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Frau von Journalist Can Dündar fordert Gerechtigkeit – sie sitzt in der Türkei fest



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Bild: Screenshot Youtube

Die Ehefrau des im deutschen Exil lebenden Journalisten Can Dündar wirft der türkischen Regierung Menschenrechtsverletzungen vor. Vor mehr als zwei Jahren wurde ihr Reisepass annulliert.

Dass ihr die Ausreise verweigert werde, sei eine «vollkommen rechtswidrige, willkürliche und politische Entscheidung», sagte Dilek Dündar am Montag in einem via Twitter verbreiteten Video. Es verstosse zudem gegen Grundrechte wie die Reisefreiheit. Sie werde im wahrsten Sinne des Wortes gegen ihren Mann als Geisel gehalten. «Beendet diese Gesetzeswidrigkeit», forderte sie.

Dilek Dündar war im September 2016 der Reisepass entzogen worden, als sie nach Berlin ausreisen wollte. Ihr Mann, der sich zu dem Zeitpunkt schon ausserhalb der Türkei aufhielt, war kurz zuvor von seinem Posten als Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» zurückgetreten. Gegen Can Dündar laufen in der Türkei zahlreiche Verfahren, unter anderem wegen Terrorunterstützung.

Dündar, die Wirtschaftswissenschaftlerin und Dokumentarfilmerin ist, betont in dem Video, dass gegen sie selbst keinerlei Anschuldigungen vorlägen. Sie habe lange geschwiegen, weil sie auf die Gerechtigkeit der Justiz gehofft habe. Es belaste sie jedoch sehr, dass sie ihren Mann und ihren Sohn, der in London studiert hat, nicht sehen könne.

«Ich darf mein Land nicht verlassen, muss aber aus dem Haus raus, in dem ich gezwungen wurde, alleine zu leben.»

Beispielsweise habe sie an der Abschlussfeier ihres Sohnes, von der sie ihr ganzes Leben geträumt habe, nicht teilnehmen können. Ihr Schicksal stehe beispielhaft für Tausende von Ehepartnern, die wegen ihrer Familienbindungen grundlos bestraft würden.

Dilek Dündar erzählt zudem von finanziellen Schwierigkeiten. Sie könne den Kredit ihres Hauses in Istanbul alleine nicht zahlen. Die Behörden hätten ihr nicht erlaubt, eine Ferienwohnung zu verkaufen, um den Kredit zu tilgen. Nun werde das Haus in Istanbul gepfändet. «Ich darf mein Land nicht verlassen, muss aber aus dem Haus raus, in dem ich gezwungen wurde, alleine zu leben», sagte sie dazu. (tam/sda/dpa)

Über 500 Luxusvillen in der Türkei stehen leer

Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • In vino veritas 11.02.2019 21:32
    Highlight Highlight Das zeigt einerseits die Verlogenheit von Frau Merkel, die dem Despot in den A*** kriecht und andrerseits die Scheinheiligkeit vieler Touristen die diesen Barbar noch unterstützen. Pfui!
    • Fabio74 12.02.2019 19:09
      Highlight Highlight und warum nur Merkel? Warum nicht jede andere europäische Regierung? wo ist denn die Stimme der feigen Schweiz?
  • Dä isches gsi 11.02.2019 19:23
    Highlight Highlight Krass
  • Clife 11.02.2019 18:46
    Highlight Highlight Die Behörden hätten ihr nicht erlaubt, eine Ferienwohnung zu verkaufen, um den Kredit zu tilgen. Nun werde das Haus in Istanbul gepfändet. «Ich darf mein Land nicht verlassen, muss aber aus dem Haus raus, in dem ich gezwungen wurde, alleine zu leben», sagte sie dazu.

    Klar darf Sie das Hotel nicht einfach so verkaufen, ausser sie würde mehr Geld einbringen als eine zumutbare Versteigerung durch Pfändung einbringen würde. Ist ja alles Rechtens, wenn man verschuldet ist
    • Maracuja 11.02.2019 23:06
      Highlight Highlight @Clife: Klar darf Sie das Hotel nicht einfach so verkaufen, ausser sie würde mehr Geld einbringen als eine zumutbare Versteigerung durch Pfändung einbringen würde

      Welches Hotel? Und selbstverständlich darf sie andere Vermögenswerte (wie die erwähnte Ferienwohnung) verkaufen, um den Kredit zurückzuzahlen. Aus welchen Gründen die Türkei den Verkauf der Ferienwohnung blockiert, geht aus dem Artikel nicht hervor, es ist somit unmöglich zu beurteilen, dass alles Rechtens ist. Sicher ist es aber nichts Rechtens, dass Frau Dündar der Reisepass entzogen wurde, da kein Strafverfahren gegen sie läuft.
  • Roman Loosli 11.02.2019 18:46
    Highlight Highlight Wer noch immer dort Ferien macht hat kein Gewissen...

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