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Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu hat die Bürgermeisterwahl in Istanbul gewonnen. Sein Gegner, der ehemalige Ministerpräsident Binali Yildirim, gestand seine Niederlage ein.

Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu hat die Bürgermeisterwahl in Istanbul gewonnen. Sein Gegner, der ehemalige Ministerpräsident Binali Yildirim, gestand seine Niederlage ein. Bild: AP

Niederlage für Erdogans AKP – Oppositionskandidat gewinnt und verspricht Neuanfang



Der Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu hat nach Auszählung fast aller Stimmen die Bürgermeisterwahl in Istanbul gewonnen. Imamoglu erhielt am Sonntag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu 53,75 Prozent der Stimmen. Der AKP-Kandidat gratulierte seinem Kontrahenten bereits zum Sieg.

Imamoglu hatte die Istanbuler bei der Bürgermeisterwahl aufgerufen, die Demokratie zu stärken. «Heute ist der Tag, der türkischen Demokratie zuliebe den illegalen Prozess zu korrigieren», sagte er mit Blick auf die Annullation seines Wahlsiegs.

«Unsere Bürger werden eine Entscheidung für die Demokratie, für Istanbul und die Legitimität künftiger Wahlen treffen», zeigte sich der Kandidat der Republikanischen Volkspartei (CHP) am Sonntagmittag bei der Stimmabgabe überzeugt.

«Neuanfang»

Nach seinem Sieg sagte Imamoglu in der Istanbuler CHP-Zentrale vor Journalisten:

«Das ist kein Sieg, sondern ein Neuanfang.»

Er bedankte sich bei allen Unterstützern, forderte sie jedoch dazu auf, die Wahlurnen nicht zu verlassen. Der Abstand zwischen beiden Kandidaten betrug laut Anadolu mehr als 740'000 Stimmen.

epa07668929 Republican People's Party (CHP) candidate for mayor of Istanbul Ekrem Imamoglu speaks after the Istanbul mayoral elections re-run, in Istanbul, Turkey, 23 June 2019. According to unofficial results Ekrem Imamoglu won the election with 54 percent of the votes. The Turkish Electoral Commission ordered a repeat of the mayoral election in Istanbul for 23 June 2019, after Turkish President Erdogan's AK Party had alleged there was 'corruption' behind his party losing to a candidate of main opposition Republican People's Party's (CHP) in the 31 March 2019 polls.  EPA/SEDAT SUNA

Imamoglu spricht nach seinem Sieg von einem Triumph für die Demokratie. Bild: EPA/EPA

Der CHP-Kandidat hatte die erste Wahl am 31. März knapp gewonnen, doch war die Abstimmung auf Druck der Partei von Präsident Recep Tayyip Erdogan wegen Unregelmässigkeiten annulliert worden. Bei der Wiederholung wird nun erneut ein enges Rennen und eine hohe Wahlbeteiligung erwartet.

Erdogan gab sich zurückhaltend

Anders als vor der Wahl Ende März hielt sich Erdogan weitgehend aus dem Wahlkampf heraus. Bei der Stimmabgabe am Sonntag äusserte der AKP-Vorsitzende sein Bedauern, dass die Wiederholung der Bürgermeisterwahl notwendig gewesen sei.

«Ich bin überzeugt, dass die Bürger von Istanbul die angemessenste Entscheidung treffen werden», sagte Erdogan vor einem Wahllokal im Stadtteil Üsküdar. Er erwarte eine hohe Wahlbeteiligung.

Supporters of Ekrem Imamoglu candidate of the secular opposition Republican People's Party celebrate in Istanbul, Sunday, June 23, 2019. In a blow to Turkish President Recep Tayyip Erdogan, an opposition candidate declared victory in the Istanbul mayor's race for a second time Sunday after the government-backed candidate conceded defeat in a high-stakes repeat election. (AP Photo/Emrah Gurel)

Anhänger von Imamoglu feiern den Sieg in Istanbul. Bild: AP/AP

Die Wiederholung der Wahl fällt mitten in die Sommerferien. Viele Istanbuler kehrten für die Stimmabgabe eigens aus dem Urlaub zurück. CHP-regierte Küstenstädte riefen die Istanbuler auf, am Sonntag nach Hause zu fahren. Mehrere Fluglinien boten ihren Passagieren kostenlose Umbuchungen an.

Hohe Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben von Anadolu bei 84,4 Prozent und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie bei der ersten Wahl Ende März. Wahlberechtigt waren rund 10,5 Millionen Menschen.Der Wahltag selbst verlief weitgehend ruhig.

Renate Zikmund von der 14-köpfigen Beobachtermission des Europarates sagte, «alles in allem» sei die Abstimmung geordnet verlaufen. «Organisatorisch ist alles aufgeboten worden, was man machen kann.»

Für eine Kontroverse sorgte dagegen, dass einige Fährverbindungen nach Istanbul wegen «mangelnder Nachfrage» kurzfristig abgesagt wurden. (pls/leo/sda/afp)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TanookiStormtrooper 23.06.2019 21:06
    Highlight Highlight Wie oft wird man wohl noch wählen müssen, bis das Resultat für Erdogan "richtig" rauskommt? Erstaunt mich eigentlich nur, dass der Sultan nicht mal mehr in der Lage ist Wahlen anständig zu manipulieren. Ganz schön schwache Leistung, für einen Autokraten.
  • Freethinker 23.06.2019 19:36
    Highlight Highlight Wow, wenn da mal einer keine Angst kriegt, dass sich die gemässigten Türken das Land zurückholen...
    • The fine Laird 23.06.2019 21:23
      Highlight Highlight Wenn es dann so kommt. Hat aber auch ne Weile gedauert bis en klick machte.
  • Magnum 23.06.2019 19:32
    Highlight Highlight Tja, das schleckt dann wohl keine Geiss weg. Dass die Wahl überhaupt wiederholt werden musste, ist ein Skandal für sich. Die Wahlkommission hat sich dem Druck einer Partei gebeugt und so jeden Anschein von Unabhängigkeit verspielt.

    Jetzt wird es Zeit, dass sich die Türkei von ihrer Erdogastritis erholt.
  • Rupert The Bear 23.06.2019 19:26
    Highlight Highlight Gratuliere! Es gibt doch noch Hoffnung am Bosporus!
  • Kubod 23.06.2019 19:25
    Highlight Highlight Laut Handbuch für Dikatoren wär der nächste Schritt jetzt, die gegnerische Partei zu verbieten und alle Parteimitglieder in den Knast zu stecken.
    So gesehen ist die türkische Demokratie stärker, als ich befürchtet hatte.
    Ein gutes Zeichen, wei ich finde.
    • Pakart 23.06.2019 22:29
      Highlight Highlight ... noch ist nicht Montag....
  • Fischra 23.06.2019 19:25
    Highlight Highlight Das ging in die Hose Herr Erdogan. Irgendwann haben die Menschen genug und zeigen es Ihnen halt.
  • Töfflifahrer 23.06.2019 19:19
    Highlight Highlight Na mal abwarten was dem Erdogan nun einfällt den loszuwerden.
    • The Destiny // Team Telegram 23.06.2019 23:03
      Highlight Highlight Die Russen haben die Abstimmung manipuliert!!11!1einself!!
  • Foxcroft 23.06.2019 19:07
    Highlight Highlight Das freut mich das die Demokratie in der Türkei doch noch funktioniert.
  • Heinzbond 23.06.2019 18:57
    Highlight Highlight Bis ihm Erdogan Beteiligung am Putsch oder Mitgliedschaft in einer Terroristischen Vereinigung vorwirft und dann ist er weg...
    • Der_Pate 23.06.2019 19:58
      Highlight Highlight Herr Imamoglu wird nicht einfach sein ihn wegzutreiben.
    • Juliet Bravo 23.06.2019 20:02
      Highlight Highlight Ja schon. Aber das gute ist ja, dass er nach dem noch klareren Resultat nun sogar noch gestärkt Bürgemeister von Istanbul ist. Ihn wegzumachen könnte mE gröbere Proteste geben. Das ist doch schon mal was. Und auch in anderen Städten regiert nicht mehr die AKP. Gemäss seinem Motto: Alles wird gut!
  • Nelson Muntz 23.06.2019 18:53
    Highlight Highlight Wurde er schon wegen Wahlbetrug und Kontakt zu Gülen verhaftet?
  • Denk-mal 23.06.2019 18:50
    Highlight Highlight Endlich! War höchste Zeit dass der Mann eins ans Schirmbein kriegte. Kemal dreht sich jedenfalls nicht im Grab um.
    • DerRaucher 23.06.2019 19:32
      Highlight Highlight Schirmbein?
    • Barracuda 23.06.2019 19:51
      Highlight Highlight Wahrscheinlich meint er das Skibein ^^
    • Rupert The Bear 23.06.2019 21:56
      Highlight Highlight Schirmbein, ein neuer Knochen der an der Hand von Handynutzer wächst. Er schirmt den Bildschirm von ungewollten Mitlesern ab.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clife 23.06.2019 18:50
    Highlight Highlight Ob jetzt Wahlbetrug oder nicht (von Seiten der AKP) hat so oder so das Istanbuler Volk den CHP Kandidaten gewählt. Dadurch hat sich sowohl Erdogan wie auch AKP ein zweites Mal blamiert. Das ist auch gut so! Erdogan kann seine Angstmacherei nur in den ländlichen Regionen ausführen, nicht aber in den Grossstädten (selbiges gilt auch für Trump und jeden anderen Rechten)
    • Nelson Muntz 23.06.2019 19:29
      Highlight Highlight Ignoranz gibts auch in der Stadt nicht nur in ländlichen Regionen...
    • 54er 23.06.2019 20:33
      Highlight Highlight &Nelson

      Nur ist überall das gleiche so auch bei uns. Auf dem Land kann man den Leiten angst machen weil sie vieles nur aus der Zeitung wie zb dem Blick kennen. In der Stadt aber nicht, hier ist man täglich mit zb Ausländern in komtakt und kenn all die guten Seiten.

      Nicht dass alle vom Land so sind aber gibt noch sehr viele die ihre Einschätzungen über gewisse Sachen nur aus den Zeitungen haben.
    • Raphael Stein 23.06.2019 20:47
      Highlight Highlight @54er, du meinst die da, auf dem Land, sind was genau?
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