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Osama bin Ladens Mutter

bild: screenshot guadian / bearbeitung: watson 

Das sagt Osama Bin Ladens Mutter über ihren Sohn, den Terrorfürsten

Sie zog den Weltterroristen Nummer eins gross: Alia Ghanem ist Osama Bin Ladens Mutter. 17 Jahre nach 9/11 gab sie dem britischen «Guardian» in Dschidda ihr erstes Interview. Zu Wort kommen auch Bin Ladens Halbbrüder. 



Alia Ghanem hat erstmals seit Jahren einen Journalisten empfangen, um zu erklären, was ihren Sohn zum Weltterroristen Nummer eins gemacht hat. Ghanem ist 1934 nahe der syrischen Stadt Latakia geboren. Mit 14 Jahren wurde sie mit einem saudischen Baulöwen verheiratet, der bereits zehn Mal verheiratet und 28 Jahre älter war als sie. 1956 zogen die Eheleute nach Riad, wo ein Jahr später Osama zur Welt kam. Der spätere Chef des Terrornetzwerks al-Qaida war im Mai 2011 von einem US-Kommando in seinem Versteck in Pakistan getötet worden. Zuletzt habe sie Osama Bin Laden 1999 in Afghanistan gesehen, erzählt Ghanem.

Die Familie Bin Laden gehört in Saudi-Arabien immer noch zu den reichsten des Landes und ist dort wichtiger Teil der höheren Gesellschaft. Ein Mitarbeiter der Regierung ist bei dem Interview, das die Reporter im Juni in Dschidda führten, anwesend, greift aber laut «Guardian» nicht ein. Offenbar hoffe die saudische Regierung, dass aus den Gesprächen hervorgehe, dass ein Aussenstehender und kein Agent für die 9/11-Anschläge verantwortlich ist, schreibt die Zeitung.

Zu Wort kommen im «Guardian»-Interview auch zwei Halbbrüder Bin Ladens Ahmad und Hassan und sein Schwiegervater Mohammed al-Attas. Hier die spannendsten Aussagen des Gesprächs. 

«Er hätte nie zugegeben, was er treibt, weil er mich so sehr liebte.»

Bin Ladens Mutter Alia Ghanem über ihren Sohn

Osama habe sich während seinem Studium in Dschidda radikalisiert, als er Mitglieder der Muslimbrüder kennenlernte, sagt seine Mutter Alia Ghanem. Insbesondere Abdallah Yusuf Azzam, der als Vordenker des modernen islamistischen Terrors gilt, habe ihn beeinflusst. Er habe eine Gehirnwäsche verpasst bekommen:

«Er ist ein anderer Mensch geworden. Ich hätte ihm gesagt, sich von solchen Leuten fernzuhalten. Aber er hätte nie zugegeben, was er treibt, weil er mich so sehr liebte.»

«Ich spreche in den meisten Wochen mit seinem Harem.»

Bin Ladens Mutter Alia Ghanem über ihre Schwiegertöchter

Nach Bin Ladens Tod erlaubte der damalige Kronprinz Mohammed ibn Naif Bin Ladens Frauen und Kindern, nach Saudi-Arabien zurückzukehren. Mindestens zwei seiner Frauen leben heute in Dschidda. Bis heute dürfen sie das Königreich jedoch nicht verlassen. Alia Ghanem pflegt regen Kontakt zu ihren Schwiegertöchtern. «Sie wohnen in der Nähe.»

«Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass eine Mutter selten eine objektive Zeugin ist.»

Osama Bin Ladens Halbbruder Ahmad über seine Mutter 

Laut seinen Halbbrüdern Ahmad und Hassan verschliesst Alia Ghanem die radikale Seite Bin Ladens. Sie schiebe die Schuld seinem Umfeld zu – anders als der Rest der Familie. 

«Es ist jetzt 17 Jahre her [seit 9/11] und sie verleugnet weiterhin Osama. Sie hat ihn so sehr geliebt und weigert sich, ihm etwas vorzuwerfen. Sie kennt nur die Seite des guten Jungen, die Seite, die wir alle sahen. Sie hat die dschihadistische Seite nie kennengelernt.»

«Wir wussten es von Anfang an [dass es Osama war], innerhalb der ersten 48 Stunden.»

Osama Bin Ladens Halbbruder Ahmad

Die Familie hätte innerhalb der ersten zwei Tage erfahren, dass ihr Bruder hinter den Anschlägen steckt, sagen die Brüder. 

«Ich war schockiert, betäubt. Von den Jüngsten bis zu den Ältesten schämten wir uns alle für ihn. Wir wussten, dass wir nun alle mit schrecklichen Konsequenzen rechnen müssten.»

Ahmad über die frühen Berichte aus New York

Nach den Anschlägen mit fast 3000 Toten seien alle Familienmitglieder Bin Ladens innerhalb weniger Tage vom Ausland zurück nach Saudi-Arabien gekommen. Sie hätten in Syrien, Libanon, Ägypten und Europa verstreut gelebt. Die Familie sagt, dass sie alle von den Behörden befragt und für eine gewisse Zeit unter Hausarrest gestanden hätten. Fast zwei Jahrzehnte später können sich die Bin Ladens innerhalb und ausserhalb des Königreichs relativ frei bewegen. 

«Hamza [Bin Ladens Sohn] sagte: ‹Ich werde meinen Vater rächen.›»

Osama Bin Ladens Halbbruder Hassan über seinen Neffen

Abschliessen kann der Clan mit dem Thema Radikalismus immer noch nicht. Bin Ladens jüngster Sohn, der 29-jährige Hamza, wurde letztes Jahr von den USA offiziell zum «globalen Terroristen» erklärt. Er scheint unter der Schirmherrschaft des neuen Anführers von Al-Qaida, Ayman al-Zawahiri, die Rolle seines Vaters übernommen zu haben. Es wird vermutet, dass er sich in Afghanistan aufhält.

Die Familie steht seither unter strenger Beobachtung der saudischen Regierung. Bin Ladens Brüder zeigen sich bestürzt über den Weg Hamzas, schütteln laut dem «Guardian»-Journalisten die Köpfe. (kün)

«Wir dachten, dass alle darüber hinweg sind. Dann sagte Hamza: ‹Ich werde meinen Vater rächen.› Ich möchte das nicht noch einmal durchmachen. Wenn Hamza jetzt vor mir wäre, würde ich ihm sagen: ‹Gott führe dich. Denke zweimal darüber nach, was du tust. Gehe nicht den selben Weg wie dein Vater. »

Osama Bin Ladens Halbbruder Hassan klagt über seinen Neffen

Osama Bin Laden in den Ferien in Schweden 1971 (zweiter von rechts).

Diese viralen Videos waren auf Osama Bin Ladens Computer:

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • TanookiStormtrooper 04.08.2018 19:03
    Highlight Highlight Interessant ist doch das Bild aus den 70ern. Was ist denn mit der "Tradition" der Vollverschleierung passiert? Die sehen ja alle ganz normal und angepasst aus (also für 70er Verhältnisse...).
  • Billy the Kid 04.08.2018 08:33
    Highlight Highlight Man konnte jahrelang auf der Website der CIA / des FBI sich den Steckbrief von Osama anschauen.
    Alles mögliche war da gelistet - ausser die Drahtzieherschaft von 911. Könnte es sein, dass die Herrschaften in den Geheimdiensten selber sich nicht so ganz sicher waren ob die offizielle Version der Wahrheit entspricht?
    • Sebastian Wendelspiess 04.08.2018 12:21
      Highlight Highlight Also offiziell gibts keine Beweise für die Täterschaft von OBL. da nützt auch alles blitzen nichts 😂
  • rudolf_k 03.08.2018 17:14
    Highlight Highlight Jabba the Hut, bist du es??
  • SchweizAbschaffen 03.08.2018 14:03
    Highlight Highlight Man hätte Bin Laden auch festnehmen und in den USA vor ein Gericht stellen können.

    Mit dem Entscheid ihn vor Ort zu ermorden, hat man auch ganz bewusst auf ein Gerichtsverfahren verzichtet.

    Schade.
    • Pisti 03.08.2018 15:13
      Highlight Highlight Na klar sonst wäre ja die Wahrheit ans Licht gekommen. Bin Laden wurde jahrelang von den USA finanziert. Zudem war die CIA ja bei Nine/Eleven mit im Boot.
    • Luisigs Totämuggerli 03.08.2018 15:35
      Highlight Highlight ja klar, als ob jemand, der für den Tod von fast 3000 Unschuldigen noch ein Prozess verdient hätte...
    • Jolimeme 03.08.2018 17:57
      Highlight Highlight @Lustigs Totämuggerli
      Genau das macht den Rechtsstaat aus, dass jeder, egal was er getan hat, das Recht auf ein Verfahren hat. Eine der wichtigsten Dinge, die ich mir vorstellen kann. Auch wenn er ein Verbrecher und Mörder ist, Recht ist Recht
    Weitere Antworten anzeigen
  • salamandre 03.08.2018 13:49
    Highlight Highlight klingt wie Herzschmerz,,,was es wohl eher nicht ist.
  • AdiB 03.08.2018 12:50
    Highlight Highlight ach tun mir die bin ladens leid. 100te von milliarden schwer und mussten sowas durch machen. die mutter sitzt nur in einem vergoldeten sessel der wahrscheinlich mind. 18 karat hat. die arme musste soviel durch machen und nach dem tot ihres mannes gehörte alles ihr, war bestimmt hart mit all diesen milliarden. [ironie off]
    • elias776 03.08.2018 13:43
      Highlight Highlight Das ist Sarkasmus, nicht Ironie.
    • Raphael Stein 03.08.2018 13:46
      Highlight Highlight Man leidet mit Geld und man leidet ohne Geld.
    • AdiB 03.08.2018 13:57
      Highlight Highlight da haben wohl einige nicht fertig gelesen oder empfinden wirklich mitleid mit dieser familie. den blitzern ist hoffendlich bewusst dass diese familie stark interessiert ist dass im nahen osten vieles zerstörd wird. denn dann gibts neue bauaufträge.
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Ruedi Lüthy war einer der Pioniere der Aids-Medizin in der Schweiz. Seit 2003 lebt er hauptsächlich in Harare, wo er eine Aids-Klinik aufgebaut hat. Im Interview mit watson spricht er über seine erste Begegnung mit der Krankheit, seinen Umgang mit afrikanischem Aberglauben und die Entwicklung in Simbabwe seit dem Sturz von Diktator Mugabe. 

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