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Erdogan gewinnt Machtkampf und Premier Davutoglu kündigt Rückzug an



Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat am Donnerstag seinen Rückzug angekündigt. Er werde auf einem Sonderparteitag seiner Regierungspartei AKP am 22. Mai unter den gegenwärtigen Umständen nicht erneut für den Parteivorsitz kandidieren, sagte Davutoglu.

Die Entscheidung zur Abhaltung des Sonderparteitages sei bei einer Sondersitzung der AKP-Führung gefallen, berichteten CNN-Türk und NTV am Donnerstag.

Laut den Partei-Statuten müsste Davutoglu dann auch sein Amt als Regierungschef räumen. Zuvor hatten die türkischen Medien über einen Machtkampf zwischen Davutoglu und Präsident Recep Tayyip Erdogan berichtet.

Davutoglu hatte das Amt des Ministerpräsidenten und den Vorsitz der islamisch-konservativen AKP von Erdogan übernommen, nachdem dieser im Sommer 2014 vom Volk zum Staatspräsidenten gewählt worden war.  

Die beiden Spitzenpolitiker hatten sich zunehmend entfremdet, unter anderem wegen einer von Erdogan angestrebten Verfassungsänderung, die dem Staatsoberhaupt mehr Macht verleihen würde. Um ein Referendum über das angestrebte Präsidialsystem abzuhalten, fehlen der AKP derzeit jedoch 13 Stimmen zur nötigen 60-Prozent-Mehrheit im Parlament.

Davutoglu sagte, er werde nie ein schlechtes Wort über Erdogan verlieren, dessen Freundschaft ihm immer das Wichtigste gewesen sei. Er appellierte an die AKP, geschlossen zu bleiben.(rar/sda/afp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 06.05.2016 08:12
    Highlight Highlight Irgendwie rührend, wie Davutoglu auch nach seiner Absetzung noch loyal bleibt gegenüber Erdogan und der AKP...
    Aber vermutlich hat er Angst, Angst um sein Leben, denn im Denkschema von Erdogan und Konsorten dröhnen schon die Alarmsirenen von Paranoiden: "Achtung, Achtung! Terroristisches Objekt in den eigenen Reihen entdeckt! Sofort neutralisieren und vernichten!"
    In der Medizin sagt man dem "Allergische Überreaktion gegen Körpereigene Substanzen"...
  • Stachanowist 05.05.2016 21:44
    Highlight Highlight Ned Davutoğlu ist geköpft... Joffrey Erdoğan kann nun seine Phantasien ungehindert ausüben
  • Kibar Feyzo 05.05.2016 21:15
    Highlight Highlight Davutoglu ist kein Politiker, er ist Uni Professor. Er war sowieso von Anfang an eine Fehlplatzierung. Sein Job war es nur die Verhandlungen mit der EU zu führen. Nun braucht Erdogan einen erfahrenen Politiker, der ihm die nötige Mehrheit verschaffen kann und das wird wohl Numan Kurtulmus sein.
    • Juan Igg 06.05.2016 09:18
      Highlight Highlight Und Numan Kurtulmus ist für dich ein guter Politiker?
    • Kibar Feyzo 06.05.2016 10:23
      Highlight Highlight Nein nicht für mich, für Erdogan.
      Kurtulmus wird schon seit Jahren als Erdogans Favorit gehandelt und er hat bestimmt bessere Kontakte und Beziehungen innerhalb des Parlaments
    • Juan Igg 06.05.2016 11:06
      Highlight Highlight Jetzt bin ich beruhigt :)
  • Juan Igg 05.05.2016 21:14
    Highlight Highlight Als Ministerpräsident hat Erdo etliche Putschversuche überlebt und weiss daher bestens wie ein Putsch geht.
  • zombie woof 05.05.2016 17:58
    Highlight Highlight Unglaublich, und mit solch einem Halunken wie Erdowahn führt die EU noch Verhandlungen!
  • Scaros_2 05.05.2016 16:49
    Highlight Highlight Damit ist der Weg frei für Berat Albayrak der seines Zeichen der Schwiegersohn von Erdogan ist und im deshalb auch zu 100% folgt.

    Somit werden jetzt also bald Neuwahlen stattfinden und damit wird die AKP dann auch ihre 2/3 Mehrheit bekommen und dann steht dem Präsidialamt nichts mehr im Wege.

    Glückwunsch EU/USA/Russland/China - Ihr habt einen Diktator erzogen und die Welt schaut zu und das weil man ein wenig angst davor hat paar Flüchtlinge zu bekommen. Das grosse Europa, erpresst von 1! einzigen Person. Zum heulen so was!
    • FrancoL 05.05.2016 17:25
      Highlight Highlight Ich denke den Mecano hätte Erdogan mit und ohne Flüchtlinge inszeniert und durchgezogen. Auch eine abwehrende Haltung der EU hätte Erdogan wenig gehindert seinen Weg zur Macht zu gehen. Man kann durchaus die Mitverantwortung auch beim türkischen Volk suchen und nicht immer die grossen Seilschaften als Deckmantel für das "Entschuldigen" einer Bevölkerung bemühen.
    • The Destiny // Team Telegram 05.05.2016 17:51
      Highlight Highlight Was können Russland und China dafür???
    • rodolofo 06.05.2016 08:06
      Highlight Highlight Russland zeigt den Türken, wie's geht.
      China? Auch ein Mafia-Imperium, aber irgendwie anders, weniger "mediterran", bzw. "melancholisch-leidend" und mehr technokratisch und Disziplin-versessen.
      Jedenfalls bei allen dreien klassischer imperialer "Grosskotz", mit einem alle Mittel verschlingenden "Militärisch-Industriellen Komplex" (gegen die Minderwertigkeitskomplexe...).
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 05.05.2016 16:09
    Highlight Highlight Jetzt weiss ich auch, warum mir dieser Davutoglu immer irgendwie sympatisch war! Irgendwie passte der nicht in mein Bild, das ich mir von (Majestät) Erdogans "Osmanischer Demokratur" machte...
    • mortiferus 05.05.2016 21:02
      Highlight Highlight Good Cop, Bad Cop. Lass Dich nicht von einer Komödie in die Irre führen. Wörter zählen nichts, nur Taten.
  • Luca Brasi 05.05.2016 14:46
    Highlight Highlight Sehen wir hier eventuell die Spaltung der AKP?
    • Citation Needed 05.05.2016 16:08
      Highlight Highlight Eventuell eher die Konsolidierung von Erdowahns Alleinherrschaftsanspruch. Einen fähigen Rivalen aus dem Weg geräumt, insbesondere einen, der bisher Erdos Allmachtsgelüsten Gegensteuer gab.
    • Scaros_2 05.05.2016 16:46
      Highlight Highlight Nein - Man kann nach diesem Abgang nicht mehr in der AKP sein und nicht für Erdogan. Da wird rausgemistet aber es gibt auch genügend die nachrücken
  • Juan Igg 05.05.2016 14:19
    Highlight Highlight Ein Zeichen des effektiven Anfangs des angestrebten Präsidialsystems trotz der fehlenden Stimmen im Parlament.
  • pamayer 05.05.2016 14:10
    Highlight Highlight "Davutoglu sagte, er werde nie ein schlechtes Wort über Erdogan verlieren", Freundschaftsbekenntnis oder Überlebensstrategie?!
    • R&B 05.05.2016 14:35
      Highlight Highlight ...oder die versteckte Botschaft, dass er keine gute Meinung von Erdogan hat.
  • Digichr 05.05.2016 14:03
    Highlight Highlight Mit dem "demokratischen Sultan" ist nicht gut Kirschenessen.
  • teab 05.05.2016 13:56
    Highlight Highlight Erdogan hat es wieder geschafft - nur er ist derjenige der überall das sagen hat - ob direkt oder durch Personen die ihn vollumfänglich unterstützen. - Mich fürchtet es wie das wohl noch endet !
    • Citation Needed 05.05.2016 16:12
      Highlight Highlight Yep, erschreckend offensichtlich, wie er die Türkei vor den Augen der Welt zum Unrechtsstaat umbaut - und dabei noch immer von der EU als passabler Verhandlungs- und Vertragspartner betrachtet wird... ist er schon längst nicht mehr.

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