International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08024996 Turkish women attend a rally marking the International Day for the Elimination of Violence against Women, at Istiklal Street in Istanbul, Turkey, 25 November 2019.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Hunderte Frauen demonstrierten am 25. November gegen Gewalt an Frauen. Bild: EPA

Das passiert, wenn Frauen in Istanbul friedlich gegen Gewalt demonstrieren



Bei einer Kundgebung gegen Gewalt an Frauen in Istanbul hat die türkische Polizei Tränengas gegen Demonstrantinnen eingesetzt. Die Polizei löste den Protest auf der zentralen Einkaufstrasse Istiklal damit am Montag auf.

Dies ist auf Videobildern zu sehen, auch Augenzeugen berichteten davon. An dem Protest gegen Gewalt an Frauen hatten sich rund 2000 Menschen beteiligt, die meisten von ihnen Frauen.

Die Teilnehmerinnen der Demonstration am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hielten unter anderem Schilder mit der Aufschrift von in der Türkei getöteten Frauen. Sie gehe gegen «die Feinde der Frauen» und für ein «Ende des Mordes an Frauen» auf die Strasse, sagte die Lehrerin Ayse Baykal. Die 25-jährige Ozge Cekcen beklagte, die Mordrate an Frauen in der Türkei sei «drastisch gestiegen». Über das Thema werde jedoch in der Öffentlichkeit geschwiegen.

Gewalt gegen Frauen ist in der Türkei ein verbreitetes Problem. Im August hatte der Mord an Emine Bulut für grosses Aufsehen gesorgt. Ihr Ex-Mann hatte die Frau vor den Augen ihrer zehnjährigen Tochter in einem Restaurant im zentralanatolischen Kirikkale erstochen. Der Täter wurde inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nach Angaben einer türkischen Frauenrechtsgruppe wurden seit Anfang des Jahres 378 Frauen in dem Land getötet. Im vergangenen Jahr hatte es 440 weibliche Opfer von Gewalt gegeben, 2011 waren es 121. In mehr als einem Viertel der Fälle waren die Ehepartner die Täter. Frauenrechtsgruppen werfen der türkischen Justiz regelmässig vor, Täter, die der Gewalt an Frauen überführt werden, zu milde zu bestrafen. (sar/sda/dpa/afp)

Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen:

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Gay Pride Istanbul

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Capslock 26.11.2019 16:29
    Highlight Highlight Om Erdoganland gibt es keine Gnade, nur Gewalt und nur damit können sich dieser Desport und seine treuen Kopfnicker noch am Ruder halten.
  • Kiro Striked 26.11.2019 08:34
    Highlight Highlight "Allah hat mir das Recht gegeben, meiner Frau eine zu Klatschen wann ich es will, und wie ich es will. Warum demonstrieren die Frauen nun gegen das Wort Allah's? Ich bin der König zuhause, nicht Sie und wenn Sie nicht tut was ich sage, knallts halt."

    Kenne da leider viele Türkische Männer die hier leben und genau so denken und haldeln. Wie soll es denn in der Türkei erst aussehen? Das ging bei einer Bekannten so weit, dass Ihre Familie Sie töten wollte, weil sie nicht den einen versprochenen Typen heiraten wollte, In der Schweiz wohlgemerkt.
    • Ruefe 26.11.2019 08:50
      Highlight Highlight Ist in Italien und Südamerika genau dasselbe. Nennt sich Feminizid und es widert mich an wenn in solchen Fällen noch mildernde Umstände geltend gemacht werden sollen für den Täter.
    • RozaxD 26.11.2019 14:26
      Highlight Highlight Das stimmt nicht. Südamerika ist sexistisch und die Frau hat weniger Rechte, aber es wird niemand abgestochen (in dem Ausmass), weil sie nicht einen bestimmten Mann heiratet.
  • Salamikönig 26.11.2019 08:19
    Highlight Highlight Will gar nicht wissen, was die 10 Jährige Tochter für ein Trauma und lebenslange Schäden davon hat. Mein Beileid, einfach nur unfair.
  • Tjugt 26.11.2019 07:19
    Highlight Highlight Das wurde schon vor 3 Jahren prophezeit!

    Play Icon
  • Bruno Wüthrich 25.11.2019 23:41
    Highlight Highlight Nun ja, dass in der Türkei gewaltsam gegen Demonstranten und Demonstrantinnen vorgegangen wird, ist wirklich nichts Neues. Dies ist auch keine Frauenfrage, auch wenn diesmal Frauen gegen die Gewalt an Frauen demonstriert haben. Sondern es ist, dass die türkische Regierung Demonstrationen nicht mag.
    • Zecke 26.11.2019 10:38
      Highlight Highlight @Row: Dann gäbe es hoffentlich von niemandem High-Fives.

Party ohne Corona-Maske: Rumäniens Premier bezahlte Strafe

Rumäniens Ministerpräsident Ludovic Orban und vier Minister haben Bussgelder bezahlt, weil sie bei einer Geburtstagsfeier des Premiers in dessen Büro keine Corona-Masken getragen hatten. Ein Foto von dieser Szene war öffentlich geworden.

Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax am Montag berichtete, bezahlte Orban 2500 Lei (rund 500 Euro) wegen des fehlenden Mund- und Nasenschutzes und 500 Lei, weil er bei der informellen Party auch eine Zigarette geraucht hatte. Eine Strafe in gleicher …

Artikel lesen
Link zum Artikel