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People watch after a Kurdish rebel suicide bomber detonated an explosives-laden vehicle outside a police headquarters in Midyat, near Turkey's border with Syria, Wednesday, June 8, 2016, killing four people, according to Turkish officials.  An Interior Ministry official, who spoke on condition of anonymity because he was not authorized to speak publicly on the issue, said two civilians and two women police officers were killed, in addition to the bomber. (IHA via AP) TURKEY OUT

Schwarzer Rauch steigt über der angegriffenen Polizeistation auf.
Bild: AP/IHA

Mindestens fünf Tote bei erneutem Anschlag in der Türkei – Regierung macht PKK verantwortlich

Einen Tag nach dem Attentat auf Polizisten in Istanbul sind bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache im kurdisch geprägten Südosten der Türkei fünf Menschen getötet und 51 weitere verletzt worden. Die Regierung schrieb den Anschlag der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu.



Der halbamtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge starben am Mittwoch zwei Polizisten, darunter eine schwangere Frau. Der Anschlag richtete sich gegen eine Polizeiwache in der Stadt Midyat nahe der syrischen Grenze.

Auf Fernsehbildern ist eine schwarze Rauchwolke zu sehen, die über der zerstörten Polizeiwache aufstieg. Durch die Wucht der Explosion wurden die Fenster umliegender Häuser zerstört.

Die private Nachrichtenagentur Dogan meldete, ein Auto mit einer halben Tonne Sprengstoff sei auf die Polizeiwache zugesteuert. Es sei explodiert, als Polizisten versuchten, es durch Schüsse zu stoppen.

Regierungschef Binali Yildirim nahm am Mittwoch zusammen mit dem ehemaligen Staatschef Abdullah Gül und Oppositionsführer Kemal Kiliçdaroglu von der Republikanischen Volkspartei (CHP) an einer Trauerfeier für die Polizisten teil, die am Vortag bei einem Anschlag in Istanbul getötet worden waren.

Auch für dieses Attentat machte er – ebenso wie Staatschef Recep Tayyip Erdogan – militante Kurden verantwortlich. Hinter der Tat stecke die «Killer-PKK» sagte er und fügte hinzu: «Wir werden sie sowohl in den Städten als auch auf dem Land entschlossen bekämpfen.»

Präsidentensprecher Ibrahim Kalin sagte hingegen, es sei noch zu früh, um die Verantwortlichen zu benennen. Erst müssten «alle Elemente» vorliegen.

Kranz zerstört

Anhänger der Regierung beschimpften Kiliçdaroglu als «Killer» und zerstörten den von ihm abgelegten Kranz für die getöteten Polizisten. Sie warfen ihm vor, Vorbehalte gegenüber Erdogans Kurdenpolitik zu haben. Der Oppositionsführer sprach später von «Provokateuren». Die Polizei habe einen aus der Gruppe, der ihn mit einer Patronenhülse beworfen habe, festgenommen.

A mourner brings down a wreath from Kemal Kilicdaroglu, leader of the main opposition Republican People's Party (CHP), during a funeral ceremony for the police officers who were killed in Tuesday's car bomb attack on a police bus, in Istanbul, Turkey, June 8, 2016. REUTERS/Murad Sezer

Ein Trauernder reist den Kranz von Kemal Kiliçdaroglu runter. Bild: MURAD SEZER/REUTERS

Die Explosion einer ferngezündeten Autobombe am Dienstag hatte in Istanbul einen Bus mit Bereitschaftspolizisten zerrissen. Ausser sechs Polizisten wurden fünf Zivilisten getötet, 36 weitere Menschen erlitten Verletzungen. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Zu den Attentaten von Dienstag und Mittwoch bekannte sich zunächst niemand.

Die türkische Armee geht im Südosten des Landes seit einem Jahr mit grosser Härte gegen mutmassliche PKK-Kämpfer und ihre Unterstützer vor. Die PKK attackiert ihrerseits türkische Sicherheitskräfte.

In Nusaybin, rund 40 Kilometer südlich von Midyat, hat die Armee erst vor wenigen Tagen eine gross angelegte Operation gegen die PKK für beendet erklärt. Nach Angaben der Streitkräfte wurden dabei seit Mitte März fast 500 PKK-Kämpfer getötet. Auch zahlreiche Angehörige der Sicherheitskräfte kamen ums Leben. (sda/afp/dpa)

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