihn zu entlasten oder um, wenn er für schuldig befunden wird, niemand behaupten kann, er sei nicht richtig verteidigt worden.

    Unabhängig davon, dass ich ihn für schuldig halte.
  • Rabbi Jussuf 17.05.2019 01:20
    Highlight Highlight Wieso entlässt man den Dekan und nicht die Studenten???
  • The oder ich 17.05.2019 00:58
    Highlight Highlight Vielleicht hat gewissen Studierenden Herr Sullivan einfach die falsche Hautfarbe; da kommt es wie gerufen, wenn man etwas Anderes vorschieben kann.
  • LeChef 17.05.2019 00:11
    Highlight Highlight Die amerikanischen Unis sind heutzutage das Zentrum einer neuen Gegenaufklärung. Das macht mir wirklich langsam Angst.
    • Geo1 17.05.2019 12:15
      Highlight Highlight Alabama verabschiedet gerade drakonische Strafen bei Abtreibungen, und für dich sind die amerikanischen Unis das Zentrum der Gegenaufklärung? Ernsthaft?
  • Pinkerton 17.05.2019 00:03
    Highlight Highlight Ja, da haben die Harvard-Studenten offenbar nicht ganz begriffen, wie das mit der Rechtsstaatlichkeit und dem Recht auf Verteidigung so funktioniert. Ironisch, dass die angeblich progressive Speerspitze am Ende willkürliche Hexenprozesse für alle fordert, die ihr gerade nicht in den Kram passt.
  • Ueli der Knecht 16.05.2019 23:53
    Highlight Highlight Es ist natürlich einfach, sich über amerikanische Studenten zu empören, und derweil die (genau gleichen) eigenen Schwächen im eigenen (schweizer) Rechtssystem geflissentlich zu übersehen.

    "Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Du Heuchler!"
    Matthäus 7,3 (über das Richten, https://www.bibleserver.com/text/EU/Matth%C3%A4us7%2C3)
  • Zwei Fallende Stimmen 16.05.2019 23:49
    Highlight Highlight Laut CNN hat sich Sullivan übrigens ohnehin aus dem Verteidigerteam zurückgezogen.
  • So en Ueli 16.05.2019 23:11
    Highlight Highlight Interessante Ansichten haben diese Studenten hier. Hier zeigen sich wieder einmal so deutlich die verkehrten Ansichten von solchen jungen Menschen. Alle Menschen haben Anrecht auf eine Verteidigung.
  • Chrigi-B 16.05.2019 22:58
    Highlight Highlight Es tut mit leid, dass ich die schlechten Nachrichten überbringen muss: Der Untergang der westlichen Welt ist näher als wir uns erträumen.

    Das alte Rom lässt grüssen und lacht sich ins Fäustchen.
  • jarjar binks 16.05.2019 22:53
    Highlight Highlight Die einzig logische und richtige Entscheidung!
    • Erster-Offizier 16.05.2019 23:11
      Highlight Highlight Ehm, dann weisst du nicht, was Logik bedeutet...
    • Friedhofsgärtner 16.05.2019 23:17
      Highlight Highlight Möchtest du erläutern warum du dieser Meinung bist? Würde mich interessieren.
    • Scrat 16.05.2019 23:50
      Highlight Highlight Erklär‘s mir bitte!
    Weitere Antworten anzeigen
  • swisskiss 16.05.2019 22:49
    Highlight Highlight Wieso mache ich mich nur über die absurde Argumentation von Rechtspopulisten samt Anhang lustig?
    Da schaffens diese Studenten auch locker aufs Podest.

    Verteidiger eine Sexualtäters = seien speziell davon betroffen, wenn «Rape culture» auf dem Campus ermutigt werde.
    Verteidiger eines Sexualtäters = mit seiner Verteidigung Weinsteins gezeigt, dass ihm die Sicherheit von Studenten egal sei.

    Nicht nur absurd, sondern auch grundsätzlich faschistoid.

    Und dann sich beklagen, wenn Rechte solche Bestrebungen als Beweis anführen, dass "Gutmenschtum" nichts mit einem guten Menschen gemeinsam hat.
  • Karl33 16.05.2019 22:47
    Highlight Highlight Die amerikanischen Universitäten sind zu Horten der Intoleranz, der Engstirnigkeit und des Hasses auf Andersdenkende geworden. Stellvertretend für die linke Ideologie. In Deutschland können wir ähnliches auch schon beobachten.
    • HabbyHab 17.05.2019 00:38
      Highlight Highlight ..nein.
    • Alnothur 17.05.2019 07:57
      Highlight Highlight Doch.
  • Cédric Wermutstropfen 16.05.2019 22:37
    Highlight Highlight Hoffentlich waren das keine Jus-Studenten, denn falls doch haben diese Pappnasen definitiv das falsche Studium gewählt. Das Schlimme ist, dass genau dieser SJW Müll auch langsam in unserem Unis zu gären beginnt. Wichtig ist daher, dass sich Studenten aller politischen Couleur gegen diese Mimosen stellen.
    • Ueli der Knecht 17.05.2019 00:08
      Highlight Highlight Cédric: Solche mittelalterliche Gesetzgebung gibt es auch in der Schweiz, zB. gegen islamistische Gruppierungen.

      Auch im Al-Qaïda/IS-Gesetz wird der Bestimmtheitsgebot (nach dem Grundsatz "nulla poena sine lege certa") verletzt und der Willkür Tür und Tor geöffnet.

      Konkret: Wer Al-Qaïda-Führer juristisch berät, um zB deren Ansprüche völkerrechtlich zu verteidigen, macht sich in der Schweiz eines Verbrechens schuldig.

      Bezeichnest du dieses Gesetz konsequenterweise auch als SJW-Müll? Oder gelten da für dich plötzlich andere Standards?

      Und wie erklärst du das den Schweizer Jus-Studenten?
    • Cédric Wermutstropfen 17.05.2019 11:18
      Highlight Highlight @Ueli: Das ist doch nicht das gleiche.. Du vergleichst Äpfel mit Birnen.
    • Ueli der Knecht 17.05.2019 12:59
      Highlight Highlight Cédric: Es ist schon das gleiche. Du bist da nur nicht konsequent und wendest verschiedene Standards an.

      Worin siehst du denn konkret Unterschiede, ob ein Anwalt IS-Anhänger verteidigt und ihnen zB. hilft, ihre Ziele auf dem Rechtsweg geltend zu machen und zu legitimieren, oder ob ein Anwalt versucht, Vergewaltiger zu verteidigen und ihnen hilft, ihre Taten auf dem Rechtsweg zu legitimieren?

      Der einzige Unterschied liegt doch darin, dass die Verteidigung von IS-Anhänger strafbar ist, währenddessen die Förderung von Vergewaltiger-Aktivitäten erlaubt ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TanookiStormtrooper 16.05.2019 22:31
    Highlight Highlight Auch Harvey Weinstein hat das Recht sich jeden Anwalt zu holen, den er sich leisten kann. Gerade in den USA ist es ja leider normal, dass man mit einem guten Anwalt aus jeder Scheisse rauskommt. Das ist dann aber ein Fehler im System, den man nicht wegbekommt weil man einen Anwalt unter Druck setzt, einen angeblich Schuldigen nicht zu verteidigen. Das wahre Problem ist, dass keiner dieser Staranwälte je einen armen Schlucker verteidigen würde, auch wenn dieser im Recht wäre.
    • Ueli der Knecht 17.05.2019 00:13
      Highlight Highlight Harvey Weinstein hat schon "das Recht, sich jeden Anwalt zu holen, den er sich leisten kann". Allerdings hat er darauf keinen Anspruch. Ein Anwalt kann und darf nicht gezwungen werden, abscheuliche Verbrecher zu verteidigen.

      Einem Anwalt, der abscheuliche Verbrecher verteidigt, nur weil er sich dabei eine goldene Nase verdienen kann, dem fehlen offensichtlich jegliche moralischen Voraussetzungen, um Dekan eines Lehrstuhls und Vorbild für Studenten zu sein.
  • pun 16.05.2019 22:27
    Highlight Highlight Man kann ja kritisieren, welche Mandatsverhältnisse ein Vertrauenslehrer neben seinem Universitätsjob annimmt (angenommen, mein Dozent für internationales Recht würde vor Gericht Glencore vertreten, da würde ich auch grosse Fragezeichen setzen), aber davon zu sprechen, dass ein Mandat eines Anwalts Vergewaltigungsopfer retraumatisiere, weil der Vertretene ein mutmasslicher Vergewaltiger ist, das hilft doch einfach keinem einzigen Opfer. Vergewaltigungen sind leider eine Realität. Wer eine erleben musste kann doch danach nicht den Rest des Lebens ignorieren, dass es sie gibt?
    • Butschina 17.05.2019 02:43
      Highlight Highlight Da gebe ich dir Recht. Es mag auf den ersten Blick zwar irgendwie stossend wirken wenn Sullivan Weinstein vertritt. Rechtlich ist es aber erlaubt. Wenn von Seiten der Uni Mandatsübernahmen erlaubt sind, kann es kein Grund für die Kündigung sein.
      Betroffene müssen, so hart es klingt, lernen, dass das Thema Vergewaltigung sehr präsent ist. Dies zu ignorieren lässt Betroffene tiefer in die Abwärtsspirale gleiten. Wichtig ist, sich professionelle Hilfe zu holen.
  • P. Silie 16.05.2019 22:27
    Highlight Highlight Das ist beängstigend.. und ich habe bereits mehrmals auf die moralischen Hinrichtungen seitens der Linken hingewiesen. Das nimmt eine komplett neue 'Qualität' an und es muss unbedingt verhindert werden, dass auch diese Verfehlung bei uns Fuss fassen wird.
  • Adumdum 16.05.2019 22:19
    Highlight Highlight An all die Protestler hier - man hat den Mann ja nicht als Professor entlassen. Hier geht es aber um einen hochsensiblen Prozess - und Dekan ist eine sensible Position - und: Vergewaltigung, sexuelle Belästigung und Schutz von Studentinnen ist kein Fake Thema an amerikanischen (sowie nebenbei auch wo ich wohne: australischen) Unis.

    Lässt sich halt nicht immer alles miteinander vereinbaren.
    • Karl33 16.05.2019 22:50
      Highlight Highlight @Adumdum, Dekan ist ein Administrationsjob. Es ist dasselbe, wie wenn die linke Zeitung Republik gegen die ETH-Professoren hetzt, weil sie den Departementsvorsteher in einfachen Verfahren turnusgemäss wählen (ein Job, den niemand will, weil er bloss mehr Administrationsaufwand bedeutet). Hört doch mal auf, solche hetzerischen Fake News in die Welt zu setzen.
    • swisskiss 16.05.2019 23:00
      Highlight Highlight Adumdum : Da hilft es ja ungemein gegen Vergewaltigung, wenn man einen Professor über die Klinge springen lässt. Und zum Glück musste auch seine Frau gehen. Denn nun sinkt auch die Quote für Belästiungen gell? (ironie off)

      Genau solche grenzdebile Argumentation, die zwei Fakten verknüpft, die absolut nichts miteinander zu tun haben und die mit der Entlassung auch nicht die Situation ändert, lassen mich daran zweifeln, dass dies nichts Anderes ist, als Exempel statuieren am mutmasslichen Vertreter des Patriarchats.
    • Zwei Fallende Stimmen 16.05.2019 23:54
      Highlight Highlight Karl33, nein, das stimmt nicht bzw ist nicht mit unserem System vergleichbar. Auszug New York Times: Faculty deans have many jobs, one of which is to act as the point of contact for undergraduate students who want to come forward with reports of sexual abuse, assault or harassment.

      Machts so etwas mehr Sinn?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zwei Fallende Stimmen 16.05.2019 22:08
    Highlight Highlight Amerikanische Unis haben ein grosses Problem mit dem Umgang mit sexueller Gewalt. Das ist nicht mit unseren Unis vergleichbar. Dort werden systematisch Vorfälle unter den Teppich gekehrt (aus Reputationsgründen). Dass es angesichts dieser Problematik sauer aufstösst, dass sich Weinstein als reicher Sack die Creme de la Creme zusammenkaufen kann, um sich zu verteidigen, inkl. eines Dekans der Uni, verstehe ich halbwegs.
    • Friedhofsgärtner 16.05.2019 23:21
      Highlight Highlight Halbwegs? Aber geht es hier nicht auch um die Grundprinzipien des Rechtsstaates?
    • Adumdum 17.05.2019 04:07
      Highlight Highlight Bei so vielen Blitzen muss es hier ja unglaublich viele Experten geben, die sich mit dem Studentenleben an amerikanischen Unis auskennen.
    • Zwei Fallende Stimmen 17.05.2019 09:20
      Highlight Highlight Friedhofsgärtner: Zum xten Mal: Nein! Es geht nicht um die Frage, wie viele hochqualifizierte Anwälte Herr Weinstein um sich scharen darf. Auch verliert der Prof seine Stelle als Prof nicht. Es geht darum, ob ein solcher Prof/Anwalt gleichzeitig Dekan sein soll, der u.a. als Ansprechperson für Opfer sexueller Gewalt an Unis fungieren soll. Ist vielleicht wirklich nicht ganz kompatibel!
    Weitere Antworten anzeigen
  • no-Name 16.05.2019 22:06
    Highlight Highlight “Die Studenten begründeten ihren Protest damit, dass Sullivans Rolle als Dekan nicht mit der Tätigkeit als Verteidiger eines mutmasslichen Sexualstraftäters vereinbar sei.“

    MUT-fu***ing-MASSLICHEN! (Im zweifel...)

    Auch er hat das Recht auf eine Verteidigung.

    Rechtsstaatlichkeit?

    Der Mob hat entschieden!....
    • P. Silie 16.05.2019 22:28
      Highlight Highlight Willkommen im linken Meinungsfaschismus 2019.
  • Ohniznachtisbett 16.05.2019 21:58
    Highlight Highlight Meine Auffassung von Rechtsstaat: Jeder, auch Mörder, Vergewaltiger etc. haben das Recht auf einen fairen Prozess und somit auf einen Verteidiger. Genau das müssten gerade Studenten genaustens wissen und genau diese Werte müssten Studenten wehement verteidigen. Aber diese Studenten sagen: "Doch klar hat auch Weinstein das Recht auf einen Anwalt, aber wir mobben einfach jeden der das Mandat annimmt." Beschämend!!!
    • nickname2000 16.05.2019 23:26
      Highlight Highlight Das Recht wird ihm nicht genommen. Die Schule hat aber auch das Recht den Arbeitsvertrag zu beenden.
  • Hayek1902 16.05.2019 21:57
    Highlight Highlight Willkommen zur US akademischen safespace kultur. Ist nur eine Frage der Zeit,bis die Asiaten führend sein werden in den Hochschulen.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 16.05.2019 21:53
    Highlight Highlight Man muss sich das mal Vorstellen, ein Strafrechtsprofessor wird entlassen aufgrund von Studentenproteste, weil dieser eine der zentralen Aufgabe eines Rechtstaates wahrnimmt, die Verteidigung eines Angeklagte.
    Weil "eine Anwesenheit in Winthrop House sei traumatisierend für Opfer von Vergewaltigungen und sexuellen Belästigungen" und dadurch ""rape cultur" auf dem Campus ermutigt werde".
    Die Uni kniggt vor einem wütenden Mob ein.
    • Karl33 16.05.2019 22:52
      Highlight Highlight Kommt dazu, dass Weinstein noch immer unschuldig ist. 80% der Anklagen gegen ihn wurden fallengelassen, u.a. wurden etliche Anklagen als erfunden oder fingiert entlarvt.

      Es erinnert mich an den Fall Kachelmann: Die Medien machen aus jemandem in einer Hetzjagd einen Schuldigen, und dieser braucht 10 Jahre, um bis in die höchsten Instanzen seine Unschuld zu beweisen und die Medien zu hohen Entschädigungszahlungen zu zwingen.
  • giandalf the grey 16.05.2019 21:48
    Highlight Highlight Ich finde es ja auch lächerlich, aber sind wir ehrlich... In der Schweiz läufts doch genau so. Wie war das nochmal Mit der Anwältin von Thomas N. im Fall Rupperswil? Die stand genau so in der Kritik weil sie das Mandat übernommen hat.
    • Cédric Wermutstropfen 16.05.2019 22:42
      Highlight Highlight Soviel ich weiss, war das hauptsächlich wegen ihrer Verteidigungsstrategie und nicht wegen dem Mandat an sich... trotzdem, ein Anwalt sollte die Möglichkeit haben, alle möglichen Mittel auszuschöpfen, auch wenn sie pietätlos erscheinen.
    • giandalf the grey 16.05.2019 23:05
      Highlight Highlight Das, und er soll auch alle Aufträge annehmen dürfen. Ich meine am Schluss ist das doch die Königsklasse. Wer einen so grossen, scheinbar aussichtslosen und von der Öffentlichkeit beachteten Fall verhandelt, müsste oben auf der Karriereleiter angekommen sein. Wer denkt einem Anwalt geht es um Gerechtigkeit, kann kein guter Anwalt sein.
  • Erster-Offizier 16.05.2019 21:44
    Highlight Highlight Eine Bankrotterklärung an das Rechtsverständnis dieser Studenten.
  • Chrigi-B 16.05.2019 21:43
    Highlight Highlight PEINLICH
  • Spooky 16.05.2019 21:39
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 16.05.2019 21:39
    Highlight Highlight Diese Studenten ahnen wohl noch gar nicht, welchen Reputationsverlust sie ihrer Institution und sich selbst zugefügt haben. In der Justiz sollten die später jedenfalls nicht arbeiten.
    • Alnothur 16.05.2019 23:58
      Highlight Highlight Das läuft in Harvard ja nicht erst seit gestern so, sondern mittlerweile seit ein paar Jahren. Die scheinen damit gut leben zu können.
  • AdiB 16.05.2019 21:37
    Highlight Highlight Was läuft den mit diesen studenten falsch? Ist das ihre art von rechtsverständnis? Er macht seinen job. Was sein mandant getan hat, hat nichts mit ihm als person zu tun.
    Und das seine frau gehen muss geht mir gar nicht in den kopf.
  • ChiliForever 16.05.2019 21:36
    Highlight Highlight Also hat nach Auffassung der Studenten ein Sexualstraftäter kein Recht auf Verteidigung.

    Na, willkommen im 17. Jahrhundert (oder ähnlich.. )...... - oder habe ich mich da irgendwo vertan und das Prinzip der Rechtsaatlichkeit falsch interpretiert?
    • Zwei Fallende Stimmen 16.05.2019 22:05
      Highlight Highlight Man kann auch absichtlich falsch lesen offenbar. Es steht doch klar im Text: Es geht nicht darum, dass er keinen Anwalt haben soll, sondern dass er nicht diesen Anwalt haben soll.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 16.05.2019 22:29
      Highlight Highlight Ich kann es leider nicht anders sagen, aber das ist das dümmste, dass ich heute gelesen habe.
      Die Studenten sagen nicht, er darf keinen Anwalt haben oder nicht, sie sagen, wenn du diesen Typen verteidigst, erledigen wir dich privat und sonst beruflich.
      Einen Angeklagten zu verteidigen wird nicht als ehrbare Aufgabe gesehen, sondern als Verrat der wahren lehre.
      Es geht darum, dass jeder, der ihn als Anwalt vertritt, mit Konsequenzen zu rechnen hat.
    • Grossmaul 16.05.2019 22:31
      Highlight Highlight Jurastudenten. Die zukünftige Elite und ihre Rechtsauffassung *grusel*
    Weitere Antworten anzeigen
  • Selbst-Verantwortin 16.05.2019 21:34
    Highlight Highlight Wenn snowflakes den Rechtsstaat aushölen. Unschuldsvermutung, Recht auf Rechtsanwalt etc. etc.
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Die Kurden, Trump, Erdogan und Assad: Was du über die Kriegswirren in Rojava wissen musst

Sie haben den IS besiegt, jetzt werden die Kurden in Nordsyrien sich selbst überlassen. Ein Überblick über die türkische Militäroffensive in Rojava und was Erdogan, Trump und Assad damit zu tun haben.

Im Stundentakt ändern sich die Schlagzeilen über den Krieg in Nordsyrien: «Türkische Truppen marschieren in Syrien ein», «IS-Terroristen nutzen Chaos nach türkischer Invasion», «Kurden bitten Präsident Assad um Hilfe». Verwirrung total. Klar ist: Die Situation für die Kurden spitzt sich stetig zu, Hunderttausende haben ihre Häuser verlassen und sind auf der Flucht. Die Zahl der Todesopfer, darunter Zivilisten, Kinder und Journalisten, steigt täglich.

Bei den verschiedenen involvierten Akteuren …

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