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International
Türkei

«Das ist eine Frechheit» – scharfe Kritik an Erdogans Nazi-Vergleich 

Turkish President Tayyip Erdogan, accompanied by his wife Emine Erdogan, greets his supporters during a campaign meeting for the April 16 constitutional referendum, in Ankara, Turkey, March 7, 2017. K ...
Recep Tayyip Erdogan sorgt mit seinen Aussagen über Deutschland für Empörung.Bild: HANDOUT/REUTERS

«Das ist eine Frechheit» – scharfe Kritik an Erdogans Nazi-Vergleich 

08.03.2017, 00:4008.03.2017, 07:51

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Deutschland ausdrücklich gegen Nazi-Vergleiche aus der Türkei in Schutz genommen. Er nannte die Äusserungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine Frechheit.

«Ich staune über vieles, was ich derzeit aus der Türkei höre. Wenn der türkische Präsident und der türkische Aussenminister sagen, das heutige Deutschland wäre schlimmer als das Nazi-Deutschland, kann ich das nicht akzeptieren. Das ist eine Frechheit», sagte Juncker am Dienstagabend dem Sender RTL Luxemburg. «Unsere Eltern und Grosseltern haben unter Nazibesatzung gelebt.»

European Commission President Jean-Claude Juncker presents a white paper to the European Parliament on options for shoring up unity once Britain launches its withdrawal process, in Brussels, Belgium,  ...
«Ich kann das nicht akzeptieren»: Jean-Claude Juncker.Bild: YVES HERMAN/REUTERS

Nach der Absage mehrerer Auftritte türkischer Politiker in Deutschland hatte Erdogan deutschen Behörden Nazi-Methoden vorgeworfen. Der NS-Vergleich wurde von der Bundesregierung scharf zurückgewiesen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte: «Solche deplatzierten Äusserungen kann man ernsthaft eigentlich gar nicht kommentieren» und fügte hinzu, diese «disqualifizieren sich von selbst».

Merkel rief angesichts des Streits aber auch zu Souveränität im Umgang mit der Türkei auf. Deutschland müsse den Konflikt mit Ankara um Wahlkampf-Auftritte türkischer Minister im Land aushalten, sagte die Kanzlerin am Dienstag in einer Unionsfraktionssitzung in Berlin nach Teilnehmerangaben.

German Chancellor Angela Merkel arrives to welcome the President of Botswana Seretse Khama Ian Khama for a meeting at the chancellery in Berlin, Germany, Tuesday, March 7, 2017. (AP Photo/Michael Sohn ...
«Solche deplatzierten Äusserungen kann man ernsthaft eigentlich gar nicht kommentieren»: Angela Merkel.Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Es sei nicht klug, wenn Deutschland der Türkei die Einschränkung der Meinungsfreiheit vorwerfe und dann mit Einschränkung der Meinungsfreiheit antworte, sagte Merkel. (cma/sda/afp)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Stichelei
08.03.2017 07:09registriert Oktober 2015
Um all des Wirbels um den orangen Clown in Übersee übersehen wir gerne, dass wir einen ebenso gefährlichen und wirren Psychopathen unmittelbar vor unseren Toren haben.
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rodolofo
08.03.2017 07:35registriert Februar 2016
Erdogan ist ein hoch emotionaler Typ (nicht der einzige Türke übrigens, der so ist...).
Vor diesem Hintergrund muss man das Wort "Nazi" als Ausdruck verstehen, dass Erdogan sehr erbost ist darüber, dass Deutsche Behörden seinen Propaganda-Feldzug in der Türkischen Diaspora in Deutschland durchkreuzen und erschweren!
Gleichzeitig ist es doch sehr aufschlussreich zu sehen, wie mühelos Ihro Majestät, Sultan Erdogan von der Ziege, austeilen und beleidigen kann, während er gleichzeitig beim kleinsten Spass über ihn rot sieht.
Ein autoritärer Super-Macho, wie er im Buche steht, auch am Tag der Frau.
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