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48 Tote in 2 Tagen: Auch die US-Koalition tötet Zivilisten in Syrien



epa04863385 (FILE) A file picture dated 03 March 1999 shows US Air Force F-15 fighter planes rolling into position at the NATO Airbase in Incirlik, southern Turkey. Turkey has on 28 July 2015 called for a special session of the NATO military alliance, following recent airstrikes by Ankara on positions in Syria of the terrorist militia Islamic State and in northern Iraq of the banned Kurdish Workers Party (PKK). According to a statement by the country's foreign ministry, Turkey wants consultations with the other members of the North Atlantic Treaty Organization on further steps under Article 4 of the NATO charter which covers threats to a member state's national security. Turkey has been carrying airstrikes against the Kurdistan Workers' Party (PKK) targets in northern Iraq and Islamic State extremists in Syria since 24 July 2015.  EPA/STRINGER BEST QUALITY AVAILABLE

F-15 Kampfflugzeuge auf dem NATO-Stützpunkt Incirlik in der Türkei. Von hier aus fiegen sie Bombardements auf Syrien.
Bild: STRINGER/EPA/KEYSTONE

Die US-geführte Koalition hat nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern ihre Luftangriffe gegen die IS-Terrormiliz im Nordosten Syrien verstärkt. Bei den Luftschlägen sollen in zwei Tagen insgesamt 48 Zivilisten getötet worden sein.

Am Donnerstag seien bei Bombardements südlich der Stadt Hasaka mindestens 15 Menschen gestorben, darunter 3 Kinder, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR). Die Koalition habe mehrere Orte unter IS-Kontrolle bombardiert.

Bereits am Vortag hatte das Bündnis in der Region Angriffe geflogen, um eine Offensive der Kurden-Miliz YPG gegen den IS zu unterstützen. Bei der YPG handelt es sich um den bewaffneten syrischen Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Volksschutzeinheiten beherrschen grosse Teile des Grenzgebiets zur Türkei. Sie sind in Syrien der wichtigste Partner des Westens im Kampf gegen den IS.

UNO-Hilfslieferungen laufen an

epa05166620 Trucks with relief goods head to the besieged rebels-held Madaya and al-Zabadani towns in the countryside of Damascus, Syria,  17 February 2016. Around 73 trucks loaded with food, infant formula and medicines, in addition to a mobile clinic and a medical team, will head to the besieged rebel-held towns of Madaya, al-Zabadani and al-Moadhamiya, as part of a UN sponsored aid operation in the war-torn country. A similar convoy of 25 trucks, a mobile clinic and a medical team, headed to the villages of Foua and Kfraya in the northern Idlib, which are besieged by rebels. The convoys are the third humanitarian aid delivery to the besieged areas after two similar efforts last month.  EPA/YOUSSEF BADAWI

Hilfskonvoi auf dem Weg nach Madaya.
Bild: YOUSSEF BADAWI/EPA/KEYSTONE

Zugleich wurden in fünf belagerten syrischen Städten rund 100 Lastwagen mit Hilfsgütern für 80'000 Menschen ausgeladen. Die Konvois mit Nahrungsmitteln und Medikamenten waren in den vom Regime abgeriegelten Orten Muadamija, Madaja und Sabadani sowie in den von Rebellen umstellten Orten Fuaa und Kafraja eingetroffen.

Die Menschen dort brauchen dringend Hilfe. Laut UNO leben mehr als 400'000 Syrer in belagerten Gebieten. Hilfsorganisationen hatten in den vergangenen Wochen von Dutzenden Toten durch Mangelversorgung berichtet.

Die Hilfskonvois sollen möglichst bald weitergehen. Die am Mittwoch eingetroffenen Konvois seien nur die erste von vielen Lieferungen, sagte die Sprecherin der UNO-Organisation für humanitäre Hilfe (OCHA), Linda Tom. Die UNO hofft nach eigenen Angaben, die vom IS belagerten Teile der Stadt Dair as-Saur im Osten Syriens bis Ende nächster Woche aus der Luft versorgen zu können.

Kaum Aussichten auf Kampfpause

Auf die Lieferungen hatten sich die USA, Russland und andere Staaten Ende vergangener Woche in München geeinigt. Das Abkommen sieht auch eine Feuerpause vor, die am Freitag in Kraft treten soll.

Allerdings nahm die Gewalt in vielen Teilen des Landes in den vergangenen Tagen zu. Im Kampf gegen die Rebellen verschärfte Russlands Luftwaffe als Verbündeter des Regimes laut Aktivisten ihre Angriffe.

In this photo taken on Thursday, Jan. 21, 2016,  the Russian missile cruiser Varyag, with  the Russian navy destroyer Vice Admiral Kulakov in the rear,  on patrol in eastern Mediterranean.  Russian warships equipped with an array of long-range missiles cruise are off Syria's coast to back the air campaign in Syria and project Moscow's naval power in the Mediterranean. (Vadim Savitsky/Russian Defense Ministry Press Service via AP)

Auch der russische Lenkwaffenkreuzer Varya mischt im Konflikt mit.
Bild: AP/Russian Defense Ministry Press Service

Die Europäische Union hat offensichtlich gesicherte Erkenntnisse darüber, dass die russischen Streitkräfte in Syrien noch immer moderate Oppositionsgruppen ins Visier nehmen. Im jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels an diesem Donnerstag und Freitag werden Russland und das syrische Regime aufgefordert, Angriffe auf moderate Oppositionsgruppen unverzüglich zu beenden. Diese verschärften die Flüchtlingskrise und kämen dem IS zunutze.

(sda/dpa)

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