Missbrauch in Berner Kita: Hinweis auf Täter kam aus den USA – die Sonntagsnews
Pierin Vincenz wegen Steuerhinterziehung verurteilt
Der frühere Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist nach Angaben der «SonntagsZeitung» wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig zu einer Busse von fast einer Million Franken verurteilt worden. Das Bundesgericht bestätigte ein Urteil des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden vom Februar 2025, wie die Zeitung schrieb. Bisher sei das Steuerverfahren nicht bekannt gewesen. Denn im Gegensatz zu Strafrechtsprozessen seien Steuerprozesse nicht öffentlich. Die Ausserrhoder Steuerfahnder hätten seit 2021 ermittelt. Der Vorwurf laute, dass Vincenz 3,4 Millionen Franken Einkommen nie versteuert habe. Zusätzlich zur Busse müsse Vincenz Nachsteuern zahlen. Wie hoch dieser Betrag ist, gehe aus dem Urteil nicht hervor. Vincenz habe die Vorwürfe bestritten.
Konzert für Crans-Montana: Wo sind die 150'000 Franken?
Die Einnahmen des Gedenkkonzerts für die Opfer von Crans-Montana VS am 22. April in Lausanne sind laut der «SonntagsZeitung» bisher nicht abgerechnet worden. Durch den Ticketverkauf sollten mehr als 150'000 Franken dem Verein Swisshearts und damit Hinterbliebenen und Schwerverletzten der Brandkatastrophe zugutekommen, wie die Zeitung schrieb. Bisher hätten die Betroffenen aber nichts davon erhalten. Swisshearts habe den Event gemeinsam mit der Agentur Only On Live veranstaltet. Die Veranstalter hätten eine Auskunft verweigert, schrieb die «SonntagsZeitung». Anfragen bei Swisshearts liefen offenbar ins Leere. Einer der Mitveranstalter des Konzerts sei in Paris schon mehrmals verurteilt worden, einmal wegen «Vertrauensmissbrauch», schrieb die Zeitung.
Bericht: Gantner spielte zentrale Rolle bei US-Zolltreffen
Unternehmer Alfred Ganter hat bei den Zollverhandlungen mit den USA laut «SonntagsBlick» eine zentralere Rolle eingenommen als bisher bekannt. Nachdem die damalige Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter im Weissen Haus nicht mehr gerne gesehen wurde, organisierte Ganter für Bundesrat Guy Parmelin drei Ministertreffen, wie die Zeitung schrieb. Bei zwei Treffen sei der Mitgründer der Partners Group dabei gewesen – sein Unternehmen investiere jährlich Milliarden in den USA. Die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats befragte Gantner diese Woche zu den Zollverhandlungen, wie die Zeitung schrieb. Der Bundesrat arbeite derweil an einem Plan B: Sollte US-Präsident Donald Trump einem rechtsverbindlichen Zolldeal nicht zustimmen, wäre Bern mit einer Absichtserklärung zufrieden. «SonntagsBlick» erwähnte ausserdem, dass die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen Keller-Sutter und ihr Umfeld rechtskräftig eingestellt habe. Die Bundesanwaltschaft hatte im Herbst 2025 eine Anzeige wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses erhalten, wie «SonntagsBlick» damals schrieb.
Armee: Pfister will Anzahl Stabsoffiziere um 50 Prozent reduzieren
Verteidigungsminister Martin Pfister hat von der Armeeführung nach Informationen von «SonntagsBlick» einen Abbau der höheren Stabsoffiziere verlangt. Von einer Reduktion um bis zu 50 Prozent ist intern die Rede, wie die Zeitung schrieb. Die Brigadiers, Divisionäre und Korpskommandanten schlugen demnach einen Abbau von 15 Prozent vor. Die Armee wolle sich konsequent auf Verteidigung ausrichten, teilte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit. Auch das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik (Sepos) prüft gemäss der Zeitung eine Reorganisation. Staatsekretär Markus Mäder wolle Doppelspurigkeit zwischen dem Sepos und der Abteilung Internationale Beziehungen des VBS abbauen. Dem Vernehmen nach wackle der Stuhl von Vizestaatssekretärin Pälvi Pulli, schrieb «SonntagsBlick».
Maisano-Skandal: Zürcher Ethikkommission weist Kritik zurück
Im Zürcher Herzchirurgie-Skandal hat sich die kantonale Zürcher Ethikkommission in der «NZZ am Sonntag» gegen Kritik verteidigt. Die Kommission übe keine «umfassende Aufsicht über Institutionen, Sponsoren oder einzelne Forschende aus», sagte Annette Magnin, seit 2023 Geschäftsführerin der Kommission zur Zeitung. Die Kommission habe zur Zeit des damaligen Klinikchefs Francesco Maisano primär das kontrolliert, was ihr vorgelegt worden sei, schrieb die Zeitung. Der Anfang Mai zur Affäre vorgelegte Untersuchungsbericht beanstandete demnach, dass die Kommission bei offengelegten Interessenbindungen von Maisano – er habe nicht alle dargelegt mehr hätte tun müssen. Magnin entgegnete laut der «NZZ am Sonntag» mit Bezug auf damalige Vorschriften, dass es keine Hinweise gebe, dass die Kommission anders hätte entscheiden müssen. Seither habe sich viel verändert, sagte sie der Zeitung.
SIX-Börsenpräsident räumt Fehler ein
Der Verwaltungsratspräsident der Schweizer Börse SIX, André Helfenstein, hat die Integration der spanischen Börse in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» als «zu zögerlich» kritisiert. «Das war ein Fehler», sagte er der Zeitung. Nun treibe man die Zusammenführung aller IT-Plattformen «mit aller Konsequenz voran», sagte der SIX-Präsident. Zudem äusserte sich der neue Präsident zum hohen Verlust im Geschäftsjahr 2025 wegen der Beteiligung am Finanzdienstleister Wordline. «Rückblickend hätte die SIX die Wordline-Aktie früher verkaufen können», sagte er. Nun müsse die SIX ihre Investitionen stärker priorisieren. Die Mittel seien knapper geworden, sie würden aber nicht fehlen.
Kita-Missbrauch in Bern: Hinweis kam aus den USA
Der Hinweis zu mutmasslichem Missbrauch an einer Berner und einer Winterthurer Kita ist laut «SonntagsZeitung» aus den USA gekommen. Eine Meldung der gemeinnützigen US-Organisation National Center for Missing and Exploited Childern war ausschlaggebend für die Ermittlungen, wie die Zeitung schrieb. Das Bundesamt für Polizei und die Staatsanwaltschaft Bern hätten entsprechende Informationen bestätigt. Die Organisation sei wegen einer kinderpornografischen Aufnahme alarmiert worden, die der Beschuldigte gemäss gut unterrichteten Quellen auf eine Suchmaschine geladen habe, um ähnliches Material zu finden. Dabei habe es sich nicht um die selbst gefilmten Übergriffe gehandelt, welche die Polizei gefunden habe. Die Staatsanwaltschaft Bern klagte den 33-Jährigen wegen sexueller Übergriffe an mindestens 15 Kleinkindern an, wie die «SonntagsZeitung» schrieb.
Mann tötete Mutter mit Messer: Angehörige warnten laut eigener Aussage vergeblich
Die Familie des 25-Jährigen, der am 12. Mai in Faoug VD Familienmitglieder mit einer Stichwaffe teils tödlich verletzt hatte, hat die Behörden und Ärzte gemäss «Le Matin Dimanche» mehrfach auf dessen Gefährlichkeit hingewiesen. Das sagte der Bruder des Beschuldigten zur Zeitung. Der 25-Jährige leide an schweren psychischen Störungen und habe sich bereits gewalttätig gegenüber seinen Eltern verhalten, zitierte ihn «Le Matin Dimanche». Der Mann soll demnach mehrfach in einem psychiatrischen Zentrum behandelt worden und von dort mehrfach geflohen sein. Die Waadtländer Behörden und das Universitätsspital (Chuv) äusserten sich laut der Zeitung wegen der laufenden strafrechtlichen Ermittlungen nicht zum Fall.
SBB drohen beim Gotthard massiv Mehrkosten
Den SBB drohen im Gotthard-Eisenbahntunnel nach Angaben von «SonntagsBlick» Mehrkosten in Millionenhöhe. Grund sind Verzögerungen beim Ersatz der Tunnelfunkanlage, wie die Zeitung schrieb unter Verweis auf die Beschaffungsplattform Simap schrieb. Es gebe mehrere Gründe dafür: Technische und intern organisatorische Probleme beim externen Lieferanten, sowie ein erschwerter Zugang zum Tunnel. Ein Abbruch des Projekts stehe als Alternative im Raum. Die SBB seien gezwungen, die Verträge mit dem Betreiber der aktuellen Anlage um zwei Jahre zu verlängern, mit Option auf bis zu sechs Jahre. Das Kostendach liege bei über 4,6 Millionen Franken. Ein Teil davon seien ohnehin anfallende Betriebskosten, teilten die SBB mit.
Show «Das Zelt» hat finanzielle Probleme – und muss pausieren
«Das Zelt» pausiert gemäss «SonntagsBlick» wegen finanzieller Probleme seine Tournee per 30. Mai. 17 Vorstellungen sind abgesagt, wie die Zeitung schrieb. Für 73 Künstlerinnen und Künstler bedeute das die Einstellung ihrer Gagen, weil es keine Ausfallversicherung gebe. 70 Mitarbeitende seien ab Juni in Kurzarbeit. Aufgrund der Liquiditätsengpässe würden Tickets zurzeit nicht zurückerstattet. «Das Zelt»-Direktor Adrian Steiner sprach gemäss «Blick» von einer «Verkettung schwieriger Umstände». Er bleibe zuversichtlich und peile für kommenden Herbst einen Neustart an. (sda/con)
