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Sebastian Kurz, anl. seiner Wahl von Kurz zum Bundesparteiobmann der OEVP im Rahmen eines Bundesparteitages der OEVP, am Samstag, 01. Juli 2017, in Linz. (KEYSTONE/APA/Hans Punz)

Lehnt eine Vertiefung der Zollunion zwischen der EU und der Türkei ab: Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz. Bild: APA/APA

«Diktatorische Züge»: Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz greift Erdogan frontal an



Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan «diktatorische Züge» vorgeworfen. Zwei deutsche Ministerkollegen plädierten zudem für strengere Kontrollen von Erdogan-nahen Vereinen und Moscheen in Deutschland.

«Er entwickelt das Land in eine falsche und gefährliche Richtung», sagte Sebastian Kurz der deutschen Zeitung «Die Welt» vom Mittwoch. Erdogans Umgang mit Kritikern, Andersdenkenden und Minderheiten sei «absolut inakzeptabel». Er zeige «definitiv diktatorische Züge».

Kurz sprach sich in diesem Zusammenhang gegen eine Vertiefung der Zollunion mit der Türkei aus. «So wie derzeit in der Türkei die Menschenrechte und demokratischen Grundwerte systematisch verletzt» würden, sei dies «völlig unrealistisch», sagte der Minister.

Erdogans wahnsinniger Präsidentschaftspalast

Der Österreicher schloss sich damit der Haltung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Diese hatte zuletzt gesagt, mit der Bundesregierung werde es keine Erweiterung der Zollunion mit der Türkei geben.

Warnung vor Parallelgesellschaft

In Deutschland fordern derweil Aussenminister Sigmar Gabriel und Justizminister Heiko Maas strengere Kontrollen für Vereine und Moscheen in Deutschland, die dem türkischen Präsidenten Erdogan und seiner Partei AKP nahestehen.

Es müsse genau geprüft werden, «wen wir hier in Deutschland mit Fördergeldern und gut gemeinter Unterstützung finanzieren», forderten die beiden Minister in einem Gastbeitrag für das Magazin «Spiegel». «Wir dürfen auf keinen Fall Parallel- oder gar Gegengesellschaften in unserem Land zulassen.»

Es müsse genauer hingesehen werden, welche politischen Einstellungen in den vom türkischen Staat in Deutschland unterhaltenen Moscheen und Gemeinden vermittelt würden, schrieben Gabriel und Maas. Erdogans «Rhetorik der Feindbilder» sei eine «Gefahr für die demokratische Kultur in Deutschland». Die muslimischen Gemeinden in Deutschland dürften nicht unter den Einfluss Erdogans geraten. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 23.08.2017 08:03
    Highlight Highlight Wo er recht hat, da hat er recht, auch wenn er ein Rechter ist. Jetzt sollte er mit dem Laubrechen auch noch vor der eigenen Haustüre kehren!
    Wie ist das jetzt mit einer allfälligen Koalition mit der FPÖ?
    Eine solche kommt für die ÖVP natürlich nicht in Frage, oder?
    Denn schliesslich hat ja der Strache von der FPÖ mit Österreich etwas ähnliches vor, wie der Erdogan mit der Türkei gerade macht!
  • Graf Von Mai 23.08.2017 07:49
    Highlight Highlight Ich finde diese Haltung absolut Richtig und begrüssenswert.

    Schade, dass dies für Erdowahn und seine AKP ein gefundenes fressen sein wird um den "Türkei Hass" der EU darzustellen. Am Ende sitzt Erdi nur noch fester im Sattel.

    In 1-2 Jahren werden dann alle Expat AKPler in der EU auf Befehl Ersogans auf die Strasse gehen und "Gerechtigkeit" für die Türkei fordern.
    • Soufaa 23.08.2017 17:37
      Highlight Highlight Das gute daran währe, wir wüssten genau wer sie sind. Busse bereitstellen Ankara einfach.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 23.08.2017 07:39
    Highlight Highlight Kurz hat recht doch warum sind andere Staaten, vornehmlich NATO-Staaten so zurückhaltend? Ich hoffe doch nicht, weil sie im Gegensatz zu Österreich in der NATO sind.

    Und ja, Parallelgesellschaften sind bereits am entstehen und Erdogan hat bereits Massiven Einfluss auf die Türkische Diaspora.

    Es ist ein bisschen spät dem Diktator vom Bosporus Einhalt bieten zu wollen, er ist ja nicht erst heute so sondern schon einige Jahre.

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