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In this Jan. 19, 2018 photo, a soldier looks at the destruction of the Ramouseh neighborhood from a the roof of a damage, in eastern Aleppo, Syria. The government has started its first organized reconstruction projects, but it is a fraction of the massive task of rebuilding that it faces after seven years of war, airstrikes and barrel bombs left entire cities and infrastructure a landscape of rubble. No one is offering much to help fund the process -- and destruction is still being wreaked in fierce new fighting. (AP Photo/Hassan Ammar)

Der Himmel über Syrien bleibt düster: Ein Soldat im weitgehend zerstörten Ostteil von Aleppo. Bild: AP/AP

Warum der Krieg in Syrien für die Welt erst jetzt so richtig gefährlich wird

Sieben Jahre nach Beginn der Bürgerkriegs ist Syrien zu einem Tummelplatz für rivalisierende Mächte geworden. Daraus könnte ein Flächenbrand entstehen, in dem vieles möglich wird. Sogar ein bewaffneter Konflikt zwischen NATO-Ländern.



Wladimir Putin liebt den grossen Auftritt. Am 11. Dezember 2017 traf der russische Präsident zu einem Überraschungsbesuch auf dem Luftwaffenstützpunkt Hameimim in der westsyrischen Provinz Latakia ein. Vor Soldaten erklärte er sich zum Sieger im Krieg gegen die «Terroristen» in Syrien und kündigte den Abzug eines Grossteils der russischen Truppen an.

Zweieinhalb Monate später sieht es so aus, als ob Putins Auftritt eine Art «Bush-Moment» gewesen wäre. Er weckte unweigerlich Erinnerungen an die «Mission Accomplished»-Rede, in der US-Präsident George W. Bush am 1. Mai 2003 an Bord eines Flugzeugträgers das Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak ausgerufen hatte.

epa06382857 Russian President Vladimir Putin (L) visits the Hmeimim (also Khmeimim) Air Base, south-east of the city of Latakia in Syria, 11 December 2017. Media reports state Russian President Vladimir Putin made an unannounced visit to Syria where he met with Syrian Presidents Bashar al-Assad and ordered a withdrawal of Russian troops from Syria.  EPA/MICHAEL KLIMENTYEV / SPUTNIK / KREMLIN / POOL MANDATORY CREDIT

Wladimir Putin macht den Bush. Bild: EPA/SPUTNIK POOL

In Wirklichkeit versackten die Amerikaner danach erst recht im irakischen Sumpf. Ähnliches droht nun den Russen in Syrien. Seit Jahresbeginn hat sich die Lage in dem vom Bürgerkrieg geschundenen Land nicht etwa beruhigt. Im bald achten Kriegsjahr wird Syrien im Gegenteil zunehmend zum Tummelplatz regionaler und globaler Mächte und damit zu einer realen Gefahr für die Welt.

Der gemeinsame Feind ist weg

Ein wesentlicher Grund ist die faktische Niederlage der Terrormiliz «Islamischer Staat». Nach der Vertreibung aus seinen Hochburgen Rakka und Deir Ezzor ist ihr «Kalifat» auf wenige Gebiete vor allen an der Grenze zum Irak geschrumpft. Der Niedergang des «IS» erweise sich jedoch als «mindestens so destabilisierend wie sein ursprünglicher Aufstieg», schreibt die «Financial Times».

Mit der Terrortruppe ist der gemeinsame Feind weg. Nun gehen die Parteien der Anti-«IS»-Koalition aufeinander los und versuchen, rücksichtslos ihre Interessen durchzusetzen. Damit wird Syrien endgültig zu einem Pulverfass, aus dem ein «regionaler Flächenbrand» entstehen könnte, wie die «Financial Times» warnt. Das sind die wichtigsten Konflikte:

Assad gegen Rebellen

Baschar Assad sieht sich neben Wladimir Putin als grosser Sieger. Er hat geschworen, jeden Zentimeter syrischen Bodens zurückzuerobern. In Wirklichkeit ist er sieben Jahre nach Kriegsbeginn so stark geschwächt, dass er ohne Hilfe aus Moskau und Teheran nicht überleben könnte. Umso heftiger bekämpft Assad die verbliebenen Aufständischen, die er als Terroristen bezeichnet. Was das bedeutet, erlebt man derzeit in Ost-Ghuta östlich von Damaskus.

Die Region wird seit 2013 von Regierungstruppen belagert. Nun will Assad mit Unterstützung der Russen vollendete Tatsachen schaffen. Bei Luftangriffen sollen mehrere hundert Zivilisten ums Leben gekommen sein. Rund 400'000 Menschen leben im von islamistischen Rebellen kontrollierten Ost-Ghuta. Auf Anordnung von Wladimir Putin trat am Dienstag eine mehrstündige Waffenruhe in Kraft. Auch das zeigt, wer in Syrien das Sagen hat.

Türkei gegen Kurden

Am 20. Januar liess der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Armee in die Region Afrin im Nordwesten Syriens einmarschieren, die von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert wird. Ankara betrachtet sie als Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Offiziell will die Türkei mit ihrer Intervention in Afrin eine Pufferzone an der Grenze errichten.

In Wirklichkeit fürchtet Erdogan die Errichtung eines Kurdenstaats im Nachbarland. Denn die YPG hat in den von ihr beherrschten Teilen Syriens – darunter praktisch das gesamte Gebiet östlich des Euphrat – die quasi-autonome Region Rojava gegründet. Sie ist «vergleichsweise freiheitlich, demokratisch und gut organisiert», wie der Historiker Hans-Lukas Kieser im watson-Interview ausführte.

Türkei gegen USA

Der türkische Kampf gegen die YPG könnte im Extremfall zu einem bislang undenkbaren Szenario führen: Einen bewaffneten Konflikt zwischen zwei NATO-Ländern. Denn die Kurdenmiliz steht quasi unter dem Schutz der USA. Sie bildet das Rückgrat der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die mit Unterstützung der US-Luftwaffe den Bodenkrieg gegen den «IS» geführt haben.

Syrien aktualisierte Infografik Karte

Der Konflikt um Afrin. grafik: watson/lea senn

Die USA sind mit mehreren tausend Soldaten in Syrien präsent. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern, obwohl die Regierung von US-Präsident Donald Trump weder über eine militärische noch eine politische Strategie verfügt. Türkische Regierungsvertreter haben sich in letzter Zeit heftig über die US-Unterstützung für die YPG beklagt. Eine Konfrontation ist nicht ausgeschlossen. Präsident Erdogan drohte offen damit, US-Soldaten anzugreifen.

Assad gegen Türkei

Die YPG hat nach dem türkischen Einmarsch die Regierung in Damaskus um Hilfe gebeten. Tatsächlich sagte Baschar Assad die Entsendung von Streitkräften nach Afrin zu. Für ihn eröffnen sich damit gleich zwei Chancen: Er hat mit dem türkischen Präsidenten Erdogan noch eine Rechnung offen, denn dieser hatte sich wiederholt für den Sturz Assads ausgesprochen.

Gleichzeitig hofft Assad, die Autonomiepläne der Kurden zurückbinden zu können, wenn er sie im Kampf gegen die türkische Armee unterstützt. Allerdings kämpfen bislang nur regierungsnahe Milizen mit der YPG. Die Entsendung von regulären Truppen wurde nach einer Intervention Russlands gestoppt. Denn Wladimir Putin will gute Beziehungen mit Assad und Erdogan.

USA gegen Russland

Im Kalten Krieg waren kriegerische Handlungen zwischen Amerikanern und Russen ein Albtraum-Szenario. In Syrien ist es eingetroffen: Am 7. Februar attackierten Assad-treue Einheiten eine von Kurden bewachte Ölraffinerie bei Deir Ezzor. Unter ihnen befanden sich russische Söldner der «Gruppe Wagner». Die amerikanische Luftwaffe schlug den Angriff zurück.

Dabei sollen mehrere hundert Russen getötet worden sein. Die USA betonen, sie hätten das russische Militär vor dem Angriff gewarnt. Für Russland ist dieses Scharmützel peinlich, denn die Söldnertruppe operiert in einer «Grauzone». Sie erledigt für Putin die «Drecksarbeit» am Boden, ähnlich wie die SDF für die USA. Dies erhöht auch die Gefahr einer Eskalation.

Israel gegen Iran

Unter den Konflikten in Syrien ist dies vielleicht der brisanteste. Das Assad-Regime ist der wichtigste Verbündete Irans in der arabischen Welt, es wird von Teheran deshalb mit mehreren tausend Mann unterstützt, darunter Revolutionsgardisten und Milizionäre aus Afghanistan und Irak. Ausserdem sind rund 6000 Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz in Syrien aktiv.

Israel gegen Iran

Den Israelis ist die Präsenz des Erzfeinds an ihrer Grenze ein Dorn im Auge. In den letzten Jahren griffen sie wiederholt den iranischen Nachschub für die Hisbollah aus der Luft an. Am 10. Februar kam es zur Eskalation, als Israel eine iranische Drohne über den Golanhöhen abschoss. Im Gegenzug holte die syrische Luftabwehr einen israelischen F-16-Kampfjet vom Himmel.

Das kostspielige Engagement in Syrien ist in der iranischen Bevölkerung höchst unpopulär. Für die Hardliner in Teheran aber ist es eine Gelegenheit, den moderaten Präsidenten Hassan Ruhani zu schwächen. Nachdem Wladimir Putin ein weiteres Mal intervenierte, beruhigte sich die Lage vorläufig. Doch die nächste Konfrontation zwischen Israel und Iran ist wohl nur eine Frage der Zeit.

In this photo released by Lennart Preiss/MSC 2018, Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu, holds a part of a downed drone during his speech at the Munich Security Conference, MSC, in Munich , Germany, Sunday, Feb. 18, 2018. (Lennart Preiss/MSC 2018/dpa  via AP)

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigt an der Münchner Sicherheitskonferenz ein Stück der abgeschossenen iranischen Drohne. Bild: AP/Lennart Preiss/MSC 2018

Iran gegen Saudi-Arabien

Im syrischen Wahnsinn mischen noch andere Mächte mit, allen voran Saudi-Arabien. Nach Ausbruch des Bürgerkriegs unterstützte das Königreich die Opposition gegen Baschar Assad. Auch dschihadistische Gruppierungen erhielten Geld und Waffen (moderate Rebellen gibt es so gut wie keine mehr). In erster Linie wollten die Saudis den Erzfeind Iran zurückdrängen.

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Video: srf

Die vielen Frontlinien in Syrien lassen nichts Gutes erahnen. «Jeder Zusammenstoss bringt die Gefahr einer offenen Konfrontation mit sich», meint die «Financial Times». Ein Ausweg aus diesem Chaos ist weit und breit nicht in Sicht. Eine von Präsident Putin gross angekündigte Friedenskonferenz in Sotschi endete ohne Ergebnis.

Die eigentlichen Leidtragenden aber sind die Syrerinnen und Syrer. Sie müssen weiter mit dem Horror leben. Und für die Flüchtlingen ist eine Heimkehr auf absehbare Zeit undenkbar.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Liselote Meier 28.02.2018 14:22
    Highlight Highlight Der erste Vergleich kann man so nicht bringen. Komplett andere Ausgangslange und Situation.
    Ein Machtvakuum würde ja entstehen wenn die syrische Regierung an Terrain verlieren würde, ist ja momentan das komplette Gegenteil der Fall. Die islamistischen Rebellengruppen haben nicht mehr viel Terrain, mit den Kurden ist ein Ausgleich möglich siehe Aleppo/Afrin.

    USA vs Türkei ist Mumpitz. Die Angriffsoftware der türkischen F16 kann von den USA aus abgeschaltet werden.

  • DomKi 28.02.2018 10:20
    Highlight Highlight na, vielleicht stimmt ja die Bibel: Jesaja 17:1 Dies ist Gottes Botschaft über Damaskus: »Die Stadt Damaskus wird verschwinden, nur ein Trümmerhaufen bleibt von ihr übrig. UND noch Jeremia 49, 23-27 lesen: http://bit.ly/2ov2ZUg
    Zur Info: Damaskus wurde in der Weltgeschichte bis anhin noch NIE zerstört.
    • Watson=Propagandahuren 28.02.2018 20:14
      Highlight Highlight Ja gibt genug Irre (Christen, Muslime, Juden) die so stark an solche Bücher glauben dass sie sie als Vorlage verwenden.
      Dann muss man sich auch nicht wundern wenn die "Prophezeiung" dann irgendwann eintritt.
  • Dong 28.02.2018 10:05
    Highlight Highlight Syrien war schon immer brandgefährlich. Ein Sieg der "unseren" (Saudis, Emirate, Türkei vor dem Putschversuch, USA, Al Kaida, ...) würde die Machtverhältnisse in Nahost so verändern, dass Russland und der Iran mit dem Rücken zur Wand stehen. Regime Change im Iran und die Verdrängung der Russischen Gasexporte durch Gas aus dem South Pars Gasfeld wären nämlich die nächsten Punkte auf der Agenda. Und eine derartige Destabilisierung ist in niemandem seinem Interesse, der nicht mindestens einen ordentlichen Ozean weit vom Schlammassel entfernt lebt!
  • rodolofo 28.02.2018 07:01
    Highlight Highlight Gestern habe ich im Radio gehört, dass Boris Johnson von der Englischen Tory-Regierung Britanniens damit gedroht hat, dass Gross Britannien in den Syrien-Krieg an der Seite der USA eingreifen würde, wenn Assad's Truppen weiter Giftgas gegen die eingeschlossene Bevölkerung von Ost-Gotha einsetzen würde!
    Das wäre dann eine weiter, höchst bedrohliche Eskalation-Stufe, die aber nicht die Briten, sondern einzig und allein die Völkermörder und Kriegsverbrecher des Assad-Régimes und des Putin-Régimes zu verantworten haben!
    Auch die Nazis des 21.Jh. verstehen nur die Sprache der Gewalt...
    • Dong 28.02.2018 14:04
      Highlight Highlight Wobei die Giftgas-Anschuldigungen allerdings ausschliesslich auf Informationen von Al Kaida-Gruppierungen beruhen!
    • Sebastian Wendelspiess 28.02.2018 16:58
      Highlight Highlight Sogar die US und F Regierung haben gesagt, es gibt kein Beweis, dass Assad Giftgas eingesetzt hat. Ergo waren es die Rebellen. Bei denen scheints aber niemand zu stören. Die Aussage Johnsons bestätigt eher, dass die Rebellen demnächst wieder etwas instenieren werden, damit der Westen „endlich“ auch Syrien platt machen kann. So ganz nach Brzezinskis Strategie - the grand chessboard.
    • Watson=Propagandahuren 28.02.2018 20:15
      Highlight Highlight wie ignorant kann man sein, rodolofo?
      Lässt du dich immer mit den selben Lügen vom Krieg führen überzeugen?
      Kann es sein dass du Krieg eigentlich ganz geil findest? Klingt irgendwie so.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DonChaote 28.02.2018 02:07
    Highlight Highlight Und für europa: egal wer gewinnt, hauptsache das geht schnell vorüber und die pipeline aus richtung persischem golf kann endlich durch syrien vollendet werden. Ob nun das ‚neu’ entdeckte gas durch russische konzerne nördlich aus dem golf gesogen wird, oder von us konzernen aus südlicher richtung. Könnte uns ja egal sein. Wir brauchen die energie und die streiten sich darum, wer die rechnung schreiben darf. Durch verträge ist fast ganz europa über die nato an die USA gekoppelt und daher sind alle um uns mittendrin. Kann uns egal sein, verkaufen wir denen allen doch waffen und munition. 🤔
  • Mr.President 27.02.2018 22:59
    Highlight Highlight Krieg in Syrien ist ein langweiliges Thema. interessiert uns nicht. V.a.die die ich kenne. Man liest es durch und vergisst es wieder. Ändern kann man eh nichts. Auch wenn du in den Krieg ziehst, Geld spendest, dagegen demonstrierst oder dich aufregst.
    • yannis675 28.02.2018 09:02
      Highlight Highlight Was hat dich so gefühlslos gemacht?
  • mrmikech 27.02.2018 19:59
    Highlight Highlight Seitdem arbiträre landesgrenzen durch UK und Frankreich errichtet wurden gibts probleme. Seitdem öl endeckt wurde nutzen USA und Russland die probleme in die region für ihre geopolitische proxykriege aus. Nur USA und Russland können es stoppen. Wird also erst passieren wann die beide pleite sind. Hoffentlich bald also. Wellcome China.

    http://www.bbc.com/news/world-middle-east-25299553
    • exeswiss 28.02.2018 04:05
      Highlight Highlight "Wellcome China." china kauft dann einfach alles auf :>
    • Hoppla! 28.02.2018 06:53
      Highlight Highlight Als Auslöser mag dies stimmen, aber es ist wohl zu simpel gedacht.

      - China agiert genau gleich aus Selbstnutzen. Z.B. siehe Afrika.
      - Willkürlich gezogene Landesgrenzen/"Zwangsstaaten" führen nicht automatisch zu Problemen. Z.B. siehe Schweiz, das heutige Polen,...
      - Die USA produziert selbst so viel Öl, was völlig bescheuert ist, dass Invasionen in Drittstaaten nicht mehr lohnen.
    • rodolofo 28.02.2018 07:16
      Highlight Highlight China?!
      Echt jetzt?
      Du meinst diesen Orwell'schen Überwachungsstaat mit dem jetzt auf Lebenszeit gewählten "Allseits geliebten Führer"?
      Unter Obama haben die USA versucht, mehr auf Menschenrechte zu pochen und sich beim "Arabischen Frühling" nicht mehr reflexartig mit den Interessen der wankenden Militärdiktatur gleichzuschalten.
      Daraufhin wurden sie sofort als "schwach" eingeschätzt. Syriens Assad überschritt skrupellos die von Obama gezogene "Rote Linie" und liess Giftgas-Bomben abwerfen, und der Philippinische Killer-Präsident Duterte kokettierte mit den "pflegeleichteren" China...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pitsch Matter 27.02.2018 18:41
    Highlight Highlight Was sind eigentlich die offiziellen Interessen der USA in Syrien, oder anderst gefragt, was machen die eigentlich in Syrien...? Ich kann mir vorstellen, dass wenn die USA sich aus diesem Elend raushalten täte, würde sich das alles eher positiv entwickeln.
    • dividus 27.02.2018 20:02
      Highlight Highlight Hauptgrund wird wohl für alle das Öl sein. Egal was in den Medien geschrieben wird, wenn ein Land mit Öl am Boden ist, versuchen es alle in Ihre "Fittiche" zu nehmen, damit dem armen Öl auch sicher nichts passiert oder gar in die falschen Hände gerät. Ansonsten gibt es keinen Grund für die Grossmächte soviel Geld auszugeben, das syrische Volk ist auf jeden Fall allen egal!
    • Firefly 27.02.2018 20:18
      Highlight Highlight Wiso fragst du dich nur nach den Interessen der USA? Es sind Dutzende Interessen die dort aufeinander treffen! Assad, die syrische Bevölkerung, Türkei, Iran, Israel, Saudi Arabien, Russland, USA, sunnitische, schiitische, kurdische...
    • c_meier 27.02.2018 20:24
      Highlight Highlight Seit dem Amtsantritt von Trömp ist für mich im nahen Osten keine Strategie mehr feststellbar ausser Israel und saudis bei Laune halten (mit Botschaft und Waffen)...
    Weitere Antworten anzeigen
  • opwulf 27.02.2018 18:30
    Highlight Highlight Danke Herr Blunschi, eine gute Übersicht der Kriegsparteien und ihre Verbindungen und mit dem letzten Abschnitt treffen sie den Nagel auf den Kopf!
  • tzhkuda7 27.02.2018 18:25
    Highlight Highlight Afghanistan, Irak, Lybien.
    Man hatte doch 3x Bilderbuchbeispiele dafür, was passiert, wenn man Diktatoren versucht zu stürzen und dabei ein riesiges Machtvakuum sich öffnet.

    Fast alle (lokalen) Strömungen versuchen jeweils, dieses wieder auszufüllen und Federführend bei der Neugliederung zu werden.

    Das dabei ungewünschte Strömungen ebenfalls versuchen mitzumischen, liegt daran, das viele dieser Radikalen Strömungen eben durch die Diktatoren damals unterdrückt wurden.

    Ein Tanz mit dem Teufel. Diktatoren stürzen (Ghadaffi) oder sanktionieren (Kim), bei beiden leidet das Volk -.-

    • Firefly 27.02.2018 20:24
      Highlight Highlight Das leidende Volk stand bei allen Beispielen am Anfang des Umsturzes. Das Volk war es, welches genug hatte und aufbegehrte. Das Problem des Macht Vakuums ist in Diktaturen immanent da alle Macht in einer Person oder Familie konzentriert ist.
    • Echo der Zeit 27.02.2018 20:51
      Highlight Highlight Assad hat sich am Anfang noch von Ghadaffi beraten lassen.
    • Sebastian Wendelspiess 28.02.2018 01:20
      Highlight Highlight @firefly really? Und rechtfertigt Krieg und aufrüsten der Rebellen? Muss jetzt Assad die AfD mit ManPads beliefern wegen Pegida?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 27.02.2018 18:12
    Highlight Highlight Sehr gute Zusammenfassung der unübersichtlichen Lage in Syrien.

    Wie immer im Krieg lässt sich nicht alles in "Gut" und "Böse" einteilen.

    Nun da der IS als gemeinsamer Feind nicht mehr da ist, könnte man sich ja wieder zurückziehen: Mission accomplished...

    Aber natürlich ist der IS nur ein Grund von vielen für den Krieg in Syrien. Initialer Grund war, dass Syrien sein Öl via Russland/Iran verkaufen wollte - und nicht an SA/USA

    Wie jeder Krieg ist auch der Syrienkrieg ein knallhartes Durchsetzen von geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen. Mit dem Rückzug des IS wird dies offenbart.
  • Barbarossa74 27.02.2018 17:55
    Highlight Highlight Dieses Land ist das beste Beispiel was passiert wenn fremde Armeen im eigenen Land aktiv sind.
    • Walter Sahli 27.02.2018 18:20
      Highlight Highlight Dieser Krieg ist das beste Beispiel dafür, was passiert, wenn von aussen Geld und Waffen in ein Konfliktgebiet geliefert werden!
    • lagaffe 27.02.2018 19:15
      Highlight Highlight Dieses Land ist das beste Beispiel was passiert, wenn es Spielball der Grossmächte ist...
    • Paganapana 27.02.2018 19:21
      Highlight Highlight Man will aber auch nicht wissen, was geschehen wäre, wenn Assads Truppen alleine gegen den IS hätten kämpfen müssen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Raphael Stein 27.02.2018 17:54
    Highlight Highlight Langer Rede kurzer Sinn, den USA ist der regime change nicht geglückt. Die Folgen sind wie immer eine humanitäre Niederlage der Menschheit.
    • Pasch 27.02.2018 19:09
      Highlight Highlight Warum den unbedingt Regime-Change? Das Pulver ist platziert und die Lunte brennt!
    • rauchzeichen 27.02.2018 20:20
      Highlight Highlight dieser konflikt lässt sich nicht mit den anderen amerikanischen „demokratisierungsversuchen“ vergleichen. der regimewechsel wurde von teilen des syrischen volk infolge des arabischen frühlings losgetreten. daraufhin gab assad derart kontra, dass überall im land zellen mit unterschiedlichsten interessen aufstanden. unter anderem der is. und erst nachdem die gefährlichkeit dieser terrorgruppe deutlich wurde, ging der gesamte westen ebenfalls in den krisenherd. mit waffen, geld und teils auch manpower. dass damit der krieg nur länger geht, hat anscheinend keiner gecheckt...
    • Echo der Zeit 27.02.2018 20:56
      Highlight Highlight @Rauchzeichen - "der regimewechsel wurde von teilen des syrischen volk infolge des arabischen frühlings losgetreten" Das ist Leider Wahr - nur hörens gar nicht gerne - Alles von CIA organisiert! der ganze arabischen Frühling.
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