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Erdogan unerbittlich: Erneut 700 Haftbefehle in Türkei gegen Gülen-Bewegung



epa04528877 Supporters of Fethullah Gulen Movement hold Tkurkish flags as they wait outside a courthouse after Turkish police began an operation targeting the media close to the Fethullah Gülen, in Istanbul, Turkey 14 December 2014.Early 14 December police simultaneously arrested broadcasters from a television station and a former anti-terrorism chief and journalists according to local media.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Im Fokus: Die Anhänger der Gülen-Bewegung Bild: EPA/EPA

In der Türkei hat die Staatsanwaltschaft im Zuge der Niederschlagung der Erdogan-kritischen Gülen-Bewegung fast 700 Haftbefehle erlassen. Betroffen seien unter anderem Angehörige des Militärs und der Justiz, berichteten Staatsmedien am Dienstag.

Die Regierung hatte ihr Vorgehen gegen mutmassliche Anhänger der Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fetullah Gülen schon mehrmals verschärft. Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft seinem einstigen Mitstreiter vor, hinter dem Putschversuch im Juli 2016 zu stecken, bei dem rund 250 Menschen getötet wurden.

Die Polizei unternimmt immer wieder Razzien gegen mutmassliche Anhänger Gülens, der jede Verstrickung in den Putschversuch bestreitet und seit 1999 im US-Bundesstaat Pennsylvania lebt.

Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Staatsanwaltschaft habe bei Ermittlungen gegen Angehörige der Luftwaffe die Festnahme von 157 Personen angeordnet, darunter 101 aktive Offiziere. Etwa 100 Menschen seien bereits festgenommen worden.

epa04139890 A handout picture made avaliable on 25 March 2014 provided by Zaman Turkish Daily newspaper shows Fethullah Gulen, an Islamic opinion leader and founder of the Gulen movement, poses during an interview at his residence in Pennsylvania, USA, 15 March 2014. Turkish Prime Minister Erdogan is considering banning YouTube and Facebook after local elections at the end of this month. Leaked recordings, which have not been verified, link Erdogan and his allies to corruption and attempts to control the media. Erdogan has blamed the leaks on followers of US-based Muslim cleric Fethullah Gulen, a one-time ally, but now a foe. Gulen denies the allegations.  EPA/SELAHATTIN SEVI/ZAMAN DAILY NEWSPAPER / HANDOUT   EDITORIAL USE ONLY

Fetullah Gülen Bild: EPA/ZAMAN DAILY NEWSPAPER

In der Hauptstadt Ankara richtete sich das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen Beschäftigte im Justizministerium. Hier seien 71 Menschen festgenommen worden, meldete Anadolu. Weitere rund 467 Haftbefehle seien im ganzen Land ergangen.

Erdogan wirft Gülen und seinen Anhängern seit Jahren vor, sie wollten einen Parallelstaat in der Türkei errichten, indem sie Polizei, Militär, Justiz und Verwaltung infiltrierten. Seit dem Putschversuch wurden rund 80'000 Menschen angeklagt. Etwa 150'000 Beschäftigte unter anderem in der Verwaltung und im Militär wurden entlassen oder vom Dienst suspendiert.

Die Europäische Union und Menschenrechtsgruppen haben das massive Vorgehen kritisiert. Erdogan rechtfertigt es als notwendige Antwort auf die Bedrohung der Sicherheit. (aeg/sda/reu)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Heinz Maag 19.02.2020 21:11
    Highlight Highlight Dieser Gülen ist gefährlicher als viele Top Terroristen, er hat schon viele wichtige Staatsstellen in der Türkei mit Anhängern besetzt und die, die in dieser Bewegung sind profitieren vom Schneeballsystem. Wir in Europa kennen solche parallel Staaten nicht, aber in ärmeren Länder gibt es solche dutzendweise und sie schaden den Staat und den Menschen wo dort leben.
  • Lokutus 18.02.2020 18:15
    Highlight Highlight Wenn alle Türken im Knast sitzen wird der Sultan sich endlich sicher fühlen können.
    Allerdings 🤨, wer macht ihm dann noch die Untertanen?
  • MarGo 18.02.2020 11:31
    Highlight Highlight Wie klein muss da die Nudel sein, wenn man politische Gegner systematisch zum Schweigen bringt...
    So eine erbärmliche Person...

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