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epa07058068 A general view of a tsunami devastated area in Talise beach, Palu, Central Sulawesi, Indonesia, 30 September 2018. According to reports, at least 384 people have died as a result of a series of powerful earthquakes that hit central Sulawesi and triggered a tsunami.  EPA/MAST IRHAM

Der Strand Talise bei Palu ist nicht mehr wiederzuerkennen.  Bild: EPA/EPA

«Es gab keine Sirene» – Tausende Tote befürchtet nach Tsunami in Indonesien 



Bei den schweren Erdbeben und dem folgenden Tsunami sind auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 800 Menschen ums Leben gekommen. In einer neuen Zwischenbilanz bezifferten die Behörden die Zahl der Toten am Sonntag auf mindestens 832.

Die Suche nach Überlebenden zum Wettlauf gegen die Zeit. Bis Sonntagmittag konnten die Rettungskräfte noch immer nicht zu allen Orten an der Westküste von Indonesiens viertgrösster Insel vordringen. Die Arbeiten werden durch zerstörte Strassen und beschädigte Kommunikationsverbindungen erschwert.

People survey the mosque damaged following earthquakes and tsunami in Palu, Central Sulawesi, Indonesia, Sunday, Sept. 30, 2018. A tsunami swept away buildings and killed hundreds on the Indonesian island of Sulawesi.(AP Photo/Tatan Syuflana)

Die Moschee von Palu ist wegen des Erdbebens und der Flutwelle eingestürzt.  Bild: AP/AP

Der Katastrophenschutz teilte mit, das betroffene Gebiet sei grösser als anfangs vermutet. Viele Opfer seien noch unter eingestürzten Gebäuden begraben. Daher dürfte die Totenzahl weiter zunehmen, sagte ein Sprecher. Seinen Angaben zufolge sind sich unter den Toten drei Franzosen sowie jeweils eine Person mit südkoreanischer und mit malaysischer Staatsangehörigkeit.

Kritik am Warnsystem

Nach der jüngsten Zwischenbilanz von Sonntag wurden durch die Erdbeben und die Flutwelle am Freitagabend 832 Menschen getötet und mehr als 500 teils schwer verletzt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch deutlich steigen könnte. Vizepräsident Jusuf Kalla wurde mit der Bemerkung zitiert, dass es Tausende Tote geben könnte.

Bislang stützt sich die Opferbilanz auf Angaben aus einer einzigen Stadt: Palu an der Westküste mit mehr als 350'000 Einwohnern. Von dort stammt auch eine Handy-Aufnahme des Tsunami, die sich weltweit verbreitete.

Diese Amateur-Aufnahmen zeigen, wie der Tsunami auf Palu, Hauptstadt der Insel Sulawesi, trifft. 

Zu sehen ist, wie eine mächtige Welle auf die Küste zurollt und dann Menschen, Boote, Autos und ganze Häuser mit sich reisst. Viele wurden am Strand, wo ein Festival geplant war, von dem Tsunami überrascht. Grund dafür war vermutlich auch, dass das Warnsystem nicht richtig funktionierte.

Der Sprecher von Indonesiens Katastrophenschutzbehörde sagte: «Es gab keine Sirene. Viele Menschen waren sich der Gefahr nicht bewusst.» Das nationale Zentrum für Meteorologie und Geophysik hatte am Freitag zwar eine Tsunami-Warnung ausgegeben, aber nach nur einer halben Stunde wieder aufgehoben - aus Sicht von Kritikern viel zu früh.

Hunderte Häftlinge fliehen nach Erdbeben in Indonesien

Das schwere Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi hat die Mauern eines Gefängnisses in der Stadt Palu zum Einsturz gebracht. Mehrere hundert Häftlinge hätten daraufhin die Gelegenheit genutzt und seien geflohen, berichteten örtliche Medien am Samstag.

In der Haftanstalt sassen 560 Menschen ein. Mehr als die Hälfte sei entkommen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Antara den Chef der Gefängniswärter, Adhi Yan Ricoh. Bei dem Beben und dem davon ausgelösten Tsunami vom Freitag starben nach bisherigen Erkenntnissen mehr als 380 Menschen.

Die Wärter hätten die Häftlinge nicht aufhalten können, weil diese in der Überzahl gewesen seien, sagte Adhi weiter. «Zudem mussten sich die Wärter selbst in Sicherheit bringen.» Die Behörden haben seinen Worten zufolge bisher nicht versucht, Geflohene aufzuspüren. Sie seien mit den Rettungsarbeiten nach dem Erdbeben vom Freitag und dem dadurch ausgelösten Tsunami beschäftigt, sagte Adhi. (sda/dpa)

Stimmen aus den Trümmern

In Palu sind viele Gebäude schwer beschädigt, auch eine grosse Moschee und ein Einkaufszentrum am Strand. Auch die grösste Brücke der Stadt steht nicht mehr. Am Sonntag gab es in der Stadt immer noch keinen Strom. Die Handy-Netze funktionierten nur gelegentlich.

People survey outside the shopping mall which was damaged following earthquakes and a tsunami in Palu, Central Sulawesi, Indonesia, Sunday, Sept. 30, 2018. Rescuers try to reach trapped victims in collapsed buildings after hundreds of people are confirmed dead in a tsunami that hit two central Indonesian cities, sweeping away buildings with massive waves. (AP Photo/Tatan Syuflana)

Palu, zwei Tagen nach der Flutwelle: Der Tsunami hinterliess ein Bild der Zerstörung. Bild: AP/AP

Aus den Trümmern waren immer noch Stimmen zu hören. Nach Angaben von Helfern fehlt es jedoch an geeignetem Gerät, um die Eingeschlossenen herausziehen zu können. Zumindest ist der Flughafen inzwischen wieder geöffnet, so dass Maschinen mit Hilfsgütern landen können. (sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mira Bond 30.09.2018 12:21
    Highlight Highlight Erschreckend wie wenig Platz dieses Ereignis in anderen Zeitungen findet...
  • MitchBitch 30.09.2018 11:51
    Highlight Highlight Einfach nur tragisch, wenn man bedenkt, dass Anfangs noch eine Tsunami-Warnung ausgegeben worden ist...wieso wurde die wieder aufgehoben ?
  • Chääschueche 30.09.2018 11:18
    Highlight Highlight Tragisch!

    Und ich dachte, das die Regierung nach dem 26. Dezember 2004 etwas gelernt hat.

  • Baba 30.09.2018 11:03
    Highlight Highlight Die Stimme des Mannes auf dem Video, der verzweifelt versucht, die Menschen vor dem heranrollenden Tsunami zu warnen ging mir beinahe noch mehr unter die Haut als die Bilder selbst... 😢
    • Typu 30.09.2018 12:50
      Highlight Highlight Was sagt er denn?
    • Lamino 420 30.09.2018 21:42
      Highlight Highlight Es geht darum, wie er es gesagt hat...
  • hiob 30.09.2018 11:01
    Highlight Highlight scheint hier ja keine sau zu interessieren. wenn aber eine 17 jährige vom zürich HB dach stürzt und stirbt, ist was los im kommentarsektor. gedanken und gebete!
    • LubiM 30.09.2018 21:30
      Highlight Highlight Das ist vielleicht auch daran geschuldet das man vor 15 Jahren eine Menge Geld gespendet und Entwicklungshilfe geleistet - es aber effektiv nichts geändet hat bzw schlimmer als vorher ist.
    • Cmo 30.09.2018 22:54
      Highlight Highlight Und du meinst die SBB sichert die Baustellen zu wenig gut und das sei eine guter Grund um die Fahrlässigkeit einer 17jährigen zu kommentieren?

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