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«Das wird eine Revolution sein» – Istanbuls Bürgermeister will für Demokratie kämpfen

09.05.2019, 15:13
Bild: EPA/EPA

Istanbuls abgesetzter Bürgermeister Ekrem Imamoglu hat nach der Annullierung der Bürgermeisterwahl eine «Revolution» für Demokratie angekündigt. Die Ungültigerklärung der Wahl von Ende März löste scharfe Kritik im In- und Ausland aus.

«Was wir jetzt machen, ist ein Kampf für Demokratie und eine Mobilisierung für Demokratie», sagte Imamoglu der Nachrichtenagentur AFP. Imamoglu äusserte sich am Donnerstag mit Blick auf die Wiederholung der Bürgermeisterwahl von Ende Juni. «Das wird natürlich eine Revolution sein, sobald wir es zu Ende führen», fügte er hinzu.

Die türkische Wahlkommission YSK hatte am Montag nach massiven Beschwerden der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan die Wahl vom 31. März annulliert und eine Wiederholung angeordnet.

Recep Tayyip Erdogan
Recep Tayyip ErdoganBild: AP/AP

Die sieben Mitglieder der Wahlkommission würden «als schwarzer Fleck» in die Geschichte eingehen, sagte Imamoglu. Sie hätten es versäumt, ihre Arbeit zu tun. Dies müsse korrigiert werden. «Wir kämpfen weiter», versicherte der Kandidat der linksnationalistischen Oppositionspartei CHP.

Imamoglu war bei der Wahl nach einer zweiten Auszählung knapp vor dem AKP-Kandidaten und Ex-Ministerpräsidenten Binali Yildirim gelandet. Der Verlust von Istanbul war für Erdogan und seine Partei bitter, da die 16-Millionen-Metropole das kulturelle und wirtschaftliche Herz der Türkei ist - und eine Finanzquelle für Erdogan und seine AKP zur Aufrechterhaltung von ihnen günstig gewogenen Netzwerken. Zudem stammt Erdogan selbst vom Bosporus und begann dort 1994 seine politische Karriere als Bürgermeister.

Auf die Frage, wie seine Partei Unregelmässigkeiten bei der Wahlwiederholung am 23. Juni vermeiden wolle, antwortete Imamoglu, die CHP werde «sehr vorsichtig» sein. Hunderttausende würden ihre «Pflicht» an den Wahlurnen tun. Und «zehntausende Anwälte aus dem ganzen Land» würden bei dem Vorgang helfen, mit dem ultimativen Ziel von «null Fehlern».

Imamoglu erhielt in den vergangenen Tagen viel Zuspruch aus dem In- und Ausland. Auf eine mögliche Präsidentschaftskandidatur angesprochen reagierte er allerdings ausweichend. «Das wird die Zukunft zeigen», sagte er. Ziel sei zunächst das Bürgermeisteramt von Istanbul. «Wir wollen uns das zurückholen, was wir schon gewonnen haben.» (aeg/sda/afp)

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Video: srf

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4 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Magnum
09.05.2019 16:13registriert Februar 2015
Ich wünsche Erdogan ein echtes deGaulle-Erlebnis: Der alte General hat damals nach gewonnenen Wahlen 1968 auch ein Referendum zur Dezentralisierung zum Plebiszit über seine Person erklärt - und eine empfindliche Niederlage eingefahren. Das Ende seiner Laufbahn.
Wenn sich nun alle ausser AKP und MHP hinter Imamoglu stellen, könnte dieser einen weit deutlicheren Sieg feiern als noch im ersten Anlauf. Und dieser Gesichtsverlust könnte den Anfang vom Ende der unseligen Erdogan-Ära und einen Neustart für den säkularen Rechtsstaat in der Türkei signalisieren. Die Hoffnung stirbt zuletzt!
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Real John Doe
09.05.2019 15:31registriert Februar 2016
Reggie E. wird einen imaginären Putsch heraufbeschwören, Imamoglu und Andere inhaftieren lassen, Problem gelöst.
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