International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06119617 Kemal Barmaz (C) one of the arrested civilian and other arrested soldiers who participated in the 2016 attempted coup d'etat in Turkey, are accompany by Turkish soldiers as they arrive at the court inside of the Sincan Prison before trial in Ankara, Turkey, 01 August 2017. Three-hundred-thirty soldiers who allegedly plotted the failed 15 July 2016 coup d'etat in Turkey went on trial on 01 August 2017.  EPA/TUMAY BERKIN

Einer der angeklagten Zivilisten wird zur Verhandlung geführt. Bild: EPA/EPA

Fast 500 Angeklagte: Neuer Mammutprozess zu Putschversuch in der Türkei begonnen



Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat in der Türkei ein neuer Mammutprozess gegen mutmassliche Beteiligte des gescheiterten Militärputschs im Juli vergangenen Jahres begonnen. 486 Verdächtige müssen sich seit Dienstag vor einem Gericht in der Provinz Ankara verantworten – darunter mehrere angebliche Drahtzieher der Aktion.

Die Männer sind unter anderem wegen des Versuchs angeklagt, die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. 45 Verdächtigen droht nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu eine mehrfache lebenslange Freiheitsstrafe.

Konkret geht es um die Ereignisse auf dem Luftwaffenstützpunkt Akinci – dem damaligen Hauptquartier der Aufständischen. Unter den Angeklagten ist auch der ehemalige Luftwaffenkommandant Akin Öztürk, der verdächtigt wird, einer der Wortführer des Putschversuchs zu sein.

epa06119626 People protest against arrested soldiers who participated in an attempted coup d'etat on 15 July 2016 in Turkey, as they arrive at the court inside of the Sincan Prison before trial in Ankara, Turkey, 01 August 2017. Three-hundred-thirty soldiers who allegedly plotted the failed 15 July 2016 coup d'etat in Turkey went on trial on 01 August 2017.  EPA/TUMAY BERKIN

Die Angeklagten werden von einer aufgebrachten Menge empfangen. Bild: EPA/EPA

Laut der Anklage wurde der türkische Generalstabschef Hulusi Akar während des Umsturzversuchs am 15. Juli 2016 als Geisel genommen und auf die Luftwaffenbasis gebracht. Bei ihrer Ankunft wurden die Angeklagten, die jeweils hintereinander von zwei Polizisten ins Gerichtsgebäude geführt wurden, von einer wütenden Menge empfangen.

Die Zuschauer riefen «Wir wollen die Todesstrafe», einige hielten Henkersknoten in die Luft. In der Türkei laufen bereits mehrere Prozesse gegen mutmassliche Teilnehmer des Putschversuchs, bei dem mehr als 250 Menschen starben und 2200 verletzt wurden. Einige Anwälte protestierten gegen die «physische Intervention», der sie seitens der Opferfamilien ausgesetzt seien.

50'000 Menschen im Gefängnis

Unter den Beschuldigten sind nicht nur Militärangehörige. Angeklagt sind auch mutmasslich wichtige Köpfe der Bewegung um den in den USA im Exil lebenden islamistischen Prediger Fethullah Gülen, den die Türkei für den Putschversuch verantwortlich macht. Dieser bestreitet das. Gülen selbst wird in Abwesenheit der Prozess gemacht, ebenso wie Adil Öksüz, einem weiteren angeblichen Hintermann der Militäraktion.

Erdogan geht rigide gegen mögliche Gülen-Anhänger vor. Mehr als 100'000 Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen. Und mehr als 50'000 Menschen sitzen im Gefängnis, denen Verbindungen zur Bewegung um den Kleriker vorgeworfen werden. Unter ihnen sind zahlreiche kritische Journalisten, Forscher und prokurdische Oppositionspolitiker. (viw/sda/dpa/afp)

Türkische Journalisten zu Befragung vor Istanbuler Gericht gebracht

abspielen

Video: reuters

Das könnte dich auch interessieren:

5 Antworten zu den geheimen Tapes zu Salvinis Parteispenden-Deal mit dem Kreml

Link zum Artikel

Warum wir aufhören müssen, uns selbst auszubeuten

Link zum Artikel

Wenn Kantonswappen ehrlich wären – die komplette Edition

Link zum Artikel

5 Dinge, die verzweifelte Singles tun – und unbedingt lassen sollten

Link zum Artikel

Hast du in Zürich einen Verrückten ins Wasser springen sehen? Wir wissen nun, wer es war

Link zum Artikel

9 absolut clevere Wege, wie Rechtsradikalen und Neonazis schon die Stirn geboten wurde

Link zum Artikel

Dieser Fotograf zeigt Hochzeiten – so wie sie wirklich sind

Link zum Artikel

Trump, Clinton, der Sex-Milliardär – und die Verschwörungstheoretiker

Link zum Artikel

Warum dieser NZZ-Artikel für einen Shitstorm sorgte – und er von Maassen retweetet wurde

Link zum Artikel

BBC-Moderator berichtet über Patrouille-Suisse-Fail – und lacht sich schlapp 😂

Link zum Artikel

Stell dir vor, die App einer Sportliga fordert per Push plötzlich 6000 Dollar von dir ...

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 01.08.2017 17:42
    Highlight Highlight Mich erinnert das alles an die Machtübernahme von Stalin in der damaligen Sowjetunion und an die anschliessende Verfolgung von seinem letzten noch verbliebenen Widersacher innerhalb der Kommunistischen Partei, Leo Trotzki, der von Geheimdienstleuten Stalin's in seinem Südamerikanischen Exil mit einem Eispickel erschlagen wurde...
    • Walter Sahli 01.08.2017 18:26
      Highlight Highlight Da können Sie einen x-beliebigen Diktator nehmen, die Machtübernahme, die Installation des entsprechenden Staatsapparates und die Verfolgung der ehemaligen Gefährten verläuft immer gleich.
  • Rubby 01.08.2017 14:10
    Highlight Highlight Dieser möchtegernemir ist ein grosser aber gefährlicher witzbold....wie trump muss auch dieser zwerg gestürzt werden..!!...wir brauchen keine diktatoren..!!
    • flausch 01.08.2017 21:56
      Highlight Highlight Naja aber ein Möchtegerndiktator.
      Aber eben manchmal zeigt das kleine Bildchen neben dem Namen auch ganz gut die Einstellung einer Person dahinter.

      A - Wird vermisst!

      Nutzlos - Garantiert nicht!

      Terroristisch - Grosses Wort aber falsch angewendet.

      Idiotisch - Manchmal weil Menschlich.

      Feige - Nicht ganz so feige wie 30 Glatzen gegen einen Juden in Wiedikon.

      Arbeitsscheu - Manche wohl schon wie auch in allen anderen kreisen.

      Zusammen heisst das dann wohl ANTIFA. Schön! Erzähl doch bitte ein bisschen mehr über die hintergründe und eventuell erklärt das viel über die Kommentare...

Weshalb die Ära Erdogan jetzt schneller vorübergehen könnte, als du denkst

Die Bürgermeisterwahlen von Istanbul markieren eine Zäsur. Der Türkei-Experte Günter Seufert sagt im Interview, warum die Situation für Präsident Erdogan immer ungemütlicher wird.

Ekrem Imamoglu hat bei der Bürgermeisterwahl in Istanbul am Sonntag 54 Prozent der Stimmen geholt. Der von Erdogan unterstützte AKP-Kandidat Binali Yildirim kam nur auf 45 Prozent. Warum hat der CHP-Politiker so deutlich gewonnen?Günter Seufert: Schon nach den Parlamentswahlen vor einem Jahr hat sich in der Türkei ein Diskurs über mangelnde Gerechtigkeit herausgebildet. Es geht nicht nur darum, dass oppositionelle Stimmen mundtot gemacht werden, sondern dass auf Institutionen wie etwa die …

Artikel lesen
Link zum Artikel