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FILE - In this Oct. 7, 2018 file photo, presidential frontrunner Jair Bolsonaro, of the Social Liberal Party, flashes a thumbs up at a polling station in Rio de Janeiro, Brazil. In the first round of voting on Oct. 7, Bolsonaro performed far beyond expectations, nearly winning outright with 46 percent of the vote. (AP Photo/Silvia Izquierdo, File)

Rassistisch, frauenfeindlich, reaktionär: Jair Bolsonaro, der neue Präsident Brasiliens. Bild: AP/AP

Rate mal, für wen Brasilianer in der Schweiz mehrheitlich stimmten



Laut offiziellen Zahlen leben 21'000 Brasilianerinnen und Brasilianer in der Schweiz. Davon die meisten in den Kantonen Zürich und Genf. Am Sonntag beteiligten sich jedoch nur wenige tausend Auslandbrasilianer in der Schweiz an den Präsidentschaftswahlen im Heimatland. Sie unterstützten vorzugsweise den rechtsextremen Kandidaten Jair Bolsonaro. 

Die NZZ schreibt, die Brasilianer in der Schweiz hätten sich mit 62 Prozent Stimmenanteil für den frauenfeindlichen und rassistischen Bolsonaro ausgesprochen. Diese Zahlen ergeben sich aus den Resultaten in den beiden Konsulaten in Genf und Zürich – auf der brasilianischen Botschaft in Bern könne nicht gewählt werden, schreibt die Zeitung. 

Damit ist der Zuspruch für den umstrittenen Politiker in der Schweiz sogar grösser als in Brasilien selber. Bolsonaro erreichte dort am Sonntag ein Resultat von etwas mehr als 55 Prozent und ist damit offiziell als neuer Präsident gewählt. 

Weltweit beteiligten sich 200'000 Auslandbrasilianer an der Präsidentschaftswahl. 71 Prozent stimmten für Bolsonaro. Im Vergleich zu den 147 Millionen Wahlberechtigten in Brasilien fällt die Stimme der Exil-Brasilianer zwar kaum ins Gewicht. Doch der hohe Zuspruch für Bolsonaro gibt einen Eindruck der politischen Stimmungslage der Auslandbrasilianer – auch in der Schweiz.

Flanked by his wife Ana Estela, left, and running mate Manuela d'Avila, Workers' Party presidential candidate Fernando Haddad delivers his concession speech, in Sao Paulo, Brazil, Sunday, Oct. 28, 2018. Brazil’s Supreme Electoral Tribunal declared far-right congressman Jair Bolsonaro the next president of Latin America’s biggest country. (AP Photo/Andre Penner)

Blieb chancenlos: der linke Gegenkandidat Fernando Haddad. Bild: AP/AP

Wie die NZZ weiter berichtet, gibt es zwischen den einzelnen Ländern grosse Unterschiede im Stimmverhalten der brasilianischen Expats. Ähnlich wie in der Schweiz stimmten die Brasilianer in London: 61 Prozent gaben die Stimme Bolsonaro. In Paris und Deutschland hingegen stimmte nur eine Minderheit für den Rechtsaussen-Kandidaten. 

(sar)

12 Zitate, die eigentlich alles über Brasiliens neuen Präsidenten Bolsonaro sagen

Bolsonaro ist der neue Präsident von Brasilien

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Video: srf

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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Juliet Bravo 31.10.2018 15:33
    Highlight Highlight Mich wird es dereinst nicht erstaunen, wenn einige Schweizbrasilianer bald Leute kennen, die diese Politik am eigenen Leib erfahren.
  • glüngi 31.10.2018 14:12
    Highlight Highlight ich bin zwar argentinier aber meine eltern sind damals wegen der militärdiktatur geflohen und auch die brasilianer hatten damals eine. jetzt sind sie auf dem besten weg in eine weitere. schade. brasilien hatte am meisten potezial.
  • Bambusbjörn aka Planet Escoria 31.10.2018 14:05
    Highlight Highlight Mein Vorschlag:
    Jeder Auslandbrasilianer, welcher Bolsanaro gewählt hat, soll gefälligst auch wieder nach Brasilien und in der selbst gewählten braunen Suppe leben.
    Sag ich übrigens auch jedem Schweiztürken, der Erdogan gewählt hat.
    • Max Dick 31.10.2018 17:54
      Highlight Highlight Mein Vorschlag: Jeder Schweizer, der demokratische Wahlen und deren Ergebnisse nicht akzeptiert, soll seinen Schweizer Pass abgeben und in eine Diktatur auswandern. Von der Demokratie profitieren, aber selbst dagegen sein, das geht einfach nicht.
    • Juliet Bravo 31.10.2018 18:28
      Highlight Highlight Wer hier akzeptiert bitte schön demokratische Wahlen nicht?🧐?
    • Max Dick 31.10.2018 18:34
      Highlight Highlight Ein grosser Teil der Kommentarschreibenden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerSimu 31.10.2018 13:56
    Highlight Highlight Ich finde es eine Frechheit. Genau wie die Türken. In einem Rechtstaat leben, die Vprzüge der Demokratie geniessen und gleichzeitig diese Werte "ferngesteuert" mit Füssen treten. Warum lassen wir noch immer zu, dass Auslandschweizer für ihr Heimatland abstimmen dürfen?

    Wenn ich irgendwann vielleicht mal auswandere werde ich such nicht mehr über Schweizer Volksinitiativen etc. mehr abstimmen. Ich lebe ja nicht mehr da, also habe ich meiner Meinung nach nicht das mehr Recht über das Leben der Leute zu bestimmen, bis ich mich entscheide, wieder in die Schweiz zurückzukommen.
    • Max Dick 31.10.2018 17:47
      Highlight Highlight Brasilianer sind verpflichtet zu wählen, auch wenn sie im Ausland leben. Bei wiederholtem Schwänzen von Wahlen ohne Begründung droht unangenehmes wie keine Ausweiserneuerung, etc.

      Im Übrigen gibt es sehr viele Brasilianer in Europa, die nicht vorhaben, noch für Jahrzehnte weg zu sein. Also betrifft sie die Zukunft ihres Landes sehr wohl. Gerade die, die wegen der Rezession nun in Europa sind, hatten sehr wohl ein Interesse an dieser Wahl.
  • DerRaucher 31.10.2018 12:33
    Highlight Highlight Das erinnert mich an die Türken und Erdogan. Selbst die Vorzüge eines freien Westens geniessen, zuhause aber ein verschlossenes und konservatives Land wollen. Woher rührt das? Zumal solche Menschen davon profitieren, das sie in Europa überhaupt eine Chance erhalten haben. Wäre Europa so wie sie wählen, wären sie wahrscheinlich gar nicht hier.
  • Nilda84 31.10.2018 12:28
    Highlight Highlight Mich schockiert es nicht wirklich. Wenn ich denn durchschnittlichen Bildungsstand meiner Mit-BrasilianerInnen um mich beobachte, verstehe ich schon dass sie auf die billige Polemik während der Wahl raufgesprungen sind. Aber ich bin auch der Meinung - dann geht Heim! Ciao! Schaut wie ihr dort so gut und angenehm und sicher lebt unter Bolsonaro wie ihr es hier habt...
    • Max Dick 31.10.2018 13:19
      Highlight Highlight Lässt sich schwer eine Statistik machen über das Wahlverhalten der Brasilianer in der CH in Zusammenhang mit dem Bildungsstand. Aber wie ist es in Brasilien selbst? Haben Sie sich angesehen, in welchen Staaten Bolsonaro wie hoch gewonnen hat? Möchten Sie wirklich erzählen, im wunderschönen Nordosten sind die Leute gebildeter als im Süden? Danke für Ihre Antwort.
    • Nilda84 31.10.2018 14:09
      Highlight Highlight Nein - es gibt keine Statistik, deshalb spreche ich von denen die ich kenne (vom sehen etc).

      Und im Hinblick auf die Wahlen hat Bolsonaro quer über alle Bildungsschichten gepunktet. Das ist mir bewusst.
      Nein - leider gehören die Leute im Nordosten eigentlich zum eher tieferen Bildungsniveau. Ich bin persönlich auch von dort, aber aus privilegierten Verhältnissen. Die Leute aus dem NO haben vorallem für Haddad gestimmt, weil sie befürchten ihre Privilegien die ihnen ein angenehmeres Leben ermöglicht haben allesamt unter Bolsonar zu verlieren - was sie auch werden.
    • Der Kritiker 31.10.2018 14:23
      Highlight Highlight Nilda, wenn Du hier 20, 30 Jahre in Sicherheit gelebt hast und danach in ein Brasilien in die Ferien gehst, welches von Mord und Totschlag überschattet wird (man sah es ja täglich bei Cidade Alerta und Reporter Cidadao), dann ist man verunsichert und wünscht sich die alten Zeiten zurück, bevor Sarnei an der Macht war. Ich kann das insofern verstehen, auch wenn ich es nicht gutheisse.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Max Dick 31.10.2018 11:56
    Highlight Highlight Das sind jetzt aber böse diese Exil-Brasilianer. Sind sie also nicht den Wahlempfehlungen von Spiegel, Watson, etc. gefolgt, die derart hintergründig über die Probleme und Wahlen in ihrem Heimatland berichtet haben, sondern haben sich selbst eine Meinung über die beiden Kandidaten gebildet.
    • FrancoL 31.10.2018 12:18
      Highlight Highlight Ja aus der sicheren Schweiz heraus, wo auch Minderheiten, zB die Brasilianer gut behandelt werden, lässt sich schon ein Mann wählen der null und nichts mit den Minderheiten anfangen kann. Das kann man wenn man kein Rückgrat hat.

      Erinnert mich an die Italiener die aus Italien aus Wirtschaftsgründen emigriert sind und nun wacker Salvini wählen.

      Am Rand bemerkt; Ich habe einem italienischen Migranten bewusst einen Schweizer vorgezogen und ihn wissen lassen dass der Schweizer Vorrang habe. Das Geschrei hätten Sie hören sollen, auch ihm leuchtete nicht ein, dass ich lediglich "Salvini" spielte.
    • Max Dick 31.10.2018 12:50
      Highlight Highlight Wo in Bolsonaros Wahlprogramm lesen Sie, dass er Ausländer diskriminieren will?

      Sie haben also mit anderen Worten einem italienischen Migranten einen Job oder Auftrag oder was auch immer nicht gegeben, nur weil dort nicht der Präsident gewählt wurde, den Sie gerne gehabt hätten? Und Sie fürchten sich vor Diktatoren? Ok.
    • Max Dick 31.10.2018 13:36
      Highlight Highlight Waedliman: Nun, immerhin bin ich plus minus der einzige hier, der sein Programm zu kennen scheint. Alle anderen kennen nur ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen aus den letzten 30 Jahren. Ich würde ja gerne über dieses Programm diskutieren mit allem positivem und negativem darin. Aber irgendwie höre ich immer nur allgemeine Standardsätze wie "Faschist Faschist, Verfolgung, Diktator, Sexist...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maria B. 31.10.2018 11:47
    Highlight Highlight Als brasilianisch-schweizerische Doppelbürgerin habe ich Bolsonaro zwar genauso wenig gewählt, wie seinen Kontrahenten der Arbeiterpartei. Letzteres obwohl ich früher jahrelang für Lula da Silva votierte, der wohl der beste brasilianische Präsident in der Geschichte des Landes war und unglaublich viel soziales auf den Weg gebracht hat.

    Ausländer verstehen nicht, wieso Brasilien nun Bolsonaro (ein Trump-Fan) gewählt haben.
    Dies hat damit zu tun, weil das Volk nach dem gewaltigen Petrobras-Skandal, in den ALLE etablierten Parteien verwickelt waren, die Nase voll hat und einen Aufräumer will.
    • Maria B. 31.10.2018 12:15
      Highlight Highlight Noch was ergänzendes zum obstehenden :

      Brasilien leidet nicht nur unter einer allgegenwärtigen Korruption aller Parteien und des Establishements, sondern hat eine der höchsten Kriminalitätsraten mit 60'000 Morden jährlich. Und erst unter all diesen Aspekten hat man den dem Militär nahestehenden Paradiesvogel Bolsonaro gewählt.

      Er wird gnadenlos gegen die grassierende Korruption vorgehen, Banditen und Mörder zuhauf erschiessen lassen, das Land mit harter Hand und der Armee im Rücken regieren.

      Dies sind, trotz seiner unsäglichen Sprüche, die Gründe, wieso soviele WählerInnen auf ihn setzen.
    • FrancoL 31.10.2018 12:23
      Highlight Highlight Ein Aufräumer der Minderheiten negiert? Macht das Sinn? Wo wären diese Brasilianer wenn zB in der Schweiz so mit Minderheiten umgegangen würde, wie es Bolsonaro in Brasilien vor hat?

      Wer so fahrlässig mit den Rechten anderer umgeht wie die Wähler von Bolsonaro sollte man entsprechend behandeln und ich bin sicher die würden rasch ihre Meinung ändern.
    • Maria B. 31.10.2018 12:37
      Highlight Highlight FrancoL

      Brasilien, dessen Situation, Mentalität und Geschichte mit jenen der Schweiz zu vergleichen, ist dasselbe wie bei Äpfeln und Birnen, mein Lieber ;-)!

      Man wird sehen, was wird, nicht nur die BrasilanerInnen harren gespannt der Fortsetzung der Geschichte. Bolsonaro ist ein exotischer Versuch, Ordnung und System in einer höchst verfahrene Situation zu bringen

      Mir gefällt er zwar nicht, aber das ist nebensächlich. Ich versuchte lediglich die Wahlmotivation mancher BrasilianerInnen zu erklären

      So, und nun ab, zurück an die Arbeit, bin gerade stark beschäftigt....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Asmodeus 31.10.2018 11:26
    Highlight Highlight Wie bei den deutschen Türken auch.

    Wenn man selber nicht betroffen ist, ist es leicht für einen Faschisten zu stimmen.
  • INVKR 31.10.2018 11:09
    Highlight Highlight Ja, Rechtspopulisten und (Proto)Autokraten wählen sich bekanntlich gut, wenn man selber die Vorzüge eines sicheren, liberalen Rechtsstaats geniesst. Siehe auch Deutschtürken und Erdogan.
    • P. Silie 31.10.2018 11:22
      Highlight Highlight Zum Glück haben Lula, Rousseff und andere Exponate über Jahre hinweg sauber und ohne Korruption gearbeitet.. sonst wäre dieser unsägliche Bolsonaro noch an die Macht gekommen
    • FrancoL 31.10.2018 12:26
      Highlight Highlight @P. Sille; Zum Glück war die Militärjunta die Bolsonaro so verherrlicht nicht korrupt! Doch da spielt es eben keine Rolle, wenn die richtigen Korrupt sind.
      Geschichte reicht eben etwas weiter zurück als nur 10 Jahre!
    • DerTaran 31.10.2018 13:08
      Highlight Highlight Nur wird sich Bolsonaro am Ende als kein Deut besser herrausstellen. Ohne selber korupt zu sein, hätte er es in Brasilien weder im Militär noch in der Politik weit gebracht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Chääschueche 31.10.2018 10:58
    Highlight Highlight Wie bei Erdowahn also...

    Das eigene Land ist einem egal...man lebt ja selbst in eine Rechtsstaat...

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