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Studie warnt vor Einfluss der Grauen Wölfe in Deutschland



Das American Jewish Committee (AJC) Berlin hat sich für ein konsequentes Vorgehen im Umgang mit der rechtsextremistischen türkischen Bewegung der Grauen Wölfe in Deutschland ausgesprochen.

epa05253035 A hand shows the 'wolf salute' of the Grey Wolves, during a pro-Turkish demonstration in the city centre of Munich, Germany, 10 April 2016. The term 'Grey Wolves' refers to members of the Turkish right-wing extremist Nationalist Movement Party (Milliyetci Hareket Partisi, MHP).  EPA/PETER KNEFFEL

Der Wolfsgruss ist das Symbol der rechtsextremen türkischen Bewegung. Bild: EPA/DPA

Es sei bedenklich, dass etwa die Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa (ATIB) einerseits vom Verfassungsschutz beobachtet werde, gleichzeitig jedoch über ihre Mitgliedschaft im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) Gesprächspartner der Bundesregierung sei, sagte Direktor Remko Leemhuis am Dienstag bei der Vorstellung einer Studie zu den Aktivitäten der Bewegung. Der Verfassungsschutz sieht eine enge Verbindung der Union zur rechtsextremistischen türkischen «Ülkücü»-Bewegung (Graue Wölfe).

Der Kölner Sozialwissenschaftler Kemal Bozay, der die Studie «Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland - Die Grauen Wölfe» im Auftrag des AJC Berlin verfasst hat, verwies auf Machtdemonstrationen von Rockerclubs aus dem Spektrum der Bewegung in deutschen Städten. Problematisch seien auch mehrere deutsch-türkische Rapper, deren antisemitische, nationalistische und kurdenfeindliche Texte bei einigen Jugendlichen türkischer Herkunft grossen Anklang fänden.

Der Verfassungsschutz schätzt, dass der Bewegung in Deutschland rund 11 000 Menschen angehören. Sie bezeichnen sich selbst als «Idealisten» (türkisch: ülkücü). Im Verfassungsschutzbericht für 2019 heisst es: «Die unterschiedlichen Ausprägungen reichen von klassischem Rassismus bis in den Randbereich des Islamismus».

epa06554832 Cem Oezdemir of the Alliance 90/The Greens party speaks facing to members of the 'Alternative for Germany' (AfD) party during a session of the German 'Bundestag' parliament in Berlin, Germany, 22 February 2018. Members of the German parliament were discussing the reaction of the government in the case of German-Turkish journalist Deniz Yucel. The AfD wanted the Bundestag to call on the government to disapprove comments made by Yucel. German newspaper 'Welt' correspondent Deniz Yucel was in detention in Turkey for more than a year without prosecution; h was released from prison on 16 February 2018 and returned to Berlin on the same evening.  EPA/HAYOUNG JEON

Cem Özdemir vom Bündnis 90/Die Grünen wurde selbst schon bedroht von türkischen Nationalisten. Bild: EPA/EPA

Das deutsche Parlament hatte im vergangenen November einen gemeinsamen Antrag von CDU/CSU, SPD, FDP und den Grünen gebilligt, in dem es die Bundesregierung auffordert, ein Verbot der Vereine der Ülkücü-Bewegung zu prüfen. Diese sei rassistisch, antisemitisch und demokratiefeindlich und bedrohe die innere Sicherheit hierzulande.

«Wir brauchen eine bessere Beobachtung der Bewegung», forderte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir, der selbst schon von türkischen Nationalisten bedroht worden war. Wichtig sei ausserdem eine «Aufklärungskampagne», die sich gezielt an Jugendliche wende.

Laut Verfassungsschutzbericht sind die «Grauen Wölfe» Träger und Verbreiter von nationalistisch-rechtsextremistischem Gedankengut. Die Organisation habe zudem Verbindungen zur ultranationalistischen Partei MHP in der Türkei, die dort mit der AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ein Regierungsbündnis bildet. (bal/sda/dpa)

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quelle: epa/epa / sedat suna
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