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Mehr als 400 Tote bei Erdbeben in Kurdengebieten ++ Iran und Türkei versprechen Hilfe



Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Iran und im Irak wird das Ausmass der Katastrophe immer deutlicher. Die iranischen Behörden zählten bisher weit über 400 Tote und mehr als 7000 Verletzte. Diese Zahl könnten noch steigen.

Rettungskräfte konnten erst acht Stunden nach dem Beben ihre Bergungsarbeiten richtig beginnen - sie mussten warten, bis es wieder hell wurde. Danach stiegen die Opferzahlen fast im Minutentakt.

In this photo provided by the Iranian Students News Agency, ISNA, a rescue worker searches debris for survivors with his sniffing dog after an earthquake at the city of Sarpol-e-Zahab in western Iran, Monday, Nov. 13, 2017. A powerful earthquake shook the Iran-Iraq border late Sunday, killing more than two hundreds people, Iranian state media said. (Pouria Pakizeh/ISNA via AP)

Am Morgen danach zeigen sich die Auswirkungen des Bebens. Bild: AP/Iranian Students News Agency, ISNA

Es sei «schwierig, Rettungsteams in die Dörfer zu schicken, weil die Strassen abgeschnitten sind. Es gab Erdrutsche», berichtete der Chef des iranischen Katastrophenschutzes, Pir Hossein Koolivand. Innenminister Abdolresa Rahmani Fasle sagte, es sei zu befürchten, dass es noch viele Opfer in den abgelegenen Dörfern gebe.

Hunderte Rettungswagen und dutzende Armee-Helikopter wurden laut Medienberichten entsandt. Irans geistlicher Führer Ajatollah Ali Chamenei wies Regierung und Armee an, «alle verfügbaren Kräfte» zu mobilisieren.

Laut dem Innenministerium in Teheran wurden am Montag im Iran zunächst 348 Tote und 6600 Verletzte gezählt und weitere Opfer befürchtet, im Irak kamen zunächst 8 Todesopfer hinzu.

Am Abend hiess es von staatlichen iranischen Medien, die Zahl der Toten habe die Zahl 400 überschritten. Es war von 445 bis 450 Todesopfern die Rede und von über 7000 Verletzten.

epa06325317 A handout photo made available by the US Geological Survey (USGS) on 12 November 2017 shows a intensity shake map of a 7.2-magnitude earthquake at the Iraqi-Iranian border region near Halabjah, Iraq, 12 November 2017. Accordiong to reports, a magnitude 7.2 earthquake has hit the Iraq-Iran border region some 32 kilometres south-southwest of the Iraqi town Halabjah.  EPA/USGS / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Hier lag das Epizentrum des Bebens. Bild: EPA/USGS

Erdbeben der Stärke 7,3

Das Erdbeben der Stärke 7,3 hatte die Region am Sonntagabend erschüttert. Nach Angaben des deutschen Geoforschungszentrums Potsdam lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der iranischen Provinz Kermanschah.

US-Experten der Erdbebenwarte USGS hatten das Epizentrum zuvor etwas weiter westlich auf irakischer Seite der Grenze geortet, lokalisierten es am Montag aber rund 50 Kilometer nördlich von Sare Pole Sahab im Iran.

Mehrere kurdische Medien berichteten übereinstimmend, das Beben sei in zahlreichen kurdischen Städten und Provinzen wie Halabdscha, Erbil und Duhok zu spüren gewesen.

Ruhani verspricht Soforthilfe

Wie viele Menschen sich noch unter den Trümmern befinden, war zunächst unklar. Irans Präsident Hassan Ruhani versprach den Menschen in der Erdbebenregion sofortige Hilfe und will die Katastrophenregion am Dienstag besuchen.

Die Türkei schickte derweil Hilfe in die Katastrophenregion. Ein Konvoi von 50 Lastwagen mit Hilfslieferungen sei im Irak angekommen, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Istanbul.

Zudem will der türkische Rote Halbmond nach eigenen Angaben 3000 Zelte, Heizkörper sowie 10'000 Betten und Decken an die irakische Grenze bringen. Die Schweiz hat noch keine Hilfe entsandt, da noch keine Anfrage für internationale Hilfe eingegangen sei, wie das Aussendepartement (EDA) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte.

Das Beben soll Berichten zufolge auch in weit entfernten Gebieten zu spüren gewesen sein, so in Kuwait und in Teilen der Türkei. Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) twitterte, man beobachte die Situation in der Erdbebenregion und halte sich für Einsätze bereit. (sda/dpa/afp/reu)

Rettungskräfte sind rund um die Uhr im Einsatz:

Video: srf/SDA SRF

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