DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07056935 Turkish President Recep Tayyip Erdogan (C) greets the audience at the DITIB Central Mosque during the opening ceremony in Cologne, Germany, 29 September 2018. Erdogan visits Cologne-Ehrenfeld to officially open the mosque during his three-day state visit in Germany from 27 to 29 September 2018.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Recep Tayyip Erdogan bei der Eröffnung der DITIB-Moschee am Samstag in Köln. Bild: EPA/EPA

Eklat bei Staatsbesuch – Erdogans Bodyguards spielen Polizei in Köln



Beim Staatsbesuch von Recep Tayyip Erdogan in Deutschland haben sich gestern ungewöhnliche Szenen abgespielt. Der türkische Präsident wohnte gestern der Eröffnung der DITIB-Zentralmoschee in Köln bei. Auf den Strassen der Domstadt versammelten sich sowohl Erdogan-Gegner als auch Erdogan-Befürworter. 

Gegen 13 Uhr am Samstagnachmittag tauchten plötzlich türkische Sicherheitsbeamte auf, welche ein Absperrband anbrachten, um die Demonstranten fernzuhalten, wie Bild.de berichtet. Demnach hatte das Band sogar die Aufschrift «Polizeiabsperrung». 

Die türkischen Sicheherheitskräfte hätten in der Folge Erdogan-kritische Demonstranten umringt und diese der deutschen Polizei gemeldet. Sie forderten, dass drei Frauen mit Schildern gegen Erdogan «entfernt» würden, ansonsten würden sie das übernehmen. Auch sollen die türkischen Sicherheitskräfte Journalisten bepöbelt und bedroht haben.

Dieser Zustand hielt über eineinhalb Stunden an, ehe die deutsche Polizei Verstärkung holte und die Demonstration komplett auflöste. Erdogans Sicherheitsmänner hätten sich in der Folge zur Moschee zurückgezogen, schreibt die «Bild» weiter. Weshalb die türkischen Sicherheitskräfte deutsche Absperrbänder hatten, wird derzeit abgeklärt. 

Erdogans Bodyguards sorgten bereits vor einem Jahr für Aufsehen, als sie in Washington unliebsame Demonstranten verprügelten. Die Bilder aus der amerikanischen Hauptstadt gingen damals um die Welt.

Erdogan mit Besuch zufrieden

Der türkische Präsident selber hat eine positive Bilanz seines umstrittenen Besuchs in Deutschland gezogen. Dieser sei «fruchtbar und erfolgreich» gewesen.

Man müsse Differenzen überwinden und sich auf gemeinsame Interessen konzentrieren, sagte Erdogan zum Abschluss seines dreitägigen Besuchs bei der Eröffnung einer Moschee in Köln. Die Gespräche hätten «die deutsch-türkische Freundschaft gestärkt».

Er habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gute Gespräche geführt, bilanzierte Erdogan. Es gebe zahlreiche Bereiche, wie die Wirtschaft, in denen die gemeinsamen Beziehungen ausgebaut werden könnten. Er habe dazu auch «bekannte deutsche Investoren» getroffen.

Erdogan sucht die Wiederannäherung an Deutschland auch, weil das NATO-Land wirtschaftlich unter Druck steht und Konflikte mit den USA austrägt.

Der türkische Präsident warb zudem für die doppelte Staatsbürgerschaft und sagte, seine in Deutschland lebenden Landsleute sollten nicht assimiliert werden – vielmehr gehe es um eine gleichberechtigte Integration.

Dabei kritisierte er den Umgang mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Mesut Özil. Er könne nicht verstehen, dass dieser «ausgestossen» worden sei. Ein Foto Özils mit Erdogan kurz vor der Fussball-WM und den Präsidentenwahlen in der Türkei war der Ausgangspunkt der Debatte um den Fussballer, die zum Rücktritt Özils aus der Nationalelf führte. (cma/sda/reu/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

User zerstören iPhone-Geräte für Erdogan

Video: watson

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nach Attila Hildmanns Flucht: Deutsche Justiz vermutet Maulwurf in eigenen Reihen

Attila Hildmann spottete von seinem Fluchtort aus über seinen Haftbefehl – noch bevor dieser offiziell war. Nun vermutet die Deutsche Justiz einen Maulwurf in ihren eigenen Reihen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat einen Verdacht: Sie glaubt, dass Attila Hildmann, bekannt durch seine wilden Verschwörungstheorien, die er mit seinen über 100'000 Anhängern auf Telegram teilt, Hilfe von innerhalb der deutschen Justiz bekommen hat.

Mittlerweile läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Verrats von Dienstgeheimnissen gegen unbekannt. Recherchen der «Süddeutschen Zeitung» und des WDR haben dies aufgedeckt. Demnach soll Hildmann einen Insider-Tipp erhalten haben, als ein …

Artikel lesen
Link zum Artikel