International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ende Juli wählt Pakistan ein neues Parlament. Der Wahlkampf wurde heute von einem der schlimmsten Attentate dieses Jahres überschattet. Bild: EPA/EPA

Blutiger Wahlkampf in Pakistan: 128 Tote bei Anschlag auf Veranstaltung

13.07.18, 18:27 13.07.18, 20:47


Bei dem tödlichsten Anschlag in Pakistan seit Jahren sind in der Südprovinz Baluchistan nach offiziellen Angaben mindestens 128 Menschen getötet worden. Das sagte der Verwaltungschef der betroffenen Region der Agentur DPA am späten Freitagabend.

Zuvor war von 70 Todesopfern die Rede gewesen. Ausserdem seien mehr als 150 Menschen verletzt worden. Das Attentat in der Region Mastung hatte am Freitagnachmittag einer Zusammenkunft der Baluchistan Awami Partei gegolten. Auch der Kandidat der Partei für die Parlamentswahlen am 25. Juli sei unter den Todesopfern. Es ist der schwerste Anschlag in Pakistan innerhalb eines Jahres.

Der Wahlkampf in Pakistan verläuft blutig: Immer wieder werden Wahlveranstaltungen Ziel von Bombenanschlägen. Bild: EPA/EPA

Wer hinter der Tat steckte, blieb zunächst unklar. In der Region sind die Terrororganisationen «Islamischer Staat» («IS») und Lashkar-e Jangvi besonders aktiv.

Ex-Premier verhaftet

Sicherheitskräfte haben Pakistans Ex-Premier Nawaz Sharif nach seiner Rückkehr aus London am Flughafen der ostpakistanischen Grossstadt Lahore festgenommen. Auch seine Tochter und politische Erbin Maryam wurde inhaftiert.

Die Verhaftung bestätigte Nawazish Khan, der Sprecher der Nationalen Rechenschaftsbehörde, am Abend. Ein pakistanisches Gericht hatte Sharif vor einer Woche in Abwesenheit wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt. Maryam Nawaz muss für sieben Jahre in Gefängnis. Sharif und Maryam Nawaz waren in London, wo Sharifs krebskranke Frau in Behandlung ist. (sda/dpa)

Schon am Morgen waren in der Stadt Bannu im Norden des Landes mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, als während der Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, Akram Durrani, eine Bombe explodierte.

Wahlen am 25. Juli

Durrani, Kandidat der MMA, einer Allianz islamistischer Parteien, blieb unverletzt. Ein Arzt an der städtischen Klinik berichtete von etwa 30 Verletzten, von denen einige in kritischer Verfassung seien.

Es war bereits der dritte Anschlag auf Wahlkämpfer innerhalb weniger Tage. Erst am Dienstag hatte sich ein Attentäter der pakistanischen Taliban bei einer Veranstaltung in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar in die Luft gesprengt und mindestens 20 Menschen getötet.

Am 25. Juli wählen mehr als 100 Millionen wahlberechtigte Pakistaner eine neue Nationalversammlung sowie Provinzparlamente. Vorsorglich hatte die Wahlkommission das Militär gebeten, die Wahlen mit rund 370'000 Sicherheitskräften zu schützen.

Seit 2015 war die Zahl der Anschläge in Pakistan vor allem wegen massiver Militäroffensiven gegen einige der Islamisten-Gruppen stark zurückgegangen. (leo/sda/dpa)

Proteste in Islamabad: Pakistans Justizminister tritt zurück

Video: srf

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Fake-Fotos und erfundene Vorfälle: In Italien wird die Flüchtlingsdebatte immer grotesker

Gefälschte Fotos, verdrehte Zahlen und erfundene Vorfälle: In Italien wird die Flüchtlingsdebatte immer grotesker. Hinter den vermeintlichen Nachrichten stecken politische und finanzielle Interessen.

Eine Fotoserie auf Facebook: Wasser, Zigtausende Menschen, dicht gedrängt, alles etwas unscharf. Ein «libyscher Hafen», sagt die auf Italienisch verfasste Bildbeschriftung. Und: «Diese Fotos lässt man dich nicht sehen, denn all diese Menschen dort warten darauf, nach Italien überzusetzen.»

Tausende Italiener haben diese Fotos also endlich sehen dürfen. Viele haben sie weitergeschickt. An Freunde, die auch die Wahrheit sehen sollen. Die ja von den grossen staatstreuen Medien …

Artikel lesen