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epa04960858 A handout frame grab taken from a video footage made available on the official website of the Russian Defence Ministry on 02 October 2015 claims to show a strike carried out by Russian warplanes near Maarrat Al-Nuuman, Idlib province, Syria, 02 October 2015. According to the Defence Ministry Russian Su-25 jets conducted two strike missions having previously destroyed weapons stores. However, many are concerned the locations of Russian strikes doe not match known locations of IS activities, instead targeting other Syria opposition groups.  EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY PRESS SERVICE / HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Russlands Angriffe in Syrien stärken nach Ansicht westlicher Beobachter und Politiker die Position der IS in den umkämpften Regionen. 
Bild: EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY

Russische Luftangriffe in Syrien: Obama wirft Putin Stärkung des IS vor

Russland steigert seine Luftangriffe in Syrien – und wird dafür vom Westen scharf kritisiert. US-Präsident Obama wirft Präsident Putin vor, die IS-Terroristen zu stärken.

03.10.15, 06:00


Ein Artikel von

Die russischen Luftangriffe in Syrien stärken nach Einschätzung von US-Präsident Barack Obama die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS). Bei einer Rede im Weissen Haus kritisierte Obama das militärische Vorgehen: Der russisch-iranische Ansatz zur Lösung des Konflikts sei «ein Rezept für eine Katastrophe».

Russland schwäche mit den Luftschlägen die gemässigte Opposition in Syrien, sagte Obama am Freitag im Weissen Haus. «Die russische Politik treibt (die Rebellen) in den Untergrund oder erzeugt eine Situation, in der sie geschwächt werden, und es stärkt den IS nur. Und das ist für niemanden gut», sagte Obama. Teil des Problems sei eindeutig Präsident Baschar al-Assad - ein «brutaler, skrupelloser Diktator». Dieser sei dank der Unterstützung Russlands und Irans aber nach wie vor an der Macht.

epa04960885 U.S. President Barack Obama speaks at a press conference about Russian President Putin's engagement in Syria in the State Dining Room of the White House in Washington, DC, USA 02 October 2015. Earlier, Obama announced that Arne Duncan is stepping down as Secretary of Education. Duncan has served in the post for seven years; Obama has asked Education Department official John King Jr. to take Duncan's place.  EPA/JIM LO SCALZO

Klare Worte an Putin: Obama wirft seinem weltpolitischen Gegenspieler vor, mit den Luftangriffen in Syren eine Katastrophe heraufzubeschwören.  
Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

Die USA seien bereit, Moskau und Teheran an einer politischen Lösung über die Zukunft des Landes zu beteiligen, sagte Obama. Er wies die Einschätzung zurück, dass Washington sich mit Moskau in einem Stellvertreterkrieg befinde. Dies sei kein «Schachspiel zwischen Supermächten», sagte Obama.

Merkel und Hollande ermahnen Putin ebenfalls

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande forderten Russland auf, in Syrien nicht die gemässigten Rebellen anzugreifen. Merkel sagte beim Ukraine-Gipfel in Paris, sie habe klar gemacht, dass der IS der Feind sei, den es zu «bekämpfen» gelte. Bei dem Vierer-Gipfel waren neben Merkel und Hollande auch Putin und der ukrainische Präsident Poroschenko anwesend.

Putin wies die Kritik an den russischen Luftangriffen zurück. Er habe im Gespräch mit Merkel und Hollande betont, dass die Attacken den Terrororganisationen IS und Nusra-Front gelten würden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. «Die Operation in Syrien wird von der russischen Luftwaffe in strenger Übereinstimmung mit den Prinzipien des Völkerrechts verwirklicht - in diesem Fall auf Bitte der syrischen Führung», sagte Peskow demnach.

Deutschland, Frankreich und fünf weitere Staaten hatten in der Nacht zu Freitag bereits eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in dem sie Russland vor Angriffen auf gemässigte Rebellen warnten und Moskau vorwarfen, mit den Angriffen den Bürgerkrieg weiter anzuheizen.

Russische Luftwaffe bombardiert auch andere Gruppen

Westliche und arabische Staaten verdächtigen Russland, nicht in erster Linie die IS-Dschihadisten bekämpfen zu wollen, sondern vor allem den angeschlagenen Machthaber Assad zu stützen. Am Donnerstagabend bombardierten russische Kampfflugzeuge aber erstmals die Dschihadistenhochburg al-Rakka. Wie die in Grossbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden ein Vorort sowie die Gegend um den Militärflughafen Tabka angegriffen.

Zugleich bombardierte die russische Luftwaffe aber auch Stellungen anderer Gruppen. Nach russischen Angaben galten die Angriffe Kommandoposten, Kommunikationszentren und Waffenlagern der IS-Miliz in Daret Essa in der Provinz Aleppo, Maaret al-Numan in der Provinz Idlib und Kafar Sita in der Provinz Hama. Laut der Beobachtungsstelle sind dort aber nicht IS-Milizionäre, sondern die mit al-Qaida verbündete Nusra-Front und andere Islamistengruppen präsent.

Die Europäische Union zeigte sich «besorgt» über zivile Opfer der russischen Angriffe und verlangte von Moskau, seine Ziele «sorgfältig auszusuchen». Der Vorsitzende des Aussenausschusses des russischen Parlaments, Alexej Puschkow, sagte jedoch, die Angriffe würden noch mindestens «drei bis vier Monate» fortgesetzt. Die Intensität könne noch gesteigert werden.

Der syrische Aussenminister Walid al-Muallim erklärte derweil die Bereitschaft der Regierung, an neuen Friedensgesprächen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen teilzunehmen. In einer Rede bei der Uno-Generaldebatte in New York sagte er, sein Land wolle sich an den Gesprächen beteiligen - die Diskussionen seien aber «vorläufig» und «nicht bindend».

Zusammengefasst: US-Präsident Barack Obama kritisiert Russland scharf für seine Luftangriffe in Syrien. Er wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, den IS zu stärken, indem er die gemässigte Opposition gegen Assad schwächt. Auch Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande ermahnen Putin und rufen ihn dazu auf, in Syrien nicht die gemässigten Rebellen anzugreifen. Putin hingegen weist jegliche Kritik zurück und betont, die Operation in Syrien entspreche völkerrechtlichen Prinzipien.

kry/dpa/AFP

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Crisyscon 03.10.2015 10:14
    Highlight Wo Obama Recht hat, hat er recht. Putin versucht Asad zu stärken, dieser ist aber ein Ursprung des Problems. Dieser Krisenkrieg könnte der Auftakt oder Auslöser für eine grössere Weltkatastrophe durch einen übergreifenden Krieg sein.
    3 14 Melden
    • herschweizer 05.10.2015 10:06
      Highlight Ursache für eine Katasrophe kann es werden... es wäre aber sinnvoll die Absichten und Interessen der Konfiktparteien beim Namen zu nennen nicht nur einfach zu sagen Assad ist ein Diktator blabla... Es könnte auch sein dass wir die Probleme Syriens importieren... wer weiss denn schon ob der jeweilige Flüchling dem IS, Assad, der NusraFront oder sonst einer "gemässigten" Splittergruppe zugehört.
      Kann mir jemand sagen wer durch diese Entwicklung am meisten Vorteile hat?
      2 0 Melden
  • Dä Brändon 03.10.2015 09:48
    Highlight Hahaha ich lach mit kaputt, behauptet der, der von 16 Mia. "Hilfsgelder" an Irak an die IS fliessen liess. Wer kauft ihm diesen Sch***s ab? Putin unterstützt höchstens Assad aber NIE und nimmer die IS
    16 2 Melden
  • Roger Gruber 03.10.2015 09:42
    Highlight Armer Obama. Da hat er doch viele Jahre lang mit gigantischem Aufwand die ganzen Terror-Organisationen aufgebaut. Notabene mit noch grösserem Elan als sein Vorgänger, und das obschon der "Nobelpreisträger" (wie zynisch...) im Wahlkampf "Change" versprochen hat und die Kriege beenden wollte. Nun, da Russland plötzlich auf der Bühne erscheint und tatsächlich und effektiv gegen den IS und alle anderen Terror-Organisationen, die man doch noch benutzen wollte kämpft, sieht der arme Obama seine Felle davon schwimmen. Verständlich, dass der arme Obama da etwas verschnupft ist...
    16 3 Melden
  • Zeit_Genosse 03.10.2015 09:30
    Highlight Putin mag innenpolitisch Kapital aus diesen Angriffen ziehen, dem Konflikt in Syrien sind sie nicht dienlich und Russland wird noch stärker isoliert. Ich sehe den Vorteil von Putin nicht und finde es strategisch unklug. Schon bald wird es in Russland Anschläge geben. Dann hat er den Krieg importiert und liegt auch mit der Ukraine im Kriegszustand.
    4 11 Melden
  • Henrix 03.10.2015 06:47
    Highlight Die Katastrophe ist bereits angerichtet, und zwar von den USA, mit Hilfe deren Handlanger der EU. Im Moment ist man wohl im Pentagon etwas ratlos und versuchts mit Propaganda.
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    • Roger Gruber 03.10.2015 09:36
      Highlight Bedenklich dabei ist doch vor allem, dass unsere Presse sich so freimütig als Propaganda-Instrument benutzen lässt. Ich frage mich, ob die Journis sich im klaren sind, dass durch ihr Geschreibsel die vielen Kriege und das ganze Elend erst ermöglicht wird. Ob es ihnen klar ist, dass das Blut von Millionen Menschen an ihren Händen klebt...
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    • herschweizer 05.10.2015 10:08
      Highlight danke roger
      0 0 Melden

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