DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Türkei bestellt Botschafter ein: Italiens Premier Draghi bezeichnet Erdogan als «Diktator»

Das sorgt für Wirbel: Bei einem Treffen wird die EU-Kommissionschefin auf ein Sofa gesetzt, nicht auf Augenhöhe mit dem türkischen Präsidenten. Nun äussert sich Italiens Premier – und provoziert die Türkei.



Ein Artikel von

T-Online

Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi hat den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan als einen «Diktator» bezeichnet, «den man braucht», und damit für Wirbel gesorgt. Draghi äusserte sich am Donnerstagabend vor der Presse in Rom zu dem Besuch der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und des EU-Ratspräsidenten Charles Michel am Dienstag bei Erdoğan.

Von der Leyen hatte bei dem Treffen keinen Stuhl bekommen, sondern sass etwas abseits auf einem Sofa. Draghi stufte das als «Demütigung» der Kommissionschefin ein.

epa09122819 Italian Prime Minister Mario Draghi attends a press conference on plan to fight Coronavirus Covid-19 pandemic, Rome, Italy, 08 April 2021.  EPA/RICCARDO ANTIMIANI

italiens Ministerpräsident Mario Draghi. Bild: keystone

«Das war ein Verhalten, das mir sehr wegen der Demütigung missfallen hat, die die Präsidentin der EU-Kommission von der Leyen erleiden musste», sagte der frühere Chef der Europäischen Zentralbank ( EZB ). Man müsse mit «diesen, nennen wir sie (...) Diktatoren» eine klare Sprache sprechen und die Unterschiede bei der Vorstellungen zur Gesellschaft zum Ausdruck bringen.

Man müsse aber auch bereit sein, mit ihnen im Interesse des Landes zu kooperieren. Es brauche das richtige Gleichgewicht, sagte Draghi. Die Wahl des Wortes Diktator sorgte in italienischen Medien für viele Schlagzeilen.

Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu verurteilte Draghis Aussage auf Twitter als «hässliche und ungezügelte Bemerkungen». Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge bestellte das türkische Aussenministerium den italienischen Botschafter ein. Cavusoglu hatte zuvor erklärt, die Anordnung der Sitze haben den Forderungen der EU entsprochen. Sein Land sehe sich «ungerechten Vorwürfen» ausgesetzt.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

TOGG – die türkische Antwort auf Tesla

Bei Anruf Erdogan - Bizarres Vorgehen in der Türkei

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Nordirland wird zum grössten Kollateralschaden des Brexit

Die Gewalt ist zurück in Nordirland. Der Hauptgrund für die Ausschreitungen probritischer Loyalisten ist der Austritt aus der EU. Er gefährdet den fragilen Frieden in der Region.

In Nordirland spielen sich Szenen ab, die an das dunkelste Kapitel seiner Geschichte erinnern. Seit dem Osterwochenende kommt es zu gewaltsamen Protesten probritischer Loyalisten. In der Nacht auf Donnerstag wurde in der Hauptstadt Belfast ein Doppeldeckerbus angezündet. Tote gab es bislang keine, aber zahlreiche Verletzte.

Selbst Kinder sollen sich an den Krawallen beteiligt haben. Beobachter fühlen sich an die Zeit der «Troubles» erinnert, wie die bürgerkriegsähnlichen Zustände in …

Artikel lesen
Link zum Artikel