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Diese Frau hat den härtesten Job Europas

Kataloniens Parlament ist abgesetzt, Ex-Präsident Puigdemont abgetaucht – Soraya Sáenz de Santamaría steht vor Europas zurzeit härtester Regierungsaufgabe: Sie soll den Katalanen die Unabhängigkeit austreiben. Kann das gelingen?

Claus Hecking und Steffen Lüdke, Barcelona



Ein Artikel von

Spiegel Online

Soraya Sáenz de Santamaría kann kaum sprechen, so erkältet ist sie. Trotzdem tritt in der wichtigsten Senatssitzung der jüngeren spanischen Geschichte nicht Mariano Rajoy, der Premier, ans Rednerpult – sondern sie. Spaniens Vizepremierministerin will erklären, warum Madrid die katalanische Regierung absetzen wird.

Es ist Donnerstag, gerade hat Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont verkündet, das Parlament über die Abspaltung von Spanien abstimmen zu lassen. Rajoy überlässt seiner Stellvertreterin die Bühne. «Wir müssen Katalonien retten», ruft die 46-Jährige mit heiserer Stimme. «Das hier ist unsere Demokratie, wir haben sie uns erkämpft.»

epa06291202 Spanish Deputy Prime Minister Soraya Saenz de Santamaria (L) gives a speech during the Upper Chamber of the Spanish Parliament or Senado session in Madrid, Spain, 26 October 2017, to apply the Spanish Government's proposed action measures for the application of the Spanish Constitution's Article 155.  EPA/Fernando Villar

Heiser am Rednerpult: Soraya Sáenz de Santamaría Bild: EPA/EFE

In diesem Moment weiss Sáenz de Santamaría wohl schon, dass sie selbst Katalonien «retten» soll. Am Wochenende hat sie die Aufgabenbereiche des abgesetzten katalanischen Präsidenten und des Vizepräsidenten übernommen.

Bereits vor der Katalonien-Krise war die Polit-Quereinsteigerin mit den drei S im Namen Spaniens mächtigste Frau. Seit Jahren schickt Rajoy Soraya Sáenz de Santamaría immer wieder vor: wenn es kriselt und knirscht, wenn es gilt, Menschen zu überzeugen und Probleme zu lösen. Jetzt hat er seine Vertraute mit der schwierigsten Aufgabe bedacht, die es zurzeit in Europas Politik gibt. 55 Tage lang soll sie de facto Katalonien regieren.

Studium mit 23 abgeschlossen

Es ist die grösste Bewährungsprobe in ihrer Karriere. Die Frau aus der Provinzhauptstadt Valladolid soll den Independentistas die Unabhängigkeit austreiben – und dafür sorgen, dass die von Madrid erzwungenen Neuwahlen am 21. Dezember ohne Konflikte ablaufen.

Das wird hart. Denn Puigdemont – der sich mittlerweile nach Belgien abgesetzt hat – ruft zu friedlichem, demokratischem Widerstand gegen sie auf. Die Hunderttausenden Separatisten, die seit Wochen auf die Strasse gehen und die mehr als zwei Millionen Menschen, die beim Referendum für die Abspaltung gestimmt haben: Sie werden eine Herrscherin aus Madrid nicht ohne Gegenwehr hinnehmen.

epa06272859 Spanish Deputy Prime Minister, Soraya Saenz de Santamaria, delivers a speech during Question Time at the Lower House in Madrid, Spain, 18 October 2017.  EPA/juan carlos hidalgo

55 Tage lang wird Soraya Sáenz de Santamaría Katalonien regieren.  Bild: EPA/EFE

«Wenn Du jung bist, eine Frau und 1.50 Meter misst, dann sehen sie dich als verwundbar an.»

Doch Soraya Sáenz de Santamaría weiss sich durchzusetzen, sie hat schon manchen politischen Widersacher ausgeschaltet. Ihren Aufstieg verdankt sie ihrer Intelligenz, ihrer Sachkenntnis, ihren rhetorischen Fähigkeiten, ihrer Loyalität. Und vor allem ihrem Ehrgeiz. Schon als junges Mädchen habe sie viel gebüffelt, sogar in den Ferien, berichten Mitschüler von damals. Einmal, als sie nicht die absolute Bestnote bekam, brach Soraya Sáenz de Santamaría angeblich in Tränen aus. Mit 23 schloss sie ihr Jurastudium mit Auszeichnung ab. Vier Jahre später bestand sie die Staatsanwaltsprüfung: als Jahrgangsbeste, natürlich.

Rechte Hand ohne Parteibuch

In die Politik fand sie mit 29 Jahren – fast zufällig. Im Jahr 2000 bewarb sie sich auf eine Stellenanzeige der Regierung: Der damalige Minister Mariano Rajoy suchte Mitarbeiter. Sáenz de Santamaría fuhr zum Vorstellungsgespräch mit dem Bus von Valladolid nach Madrid. Und wurde eingestellt. Bald war sie Rajoys rechte Hand – obwohl sie kein Parteibuch hatte.

In den rechtskonservativen Partido Popular (PP) trat sie erst 2004 ein: als Rajoy sie zur Verblüffung vieler altgedienter Parteigranden damit beauftragte, das Programm für die anstehenden Parlamentswahlen auszuarbeiten. «La chica de Rajoy», «Rajoys Mädchen» nannten sie damals viele verächtlich. Sie selbst sagte einmal: «Wenn Du jung bist, eine Frau und 1.50 Meter misst, dann sehen sie dich als verwundbar an.» Sie haben die Politikerin unterschätzt.

epa06292951 Spanish Prime Minister, Mariano Rajoy (L) and deputy Prime Minister, Soraya Saenz de Santamaria, during a extraordinary plenary session where the application of Article 155 of the Spanish Constitution was approved, in Madrid, Spain, 27 October 2017. Catalan Assembly approved as well the declaration of a uniteral independence which urges the Catalan government to begin a constituent process to draft and approve the Constitution of the new republic.  EPA/Fernando Villar

Unerschütterliche Loyalität:  Premierminister Mariano Rajoy und Sáenz de Santamaría Bild: EPA/EFE

Ihr politischer Ziehvater verlor die Wahl. Und auch die nächste. Sáenz de Santamaría hielt in den parteiinternen Machtkämpfen danach unerschütterlich zum «Chef», wie sie Rajoy nennt. Der belohnte sie für ihre Loyalität. Rajoy, selbst kein begnadeter Redner, machte sie 2008 zur Fraktionssprecherin im Parlament. Mit scharfem Ton heizte die junge Opppositionschefin der sozialdemokratischen Regierung ein – und wurde landesweit berühmt. Als 2011 der PP die Wahl gewann, stieg sie zur Nummer zwei im Staate auf.

Hat sie den Katalonien-Kurs geprägt?

Nun also Katalonien: Sáenz de Santamaría ist prädestiniert für das Thema. Schon in der Oppositionszeit war sie jahrelang PP-Parteisekretärin für Autonomie- und Lokalpolitik. Sie steht für den Legalismus, das unerbittliche Festhalten an den geltenden Rechtsvorschriften, den die Madrider Zentralregierung in der Katalonien-Krise verfolgt. Viele meinen, sie und nicht Rajoy habe diesen Kurs geprägt.

Eine Zeitlang hat sie probiert, mit Puigdemont und Co. zu verhandeln. Gleich nach Amtsantritt legte sie sich in Barcelona ein Büro zu, pendelte zwischen der katalanischen Metropole und Madrid hin und her, stellte der Regionalregierung Finanzhilfen in Aussicht. Parallel schloss sie Bande mit den Anführern der Sozialdemokraten und der Ciudadanos, der beiden wichtigsten nicht-separatistischen Oppositionsparteien – denn der PP hat in Katalonien nur wenige Anhänger.

«Hat er oder hat er nicht die Unabhängigkeit erklärt? Die Frage ist doch nicht so schwer.»

Als die Gespräche mit den Separatisten nicht fruchteten und Puigdemont das Referendum vorantrieb, schwenkte Sáenz de Santamaría um. Von Kompromiss redet sie zuletzt kaum noch – obwohl sie laut Medienberichten über Mittelsmänner Kontakte zur katalanischen Regierung aufrecht erhält. Stattdessen attackiert sie die Separatisten in Barcelona. Als Puigdemont ein Ultimatum aus Madrid ignoriert, tritt sie vor die Kameras, krempelt wie so oft die Ärmel ihres Blazers hoch und stellt den Katalanen öffentlich bloss: «Hat er oder hat er nicht die Unabhängigkeit erklärt? Die Frage ist doch nicht so schwer.»

In den nächsten Tagen wird sie laut der Zeitung «Okdiario» wieder nach Barcelona reisen: diesmal nicht als Verhandlerin, sondern als laut Paragraphen mächtigste Frau der Region. Aber wie mächtig wird sie wirklich sein? Gut möglich, dass wichtige Beamte sich ihr widersetzen. Dass die katalanische Unabhängigkeitsbewegung ihr mit Massendemos das Leben schwer macht. Für diesen Teils der katalanischen Bevölkerung personifiziert sie den spanischen Unterdrückungsstaat. Aber Rajoy und viele Experten trauen am ehesten ihr zu, die Lage unter Kontrolle zu kriegen.

epa06297791 German Chancellor Angela Merkel arrives at the German Parliamentary Society prior to another session of exploratory talks of four political parties in Berlin, Germany, 30 October 2017. The Christian Democratic Union (CDU), the Christian Social Union (CSU), the Greens and the Free Democratic Party (FDP) are holding talks to form the next Government after the general elections in September.  EPA/FELIPE TRUEBA

Auch sie war einst unterschätzt und wurde als «Kohls Mädchen» verspöttelt: Angela Merkel Bild: EPA/EPA

«Rajoys Mädchen» nennt sie heute kaum noch jemand. Viel eher vergleicht man sie mit Angela Merkel. Die wurde einst als «Kohls Mädchen» verspöttelt – und hängte danach alle ihre männlichen Rivalen ab. Merkel nannte Sáenz de Santamaría vor Jahren eine «sehr fähige Vizepräsidentin» und «kluge Frau»; die beiden haben auch schon miteinander verhandelt.

Vielleicht treffen sie sich in ein paar Jahren auf Augenhöhe. Denn wenn Sáenz de Santamaría ihre neue Aufgabe löst, hat sie beste Chancen, Spaniens erste Premierministerin zu werden.

Neue Rechte für Frauen in Saudi Arabien

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Posersalami 31.10.2017 16:49
    Highlight Highlight Nein es gelingt nicht, den Katalanen irgendetwas auszutreiben. Der Wunsch nach Unabhängigkeit ist schon älter als diese Frau.

    Den härtesten Job in Europa macht auch nicht sie, sondern irgendwine unterbezahlte Krankenschwester oder Putzhilfe.
  • rauchzeichen 31.10.2017 13:22
    Highlight Highlight Wir müssen Katalonien retten», ruft die 46-Jährige mit heiserer Stimme. «Das hier ist unsere Demokratie, wir haben sie uns erkämpft.»

    unsere Demokratie? Also die der Landsleute will ich doch hoffen, nicht die der spanischen Politelite.. oder was will sie damit wohl sagen? wäre dann nicht logisch, leute die sich nicht dazuzählen wollen, gehen zu lassen? oder eine region, bei der unklar ist, ob sie zu „unserer“ demokratie gehören will, zumindest demokratisch selber entscheiden zu lassen?

    Eine mächtige, die mehr Angst um ihre Macht hat, als um ihr Land.
    • ujay 01.11.2017 07:05
      Highlight Highlight Ja, da ein bisschen Wischi, da ein bisschen Waschi aber vor lauter Rauch die Realität ausgeblendet. Katalonien kann selbst über sein Schicksal entscheiden, aber nicht mit der Methode Puigdemont; mit Erpressung und an der Verfassung vorbei. Wer anscheinend keine Ahnung über den politischen Werdegang von Saenz de Santamaria hat, sollte sich nicht so weit herauslehnen. Deine Politromantik steht dir wohl im Wege.
    • rauchzeichen 01.11.2017 09:23
      Highlight Highlight ujay, dass ich weder puidgemonts noch rajoys vorgehensweise unterstütze, hab ich nun in einigen kommentaren schon gesagt. Ich sage auch, dass die Katalanen gefällig selbst über ihren Verbleib im Spanischen Staat bestimmen sollen. Nicht nach Rebellenvariante Puidgemont, sondern in einer legitimen Abstimmung. Was wiederum von Rajoy verhindert wurde. Zu ihr weiss ich tatsächlich nicht viel, da sie aber Rajoys Linie treu bleibt, steck ich sie in den gleichen Topf. Ihre Haltung ist für mein demokratieverständniss undemokratisch. Auch wegen oben genannter Aussage.
  • Troxi 31.10.2017 12:39
    Highlight Highlight Spanien benötigt hierführ eine Person, wie es bei uns Bundesrat Stefano Franscini war. Jener hat die Kantone nach dem Sonderbundskrieg ausgesöhnt. Damit der Bundesstaat Schweiz überlebungsfähig war. Einfach gesagt, mehr Miteinander statt Gegeneinander.
    • Posersalami 31.10.2017 17:23
      Highlight Highlight Das wird in Spanien aber sehr, sehr schwer. Generell ist das heute schwerer, weil es viel Mehr Profiteure und Seilschaften gibt, die ihre Privilegien abgeben müssten. Darum wird das nicht passieren, leider.
  • boeserkeinohrhase 31.10.2017 12:21
    Highlight Highlight Spanien ist eine Demokratie? Kann ich mir leider nicht mehr vorstellen. Sorry.
    • ujay 01.11.2017 07:07
      Highlight Highlight Dochdoch. Hätte Spanien dieses Referendum akzeptiert, hätte es der Demokratie abgeschworen.
    • rauchzeichen 01.11.2017 09:32
      Highlight Highlight Ja ujay. Hätten sie eine legitime Abstimmung für die Katalanen organisiert, wären sie der Demokratie treu geblieben. Der jetzt gewählte Mittelweg schiebt das Problem etwas hinaus, aber je nach Wahlausgang im Dezember (oder wars Januar?) haben wir das Theater wieder. Seperatistische Regierung wird gewählt, Staat Spanien versteckt sich hinter der Verfassung. Katalaner versuchens eigenhändig, und nich legitimiert. Absetzung der Regierung. Eine Wahl der anderen Parteien könnte zum Untergrundwiederstand führen, kleinen Zellen die sich verarscht vorkommen. Was sich daraus wohl entwickelt?
  • Kronrod 31.10.2017 11:19
    Highlight Highlight Wie üblich, unterstützt der Spiegel (der Artikel wurde 1:1 von da übernommen) die Linie von Rajoy und lobt hier die SSS in den Himmel. Dabei gäbe es durchaus Kritikpunkte. Die NZZ schreibt zum Beispiel: "Der grösste Fehlgriff war es, seine ihm ergebene stellvertretende Ministerpräsidentin Soraya Sáenz de Santamaría als Unterhändlerin zu Beginn der Legislaturperiode nach Katalonien zu schicken. Die gelernte Staatsrechtlerin traf nicht ein einziges Mal den richtigen Ton und riss Brücken ein, anstatt sie zu bauen."
    • Posersalami 31.10.2017 17:25
      Highlight Highlight Die Probleme haben nicht erst mit dieser Legislatur angefangen! Die Haltung von Spanien gegenüber Katalonien (oder den Basken) war schon immer der Mittelfinger und nicht die ausgestreckte Hand. Da braucht man sich dann auch nicht wundern.
    • ujay 01.11.2017 07:09
      Highlight Highlight Ahaaa. Aber das Baskenland und Katalonien geniessen im Vergleich zu anderen span. Regionen weitgehende Autonomie. Du postest hier populistischen Schwachsinn.
    • Kronrod 01.11.2017 09:28
      Highlight Highlight @ujay: "weitgehende Autonomie" bedeutet hier " deutlich weniger Autonomie als die Schweizer Kantone". Die Katalanen dürfen nicht einmal darüber entscheiden, ob sie Stierkämpfe wollen oder nicht. Diese wurden vor ein paar Jahren in Katalonien verboten, und das spanische Verfassungsgericht hat das Verbot wieder aufgehoben. Auch haben die Katalanen im Gegensatz zu den Basken keine finanzielle Autonomie. Ich finde es völlig daneben, dass die Zentralregierung hier auf Ihrer Macht beharrt - aber Macht abgeben ist Politikern eben noch nie leicht gefallen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alnothur 31.10.2017 09:57
    Highlight Highlight "Über den EU-Vertrag ist geregelt, dass sich die Mitgliedstaaten im Zusammenhang mit Asylangelegenheiten untereinander als sogenannte sichere Herkunftsländer betrachten" - Na, das interessiert doch sonst auch nicht...
  • Luca Brasi 31.10.2017 09:21
    Highlight Highlight Karrieristin...
  • cuca 31.10.2017 08:52
    Highlight Highlight Puigdemont getarnt in Belgien
    Benutzer Bild
  • Theor 31.10.2017 08:34
    Highlight Highlight Trotz allem ist mir die ganze Geschichte suspekt. Wenn Menschen nicht das bekommen, was sie wollen, dann kann doch keiner mehr von Freiheit sprechen?

    Wenn die Menschen in der Region unabhängigkeit wollen, sollten sie diese bekommen. Sie wären bestimmt an der Folge massiv zugrunde gegangen - aber die Menschen hätten aus ihrer Fehlentscheidung lernen können. stattdessen hat man die Leute nun entmündigt. Demokratie ist das gemäss meinem Verständnis nicht.
    • Radesch 31.10.2017 08:51
      Highlight Highlight So funktioniert das aber nicht. Eine ilöegale Abstimmung ist auch kein Zeugnis von Demokratie.
      Es gibt nun mal rechtliche Schranken für die Demokratie, auch bei uns.

      Ausserdem hätte ganz Spanien abstimmen müssen, nicht nur Katalonien oder es hätte die Verfassung geändert werden müssen. Wichtig ist, dass der rechtliche Rahmen eingehaltenen wird.

      Demokratie ist nämlich keine Diktatur der Mehrheit.
    • Else 31.10.2017 08:53
      Highlight Highlight Demokratie ist auch, sich an eine Verfassung zu halten.
    • Töfflifahrer 31.10.2017 09:00
      Highlight Highlight Ja, das stimmt schon. Aber Demokratie findet im Rahmen der Verfassung eines Landes statt. Will man am eigenen Status was ändern muss dies im Rahmen der eben dieser Verfassung geschehen, passt einem das nicht, muss man eben diesen gesetzten Rahmen, auch mit demokratischen Mitteln, anpassen.
      Wie wäre es wenn Zürich sich enfach mal so per Lokaler Abstimmung aus der Schweiz verabschieden könnte?
    Weitere Antworten anzeigen
  • stadtzuercher 31.10.2017 08:25
    Highlight Highlight Wer aus einer adeligen und einer der reichsten Familien Spanien kommt, wird in solche Jobs hineingespült. Leistung ist sekundär, solange das Blut und die Connections stimmen.
    • El Vals del Obrero 31.10.2017 08:48
      Highlight Highlight Spanien ist nun mal eine Monarchie, da passt Adel ja ...

      Da kann man die Katalanen plötzlich etwas mehr verstehen.

      Wie schnell man ein Studium abgeschlossen hat, hängt wohl vor allem damit zusammen, ob man noch nebenher arbeiten muss oder nicht.

      Aber mimimi, ich bin eine Frau und klein, also bin ich benachteiligt und tapfer und überhaupt, es gibt keine anderen Benachteiligungen auf dieser Welt ...

      Kein Wunder, finden diese ganzen "Gender-Verschwörungstheorien" bei den weniger Privilegierten leider solchen Anhang.
    • Gubbe 31.10.2017 09:33
      Highlight Highlight Offenbar haben Sie nicht gelesen, was Frau Sáenz de Santamaría alles geleistet hat. Da kommt die Vernetzung von selbst. Ich unterstütze Frauen, die gelernt haben, was sie tun.

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