International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Russian President Vladimir Putin, left, greets Turkish President Recep Tayyip Erdogan in the Konstantin palace outside St.Petersburg, Russia, on Tuesday, Aug. 9, 2016. President Erdogan travels to Russia to meet with President Putin for the first time since apologizing in late June for the downing of a Russian fighter jet along the Syrian border in November last year. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko)

Sie kommen sich wieder näher: Putin und Erdogan trafen sich am 9. August 2016 zu einem ersten Gespräch seit Juni 2016. Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/KEYSTONE

Putin und Erdogan reden wieder miteinander: Eine tragische Beziehung erzählt in Zitaten



Erdogan und Putin haben sich am 9. August 2016 nach längerer Gesprächspause in St.Petersburg getroffen.

Russian President Vladimir Putin (R) speaks to Turkish President Tayyip Erdogan during their meeting in St. Petersburg, Russia, August 9, 2016.  REUTERS/Sergei Karpukhin

Bild: SERGEI KARPUKHIN/REUTERS

Das Verhältnis war nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch die Türkei im November zerrüttet gewesen. Deshalb seien die Gespräche schwierig gewesen, sagte der russische Präsident Wladimir Putin im Anschluss an das Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in St.Petersburg vor den Medien.

Wie zerrüttet, zeigen die folgenden Zitate: 

Russian President Vladimir Putin attends a news conference with Turkish President Tayyip Erdogan (not seen) following their meeting in St. Petersburg, Russia, August 9, 2016.  REUTERS/Sergei Karpukhin

Bild: SERGEI KARPUKHIN/REUTERS

«Das heute ähnelt einem Stoss in den Rücken durch die Helfershelfer der Terroristen.»

Putin am 24. November 2015, dem Tag des Abschusses durch die Türkei

Dann am 25. November 2015:

«Dies war ganz offensichtlich ein Hinterhalt: Sie warteten, beobachteten und haben einen Vorwand gesucht.»

Sergej Lawror, russischer Aussenminister

Am gleichen Tag antwortet Erdogan: «Wir verteidigen nur unsere eigene Sicherheit und das Recht unserer Brüder.»

Turkey's President Tayyip Erdogan greets people during the Democracy and Martyrs Rally, organized by him and supported by ruling AK Party (AKP), oppositions Republican People's Party (CHP) and Nationalist Movement Party (MHP), to protest against last month's failed military coup attempt, in Istanbul, Turkey, August 7, 2016. Kayhan Ozer/Presidential Palace/Handout via REUTERS  FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS.

Bild: HANDOUT/REUTERS

Zwei Tage später, am 27. November 2015, relativiert er in einem Interview mit France24:

«Hätten wir gewusst, dass es ein russisches Flugzeug war, hätten wir möglicherweise anders gehandelt.»

Turkish President Tayyip Erdogan attends an interview with Reuters at the Presidential Palace in Ankara, Turkey, July 21, 2016. REUTERS/Umit Bektas

Bild: UMIT BEKTAS/REUTERS

«Einige Zeit nach dem Zwischenfall habe ich Herrn Putin angerufen. Aber bis jetzt hat Herr Putin nicht zurückgerufen. Wir warten immer noch auf Antwort.»

Erdogan am 30. November zu seiner Bitte um ein Gespräch mit Putin

Putin lässt diesen verbalen Angriff nicht auf sich sitzen und holt dann am 3. Dezember zum Rundumschlag aus:

«Das war ein Schlag von hinten, begangen von Helfershelfern von Terroristen.»

«Wenn jemand ein hinterhältiges Kriegsverbrechen begeht, einen Mord an unseren Leuten, und dann denkt, er käme mit (einem Importverbot für) Tomaten davon (...), dann täuscht er sich.»

«Das ist ein verräterisches Regime.»

«Allah beschloss, die regierende Clique in der Türkei zu bestrafen, und hat sie um den Verstand gebracht (...) Wir wissen, wer jetzt in der Türkei den Terroristen (in Syrien) hilft, sich zu bereichern, indem das gestohlene Erdöl verkauft wird.»

Animiertes GIF GIF abspielen

gif: giphy

Erdogan verteidigt sich am am gleichen Tag postwendend zu diesen Vorwürfen:

«Meine Familie mit hineinzuziehen ist eine nicht sehr moralische Seite dieser Angelegenheit.»

Erdogan

Dann herrschte mal für ein Weilchen Funkstille zwischen den Streithähnen, bis ...

Animiertes GIF GIF abspielen

gif: giphy

... Erdogan sich in einem nicht veröffentlichten Brief am 27. Juni 2016 bei Putin entschuldigte:

«Ich möchte der Familie des getöteten russischen Piloten noch einmal mein Mitgefühl und mein tiefes Beileid aussprechen und sage Entschuldigung.»

Turkish President Recep Tayyip Erdogan waves from his car after leaving his residence in Istanbul to attend a funeral service for the victims of a thwarted coup at Fatih mosque in Istanbul, Turkey, July 17, 2016.      REUTERS/Yagiz Karahan     TPX IMAGES OF THE DAY

Bild: YAGIS KARAHAN/REUTERS

Aber halt stopp!

Ein türkischer Regierungsvertreter am 28. Juni: «Der Präsident hat sein Bedauern in einem Brief an Wladimir Putin ausgedrückt und hat die Familie, nicht die russische Regierung, um Entschuldigung gebeten. Wir haben keine Entschuldigung (gegenüber Putin) ausgesprochen, sondern unser Bedauern geäussert.»

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow darauf am 28. Juni: «In dem Brief gibt es Worte des Bedauerns und das Wort Entschuldigung. Da gibt es keine philologischen Feinheiten.»

Animiertes GIF GIF abspielen

gif: giphy

«Entschuldigung» also angenommen

Weshalb sich dann Erdogan am 7. August auch auf das Gespräch mit Putin freute: «Es wird ein historischer Besuch, ein Neuanfang. Bei den Gesprächen mit meinem Freund Wladimir wird eine neue Seite in den beiderseitigen Beziehungen aufgeschlagen.»

Russian President Vladimir Putin, left, welcomes Turkish President Recep Tayyip Erdogan in the Konstantin palace outside St.Petersburg, Russia, on Tuesday, Aug. 9, 2016. President Erdogan travels to Russia to meet with President Putin for the first time since apologizing in late June for the downing of a Russian fighter jet along the Syrian border in November last year. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko)

Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/KEYSTONE

«Wir werden die Sanktionen gegen türkische Unternehmen schrittweise aufheben», sagte der russische Präsident Putin nach dem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. Ende gut, alles gut. Oder so ... 

(gin/sda/dpa)

Alles rund um Putin

7 Gründe, weshalb er der gefährlichste Mann der Welt ist

Link to Article

Wie Putin den Nationalismus entdeckte – und was das für den Westen bedeutet

Link to Article

Wirtschaftskrieg mit Russland: Wie stark ist Putins neue Rote Armee?

Link to Article

Weshalb die Russen die Sanktionen super finden

Link to Article

Putin und Trump haben je einen Neuen – und mit denen wird's jetzt richtig gefährlich

Link to Article

Warum gibt es immer noch Linke, die Putin feiern?

Link to Article

Cold War reloaded: Wenn Blicke töten könnten

Link to Article

Können wir uns die Amerika-Hasser noch leisten?

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Hipstory – Politiker als Hipster

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 10.08.2016 08:26
    Highlight Highlight Die Beziehung zweier "Ergrauter Wölfe":
    Sich ineinander verbeissen im Kampf um Territorien, Wolfsrudel-Führerschaft und Vortritt bei Wolfs-Weibchen, und dann, wenn wieder mal Türkischer Sichelmond ist, zusammen gegen "den Westen" heulen...
    4 4 Melden

Entscheiden diese drei Männer über das Los der syrischen Stadt Idlib?

Zum Auftakt des Syrien-Gipfels in Teheran hat es der iranische Präsident Hassan Ruhani am Freitag als «unvermeidbar» bezeichnet, den «Terrorismus» in der letzten syrischen Rebellenhochburg Idlib zu bekämpfen.

Nur so könnten «Frieden und Stabilität» wieder Einzug halten, sagte er bei seinem Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Zugleich betonte Ruhani, dieser Kampf dürfe «nicht zum Leiden der Zivilisten oder einer Politik der …

Artikel lesen
Link to Article