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Foreign fighters who joined the Kurdish People's Protection Units (YPG) aim their weapons during what the YPG said was an offensive against them by Islamic State fighters, in the western countryside of Ras al-Ain March 10, 2015. Picture taken March 10, 2015. REUTERS/Rodi Said (SYRIA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT MILITARY)

Gelten als schlagkräftigste Miliz im Kampf gegen den IS: Die Kurden-Kämpfer der YPG folgen einer marxistisch-leninistischen Ideologie – und werden von der US-Luftwaffe unterstützt.
Bild: X80002

Vielversprechende Kampfansage an Dschihadisten: Syriens Kurden und Araber schmieden grosse Allianz gegen IS und Co.

Sie sind die schlagkräftigsten Gegner des Islamischen Staates in Syrien: die kurdischen Volksverteidigungseinheiten und die arabischen Rebellenmilizen im Norden des Landes. Jetzt treten sie gemeinsam an – als «Demokratische Kräfte Syriens».



Ein Artikel von

Spiegel Online

Schon seit Monaten kämpfen sie zusammen gegen den Islamischen Staat. Nun haben sie offiziell ein Bündnis ausgerufen. Die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und syrisch-arabische Rebellenmilizen wollen in Zukunft gemeinsam unter dem Namen «Demokratische Kräfte Syriens» firmieren.

Die syrischen und arabischen Kämpfer im Norden Syriens erwiesen sich als besonders schlagkräftig gegen die Dschihadisten: Sie bescherten dem IS eine Reihe von schmerzhaften Niederlagen und eroberten die Kontrolle über grosse Teile der syrisch-türkischen Grenze. Unterstützt werden sie aus der Luft von US-Kampfjets.

In einer gemeinsamen Erklärung heisst es:

«Die schwierige Lage, in der sich unser Land Syrien befindet, ... macht eine vereinte, nationale militärische und politische Kraft für alle Syrer notwendig – Kurden, Araber, Syrische Aramäer und andere Gruppen»

gründungsmitteilung «demokratische kräfte syriens»

Bekenntnis zum Vielvölkerstaat

Syrien ist ein Vielvölkerstaat: Syrer haben viele verschiedene ethnische und konfessionelle Hintergründe. Das neue Bündnis der «Demokratischen Kräfte Syriens» bekennt sich klar dazu.

Die Erklärung kommt auch einer Kampfansage an den IS gleich, aber auch an andere radikalislamistische syrische Rebellenmilizen, die Diversität ablehnen. Statt einer Gleichberechtigung der unterschiedlichen Gruppen Syriens wollen die Radikalen eine erzkonservativ-sunnitische Einheitskultur durchsetzen im Zweifelsfall mit Gewalt.

Beteiligt an dem Bündnis sind vor allem diese drei Gruppen:

Kurdische Volksverteidigungs-Einheiten (YPG)

Volksverteidigungseinheiten (YPG): Sie sind der syrische Ableger der türkisch-kurdischen Arbeiterorganisation PKK. Die Miliz wird autoritär geführt. In den von ihr beherrschten Gebieten in Syrien herrschen derzeit jedoch tatsächlich am ehesten demokratische Strukturen. Sie setzt sich für Frauenrechte und Religionsfreiheit ein und fordert mehr Autonomie innerhalb eines syrischen Nationalstaats. Die Zahl ihrer Kämpfer in Nordsyrien wird auf mindestens 20'000 geschätzt.

Kurdish female fighters from the People's Protection Units (YPG) weave together ribbons, bearing the colours of the YPG flag, in the Assyrian village of Tel Nasri, western of Tel Tamr town, after they said they retook control of the area from the Islamic State, May 21, 2015. Picture taken May 21, 2015. REUTERS/Rodi Said

Rund ein Drittel der Kurdenmiliz YPG besteht aus den YPJ-Frauenbatallionen.
Bild: STRINGER/REUTERS

Armee der Revolutionäre

Sie sind eine der sogenannten moderaten Rebellengruppen aus Nordsyrien und zählen sich zur «Freien Syrischen Armee», einem Dachverband der Moderaten. Die Zahl ihrer Kämpfer wird auf mehrere tausend geschätzt.

Fighters from the Free Syrian Army's Al-Tahrir Brigade, rest near their flag on the eastern outskirts of the city of Tel Abyad of Raqqa governorate after they said they took control of the area June 15, 2015. The Syrian Kurdish YPG militia said on Monday it had encircled the Islamic State-controlled town of Tel Abyad, the nearest border town to the militant's de facto capital of Raqqa city. Picture taken June 15, 2015. REUTERS/Rodi Said

Haben schon bislang erfolgreich Seite an Seite mit den Kurden gekämpft: FSA-Kämpfer nach der Eroberung des syrisch-türkischen Grenzübergangs Tell Abyad im Juni.
Bild: STRINGER/REUTERS

Assyrische Milizen

Mehrere hundert syrische Christen aus dem Norden des Landes haben sich bewaffnet und zu einer eigenen Gruppe zusammengeschlossen, die sich zu dem neuen Bündnis bekennt. Ihr Ziel ist es, ihre Dörfer gegen die Dschihadisten zu verteidigen.

Christian fighters of Sutoro (The Syriac Security Office) carry their weapons as they man a checkpoint in the town of Tel Tamr February 25, 2015. Kurdish militia pressed an offensive against Islamic State in northeast Syria on Wednesday, cutting one of its supply lines from Iraq, as fears mounted for dozens of Christians abducted by the hardline group. The Assyrian Christians were taken from villages near the town of Tel Tamr, some 20 km (12 miles) to the northwest of the city of Hasaka. There has been no word on their fate. There have been conflicting reports on where the Christians had been taken. REUTERS/Rodi Said (SYRIA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT)

Mischen auch mit im neuen Bündnis: Kämpfer von Christenmilizen.
Bild: STRINGER/REUTERS

Die USA wollen Bündnis mehr helfen

Die USA überlegen derzeit, ihre Unterstützung für das Bündnis auszuweiten. Im Gespräch sind Waffenlieferungen an die neu ausgerufene Allianz. So soll der Druck auf den IS in Syrien erhöht werden.

Bisher hat sich die US-Regierung mit ihrer Hilfe zurückgehalten. Denn mehrere mit den USA verbündete Regierungen betrachten die YPG skeptisch bis feindlich: Die PKK, ihre Mutterorganisation, steht noch immer auf der Liste der Terrororganisationen mehrerer europäischer Länder wegen ihrer Anschläge auf türkische militärische und zivile Ziele in den achtziger und neunziger Jahren. Der Krieg zwischen der Türkei und der PKK ist im Juli wieder aufgeflammt. (tat/ras/Reuters)

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