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Flüchtlingsforum: Erdogan kommt zu spät – und fordert mehr Geld vom Westen

Ohne zusätzliche Unterstützung könne sein Land die Flüchtlinge in der Türkei nicht versorgen, sagte der türkische Präsident in Genf.

Jan Dirk Herbermann / ch media



Turkey's President Recep Tayyip Erdogan arrives for the UNHCR - Global Refugee Forum at the European headquarters of the United Nations in Geneva, Switzerland, Tuesday, Dec. 17, 2019. (Salvatore Di Nolfi/Keystone via AP)

Herr über 3.7 Millionen Flüchtlinge in seinem Heimatland: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag am Flüchtlingsforum in Genf. Bild: AP

Lange liess der türkische Präsident auf sich warten. Recep Tayyip Erdogan erschien am Dienstag als letzter prominenter Redner im Völkerbundpalast der Vereinten Nationen in Genf – mit fast einer Stunde Verspätung. In dem Palast findet derzeit das erste globale Flüchtlingsforum der UNO statt; eine Veranstaltung, bei der konkrete Hilfsmassnahmen für die rund 71 Millionen Flüchtlinge weltweit beschlossen werden sollen. Als Staatschef des Landes, das mit Abstand die meisten Flüchtlinge beherbergt, war Erdogan die Aufmerksamkeit der knapp 3000 Teilnehmer sicher.

Zwar liess sich Erdogan nicht zu wüsten Poltereinlagen hinreissen, wie Diplomaten befürchtet hatten. Doch der türkische Präsident verlangte von der Weltgemeinschaft mehr Geld, um die 3.7 Millionen Flüchtlinge in seinem Land besser versorgen zu können. «Wir warten noch immer», schimpfte Erdogan. Er richtete seine Forderung primär an die Europäische Union. Die Europäer hätten Milliarden versprochen, aber längst nicht alles geliefert. Die westlichen «Freunde» der Türkei, also auch die meisten Europäer, betrachteten die Flüchtlinge nur als Problem für ihre Sicherheit und Stabilität.

EU zahlt Türkei sechs Milliarden Euro

Nicht so die Türkei, wie Erdogan versicherte. Sein Land setze ­alles daran, den 3.7 Millionen Flüchtlingen zu helfen, die meisten von ihnen sind Opfer des Bürgerkriegs in Syrien: Die Unterstützung reiche von Arbeitsplätzen über Bildung bis hin zu medizinischer Versorgung. Dank türkischer Hilfe, so lobte Erdogan seinen Staat, seien inzwischen Hunderttausende «syrische Babys» sicher entbunden worden.

Andererseits verteidigte Erdogan den rücksichtslosen Einsatz seiner Armee gegen die kurdischen Kämpfer im Kurden­gebiet Syriens. Die türkische Invasion ist völkerrechtswidrig und führte zu einer Massenflucht Zehntausender Menschen. Erdogan bekräftigte ­zudem seinen Entschluss, bis zu einer Million syrische Flüchtlinge in ihr kriegsgeschütteltes ­Heimatland zurückschaffen zu wollen. Sie sollen in der von der Türkei eingenommenen syrischen Grenzregion angesiedelt werden – und zwar «in sehr kurzer Zeit», wie der türkische Präsident bei seiner Rede in Genf versicherte.

Ob Erdogan mit seinem Auftritt sein Ziel von mehr Unterstützungsgeldern erreichen wird, wird sich erst noch weisen. Immerhin betonte der deutsche Aussenminister Heiko Maas, dass die EU den Türken bereits mit sechs Milliarden Euro unter die Arme greife.

Hinter dem grössten Aufnahmeland für Flüchtlinge, der Türkei, folgt laut den UNO-­Statistiken Pakistan mit 1.4 Millionen Flüchtlingen. Danach ­kommen Uganda mit 1.2 sowie Deutschland und der Sudan, die jeweils 1.1 Millionen Flüchtlinge beherbergen. (bzbasel.ch)

Türkei startet Offensive gegen Kurden in Syrien

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    Alle Leser-Kommentare
  • Quacksalber 18.12.2019 10:22
    Highlight Highlight Die EU finanziert die Flüchtlinge und der Sultan prahlt sie zur Umvolkung an seiner Grenze zu verwenden; weil er die Kurden so hasst. Ganz schön verfahren diese Situation.
  • Blitzesammler 18.12.2019 08:09
    Highlight Highlight als meine Frau gestern sagte: was will den der hier in der Schweiz?, sagte ich ihr spontan: Der will nur mehr Geld von den andere Staaten. und TARAAA! Es geht doch immer NUR ums Geld🙄
  • Eben doch... 18.12.2019 08:06
    Highlight Highlight Wenn Erdogan will, lässt er die Flüchtlinge nach Europa strömen.

    Dann haben wir im Westen wieder ein gröberes Problem.
    Weil wir nicht fähig oder nicht willens sind unsere Aussengrenzen zu schützen.
    (wir sind zu dekadent geworden)

    Das Thema „Flüchtlinge“ und „Sicherheit“ wäre sehr schnell wieder ganz zuoberst auf allen Traktanden.

    Die momentane Ruhephasen haben wir uns nur erkauft.
    Wir müssen weiter zahlen.
    Uns bleibt keine andere Wahl.
    • Eben doch... 18.12.2019 20:49
      Highlight Highlight So spät braucht ihr eigentlich gar nicht mehr aufzuschalten.
      Als da verzichte ich dankend darauf.

      Gute Nacht.
  • Kiro Striked 18.12.2019 07:46
    Highlight Highlight Hach ja Erdi. Unser Held. Ich meine.. er hat ja noch nie Gelogen um seine Interessen durchzusetzen. Und das Schöne. Zahlt Eurpopa nicht. Schickt er uns die Flüchtlinge einfach rüber.

    Hihi wie man sich so an die Wand Politisieren kann wie es Europa mit der Türkei geschafft hat. Ist mir ein Rätsel.. also nein... Eigentlich nicht, man kuscht ewig und keiner klopft auf den Tisch. Und wenn er es tut, gehört er zur "braunen" Masse.
  • Do not lie to mE 18.12.2019 07:42
    Highlight Highlight 2) Ein schelm wer böses denkt und er von uns, mit dem Vorwand der Flüchtlings-Unterstützung, seine osmanische Reichsexpansion finanzieren will. Die Gesichte wiederholt sich und wir schauen im Geiste des Chamberlains Appeasement wieder zu.
    https://www.dailysabah.com/diplomacy/2019/12/17/erdogan-putin-to-discuss-military-support-to-libya-in-january
  • rodolofo 18.12.2019 07:41
    Highlight Highlight Wir fordern einen neuen Türsteher.
  • Do not lie to mE 18.12.2019 07:40
    Highlight Highlight 1) Wo war der liebe Erdogan nur geblieben? Hat er etwa verschlafen? Nein sein Telefonat mit Kumpel Putin war ihm wichtiger. Er hat mit Putin, über seine territoriale Expansion (inkl. griechischen Inseln) und das Verhältnis/Militärische Intervention mit seinem neuen Grenznachbar Libyen abgeklärt.

  • Alice36 18.12.2019 06:59
    Highlight Highlight Erdogan hat die perfekte Geldmaschine erfunden. Mache Krieg beim Nachbarn und produziere Flüchtlinge. Nimm diese auf, zähle sie, und gib ihnen ein Zelt und was zu Essen. Dann hole die Unterstützung in der EU ab (Geld) und schicke die Flüchtlinge wieder zurück. Mache weiter Krieg und produziere noch mehr Flüchtlinge.

    Gar nicht blöd wenn man bedenkt das er die Wirtschaft in seinem islamischen Staat an selber die Wand gefahren hat.
    • allornothing 18.12.2019 18:25
      Highlight Highlight ich denke, da haben Sie was falsch mitbekommen.. nicht Erdogan,,, den ich übrigens absolut NICHT unterstütze,.. sondern #ASSad's Militär hat im 2011 Syrier, die FRIEDLICH für Freiheit nach 40+ Jahren der Unterdrückung demonstriert haben, erschossen, verhaftet, gefoltert. Und jetzt bombardiert Syrien und Russland täglich die Region Idlib wo es in der Zwischenzeit bis zu 4 Mill Zivilisten gibt, vertrieben aus anderen Syrischen Gebieten. Deshalb gibt es in der Türkei 3'66 Millionen Syrische Flüchtlinge.
  • Rolf stühlinger (1) 18.12.2019 06:24
    Highlight Highlight Ach kommt für flüchtlinge will er das geld? Wohl eher für den islamischen staat mit denen erdowahn ganz dicke ist.
    Der typ scheisst auf alles was atatürk geschaffen und hinterlassen hat.

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