International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Ja, ich halte mich in Genf auf» – katalanische Politikerin flüchtet in die Schweiz



Die von Spanien ins Ausland geflohene und per internationalen Haftbefehl gesuchte katalanische Politikerin Marta Rovira befindet sich in der Schweiz. «Ja, ich halte mich in Genf auf», sagte die Generalsekretärin der separatistischen Partei ERC am Freitag im «Blick».

Aus der Schweiz heraus wolle sie weiter als Generalsekretärin der Linksnationalisten walten. Hauptgrund für ihren Gang ins Exil sei indes ihre siebenjährige Tochter, die ihr im Sommer in die Schweiz folgen soll. «Ich muss ihr alles geben, was ich kann», sagte sie. «Im Gefängnis kann ich das nicht.»

FILE - In this Feb. 19, 2018 file photo, Catalan separatist politician and left-republican ERC party's Marta Rovira arrives at the Supreme court for questioning in Madrid, Spain. Marta Rovira, a prominent Catalan separatist politician has defied a summons to appear in a Spanish court on Friday March 23, 2018 and says in a letter to her party followers that she has chosen

Marta Rovira ist in Genf (Archivbild) Bild: AP/AP

Roviras Flucht war nach einem Entscheid des Obersten Gerichts in Madrid vom 23. März erfolgt. Dieses hatte beschlossen, ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Rebellion gegen den abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont und weitere zwölf Regionalpolitiker zu eröffnen – darunter Rovira. Auf Rebellion stehen in Spanien bis zu 30 Jahre Haft.

Die 41-Jährige hatte nach dem Richterentscheid angekündigt, sie werde nicht vor Gericht erscheinen. Sie habe sich entschieden, sich ins Ausland abzusetzen. Spanische Medien berichteten bereits damals, sie wolle in die Schweiz ins Exil gehen.

Katalonien hatte am 1. Oktober ein illegales Referendum über die Abspaltung der Region von Spanien durchgeführt. Nach einem Unabhängigkeitsbeschluss hatte die Zentralregierung in Madrid die katalanische Regierung abgesetzt und die Region unter Zwangsverwaltung gestellt.

Reaktion der Schweiz offen

Ob die Schweiz Rovira ausliefern wird, ist unklar. Internationale Fahndungen unterstünden dem Amtsgeheimnis, hatte das Bundesamt für Justiz (BJ) vor Wochenfrist mitgeteilt. Zudem bewillige die Schweiz wie die meisten anderen Staaten keine Auslieferung für politische Delikte. In diesem Zusammenhang würden auch keine Auskünfte darüber erteilt, wo sich davon möglicherweise betroffene Personen – wie Rovira – aufhalten, hiess es am Freitag von Seiten des BJ.

epa06651981 Former Catalan leader Carles Puigdemont (2-L) walks with flowers in his hands next to Josep Maria Matamala (R), a businessman and confidant of former Catalan leader Carles Puigdemont, after a press conference in Berlin, Germany, 07 April 2018. The Schleswig-Holstein state's General Prosecutor ordered the release of former Catalan leader Carles Puigdemont from the Neumuenster prison on 06 April 2018. The German Federal state's Higher regional court had announced that Puigdemont be released on 75,000 euros bail.  EPA/CLEMENS BILAN

Der abgesetzte katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont hält sich in Berlin auf Bild: EPA/EPA

Wie schon länger bekannt ist, befindet sich auch Roviras Mitstreiterin Anna Gabriel in Genf. Die ehemalige katalanische Abgeordnete wird aber weder europäisch noch international gesucht, da ihr zwar Ungehorsam aber keine Rebellion vorgeworfen wird.

Der Katalonien-Konflikt dürfte in zehn Tagen ein zentrales Thema bei der Visite von Spaniens Aussenminister Alfonso Dastis in der Schweiz sein. Sein Amtskollege Ignazio Cassis wird ihn nach Angaben des Aussendepartements (EDA) am 23. April in Bern zu einem offiziellen Arbeitsbesuch empfangen.

Beratungen zu Puigdemont

Puigdemont wiederum, dem neben Rebellion auch die Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen wird, wurde am 25. März im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein festgenommen. Grundlage war ein Europäischer Haftbefehl Spaniens.

Seither befindet sich Puigdemont in Berlin, wo er sich nach einer Freilassung unter Auflagen wöchentlich bei der Polizei melden muss. Am Freitag berieten die schleswig-holsteinische Generalstaatsanwaltschaft und Vertreter spanischer Behörden über seine Auslieferung. (sda/afp)

Er will Unabhängigkeit – Wer ist der Präsident Kataloniens?

abspielen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Stellt das Popcorn bereit: Trumps Anwalt Michael Cohen will auspacken

Link zum Artikel

Samsung hat das Galaxy Fold enthüllt, das unsere Smartphones für immer verändern könnte

Link zum Artikel

Im Juni wurde «The Beach» geschlossen – jetzt zeigt sich, wie gut dieser Entscheid war

Link zum Artikel

Warum der Schweizer Klubfussball auf dem absteigenden Ast ist

Link zum Artikel

5 Promi-Seitensprünge und ihre Ausgänge (und was diese Dame damit zu tun hat)

Link zum Artikel

9 Grafiken rund um das Elektroauto in der Schweiz

Link zum Artikel

Zwangsschulfrei wegen Masern: Schon 12 Fälle an Steiner-Schule – warum das kein Zufall ist

Link zum Artikel

Ihr spinnt! Wieso trinkt ihr im Restaurant kein Leitungswasser?

Link zum Artikel

Diese Schweizerin trug 365 Tage lang dasselbe Kleid

Link zum Artikel

Hinter den Kulissen von «Game of Thrones» haben sich alle lieb. Hier 15 Beweis-Bilder!

Link zum Artikel

Und jetzt: Die fiesen Sex-Fails der watson-User! 🙈

Link zum Artikel

Hier kommt ein Feel-Good-Dump für alle, die ein bisschen Aufmunterung gebrauchen können

Link zum Artikel

27 Sprüche, die zeigen, dass wir unbedingt auch Jahrbücher in den Schulen brauchen

Link zum Artikel

«Breaking Bad» kommt zurück – dazu die 10 besten Zitate von Jesse Pinkman

Link zum Artikel

Die Post lässt sich ein bisschen hacken – und macht sich zum Gespött der Hacker

Link zum Artikel

Sorry, aber wir müssen wieder über Trump und Faschismus reden

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Chemiewaffen für Assad-Partner – diese Basler Firma steckt hinter dem Export

Im Jahr 2013 wurde der Nervenkampfstoff Sarin gegen Zivilisten der syrischen Hauptstadt Damaskus eingesetzt. Die internationale Empörung war gross. Präsident Bashar al-Assad willigte schliesslich ein, seine Chemiewaffen und deren Ausgangsstoffe zu zerstören.

Massgeblich beteiligt an der Vernichtungsaktion war das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) – rund eine Million Schweizer Franken wurde dafür beigesteuert.

Letztes Jahr wurde bekannt, dass wenige Monate danach …

Artikel lesen
Link zum Artikel