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A Turkish soldier stops Syrians passing into Turkey from over the border with Syria illegally near the Turkish border village of Besaslan, Hatay province, in this September 11, 2013 file photo. The Turkish army said last week it had detained almost 800 people trying to cross illegally from Syria, including three suspected Islamic State militants. But despite the tighter security, the porousness of the border and the proximity of Islamic State have left Turkish residents feeling insecure. REUTERS/Umit Bektas/Files

Ein türkischer Soldat stoppt syrische Flüchtlinge bei Besaslan in der Provinz Hatay. (Archivbild) Bild: UMIT BEKTAS/REUTERS

Schwere Vorwürfe an die Türkei: Grenzbeamte töten Flüchtlinge an Grenze zu Syrien



Menschenrechtler haben türkischen Grenzbeamten vorgeworfen, auf syrische Flüchtlinge zu schiessen, die Zuflucht in der Türkei suchen. Fünf Menschen seien alleine im März und April durch Schüsse oder Misshandlungen getötet worden.

Darunter sei ein 15-jähriger Junge, heisst es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). 14 Menschen seien verletzt worden.

Entgegen der Beteuerung türkischer Regierungsvertreter, Flüchtlinge aus Syrien mit offenen Armen zu empfangen, töteten und schlügen Grenzbeamte die Syrer, kritisierte HRW-Sprecher Gerry Simpson. Er nannte die Vorwürfe «erschreckend».

Die Grenze zwischen Syrien und der Türkei ist laut HRW seit August 2015 geschlossen. Die Organisation forderte die Türkei dazu auf, die «exzessive Gewalt» zu stoppen, die Vorfälle zu untersuchen und die Grenzen für Flüchtlinge wieder zu öffnen. Simpson kritisierte auch die Europäische Union. Deren Flüchtlingspolitik führe dazu, dass die Türkei die Migranten abweise.

Die meisten von HRW untersuchten Vorfälle ereigneten sich an der Grenze zu Syrien südlich der türkischen Stadt Antakya. Unter den Toten seien auch zwei Schmuggler. Die Organisation beruft sich auf Berichte von Augenzeugen, Opfern und Videomaterial. 

Von Grenzmauer aus beschossen

Ein Überlebender berichtete HRW, ein Schmuggler habe versucht, ihn und seine Familie nachts über die Grenze zu bringen. Sie seien etwa 500 Meter von der Grenzmauer entfernt aus automatischen Gewehren beschossen worden und hätten sich zu Boden geworfen.

«Ich lag dicht neben meiner Schwester und meinem Cousin und die Kugeln trafen sie, während wir dort lagen. Sie hörten auf zu schreien. Ich wusste sofort, dass sie getötet wurden», berichtete er.

Menschenrechtler hatten der Türkei in der Vergangenheit zudem immer wieder vorgeworfen, Flüchtlinge zurück nach Syrien zu schicken. Die Regierung in Ankara bestreitet das.

Ende April hatte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu entsprechende Vorwürfe von Amnesty International zurückgewiesen: «Ich will hier betonen, dass keine einzige Person gegen ihren Willen nach Syrien zurückgeschickt worden ist. Das machen wir nicht», sagte er damals. Die Türkei hat rund 2,7 Millionen Flüchtlinge alleine aus Syrien aufgenommen. (si/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Brienne von Tarth 10.05.2016 16:19
    Highlight Highlight Dafür das das eigentlich der Wichtigste Artikel des Tages ist, erscheint er mir ziemlich klein.
    User Image
  • Paco69 10.05.2016 16:06
    Highlight Highlight So sieht Drecksarbeit in der Realität aus. So delegiert man Grenzschutz, weit weg, sozusagen ins wilde Kurdistan. Dort wird nun auf die Leute geschossen, die man noch kürzlich nach Europa eingeladen hat.
    Man wird sich daran gewöhnen müssen, mehr solche Nachrichten zu hören. Es wird allenfalls weniger versuchte Grenzübertritte geben, wenn einige sterben. Das findet dann Nachahmer in anderen Staaten. Da findet aber Zensur statt und fast keiner bekommt mehr mit, was da wirklich passiert.
    • Paco69 10.05.2016 16:31
      Highlight Highlight 2)
      Hätte man den Menschen von von Anfang an keine Hoffnung auf ein gutes Leben in Europa gegeben, dann gäbe es diese Flüchtlingsmassen an einer Ecke der Türkei nicht.
      Oder kurz gefasst:
      Deal or No Deal
      Da weiss man nicht wen man mehr verachten soll.
      Diejenigen die schiessen oder diejenigen die dafür bezahlen.
    • Ruffy 10.05.2016 18:31
      Highlight Highlight Ja natürlich, hätte Merkel die Einladung nicht ausgesprochen wäre da kein Krieg und die Leute würden garnicht aus Syrien wegwollen 🙄

      Vor der Einladung gab es natürlich auch keine Flüchtlinge, was deine Behauptung zusätzlich untermauert, da hast du schon recht...🙄🙄🙄🙄
    • pamayer 10.05.2016 18:40
      Highlight Highlight Ziemlich zynisch und menschenverachtend, deine sichtweise über die flüchtlinge.

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