International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUR MELDUNG DES „NOUVELLISTE“, DASS UNTER DEN OPFERN DES TERRORANSCHLAGS IN BURKINA FASO DER EHEMALIGE POST-DIREKTOR JEAN-NOELLE REY SEI, STELLEN WIR IHNEN AM SAMSTAG, 16. JANUAR 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERGFUEGUNG -  Jean-Noel Rey stellt am Dienstag, 18. Oktober 2005 in Bern die Erneurung des Wirtschaftskonzepts der SP, den Medien vor. (KEYSTONE/Yoshiko Kusano)

Kam bei den Anschlägen in Burkina Fasos Hauptstadt Ougadougou ums Leben: Der ehemalige Post-Direktor Jean-Noël Rey.
Bild: KEYSTONE

Ex-Post-Chef Jean-Noël Rey bei Terror-Attentat in Burkina Faso getötet



Der ehemalige Post-Direktor Jean-Noël Rey und ein ehemaliger Walliser Kantonsparlamentarier sind bei den Anschlägen in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou getötet worden. Die beiden Männer wollten in Burkina Faso eine Schulkantine eröffnen.

Rey und der Walliser Politiker Georgie Lamon befanden sich im Restaurant «Cappuccino», wo sie getötet wurden. «Es ist tragisch. Sie hatten viel für dieses Land getan», sagte David Bagnoud, Gemeindepräsident von Lens VS sowie Neffe von Lamon und Patenkind von Rey. Er bestätigte eine Information, die auf der Website der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» veröffentlicht wurde.

epa05105727 A military investigator from Burkina Faso investigates through debris the terrace of the Cappuccino bar opposite the Splendid Hotel in Ouagadougou, Burkina Faso 16 January 2016. According to media reports at least 23 people from 18 nationalities have been killed after Islamist militants attacked The Splendid Hotel frequented by many westeners in Burkina Faso. A joint operation by French and Burkina Faso forces freed many hostages. Al-Qaeda in the Islamic Maghreb (AQIM) has claimed responsibility.  EPA/WOUTER ELSEN

Bewaffnete stürmten am Freitagabend ein bei westlichen Ausländern beliebtes Hotel sowie ein Restaurant in Ouagadougou und töteten dabei mindestens 20 Menschen.
Bild: WOUTER ELSEN/EPA/KEYSTONE

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Samstagabend den Tod von zwei Schweizern, die sich im Restaurant «Cappuccino» befanden. Aussenminister Didier Burkhalter verurteilte die Anschläge aufs Schärfste und sprach den Angehörigen der Opfer sein tiefes Beileid aus, wie das EDA am Samstagabend weiter mitteilte.

Das EDA steht im Kontakt mit den Angehörigen der Opfer und unterstützt sie im Rahmen des konsularischen Schutzes. Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes machte das EDA keine näheren Angaben zur Identität der Getöteten.

29 Tote und rund 30 Verletzte

Bei den Terroranschlägen wurden am Samstag insgesamt 29 Menschen getötet. Rund 30 Menschen wurden verletzt, wie Premierminister Paul Kaba Thiéba am Samstag nach einer Krisensitzung des Kabinetts erklärte. Zu der Attacke bekannte sich die Extremistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi).

Die Attentäter waren am Freitagabend in das vor allem von Ausländern gebuchte Hotel «Splendid» und das nahe gelegene Restaurant «Cappuccino» gestürmt. Sie nahmen mehr als hundert Menschen als Geiseln.

A view shows vehicles on fire outside Splendid Hotel in Ouagadougou, Burkina Faso in this still image taken from a video January 15, 2016, during a siege by Islamist gunmen.  REUTERS/Reuters TV      TPX IMAGES OF THE DAY

Eine Kamera filmte den ersten Angriff auf das Hotel Splendid am Freitagabend. 
Bild: REUTERS TV/REUTERS

Am frühen Samstagmorgen wurden Hotel und Restaurant von Sicherheitskreisen gestürmt. Im Hotel brach ein Feuer aus, erst am späten Vormittag war die Erstürmung beendet.

Dabei wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen auch vier der Angreifer, darunter zwei Frauen, getötet. Die Suche nach geflüchteten Extremisten, die offenbar auch in ein zweites Hotel eindrangen, wurde zunächst fortgesetzt.

Nach Angaben von Innenminister Simon Compaoré wurden im Laufe der Nacht 126 Menschen aus der Gewalt der Dschihadisten befreit. Unter den Geretteten war auch Arbeitsminister Clément Sawadogo, der zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Hotel war. Er blieb unverletzt.

Hilfe aus Frankreich

An der Erstürmung waren auch französische Spezialkräfte beteiligt, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte. Präsident François Hollande verurteilte den «feigen» Anschlag und sicherte seinem burkinischen Kollegen Roch Marc Christian Kaboré volle Unterstützung zu.

epa05104751 French forces take up positions outside the Splendid Hotel in Ouagadougou, Burkina Faso, 16 January 2016. According to media reports at least 23 people from 18 nationalities have been killed after Islamist militants attacked The Splendid Hotel frequented by many westeners in Burkina Faso. A joint operation by French and Burkina Faso forces freed many hostages. Al-Qaeda in the Islamic Maghreb (AQIM) has claimed responsibility.  EPA/AHMED YEMPABOU

Noch am frühen Samstagmorgen wurde im «Cappucino» gegenüber des Hotels gekämpft.
Bild: AHMED YEMPABOU/EPA/KEYSTONE

Das auf die Überwachung von islamistischen Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen Site berichtete, Aqmi habe sich im Internet zu dem Angriff bekannt. Dieser sei von der Untergruppe Al-Mourabitoun um den Dschihadisten-Anführer Mokhtar Belmokhtar ausgeführt worden.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete zu Beginn der Attacke drei bewaffnete Männer mit Turbanen. Laut Innenminister Compaoré handelte es sich um einen Araber und zwei Schwarzafrikaner.

Noch am frühen Morgen wurde im «Cappucino» gegenüber des Hotels gekämpft. Auf der Terrasse hätten Rettungskräfte «ein Dutzend Leichen» gesehen, sagte Compaoré.

Ein Hotelangestellter, der durch ein zerborstenes Fenster fliehen konnte, berichtete: «Es war schrecklich, die Leute lagen auf dem Boden, überall war Blut. Wir hörten die Angreifer, sie schossen auf diejenigen, die noch nicht tot waren.» (kad/sda/afp/dpa)

Terror des sogenannten Islamischen Staates

Intelligent, homophob, autoritätsgläubig: Warum Ingenieure die besten Dschihadisten sind

Link zum Artikel

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Link zum Artikel

Gute Frage: Weshalb werden französisch sprechende Muslime öfter radikal als alle anderen?

Link zum Artikel

Wir sollten uns an den Terror gewöhnen, aber das können wir nicht

Link zum Artikel

Bilal reist in den Dschihad und rechnet dann mit dem «IS» ab – Kurz darauf ist der Deutsche tot

Link zum Artikel

Kein Mensch versteht Syrien, weil alle von Syrien sprechen, aber etwas anderes meinen

Link zum Artikel

Perfide Propaganda: Wie der «IS» mit «JiHotties» und Social Media westliche Frauen fängt

Link zum Artikel

Nein, Herr Trump, Obama ist NICHT der Gründer des «IS» – aber ganz unschuldig ist er auch nicht

Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Saudi-Arabien ist weltweit einer der Hauptunterstützer radikal-islamischer Strömungen»

Link zum Artikel

Studie zeigt: So denken Muslime weltweit über den «Islamischen Staat»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lumpirr01 17.01.2016 12:50
    Highlight Highlight Als Mitglied und Unterstützer eines kleinen Vereins für Entwicklungshilfe (Hobby - Tätigkeit) für Burkina Faso trifft mich dieses feige Attentat besonders. Und komplett ohne Anwesenheit vor Ort kann man dort keine Schulhäuser oder Schöpfbrunnen bauen lassen. Meine Angehörigen haben mir kurzfristig verboten, eine weitere Reise dorthin zu machen. Das Risiko nimmt auch massiv zu wegen Entführungen & Lösegelderpressungen im Norden sowie Strassenräuberei im Osten des Landes. Schade, dass man dort nur noch unter Lebensgefahr Unterstützung leisten kann....................
  • Schmiedrich 17.01.2016 00:15
    Highlight Highlight Mein Beileid,besonders schlimm,wenn man umgebracht wird, während man so gutes tut.
    Allerdings wäre er nicht gestorben, wäre dieses Attentat auch nur eine Randnotiz. Sobald man irgendwie beteiligt ist, wird extrem viel geredet und Mitleid gespendet. Aber sobald es wo anders passiert, interessiert es kaum jemanden. Zeigt etwas die Oberflächlichkeit der Gesellschaft.Hat jemals einer ein #prayforburkinafaso gesehen?

    Ich möchte jetzt keinesfalls die Menschen kritisieren,welche wirklich getroffen sind.
    Aber aus "Trend" Beileid zu leisten halte ich für traurig...
    • kiawase 17.01.2016 07:57
      Highlight Highlight Das sehe ich auch so. Irgendwie schizophren Waffen in die Region zu liefern und sich dann entsetzen wenn sie zur Anwendung kommen und eigene Bürger treffen. Mein Beileid den angehörigen
  • sunnyside 16.01.2016 22:46
    Highlight Highlight Tragisch, da will man helfen und wird umgebracht. Mein Beileid an die Angehörigen.

    Kleine Präzision: Der Präsident von Lens heisst David Bagnoud und nicht Daniel http://www.lens.ch/_fr/index.php?option=com_content&view=article&id=140&Itemid=87
    • David Kunz 16.01.2016 23:36
      Highlight Highlight Sunnyside, vielen Dank für den Hinweis.
  • Wasmeinschdenndu? 16.01.2016 22:42
    Highlight Highlight Terror für Likes. Anschläge in Istanbul, Nordafrika, Kalifornien, Paris und jetzt in Burkina Faso. Doch nur nach den Anschlägen in Paris hatten plötzlich so manche Facebooknutzer ihr Profilbild in Frankreichfarben. Wieso jetzt keine Türkeiflaggen, Burkinafaso-Flaggen... ? Sind diese Opfer weniger wert? Nein! Weil nach Paris auch wirklich jeder mitbekommen hat was da abgegangen ist, hatten auch plötzlich viele Facebook-Poster eine neue Nische entdecht und ernteten so Likes, die für sie mehr wert sind als Gold oder Menschenleben in Burkinafaso! Schade!
    • Hierundjetzt 16.01.2016 23:04
      Highlight Highlight Sie sind mir ja ein Scheinheiliger. Warum kleben Sie kein Profilfoto vom Kongo ins Facebook? Im Osten am Kivusee sterben täglich mehr Menschen durch Terror, als es in Europa / Türkei je passieren wird.

      Haben Sie demnach etwas gegen Schwarze?

      Man klebt ein Foto ins FB wenns im gleichen Kulturkreis passiert, man einen Bezug zum Ort des Geschehens hat (Paris, Madrid, London). Die meisten unter uns hätten nur schon extrem Mühe Burkina Fasos Hauptstadt korrekt zu benennen...

    • panaap 17.01.2016 01:34
      Highlight Highlight Gehst du an jeder Beerdigung in deiner Stadt? Bist du bei jeder Todesnachricht gleich betroffen? Es mag zynisch wirken, aber Paris ist den meisten, so wie auch mir, näher. Man war mal dort, man stellt sich vor, vor was wenn man dort gewesen wäre... Burkina Faso ist da einiges abstrakter. Wie sieht es dort aus, wie snd die Menschen? Es ist eimem um ein vielfaches fremder. Nicht das die Menschen dort weniger wert wären, ganz umd gar nicht, aber man projezert sich in der Schweiz naturgemäss weniger in der Situation als wir es wenige hundert Kilometer von hier machen.

Österreich identifiziert Demonstranten neu mit Gesichtserkennung – das plant die Schweiz

Im Nachbarland setzt die Polizei grossflächig eine Software ein, um Aufnahmen von Überwachungskameras abzugleichen. In der Schweiz gleicht das Fedpol Daten ebenfalls ab. Aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen.

Drohnen, Verbrechensprognose und Gesichtserkennung: Die österreichische Polizei greift immer mehr zu Mitteln, die man vor wenigen Jahren nur aus Hollywood-Blockbustern kannte.

Im August hat das Innenministerium in Österreich eine Software in Betrieb genommen, die die Identifikation von Demonstranten und Demonstrantinnen möglich macht. Dies berichtete der Standard am Dienstag.

Die Software gleicht Bilder von Überwachungskameras oder aus anderen Quellen mit Fotodatenbanken der Polizei ab. Laut …

Artikel lesen
Link zum Artikel