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Turkey's President Recep Tayyip Erdogan addresses his supporters in Istanbul, Saturday, March 11, 2017. The Dutch government on Saturday withdrew landing permission for the Turkish Foreign Minister Mevlut Cavusoglu's aircraft, drawing the ire of the Turkish president and escalating a diplomatic dispute between the two NATO allies over campaigning for a Turkish referendum on constitutional reform. Turkish President Recep Tayyip Erdogan promised retaliation against Dutch diplomatic flights. (Kayhan Ozer/Pool Photo via AP)

Recep Tayyip Erdogan mobilisiert das Volk gegen den «Feind» Europa. Bild: AP/Pool Presidential Press Service

Erdogan wütet gegen Europa: Wie erpressbar ist der Kontinent?

Der Streit um Auftritte türkischer Politiker in Europa ist in den letzten Tagen eskaliert. Präsident Recep Tayyip Erdogan stösst Drohungen aus. Wer sitzt in dem Konflikt am längeren Hebel?



Die Türkei hat ein neues Feindbild: Das Königreich der Niederlande. «Hey Holland, wenn Ihr die türkisch-niederländischen Beziehungen vor den Wahlen am Mittwoch opfert, werdet Ihr den Preis dafür bezahlen», sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Sonntag in Istanbul. «Wir werden ihnen internationale Diplomatie beibringen», fügte Erdogan an. Wie tags zuvor warf er den Niederlanden nationalsozialistische und «faschistische» Methoden vor.

Die Nazi-Keule ist das neue Lieblingsspielzeug von Erdogan, der damit seine eigene Vorstellung von Diplomatie unterstreicht. In einem Punkt dürfte der erratische Staatschef recht haben: Die Eskalation vom Wochenende hängt stark mit den niederländischen Wahlen vom Mittwoch zusammen. Allerdings dürfte die Türkei mindestens so stark an der Schraube gedreht haben wie die Holländer, oder noch stärker. Der Eklat kommt ihr durchaus gelegen.

Mit den provokativen Auftritten von Politikern der Regierungspartei AKP, die in verschiedenen Ländern – darunter der Schweiz – Stimmung machen für die Verfassungsabstimmung vom 16. April, scheint es die Türkei regelrecht auf einen Streit mit den Europäern angelegt zu haben. Wie ernst aber kann man die Drohungen von Erdogan nehmen? Ein Überblick über Bereiche, in denen gemeinsame Interessen bestehen.

Der Flüchtlingsdeal

Auf den ersten Blick haben die Türken hier die besten Karten. Erdogan und seine Minister haben mehrfach gedroht, das im März 2016 mit der EU vereinbarte Flüchtlingsabkommen platzen zu lassen. In Europa fürchten sich viele vor Flüchtlingsströmen wie im Spätsommer und Herbst 2015. Womöglich zu Unrecht: Die faktische Abriegelung der Balkanroute und die teils bedenklichen Zustände in den Hotspots in Griechenland haben die Flucht über die Ägäis unattraktiv gemacht.

A Turkish Gendarme leads a group of refugees to buses to prevent them from sailing off for the Greek island of Chios by dinghies, at a beach in the western Turkish coastal town of Cesme, in Izmir province, Turkey, December 1, 2015. REUTERS/Denizhan Guzel EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE

Ein türkischer Polizist hindert Flüchtlinge an der Überfahrt nach Griechenland. Bild: reuters

Die Türkei profitiert zudem finanziell, die Europäer überweisen ihr rund drei Milliarden Euro. Die Regierung in Ankara wird sich deshalb hüten, den Flüchtlingsdeal platzen lassen. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die vehement geforderte Visafreiheit für türkische Staatsbürger noch immer auf sich warten lässt. Mit der Eskalation ist dies auf absehbare Zeit kein Thema mehr. Trotzdem blieb es in den letzten Tagen um das Abkommen« auffallend ruhig», schreibt Spiegel Online.

Die NATO

Aussenminister Mevlüt Cavusoglu drohte am Samstag indirekt mit einem Austritt aus der NATO. Die Türkei ist ein wichtiger Partner im nordatlantischen Verteidigungsbündnis. Sie verfügt über die zweitstärkste NATO-Armee nach den USA. Im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») spielt sie eine zentrale Rolle. Vom Stützpunkt Incirlik werden Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und Irak durchgeführt. Die USA sollen zudem in Incirlik Atomsprengköpfe stationiert haben.

A technician works on a German Tornado jet at the air base in Incirlik, Turkey, January 21, 2016. REUTERS/Tobias Schwarz/Pool

Tornados der Bundeswehr auf dem Stützpunkt Incirlik. Bild: POOL/REUTERS

Ein Austritt der Türkei würde das Bündnis schwächen. Doch die Abhängigkeit auf der Gegenseite ist fast noch grösser, denn die Türkei befindet sich in einer geopolitisch unruhigen und instabilen Region, sie ist auf starke Partner angewiesen. Verteidigungsminister Fikri Isik fordert die NATO an der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar eindringlich auf, nicht nur im Osten aufzurüsten, sondern auch an ihrer Südflanke, «vor allem im Südosten».

Der EU-Beitritt

Seit 2005 verhandelt die Europäische Union mit der Türkei über einen Beitritt. Die Gespräche kamen nur schleppend voran und liegen faktisch auf Eis, seit die Türkei nach dem Putschversuch im letzten Sommer zunehmend in Richtung Autokratie abdriftet. Präsident Erdogan stellte im November ein Referendum darüber in Aussicht, ob die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen.

epa05053096 Turkish Minister for EU Affairs and Chief Negotiator Volkan Bozkir (L) and European Commissioner for European Neighbourhood Policy and Enlargement Negotiations Johannes Hahn (R) attend a press conference at the European Commission in Brussels, Belgium, 03 December 2015. Turkish European Union accession negotiations began a decade ago, but progress has been slow, mostly due to Franco-German opposition and tensions with Cyprus. Ankara has also come under increased criticism in recent years for its democratic and human rights record.  EPA/LAURENT DUBRULE

Schleppende Verhandlungen: Der türkische Chefunterhändler Volkan Bozkir (l.) und EU-Kommissar Johannes Hahn. Bild: LAURENT DUBRULE/EPA/KEYSTONE

Allerdings haben die Türken auch in diesem Bereich handfeste finanzielle Interessen. Als Kandidat für einen EU-Betritt haben sie Anspruch auf Finanzhilfe von mehr als vier Milliarden Euro für den Zeitraum von 2014 bis 2020. Davon wurde bislang nur ein Bruchteil ausbezahlt, sagte der österreichische EU-Kommissar Johannes Hahn in einem Interview. «Die Türkei bewegt sich im Moment leider nicht auf Europa zu, sondern von Europa weg», meinte Hahn.

Die Wirtschaft

Nach dem Wahlsieg der AKP 2003 erlebte die Türkei einen beispiellosen Wirtschaftsboom mit Wachstumsraten von chinesischem Ausmass. Er ist einer der Hauptgründe für die Popularität von Recep Tayyip Erdogan. Im unruhigen Jahr 2016 ging das Wachstum jedoch stark zurück, und die Auslandsinvestitionen brachen um fast ein Drittel ein. Experten warnen, dass sich die rapide Verschlechterung im Verhältnis zwischen der Türkei und Europa auf die Wirtschaft auswirken wird.

epa04523081 A man sits at a currency exchange office as shoppers walk by on a street in Istanbul, Turkey, 10 December 2014. Turkey's gross domestic product (GDP) expanded by 1.7 per cent year-on-year in the third quarter, data released 10 December showed, falling short of market expectations because of lackluster domestic demand and poor agricultural output. According to government agency Turkstat, the three-month-period ended September showed the slowest pace of expansion since 2012, compared with 2.2-per-cent growth recorded in the previous quarter.  EPA/SEDAT SUNA

Wechselstube in Istanbul: Die türkische Lira schwächelt wie die gesamte Wirtschaft. Bild: SEDAT SUNA/EPA/KEYSTONE

In Ankara ist man sich dessen bewusst und bemüht sich ungeachtet der Drohgebärden um neue Investitionen. Rund die Hälfte der türkischen Exporte geht in die EU und insbesondere nach Deutschland, den wichtigsten Handelspartner. Vizeregierungschef Mehmet Simsek reiste deshalb im Februar auf Werbetour nach Deutschland. Wichtig für die Türkei auch die seit 20 Jahren bestehende Zollunion mit der EU. Hier wird sogar über eine Ausweitung verhandelt.

Der Tourismus

«Lasst uns mal sehen, wie eure Flugzeuge in Zukunft in die Türkei kommen», sagte Recep Tayyip Erdogan am Samstag an die Adresse der Niederlande. Die Hoteliers in Antalya, Bodrum oder Side dürften zusammengezuckt sein. Die Türkei erwirtschaftet rund 30 Milliarden Dollar pro Jahr im Feriengeschäft, doch Terroranschläge und die politische Lage führten zu einem Einbruch. 2016 reisten rund 25 Millionen Touristen in die Türkei, zehn Millionen weniger als im Vorjahr.

The Foreign Minister of Turkey Mevlut Cavusoglu visits the booth of Turkey at the tourism fair ITB in Berlin, Germany, Wednesday, March 8, 2017. (AP Photo/Michael Sohn)

Mevlüt Cavusoglu poltert gegen Europa und macht in Berlin Werbung für Ferien in der Türkei. Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Die Verhaftung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel hat Gäste aus Deutschland zusätzlich abgeschreckt. Aussenminister Cavusoglu und Tourismusminister Nabi Avci kamen deshalb letzte Woche für eine Charmeoffensive an die ITB in Berlin, die weltweit führende Fachmesse im Fremdenverkehr. Sie kündigten unter anderem Subventionen für Airlines von 6000 US-Dollar pro Maschine an. So viel zu Erdogans «Landeverbot».

Die Auflistung zeigt, dass die Türkei stärker von Europa abhängig ist als umgekehrt. Kenner des Landes interpretieren die Eskalation der letzten Tage denn auch als Getöse im Kampf um das Verfassungsreferendum. Die Einführung eines Präsidialsystems, das Erdogan eine enorme Machtfülle einräumt, scheint nicht alle Türkinnen und Türken zu erfreuen.

Deshalb gilt es, die Auslandstürken zu mobilisieren und im Inland die Reihen gegen den gemeinsamen «Feind» zu schliessen. Nach dem 16. April könnte es zu einer Normalisierung kommen. Seinen grossspurigen Worten hat Erdogan ohnehin nur selten Taten folgen lassen.

Militärputsch in der Türkei

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89Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Abel Emini 14.03.2017 20:09
    Highlight Highlight Erdogan wird viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt!

    Play Icon
  • Meinsch 14.03.2017 19:52
    Highlight Highlight Die Holländer machen sich schon auf den Weg:
    Benutzer Bild
  • Share 14.03.2017 16:22
    Highlight Highlight Typisch Europa. Konflikte exportieren hat eine lange Tradition.

    @Recep
    Schneid` endlich den Schnauzer ab.
    • Armando 15.03.2017 20:32
      Highlight Highlight WER exportiert hier Hass, Krieg und hausgemachte Konflikte? Der Hassprediger Erdogan.
  • Luca Brasi 14.03.2017 12:33
    Highlight Highlight Wenn doch nur die Tragödie um 1453 und schon vorher nie eingetreten wäre. Hätte uns wohl einige hier genannten Punkte erspart. *nostalgisch verklärter Blick in die Vergangenheit*
    • Sophia 14.03.2017 17:22
      Highlight Highlight Dann wären es andere, Lucas! Idioten sterben ja nie aus!
  • EifachSo 14.03.2017 12:29
    Highlight Highlight Erdogan so: Mimimi...
    Und Ich so: 🖕🏻🖕🏻🖕🏻
  • Thinktank 14.03.2017 12:16
    Highlight Highlight Mich wundert, dass watson und Linke zum Thema Türkei nur eine Beobachterrolle einnehmen, während vor unserer Tür gerade eine neue Diktatur aufgebaut wird. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass sich Linke, Liberos und wie sie alle heissen genausostark für die Demokratie einsetzen, wie sie sich gegen Trump stellten.
    • Sophia 14.03.2017 17:28
      Highlight Highlight Thinktank, du stehst doch auch nur da und maulst! Oder was tust du? Und die Rechten scheffeln lieber Milliarden nach Saudiarabien, wo die meisten Islamisten herkommen, statt sich für die alternativen Energien einzusetzen. Und die Auns reist zu den Mullahs und will von denen wissen, wie man eine Diktatur aufbaut. Und der Oberguruh der Rechten hier kniet vor dem mulimischen General der Türken nieder und gesteht ihm, dass sein Volk einen Fehler machte, als es den Völkermord an den christl. Armeniern anerkannte. Was willst du eigentlich über Linke lästern?
    • Fabio74 14.03.2017 18:10
      Highlight Highlight Und wie genau stellst dir das vor?
  • Makatitom 14.03.2017 11:56
    Highlight Highlight Apeasement-Politik hat schon bei Chamberlain nicht funktioniert
    • Hierundjetzt 14.03.2017 13:58
      Highlight Highlight Dooch funktioniert immer. Wir helfen wo wir können. Das letzte mal haben wir den Judenstempel erfunden.

      Im 2017 suchen wir für den Neo-Diktator Versammlungsräume. Gerne auch in Kirchen
    • SemperFi 14.03.2017 19:00
      Highlight Highlight @hierundjetz: Immer wieder die alten Lügen verbreiten macht Spass, oder?
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Judenstempel
    • Hierundjetzt 14.03.2017 20:58
      Highlight Highlight klassisches Eigengoal von unserem selbsternannten Bioschweizer:

      - hatten wir einen Judenstempel oder nicht? JA
      - haben wir Menschen (indirekt) ins KZ geschickt? JA
      - haben wir 1948 Reparationen bezahlt? JA
      - haben wir Zahngold von Auschwitz gekauft? JA


      Bergier-Bericht lesen und nicht flott Wikipedia lesen und andere der Lüge bezichtigen mein Lieber.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Whitchface 14.03.2017 11:30
    Highlight Highlight "Sie verfügt über die zweitstärkste NATO-Armee nach den USA. " Sorry Watson, aber Mannstärke bedeuted nicht viel. Die Türkei mag eine kampferfahrene Armee haben, aber im Vergleich zu Frankreich und England ist sie mehr als nur Rückständig. Bitte nochmals recherchieren. Ansonsten ein gelungener Artikel.
    • Liselote Meier 14.03.2017 12:59
      Highlight Highlight So Rückständig ist das türkische Militär auch nicht.
      Platz 4 nach USA, FR und GBR in der NATO gemäss GFP-Ranking. Haben technologisch gewaltig nachgerüstet seit den 90er.
    • Whitchface 14.03.2017 17:07
      Highlight Highlight @Liselote Mir ist bewusst, dass die Türkei ihre Armee zu modernisieren versucht. Nun nützt Technologie nichts ohne entsprechende Ausbildung. Immerhin hat es der IS geschaft mehrere Leopard 2 der Türken zu zerstören, mit äusserst primitiven Mitteln. Die Panzer wurden nicht richtig eingesetzt (nicht im Verband und im falschen Terrain). Rommel wusste bereits im 2. WK besser als die Türkei heute wie Panzer einzusetzen sind. Nicht das ich ein Rommel Fan wäre, aber es zeigt wie schlecht ausgebildet die Türkische Armee generell ist. Btw: Rommel war gar nicht so ein Unmensch.
  • ChiliForever 14.03.2017 10:32
    Highlight Highlight Die Zeiten der starken Männer (und Frauen) sind zurück, die meinen, alles und jeder müßte sich um sie drehen und alles würde sich immer (im Guten wie im Schlechten) drehen: Erdogan, Putin, Trump, Wilders, Le Pen, Farage die Möchtegerns wie Höcke und Petry.
    Sie alle glauben mit ihrem "Wir/ich zuerst" könnten sie sich und ihre Nationen stärken. Sie alle - und wir leider mit ihnen - werden merken, daß das uns alle Europäer und Amerika schwächt und sich andere dabei freuen, China an erster Stelle.
    Auch Erdogan wird's merken, wenn es wirtschaftlich bergab geht.
    • TheMan 14.03.2017 10:50
      Highlight Highlight Als Präsident schauen, das es dem Eigenen Land Gut geht. Würde jedem Land gut tun. Trump Stärkt vor allem zuerst sein Land. Was im Ansatz nicht Schlecht ist. Wie er es macht ist Schlecht. Die EU ist ein Gebilde, welches nie Funktioniert. Es ist vor allem ein Kommunistisches Gebilde. Es würde jedem EU Land gut tun, Zuerst nur auf sich zu schauen. Grenzen zu haben und sich Selber Regieren. Und nicht aus Brüssel Regiert zu werden.
    • Kola 14.03.2017 11:04
      Highlight Highlight Seit wann ist die EU kommunistisch? 😂

      Und wie gut es funktioniert, wenn jedes Land nur für sich schaut, lehrt die Geschichte zu Genüge...
    • Vinnie 14.03.2017 11:15
      Highlight Highlight Naja ja, aber wenn man so extrem Machtgeil ist, wird man nie nachgeben (Siehe Putin). Wenn die Wirtschaft zugrunde geht wird es Erdogan als allerletzter in der Turkei zu spüren bekommen, darum finde ich Saktionen eine schlechte Idee, da es nie die richtigen trifft sondern die schwachen. Erdogan wird bis zum allerletzten Tag im Luxus leben umgeben vom schützenden Militär. Aber was man anstatt Saktionen machen könnte, weiss ich nicht.... Darum denke ich das es Erdogan egal ist was mit der Wirtschaft ist solange er seinen Schwengel rumschwingen kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 14.03.2017 10:31
    Highlight Highlight Sehr gute Zusammenfassung von der momentanen Situation.

    Etwas ist mir aber aber unklar.
    Die Türkei ist ein wichtiger Partner im nordatlantischen Verteidigungsbündnis. Sie verfügt über die zweitstärkste NATO-Armee nach den USA.
    Das "Sie" bezieht sich vermutlich auf die NATO.
    Weil die Türkei hat rein gar nichts zu verfügen über die Einheiten der NATO.
    • Peter 14.03.2017 10:51
      Highlight Highlight Mit "sie" ist die Türkei gemeint. Ihre Armee hat einen Bestand von rund einer Million Soldaten, aktive und Reservisten. Das sind etwa halb so viele wie die USA und deutlich mehr als die anderen NATO-Mitglieder.
    • Posersalami 14.03.2017 11:24
      Highlight Highlight "Weil die Türkei hat rein gar nichts zu verfügen über die Einheiten der NATO"
      Die NATO hat keine "Einheiten". Alle "NATO Einheiten" sind Streitkräfte der Mitglieder.
    • Whitchface 14.03.2017 11:31
      Highlight Highlight @Peter Mannstärke hat nichts zu sagen. Technologie, Ausbildung und Loyalität sind viel wichtigere Aspekte bei der Beurteilung einer Armee.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pasch 14.03.2017 10:22
    Highlight Highlight Hier wären mal Sanktionen angebracht!
    • Beobachter 14.03.2017 10:53
      Highlight Highlight Das ist ja alles schön und gut, Herr Blunschi. Sie gehen da aber allzu blauäugig von einem Prinzip Hoffnung basierend auf Vernunft aus. Erdogan wird sich auf gut Deutsch einen Dreck um die Nachteile scheren und konsequent sein Ziel der Alleinherrschaft weiterverfolgen. Er wird sich ausrechnen, dass er viele der beschriebenen Nachteile über neue Kooperationen wird ausgleichen können (die mit grösster Wahrscheinlichkeit im Hintergrund längst aufgegleist sind). Erdogan sieht sich künftig in einer neuen Weltordnung als Führer der arabischen Welt. Unterschätzen Sie den mal nicht, Herr Blunschi.
  • Gummibär 14.03.2017 10:14
    Highlight Highlight Meine Freunde In Azerbaijan und Georgien bestehen darauf, dass Erdogan schon lange auf die russische Karte setzt und der Austritt aus der NATO längst geplant ist.
    Russland gewinnt mit Bündnis ungehinderten Zugang durch die Marmara und kann die Oel-und Gaspipelines aus Zentralasien nach Bedatf abklemmen.
    Die Türkei wird durch Russland bewaffnet und finanziert und kann ungehindert mit den Kurden aufräumen. EU und NATO werden einfach so lange noch gemolken bis Erdogan den ultimativen Streit vom Zaun reissen kann. Die geopolitischen Spielchen laufen in der Gegend schon ewig.
    • Donald 14.03.2017 10:51
      Highlight Highlight Und dann liegt die Türkei mit Russland gemeinsam am Boden? Toller Plan.
    • Ridcully 14.03.2017 11:10
      Highlight Highlight Guter Punkt. Europa sollte generell mal darüber nachdenken, wie eigennützig die USA die transatlantische Freundschaft sieht. Will USA mit der EU einen Partner auf Augenhöhe? Es war ein grosser Fehler die jahrelange Entfremdung zwischen Russland und der EU zuzulassen. es war vor Allem zum Schaden von Europa, Russland und dem nahen Osten. DAss sich die Türken, Russen, etc. nach anderen Partnern umsehen ist nun die Konsequenz...
    • Hierundjetzt 14.03.2017 11:31
      Highlight Highlight Aha. So und jetzt schauen wir uns kurz die Weltkarte an.

      Marmara / Dardanellen ist offen für alle. Dazu gibts Bundesordner von Verträgen mit Russland

      Alle Pipelines führen entweder durch Georgien oder direkt durch die Türkei.

      Deine Argumente sind somit wiederlegt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Asmodeus 14.03.2017 10:05
    Highlight Highlight "Nach dem 16. April könnte es zu einer Normalisierung kommen. Seinen grossspurigen Worten hat Erdogan ohnehin nur selten Taten folgen lassen."

    Dasselbe hat man über Trump gesagt. "Sobald er vereidigt wurde, wird er sich bessern."

    Pustekuchen.
  • SVARTGARD 14.03.2017 09:56
    Highlight Highlight .
    Benutzer Bild
  • Hierundjetzt 14.03.2017 09:55
    Highlight Highlight Merci für die unaufgeregte Einordnung der Sachverhalte. Trotzdem bin ich über die Schweizer Aussenpolitik mehr als verärgert.

    "Gute Dienste" "Neutral" blablablabla Burkhalter hätte im 1933 wohl auch Goebbels eingeladen, weil Herr Hitler ja demokratisch gewählt. Es ist einfach unglaublich dieses peinliche Appeasment der Regierung 😡
    • Posersalami 14.03.2017 11:26
      Highlight Highlight Und wie soll ihrer Meinung nach unsere Aussenpolitik gegenüber der Türkei aussehen?
    • Hierundjetzt 14.03.2017 12:41
      Highlight Highlight Probleme benennen. Ehrlich sein. Genozid an 1 Mio Christen anerkennen auch auf Stufe Regierung,

      Türkische Besetzung EU-Land (Zypern) endlich verurteilen

      Sich nicht hinter "offenen Dossiers" verstecken und mir in aller Ernsthaftigkeit sagen, wir diskutieren auf Augenhöhe (das ist schlicht gelogen)

      Anerkennen, das die Türkei wirtschaftlich +/- gleich stark ist wie die Schweiz und wir uns daher nicht zu verstecken brauchen
  • RatioRegat 14.03.2017 09:53
    Highlight Highlight Die Lösung ist doch denkbar einfach:
    Europa nimmt seine Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen selber wahr, wirft die Türkei aus der NATO (die Türkei erfüllt die Aufnahmeanforderungen ohnehin längst nicht mehr), beschliesst Wirtschaftssanktionen gegen Dimtator Erdogan und tritt für einen kurdischen Staat auf türkischem Staatsgebiet ein.

    • Asmodeus 14.03.2017 11:02
      Highlight Highlight Dafür bräuchte es Eier und die hat man nicht wenn es ums eigene Portemonnaie geht.
    • opwulf 14.03.2017 11:21
      Highlight Highlight Ratio: In der Theorie ist dies alles ganz einfach - aber in der Praxis?! Die NATO wird nicht einfach so auf so einen grossen Akteur und so einen wichtigen Zugang wie die Türkei es für sie ist, verzichten! Weiter wird die Türkei ganz sicher nicht einfach nur Böse Miene zum guten Spiel machen wenn der Westen sie aus der NATO schmeissen und dann noch aktiv die Kurden gegen die Türkei unterstützen würde! Dies würde sehr wahrscheinlich nicht ohne kriegerische Konflikte mit Europa hingenommen - ja was soll ich sagen - rein Militärisch Europa mit den paar 10'000 Berufssoldaten gegen so ein Heer...
    • Asmodeus 14.03.2017 11:44
      Highlight Highlight Würde man die Kurden nicht bei lebendigem Leib verbrennen lassen oder sie sonst abschlachten, würden sie vielleicht nicht zu Anschlägen greifen.

      Just saying.

      Man kann sich ja denken was passieren wird, sobald Erdogan an der Allmacht ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • äti 14.03.2017 09:52
    Highlight Highlight Kann für Europa und EU auch gut sein. Ein Schub für die Zusammengehörigkeit.
  • FrancoL 14.03.2017 09:50
    Highlight Highlight Die Frage "wer sitzt am längeren Hebel?" kann nicht OHNE Betrachtung des Zeithorizonts beantwortet werden. Zur Zeit sind die Europäer am kürzeren Hebel, langfristig wird sich aber die Türkei unter Erdogan so abschotten oder abgeschottet werden, was dan die Hebelwirkung umdrehen wird. Sollte Erdogan noch lange an der Macht sein, wird die Türkei viel an Boden verlieren und dann noch mehr am kürzeren Hebel sitzen.
    Da aber die langfristige Sicht heute mehr denn je weniger zählt kann man sicher sagen; ZURZEIT sitzen wir am kürzeren Hebel. Aber diese Zeit kann unter Umständen eine kurze Zeit sein.
    • Donald 14.03.2017 10:54
      Highlight Highlight Der "Westen" sitzt nicht am kürzeren Hebel. Weder kurz noch lang. Der "Westen" hat zwar ein paar Interessen. Diese haben aber gesamtheitlich Betrachtet keine grosse Bedeutung.
    • FrancoL 14.03.2017 11:26
      Highlight Highlight @Donald; Dass wir zur Zeit am längeren Hebel sitzen das sehe ich, ja ich sehe es wenn ich zum Fenster hinaus schaue, ich sehe es wenn ich mitbekomme wie die unsägliche Geschichte mit Erdogan bei uns keine Wirkung zeigt, ich sehe es wie die EU den Plan B im Falle einer Türöffnung für die Flüchtlinge Tatsache werden sollte bereit hat, ich sehe es wie wenig aufgewiegelt die türkischen Migranten sind.
      OH doch ich sehe uns am längeren Hebel. Nein! Donald zur Zeit sind wir es nicht.
    • Hierundjetzt 14.03.2017 11:34
      Highlight Highlight Da muss ich Donald zweifelsfrei zustimmen.

      Fun Fact: Einer der grössten ausländischen Direktinvestoren in der Türkei ist übrigens Holland...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Calvin Whatison 14.03.2017 09:36
    Highlight Highlight Der Herr wird in die Geschichte eingehen.

    Grössenwahn, Diktator, Hetzer und Faschist, sind nur einige der Schlagwörter, welche man in den Zeilen zu seiner Person lesen wird.
    • pachnota 14.03.2017 11:08
      Highlight Highlight Und nicht vergessen...religiöser Fanatiker!
  • thepusher 14.03.2017 09:29
    Highlight Highlight Diplomatie... das ich nicht lache

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